Judas Priest – Epitaph: Die Legenden des Heavy Metal setzen sich ein Denkmal in Form eines Live-Mitschnitts

VERÖFFENTLICHUNG» 24.05.2013
BEWERTUNG» 7 / 9
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Am 26. Mai 2012 fand im Londoner „Hammersmith Apollo“ das Abschlusskonzert der „Epitaph World Tour“ statt. Die Legenden des Heavy Metal hatten es mal wieder allen gezeigt und feierten ein würdiges Jubelfest zum 40jährigen Bestehen. 1980 hatte die Band um Rob Halford mit ihrem Album „British Steel“ die „New Wave Of British Heavy Metal“ ausgelöst. Zwischenzeitlich wurde der Meister am Gesang durch Tim Owens abgelöst, doch seit 2003 ist Halford wieder mit dabei und Alben wie „Angel Of Retribution“ und „Nostradamus“ begründeten neuen Ruhm. Ursprünglich hieß es, die Band wolle nach dieser Welttournee in den (wohlverdienten?) Ruhestand gehen, dann allerdings wurde ein neues Album noch für 2013 angekündigt. Wir werden sehen…

„Epitaph“ bezeichnet ein Denkmal mit Inschrift für einen Verstorbenen. Auch wenn die Band vermutlich noch nicht stirbt, hat sie sich mit dieser Live-DVD (mal wieder) ein Denkmal gesetzt. Die 23 Tracks umfassen jeweils mindestens einen Song von jedem der von der Band veröffentlichten Studio-Alben – vom 1974er „Rocka Rolla“ (mit dem Song „Never Satisfied“) bis hin zum 2008er „Nostradamus“ (vertreten durch das Dreh- und Angelstück des Konzeptalbums „Prophecy“). So arbeitet man Bandgeschichte auf.

Der Schwerpunkt liegt zur Freude der Zuschauer auf den 80er Jahren. „British Steel“ ist gleich mit vier Tracks vertreten, unter anderem dem All-time-favourite-Abschluss-Song „Living After Midnight“, und auch „Screaming For Vengeance“ wird mit drei Titeln gebührend gefeiert. Eine perfekte Setlist wird es wohl nie geben, doch diese Zusammenstellung mit Songs aller Epochen, dem Smash-Hit „Turbo Lover“ im Mittelteil und der hohen Dichte an Klassikern zum Ende hin reicht nahe dran.

Die Band besteht aus Leadsänger Rob Halford, den Leadgitarristen Glenn Tipton und Richie Faulkner, Bassist Ian Hill und Schlagzeuger Scott Travis. Ein Augenmerk liegt natürlich auf Faulkner, der in die Fußstapfen von K.K. Downing treten muss – und er leistet einen guten Job. Die Performance von Judas Priest ist insgesamt sehr stark. Vor allem wenn man bedenkt, dass einige sich deutlich dem Rentenalter nähern. Und auch das Publikum spielt zielsicher mit – man höre sich nur den Zuschauerchor zu „Breaking The Law“ an.

Fans werden ihre Freude an den alten Recken und ihrer Show haben. 142 Minuten DVD-Länge laden zum Konzertgenuss auf dem heimischen Sofa ein und beweisen, dass die Reunion mit Halford alles in allem eine gute Sache war – auch wenn er nicht mehr jeden Ton punktgenau trifft.