Pink sucht nach der Wahrheit über die Liebe – ob sie in Melbourne fündig wird?

VERÖFFENTLICHUNG» 22.11.2013
BEWERTUNG» 9 / 9
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Da hat man doch schon bei der „Funhouse“-Tour gedacht, eine solche Show könne Pink nicht mehr toppen. Aber denkste. Das Video und die TV-Performances zu „Try“ gaben schon Hinweise, wie fit und athletisch die 34jährige US-Amerikanerin, die bürgerlich auf den Namen Alicia Moore hört, nach der Geburt ihrer Tochter immer noch ist. Was ich dann in der SAP Arena in Mannheim live sehen durfte, war eine gigantische, bombastische Hallenshow, mit der Pink ihre singenden Kolleginnen weit hinter sich ließ und Maßstäbe für die Zukunft setzte. Wenn es tatsächlich so etwas wie einen Erben des Pop-Throns gibt, so war es 2013 nicht etwa Britney Spears, Miley Cyrus oder Lady Gaga, sondern eindeutig Pink. Dieses Spektakel verlieh ihr ein deutliches Alleinstellungsmerkmal.

Jetzt erscheint der DVD-Release „The Truth About Love – Live From Melbourne“ und das Ergebnis ist wahrlich atemberaubend. Wir erleben die Sängerin aus Pennsylvania in einer Show der Superlative – einem wahren Feuerwerk aus Musik, Theater und Gesang. Das Setting ist eine Veranstaltung mit dem Moderator Rubix, der eine Zuschauerin auswählt, um mit ihr nach der wahren Liebe zu suchen. Die Auserwählte ist – oh Wunder – Pink. Und schon geht es los.

Pink erscheint an langen Bändern hängend auf der Bühne und startet ihre akrobatische Show. Sie singt nicht nur, sie schreit und tanzt, wirbelt durch die Luft, führt Übungen mit Artisten vor, schleudert im Nahkampf über die Bretter. Man fragt sich ständig, wie sie dabei noch zu Atem kommen und vor allem singen kann. Die Setlist umfasst viele Songs des aktuellen Albums und Klassiker aus allen Karrierephasen. Inzwischen können Fans sowieso jedes Stück mitsingen, denn Pink ist so medienpräsent wie nie zuvor. Es gibt wahre Knaller wie „Raise Your Glass“ und wenige Balladen in der Art von „Just Give Me A Reason“.

Während der unzähligen Kostümwechsel schreitet die Show mit Tänzern, Akrobaten und Instrumentalisten ungebremst fort. Im Mittelteil findet sich ein Akustik-Part, der aber nichts von der Energie weg nimmt, die Pink verbreitet. Wie immer gönnt sich Pink auch einige Coverversionen, diesmal „Wicked Game“ und „Time After Time“. Nach fast zwei Stunden vermutet man sie stimmlich und körperlich am Ende, doch der Höhepunkt kommt erst mit der Zugabe: Während „So What“ fliegt Pink an vier Stahlseile gebunden durch die komplette Halle und erreicht jeden Punkt über den Köpfen der Zuschauer. Ein gewaltiger Abschluss.

Im Bonusbereich der DVD findet sich eine halbstündige Doku, die die Vorbereitungen der Tour beleuchten und die umfangreichen Proben mit Tänzern und Akrobaten zeigen soll. Hier bekommt Pink aber erstmals die Show gestohlen – nämlich von ihrer zweijährigen Tochter, die auf der ganzen Tour mit dabei ist. Was wir am Ende wirklich sehen, ist eine Mutter mit ihrem Kind. Und sie beschreibt, wie es ist, gleichzeitig 24 Stunden als Rocksängerin präsent zu sein und 24 Stunden als Mutter zu fungieren. Die Kleine hat zumindest sichtlich Spaß an der Probenarbeit. Es menschelt bei Pink und das macht sie so sympathisch – und zum einzigen echten, dem größten weiblichen Superstar.
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