Dream Theater: „Live At Luna Park“ – der Abschluss ihrer ersten Tour mit Mike Mangini

VERÖFFENTLICHUNG» 01.11.2013
BEWERTUNG» 8 / 9
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Kürzlich veröffentlichten Dream Theater ihr erstes selbst betiteltes Album. Damit erreichte die neue Ära ohne Mike Portnoy ihren vorläufigen Höhepunkt. Das war schon ein Paukenschlag, als die Meldung an die Öffentlichkeit ging, dass Portnoy bei Dream Theater aussteigt. Der Mann, der seit Gründung 1985 (damals hieß die Band noch Majesty) dabei war. Der immer der heimliche Chef war, ob die Frontmänner nun Chris Collins, Charlie Dominici oder – immerhin seit 1991 – James LaBrie hießen. Der von seinem Mammut-Pult aus nicht nur für den Rhythmus zuständig war, sondern oft wie der Chef im Ring die anderen Musiker dirigierte.

Doch warum sollten die Fans mit der neuen Besetzung hadern? Schließlich ist Mike Mangini (Annihilator, Extreme) Weltklasse am Schlagwerk und hielt lange Zeit einen Geschwindigkeitsrekord mit 13.222 Schlägen in 15 Minuten. Solcherlei Handarbeit sagt nicht unbedingt was über musikalische Qualität aus, doch das Album „A Dramatic Turn Of Events“ zeigte, dass die Auswahl richtig war. Das Ergebnis war ein Album, in welchem düstere Passagen und atmosphärische Elemente eine musikalische Symbiose eingingen wie seit den Glanzzeiten der 90er Jahre nicht mehr.

Ab Juli 2011 ging es damit auf „A Dramatic Tour Of Events“-Welttournee. Für einen BluRay-/DVD-Release wurden die Shows im Luna Park Buenos Aires an zwei Abenden mitgeschnitten. Das Ergebnis ist eine fulminante Show mit gutem Sound und fantastischer Bildqualität. Vor allem James LaBrie ist in stimmlicher Topform und liefert einen guten Auftritt ab. Aber auch Mangini beweist seine hervorragenden Qualitäten und dürfte damit den letzten Kritiker überzeugen.

Neben den aktuellen Titeln bieten Dream Theater eine Reihe von Klassikern aus der gesamten Karriere. „Metropolis Pt. 1“, „The Silent Man“, „The Root Of All Evil“ und natürlich „Pull Me Under“. Da ist für jeden was dabei. Zudem werden die Instrumentalisten in ausgiebigen Solo-Parts vorgestellt. Mein Kritikpunkt sind mal wieder die hektischen Schnitte. Aber vermutlich haben die DVD-Produzenten heutzutage Angst, dass sie Zuschauer mit langweiligem Draufhalten der Kamera nicht vor dem Bildschirm halten. Vielleicht stimmt das sogar, wenn man gegenwärtige TV-Gewohnheiten betrachtet.

„Live At Luna Park“ gibt es als BluRay und in einer zwei DVD-Version. Die „Deluxe Edition“ enthält zudem das Konzert auf drei CDs. Dafür muss man allerdings tief in die Tasche greifen. Das Bonusmaterial umfasst eine Doku und den üblichen Blick hinter die Kulissen der Produktion.

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