Mit „Live Kisses“ bringen Paul McCartney und Diana Krall fast das komplette Album „Kisses On The Bottom“ zu Gehör

VERÖFFENTLICHUNG» 09.11.2012
BEWERTUNG» 7 / 9
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Im Februar veröffentlichte Paul McCartney sein aktuelles Soloalbum mit dem Titel „Kisses On The Bottom“. Die Eigenkomposition „My Valentine“ war enthalten, ansonsten Coverversionen des Slow-Jazz. Standesgemäß begleitet wurde er von Diana Krall und ihrer Band. Ein seltsames, nostalgisches Album. Nicht nach jedermanns Geschmack, aber der Mann veröffentlichte schon Oratorien und klassische Werke – da überrascht uns doch nichts mehr.

McCartney selbst sah es als Rückbesinnung auf die Generation seiner Eltern. Und der nostalgische Touch schwingt durchgehend mit. Eingespielt wurde das Werk in den „Capitol Studios“ von Hollywood. Und hier fand einige Zeit später vor kleinem Publikum auch eine Live-Umsetzung statt. Wieder mit Diana Krall am Piano und einer Truppe virtuoser Musiker, die die amerikanische Musikgeschichte zum Leben erweckte.

Die meisten Aufnahmen sind in schwarz-weiß gehalten. Das Publikum sieht man nur selten und das Konzert wird nach jedem Track von einem Doku-Einspieler unterbrochen, in dem McCartney und seine Mitstreiter sich zu Songs und dem Gesamtkonzept äußern. Alles in allem kommt eine intime Stimmung auf und die Live-Umsetzung hat dann doch mehr Ecken und Kanten als das ruhig fließende Album.

Im Bonusteil gibt es sechs mal das Video zu „My Valentine“, in welchem Natalie Portman und Johnny Depp den Song in Gebärdensprache übersetzen. Wahlweise kann man nun das Original-Video sehen, Natalie oder Johnny allein bei ihrer Performance oder einen Splitscreen. Aber das schaut sich keiner so oft an. Ich vermute, Mädels entscheiden sich für Depp und Jungs für die liebe Natalie.

Die Aufmachung als Hardcover-Buch ist sehr gelungen. Ein dickes Booklet enthält viele Fotos und die Niederschrift eines Skype-Gesprächs zwischen Paul McCartney und Elvis Costello.