Jan Delay & Disko No.1, Hamburg brennt!!

VERÖFFENTLICHUNG» 11.05.2012
BEWERTUNG» 7 / 9
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Jan Delay kann Rap und Reggae, das hat er mehr als eindrücklich bewiesen. Doch „Wir Kinder vom Bahnhof Soul“ widmete sich wieder konsequent den Stärken, die schon „Mercedes-Dance“ zuvor zum Megaburner machten: Eine Mischung aus Funk und Soul mit dezent eingesetzten Jazz-Elementen, die den Hörer von Beginn an in Bewegung bringt.

Vor sechs Jahren fuhren Mercedes-Dance und später der Bahnhof Soul erstmals ab. Inzwischen hat man mit Disko No. 1 einige bahnbrechende Konzerte gespielt – ich erinnere mich noch mit Freuden an den gigantischen Auftritt bei „Rock am Ring“ 2010. Die Band legt vor allem viel Wert darauf, die tanzbaren Sounds nicht per Computer zu erzeugen, sondern die Instrumente auf altbewährte Manier von Hand zu traktieren.

Doch will Jan Delay jetzt wirklich einen Schlussstrich unter die Karriere als Soulstyler ziehen? Am 17. August 2011 gab es in Hamburg eine Art „Abschiedskonzert“, das nun unter dem Titel „Hamburg brennt!! “ im Live-Format erscheint. Noch weiß niemand, was der Meister als Nächstes plant. Zum Glück konnte man ihn ja noch mit Udo Lindenberg und dessen Reinkarnation von „Reeperbahn“ bewundern. Stilistisch ganz der Alte.

Zur Feier-Doppelstunde in Hamburg waren einige Weggefährten geladen: Samy Deluxe, Das Bo, Dendemann, der Beginners-Weggefährte Denyo, Marteria und Scooters H.P. Baxxter. Die Setlist bot Bedeutendes von „Türlich, Türlich“ (dem Song mit den eingängigen „Word Up“-Klängen) über „Showgeschäft“ und „Oh Johnny“ bis hin zum fulminanten „Pump Up Medley“ featuring Deichkind. Dieser Abend auf der Trabrennbahn Bahrenfeld wird lange unvergessen bleiben.  Zu „Showgeschäft“ brachte Delay seine 25.000 Zuschauer zum synchronen Side-Step-Tanzen. Ein optischer Leckerbissen.

Der DVD-Sound ist perfekt und zieht einen auch nicht vor Ort Gewesenen direkt mit rein ins groovende Bühnenspektakel namens Jan Delay & Disko No. 1. Passend zur Show ist alles teilweise im Retro-Look gehalten. Das wirkt nicht ästhetisch, vermittelt aber ein chaotisches Live-Feeling. Vor allem die Kameraführung trägt dazu bei. Und der Blick fällt immer wieder in die jubelnde Menschenmasse. Der Meister weiß um die Bedeutung dieses Konzerts und gibt sein Bestes – 110 Minuten lang mit genialer Bühnenshow: Hamburg brennt! Ein Muss für alle Fans guten deutschen Souls. Die nasale, menschgewordene Discokugel ist einfach genial.

Meine Vorab-Version enthält leider nicht die JanTube-Filme. Überhaupt empfehle ich das Package mit Live-CD. Jans Konzerte sind definitiv was zum Immer-wieder-hören!