Peter Gabriels Zeitreise „Back To Front“ nun auch auf DVD

VERÖFFENTLICHUNG» 20.06.2014
BEWERTUNG» 8 / 9
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Als Peter Gabriel im letzten Jahr verkündete, dass er mit einer kompletten Performance des Albums „So“ auf seine ganz persönliche Zeitreise gehen möchte, waren die Konzerte in Windeseile ausverkauft. „Back To Front“ hieß die Tour in 2013 und sie läuft auch im Folgejahr noch weiter.

Viele Jahre sind vergangen, seit Peter Gabriel 1975 bei Genesis ausstieg. Damals schrieben viele die britische Band schon ab. Doch der ganz große kommerzielle Erfolg kam erst ohne ihren ersten Frontmann. Ob er sich darüber geärgert hat? Seinen vielen Interview-Aussagen aus den 80ern zur Folge nicht. Mit striktem Kurs verfolgte Gabriel seine Solo-Karriere und brachte zunächst vier Alben mit durchnummeriertem Titel von „I“ bis „IV“ heraus. Sogar neu eingespielte Werke mit deutschen Lyrics gab es, was aber mehr eine Randnotiz in der Diskographie bleiben sollte.

Nach dem legendären Soundtrack zum Film „Birdy“ kam dann 1986 das erste in den von Gabriel gegründeten Real World Studios aufgenommene Album mit dem Titel „So“. Was für ein Werk! Die Hälfte der Titel findet sich auf jeder Best-of-Collection des Meisters. Die Zusammenarbeit mit Kate Bush, Stewart Copeland und Youssou N’Dour ist legendär. „Sledgehammer“ ist der größte Hit in Gabriels Karriere und das dazu gehörige Video hält bis heute den Rekord des bei MTV am häufigsten gespielten Clips.

Bevor es allerdings beim Konzert (und somit auch beim vorliegenden Mitschnitt aus der O2 Arena London) zur Komplett-Performance des Ausnahme-Albums kommt, versteht es Peter Gabriel, die Vorfreude bis ins Unermessliche zu steigern. Zunächst muss man sich durch einen Mini-Set im halbakustischen Stil und bei voller Hallenbeleuchtung mühen. Das kam live schon recht seltsam rüber und sorgte für fragende Blicke im Publikum. Auf DVD wirkt diese Vorgehensweise nicht weniger ernüchternd. Der große Meister sollte sich damit abfinden, dass man in solch riesigen Hallen keine Club-Atmosphäre schaffen kann.

Danach wird es aber gleich wohliger für alle und man genießt eine Best-of-Zusammenstellung voller unverzichtbarer Klassiker von “ Digging In The Dirt“ bis hin zu „Solsbury Hill“. Die Leinwände schaffen eine famose Atmosphäre und man kann nur bewundern, wie die Lightshow perfekt auf Gabriels Performance angestimmt wurde.

Und dann kommt endlich das rote Licht – „Red Rain“. Der Jubel im Publikum ist greifbar. Highlights sind ohne Zweifel das harmonische Duett „Don’t Give Up“ mit der wundervollen Jennie Abrahamson und Peters liegende Performance von „Mercy Street“. In den hohen Tonlagen merkt man ihm sein Alter nicht an. Einfach großartig. Das Konzert endet nach weit über zwei Stunden mit „Biko“. An Extras hat die DVD nicht viel zu bieten. Peter Gabriel und Rob Sinclair philosophieren sechs Minuten lang über die visuellen Effekte der Show. Das war’s dann aber auch. Schön ist immerhin das Booklet mit massig Foto-Eindrücken. Darüber hinaus halten sich Eagle Vision wie gewohnt nicht mit übermäßigem Schnickschnack auf.

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