Zwischen Akne und Außenbezirk – The Backyard Band mit ihrem Debütalbum

VERÖFFENTLICHUNG» 26.08.2013
BEWERTUNG» 7 / 9
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Düren ist ein Kaff in der Nähe von Köln, in der vornehmlich Rentner und Vorstadtrapper beheimatet sind. Eigentlich ein verdammt ungesundes Umfeld für anständige Musik, könnte man meinen. Maximilian Kleene, Moritz Zergiebel und Sebastian Kleene hat es trotzdem nicht davon abgehalten die Rockabillytruppe „The Backyard Band“ zu gründen. Nach mehrmaligem Durchhören ihrer gleichnamigen Platte muss man sagen: zum Glück!

Neu erfinden die Dürener, auf ihrem gleichnamigen Debüt-Minialbum mit acht Songs, das Genre sicherlich nicht. Trotzdem sind Dauerwelle und Rock `n Roll – Attitüde immer noch eine willkommene Alternative zu irgendwelchen rappenden Pandabären und Indiebands mit Hosenträgern und weißen Poloshirts. Da ist zum Beispiel der Opener „Can’t stop moving“, der so unverbraucht und flott klingt, als wäre Elvis für einen Song reinkarniert und würde am liebsten allen möglichen Discohits persönlich den Kampf ansagen, um wieder etwas Kultur in die Tanzmusik zu bringen. Das hohe musikalische Niveau wird, abgesehen von einer Ausnahme („Clapping Band“ kommt da dann doch etwas sehr platt daher) das ganze Album über meisterlich gehalten. Teils kommt einem wildes Geschrammel („Hold Up your tears“),  teils eingängiger  Blues entgegen („Little Rock `n Roller“), aber es klingt nie unharmonisch oder verzweifelt. Alles cool, alles rotzig, alles The Backyard Band.

Zugebenermaßen muss man hinzufügen, dass die Aufnahmequalität auch an die Zeiten der 50er und 60er Jahre erinnert. Kein Wunder, reicht das Budget der 18-jährigen Knirpse vielleicht gerade einmal für einige Wochenendbiere / -schnäpse, aber weiß Gott nicht für ein vernünftiges Tonstudio. Gerade deshalb wirkt ihr Sound vielleicht auch so unverkrampft und frisch. Mit einem guten Management im Rücken, könnten es die Nachwuchsmusiker durchaus in größere Clubs schaffen. Alles was anschließend folgt, steht irgendwo in den Sternen des Rock `n Roll – Firmaments geschrieben.

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4 Kommentare

  1. Ich möchte wirklich keinem zu nahe treten, aber irgendwie hat hier gerade jemand etwas verwechselt. Rockabilly????Dauerwelle???Knirpse??Schlechter Sound?? Ich bin selber Musiker und habe die Jungs nun schon mehrmals gehört und gesehen. Das Album wurde in einem professionellen Studio aufgenommen ohne Schnick Schnack hinzuzufügen. Autentisch und roh aus dem Bauch heraus. Mit Rockabilly hat es rein garnichts zu tun und Dauerwellen…..wo waren die?? Kritik ist immer gut, egal wie, aber sie muß auch Hand und Fuß haben und ich war etwas enttäuscht als ich diese Zeilen hier gelesen habe. Die Jungs gehören nicht zum mainstream..wie schön…..ich denke sie sind (gerade für Düren) eine Bereicherung……….mal was anderes und auf jeden Fall musikalisch ehrlich und handgemacht….ich wünsche den drei KNIRPSEN aus Düren weiterhin viel Erfolg und alles Gute

    Jason
    Ein alter Musiker aus Düren, Köln und Düsseldorf

    • Hi Jason,

      verwechselt wurde bei der Band garantiert nichts. Klar, kann man sich an zwei, drei Wörtern aufhängen, aber generell hat das so schon seine Richtigkeit.

      Dennoch danke für’s Feedback.

  2. Kenne die 3 Jungs seit ihren ersten Konzerten und ich freue mich, dass ein solcher eitrag mal geschrieben wird. Man merkt ganz deutlich, dass der Verfasser dieses Textes kein Kenner dieser Band ist.

