Bryan Beller – Mastering tone and versatility, DVD für Bassisten

DATUM» 30.01.2012
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Es gibt etwas neues für Bassisten. Die DVD „Mastering tone and versatility“ von Bryan Beller. Und wie der Titel schon sagt- er erzählt uns etwas über den Ton und die Vielseitigkeit eines Bassisten und seine klanglichen Möglichkeiten am elektrischen Bass.

Beginnen wir mit einer kurzen Übersicht, was dieses DVD beinhaltet.

Bryan Beller sitzt in einem kleinen Studio, umringt von verschiedenen Bässen und seinem Verstärkerturm und begrüßt den Zuschauer mit einem optimistischen „Hallo“. Er gibt kurz eine sehr grobe Übersicht über den Verlauf der nächsten 3 Stunden und 40 Minuten und es geht direkt los.

Beller erzählt locker und scheinbar ohne genaueren Leitfaden von seiner Vorstellung, wie man zu seinem Sound gelangt. Er ist ehrlich, wirkt auf Anhieb vertraut und gibt einem Mut, die Suche nach gutem Sound nicht aufzugeben. Die ersten 15 Minuten widmet er sich zum Beispiel ausschließlich der Aussage, der Grundpfeiler des eigenen Sounds liege in den Fingern des jeweiligen Bassisten. Plektrum- Nutzer werden an dieser Stelle vermutlich erst einmal enttäuscht sein, Beller wird kein einziges Mal ein Plektrum in die Hand nehmen und auch das Thema nur mit einem Satz erwähnen.

Weiter geht’s mit einer Übersicht über verschiedene Bässe, deren Unterschiede, Gemeinsamkeiten und wieder eine persönliche Einschätzung Bellers. Er wirkt kurzzeitig, als hätte man ihm das Studio vorbereitet, ihm fünf Überschriften auf ein Schild geschrieben und die Kamera an gestellt. Kleine Wiederholungen kommen hier und da vor. Nichts ist perfekt durchgeplant, aber Beller ist in seinem Element, über Musik reden und das macht er doch sehr gut. Er verdeutlicht den Weg des Tons vom Anschlag des Fingers über das Kabel in Effektgeräte, durch den Verstärker, bis er im Ohr ankommt. An jedem Zwischenstopp geht er ins Detail, erklärt zum Beispiel die Wirkung seiner Effektgeräte, demonstriert die verschiedenen Frequenzen an seinem Bassverstärker.

Geschmückt mit kurzen oder auch mal etwas umfangreicheren Erlebnisen erzählt er von seinen Unterhaltungen mit Musikern wie Steve Vai, erzählt von Auftritten und kann sich nicht verkneifen, immer ein wenig durchklingen zu lassen, dass er verdammt-nochmal ein guter Bassist ist. Dies ist natürlich angebracht, bei der Fülle an Erfahrungen, die der 40-jährige bereits auf der Bühne und im Studio gemacht hat.

Schließlich gibt es einen Szenenwechsel, in dem Beller sich eine Besetzung der Standardinstrumente für verschiedene Musikstile zusammengestellt hat und ein paar Eckpfeiler veschiedener Musikstile erklärt und spielt. Anschließend zeigt er seine Fingerarbeit an anderen Songbeispielen – wieder allein.

Beller wirkt die gesamte DVD über unglaublich entspannt sehr freundlich und zusprechend. Es ist angenehm, ihm zuzuhören, er spricht deutliches verständliches Englisch, dass relativ einfach zu verstehen ist (es gibt keine deutschen Untertitel) und wirkt sehr echt und nah.

Die super geheimen Spezialtricks zum perfekten Basssound wird jeder hier vergeblich suchen, aber dass hat man bei jeder anderen Bass-Übungs-DVD schon nicht bekommen. Beller vertritt die Einstellung, dass man seinen Weg gehen wird und sich damit langsam seinem Ziel, einem individuellen und passenden Sound nähert. Er ist lediglich der kleine Schubser, der dich in Bewegung bringen will. Zu empfehlen ist die DVD jedem, der sich mit seinem aktuellen Sound noch nicht abgefunden hat und bereit ist, neues auszuprobieren. Sowohl Anfänger als auch „Profis“ können mal Mehr, mal Weniger von ihm lernen, große und kleine Wissenslücken können gefüllt werden.