Nieder mit der GbR Live – Blumentopf in der Muffathalle in München, 22.12.2012

VERÖFFENTLICHUNG» 22.03.2013
BEWERTUNG» 5 / 9
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„Nieder mit der GbR – Live“. Gut, denkt man sich, Blumentopf letztes gleichnamiges Album war ein ziemlicher Hit, warum sollte es mit einer DVD der Töpfe anders sein? Ihre legendären Freestyles sind teilweise bekannter als die eigenen Songs. Wer die Töpfe live gesehen hat, wird ihren Auftritt nicht so schnell vergessen. Untermauert wird die These durch eine Vielzahl an Gastauftritten und neuen Songs wie „Supermänner“ mit den Sportfreunden Stiller oder „Rosi“ bei der sogar Günther Sigl himself mit den Töpfen auf der Bühne die Vorstadtdirne auferstehen lässt. Doch als „Blattgold auf Anthrazit“, der letzte Song der großen „Nieder mit der GbR“-Tour seine letzten Töne anspielt, ist man sich sicher –  der Schein trügt dieses Mal bedauerlicherweise.

Die 25 Songs umfassende DVD gibt wenig wieder, was man von den vier Rappern sowie DJ Sepalot sonst gewohnt ist. Zum einen ist es die Münchener Meute, die sich bei den meisten Songs doch sehr bedeckt hält. Vereinzelt zeichnen sich Versuche eines kleinen „Ich-schubs-dich-weg-du-schubst-mich-weg-aber-bitte-ohne-Ellenbogen“ – Pits an, die aber direkt im Keim erstickt werden, aus welchen Gründen auch immer. Zum anderen werden Klassiker wie „6 Meter 90″ und „Was der Handel“ schmerzlich vermisst. Der Hauptkritikpunkt ist jedoch folgender: Die DVD ist einfach unspektakulär. Zieht man Vergleiche zu anderen nationalen Künstlern wie beispielsweise Die Toten Hosen heran, die mit ihrer „Machmallauter“-DVD richtige Emotionen hervorgerufen haben, entpuppt sich „Nieder mit der GbR live“ als harmlos, bestenfalls als ein Konzert wie jedes andere.

So, genug kleinkarierte Kritik, kommen wir zum Positiven: Das ist zum Beispiel „Liebe und Hass“ von Album „Topf“. Die Rarität entpuppt sich als eines der Highlights auf dem Konzert, da hier das Publikum durchs Integrieren der Textpassagen endlich in vernünftiger Art und Weise zur Geltung kommt. Dies beinhaltet „Was sich liebt / Was sich hasst“ – Parts und anschließende „Mann oder Maus“ – Lines, die in Form von hunderten Kehlen den Töpfen entgegen schallen. Als die ersten Zeilen von „Party Safari“ gerappt sind, ist auch endlich Bewegung in der Menge. Mit Arm in der Höhe bewegt sich die Menge synchron Auf und Ab. Doch bei der anschließenden Zugabe ist der Spuk schon wieder vorbei und die alte Manier von zwar grinsenden, aber sonst regungslosen Menschen vorzufinden.

Die DVD ist ein klassisches Fan-Sammlerstück. Für Anhänger der Gruppe wird sie sicherlich interessant sein, aber das 90-minütige Konzert ist leider kein Muss in der Vitrine des durchschnittlichen Musikfans.

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