    Die Band kommt zwar aus dem Kreis Düren, aber zu finden sind sie in Nideggen, was Geographisch ca. 45 Kilometer von Köln enfernt ist. Also mit „in der Nähe von..“ leicht bis etwas verschätzt.
    Die Rentner, die angesprochen werden, sieht man hier wirklich sehr oft, aber meist am Wochenende, wenn sie in der Eifel ihre Wandertouren machen, mit denen die Band nichts zu tun hat. Auch Vorstadtrapper gehören zum Alttag jeder Stadt, wer jedoch den Raum Düren kennt, weiß und sieht schnell, dass die Metall-Szene hier in den Breitengraden dominiert. Da ist es mutig und gut, eine neue Musikrichtung in den Raum zu werfen, wobei Rockabilly irgendwie ein Genre ist, was im Bezug auf diese Band eine Fehlinterpretation zu sein scheint.

    Elvis und Backyard Band…wie bitte? Also wer solch einen Vergleich anstellt, der muss irgendwie das falsche Album gehabt haben, weil der „King of Rock ´n´Roll“ irgendwie nicht ganz so zu den 3 KNIRPSEN passt.

    Naja und über die Professionalität kann man auch zufrieden sein. Ich höre die CD rauf und runter und der Flair der 50er und 60er den der Verfasser hören kann, der wird vielen Hörern fremd sein.
    Idee von mir, eine Anlage kaufen, die CDs in guter Qualität abspielt. Vllt liegt es auch am CD-Player.

  3. Hallo Marc,

    meine beiden Vorredner haben eigentlich schon alles gesagt. Dem möchte ich aber noch etwas hinzufügen:

    Die Qualität der Aufnahmen ist sehr gut. Wie Anton Paul schon schrieb „….am CD-Player“ …..

    Bei der klanglichen Beurteilung einer CD sollte man immer auch im Hinterkopf haben, das es ja den bekannten „Loudness War“ gibt. Eine unmögliche Entwicklung der Musikindustrie des Geldes wegen. Das es aber Kunstverschändelung ist, interessiert kaum einen. Warum auch…die meiste Musik wird doch heute eh in miserabler MP3 Qualität durch irgendwelche Brüllkästen oder Radaustöpsel gejagt. Klang ist doch heute nicht mehr von Bedeutung…

    Diese CD auf einer vernünftigen Stereoanlage abgespielt, unter den richtigen Vorraussetzungen, wo bitte ist das schlechte Qualität? Schlechte Qualität ist das meiste, was heute in den CD-Regalen der Geschäfte steht. Da merkt man, das die Musik heute mehr für Handys, Ipods, Kopfhörer usw gemacht wird. Wenn man auf solchen Endgeräten die unverfälschte Musik des Künstlers wiedergeben würde, dann wäre das für heutige schallgeschädigte Ohren zu leise, also wird einiges an Tönen hervorgehoben. Man will ja verkaufen.

    Das in Düren übermäßig viele Rentner wohnen kann ich nicht bestätigen, was aber auffällt sind die vielen Rentner mit Kölner Kennzeichen 😉 , vor allem Richtung Eifel. Auch bietet die Düren regelmäßig die „Jazz-Tage“, welche sehr Erfolgreich sind. Dort treten auch Weltstars auf, trotz der Vorstadtrapper.

    So, gemeckert genug^^.

    Die 3 Jungs haben wirklich Potenzial, keine Frage. Das sie noch nicht Perfekt sind ist auch klar, zum Glück! Eine positive Entwicklung, Step by Step, sehe ich positiv entgegen. Die drei leben Musik, und je mehr sie leben, je erfahrener und routinierter werden sie. Sie haben das Zeug dazu, dynamische und ehrliche Musik zu machen, welche in der Lage sein kann, sie zu einem emotionalen Erlebnis werden zu lassen, wenn der Hörer das richtige Abspiel-Medium wählt 😉

    Auch finde ich es von Marc gut, das er diesen Bericht gefasst hat. Das zeigt auch, das kleine Bands mit gewagter Musik in der heutigen Zeit von Interesse sind. Das find ich Top.

    Alles Gute und viel Erfolg bei weiteren Berichten.

    PS: Meine Worte sollen nicht direkt als Kritik angesehen werden, es ist meine pers. Meinung. 🙂

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