David Garrett lädt mit „Music“ zu einer musikalischen Reise durch Klassik und Rock ein

VERÖFFENTLICHUNG» 26.10.2012
BEWERTUNG» 8 / 9
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Wer heutzutage immer noch glaubt, die Geige sei ein langweiliges klassisches Instrument, mit dem man höchstens potentielle Schwiegermütter beeindrucken kann, der hat David Garrett noch nicht erlebt. Der sympathische Deutsch-Amerikaner mit dem lässigen Outfit hat bereits mit einigen erfolgreichen Alben bewiesen, wie gut Rockmusik und Klassik zusammenpassen, und füllt mit diesem Konzept regelmäßig die großen Hallen.

Die aktuelle Tour heißt ganz einfach „Music“ und zeigt den Stargeiger mal wieder mit vielerlei Facetten. Auf seinem brandneuen Crossover-Album verbindet er virtuos die verschiedenen Musikstile und -epochen miteinander und präsentiert damit nicht nur Stücke, die direkt ins Blut gehen, sondern setzt auch Maßstäbe in punkto Vielseitigkeit seines Violinspiels.

Das Publikum in Hannover hat er von Anfang an fest im Griff – spätestens wenn die erwartungsfrohen Menschen merken, dass er durchs Publikum hindurch in den Saal einzieht. Auf der Bühne angekommen, beginnt die große audio-visuelle Show mit Tänzerinnen, aufwändiger Pyrotechnik und einer LCD-Leinwand, die bis in die letzten Reihen ein Kino-Feeling erzeugt, wenn das Motiv aus „Fluch der Karibik“ ertönt. Auch die Musik zu James Bond spielt eine Rolle, kurioserweise zusammen gemischt mit Led Zeppelins „Whole Lotta Love“.

Aus Rockstücken wird Klassik, aber das Konzept funktioniert auch umgekehrt. Die grandiose Liveband veredelt den klassische Säbeltanz („Sabre Dance“) zu einer furiosen Rocknummer. Garrett gibt den smarten Entertainer, auch wenn seine Ansagen oft an die Comedy eines Rüdiger Hoffmann erinnern. Sobald er die Geige in der Hand hat, stehen die Münder offen.  Vor allem dann, wenn er sie ungewöhnlich nutzt, beispielsweise beim gezupften „Human Nature“ oder bei Coldplays „Viva La Vida“. Hier wächst David Garrett komplett über sich hinaus und ersetzt gleich ein ganzes Orchester. Dazu nutzt er ein Pedal Board, spielt die Songteile live als Loops ein und legt diese übereinander. Grandios!

Im Video zum Song wird dies nochmal eindrucksvoll gezeigt, der Künstler wird visuell vervielfacht und letztlich spielt eine kleine Armada von Garretts den Coldplay-Song.  Zum Konzertfinale gibt es das „Desperado“ der Eagles in einer sehr jazzigen Version, „Highway To Hell“ ausnahmsweise nur von der Rockband gespielt und Nirvanas „Smells Like Teen Spirit“ mit einem Geiger, der an Schnüren von der Hallendecke hängt. Der Mottosong des Abends („Music“ von John Miles) und „Let It Be“ beenden das Konzert, in welchem David Garrett auch viel Persönliches von sich preisgibt. Zu „Yesterday“ beherrschten Kinderfotos die Leinwand. Das ist es, was ihn so sympathisch macht.

David Garret ist ein unglaublich talentierter Geigenspieler, und seine Begeisterung sowohl für Klassik als auch für Populärmusik wird auf einer Live-DVD noch deutlicher als auf CD. Er hält mit seinem Spiel und seiner charismatischen Art die ganze Show zusammen und nimmt die Zuschauer auf seine Reise mit.

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