Live On Stage – Die besten Live-DVDs aller Zeiten (12 DVDs) mit Simon & Garfunkel, David Bowie und Eurythmics

VERÖFFENTLICHUNG» 24.02.2012
BEWERTUNG» 8 / 9
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Der Aschermittwoch naht, die Zeit von „Schatzi, schenk mir ein Foto“, dem „Roten Pferd“ und „Ai Se Eu Te Pego“ neigt sich dem Ende zu. Es wird wieder Zeit für ordentliche Musik. Der „Rolling Stone“ hilft uns dabei, die unsäglichen Karnevals-Ohrwürmer wieder aus dem Kopf zu bekommen. Fast pünktlich zum Kehraus erscheint mit der Reihe „Live On Stage“ eine Reihe mit dem Untertitel „Die besten Live-DVDs aller Zeiten“. Aus mehr als 100 Live-DVDs wählte die Redaktion des Rockmagazins für „Live On Stage“ die wichtigsten und besten Live-Performances aus. Insgesamt zwölf DVDs umfasst der erste Teil der Serie und der Preis pro Silberling ist mit um die zehn Euro kontofreundlich kalkuliert.

Dabei in der illustren Schar: The Clash, Bob Dylan, Falco, Billy Joel und Ozzy Osbourne. Johnny Cash präsentiert „Man In Black“, Die Fantastischen Vier ihr „Heimspiel“ in Stuttgart und Leonard Cohen als gealterter Megastar „Live In London“. Zur Besprechung liegen mir drei Exemplare vor – alle in einer Tinbox-Verpackung mit vierseitigem Booklet, das neue Liner Notes des „Rolling Stone“ zu den Hintergründen enthält.

Simon & Garfunkel – „The Concert In Central Park“:

Die Singer / Songwriter kehrten nach Jahren der Trennung zu einem triumphalen, einmaligen Wiedervereinigungskonzert in ihre Heimat zurück und präsentierten Hit um Hit von „Mrs. Robinson“ über „Scarborough Fair“ und „The Boxer“ hin zu „The Sound Of Silence“. Es ist schon faszinierend, den beiden bei ihrer Performance im Jahr 1981 zuzusehen. Unscheinbar mit Gitarre vor einer zurückhaltend agierenden Backing Band vor 500.000 begeisterten Zuschauern, die schier ausrasten, wenn es textlich um Regionen und Ereignisse ihrer Stadt geht. Legendär!

David Bowie – „A Reality Tour“:

Der Meister, der zu Beginn des neuen Jahrtausends zu alter Form zurück fand und im November 2003 in Dublin zwei genial Konzertabende im Point Theatre Dublin hinlegte. Wir hören Songs aus allen musikalischen Epochen des Künstlers – und es sind derer viele. „Life On Mars“ und „Ziggy Stardust“ aus der Zeit Anfang der 70er, „Heroes“ aus der Jubelzeit Ende des gleichen Jahrzehnts, das poppige „Under Pressure“ (1982) und „Hello Spaceboy“ aus den 90ern. Und auch aktuelle Hits wie „Reality“ und „Heathen (The Rays)“ kamen nicht zu kurz. Ein Bowie in Topform. Ein Konzert von über zwei Stunden Länge und in Top-Qualität. Was will man mehr?

Eurythmics – „Peacetour“:

Eigentlich waren die 80er das Jahrzehnt von Annie Lennox und Dave Stewart. Danach trennten sich die Wege der beiden und sie fanden erst Ende der 90er für das Album „Peace“ wieder zusammen. Die Comeback-Tour brachte neben den aktuellen Hits natürlich auch alle Klassiker, zum Teil allerdings in virtuos reduzierten Versionen, die den Glitter des vergangenen Jahrzehnts weg pusteten und das Grundgerüst verdammt guter Songs zurück ließen. Da gibt es beim Abschlusskonzert in den Londoner Docklands (6.12.1999) schon zu Beginn „Thorn In My Side“ und „When Tomorrow Comes“, natürlich „Sisters Are Doin‘ It For Themselves“ und zum Ende hin „Here Comes The Rain Again“ und „Sweet Dreams (Are Made Of This)“. So schließen Ikonen der 80er ihren Frieden mit der Vergangenheit.