Bryan Adams – „Bare Bones“ Live At Sydney Opera House: Wenn die Rocker im Alter leise werden

VERÖFFENTLICHUNG» 30.08.2013
BEWERTUNG» 7 / 9
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Bryan Adams The Bare Bones Tour / Live at Sydney Opera House bei Amazon bestellen

Wenn die Rocker im Alter leise werden… Bryan Adams ist auf einer Akustik-Tour, die den Titel „Bare Bones“ trägt. Wer Glück hat, ergattert noch Tickets, beispielsweise für die September-Konzerte in Belgien, Frankreich und Luxemburg. Alle anderen dürfen sich immerhin mit einer DVD gütlich tun: Das Konzert in Sydney wurde mitgeschnitten und als „The Bare Bones Tour Live At Sydney Opera House“ veröffentlicht.   Was soll man sagen? Der Mann ist älter geworden. Er sieht jetzt sehr weise und entspannt aus. Die wilde, nach vorn gestylte Mähne ist einer seriösen Kurzhaarfrisur gewichen. Und das Publikum bleibt brav auf den Sitzen des Opernhauses. Nicht durchgehend, aber zumindest am Anfang des Konzerts.

Der Konzertfilm beginnt mit Bildern aus Sydney und einer gesprochenen Einführung. Bryan Adams erzählt von seinem alten Traum, einmal im weltberühmten Opera House zu spielen. Nun ist es so weit. Er (fast) ganz allein mit Gitarre, ab und an von Gary Breit am Piano begleitet. Die Bühne ist riesig und Adams verliert sich darauf, einsam vor dem Mikro, von einem Spot beleuchtet. Diese Reduzierung auf Gesang und Gitarre überzeugt vom ersten Ton an. Showtechnisch spielt man dann später mit der Hintergrundbeleuchtung, drehtechnisch mit den Kameraperspektiven – keiner muss also eine langweilige DVD befürchten.

Schon beim Song „Back To You“ bringt Adams zudem eine Mundharmonika ins Spiel und wirkt wie ein standfester Straßenmusiker. Selbst nennt er die Show einen Rückblick auf „30 Years Of Music“. Es sind genügend Hits vorhanden, um den Abend zu füllen – und da ist durchaus mehr als „Summer Of 69“ (akustisch sehr gelungen) und der Schmachtfetzen „I Do It For You“.

In Stücken wie „This Time“ zeigt Adams sich trotz der instrumentellen Beschränktheit sehr kraftvoll, „Let’s Make A Night To Remember“ wird als äußerst ruhige Nummer zum Mottosong des Abends. Mein emotionales Highlight ist die wundervolle Darbietung von „Heaven“, ich bewundere aber auch die Energie in „Somebody“ und „When You’re Gone“.

Gute 100 Minuten dauert das Konzerterlebnis. Am heimischen Bildschirm gut zu genießen, aber man wünscht sich doch, man wäre dabei gewesen. Wie gesagt: Die Tour ist noch nicht beendet.

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