The Australian Pink Floyd: „Eclipsed By The Moon“ als Mitschnitt aus Trier und Oberhausen

VERÖFFENTLICHUNG» 22.08.2014
BEWERTUNG» 7 / 9
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Es sind vor allem die Bands, die in der Vergangenheit mit großartigen Shows aufgewartet haben, welche eine ganze Armada erfolgreicher Tribute-Bands aufweisen können. So reisen viele professionelle Truppen um die Welt, die die Musik von Genesis, Pink Floyd und Rammstein mit extravaganten Shows voller Effekte am Leben erhalten. Genesis und Pink Floyd – zwar offiziell noch nicht aufgelöst, aber als Band nicht mehr aktiv, Rammstein wohl eher, weil sie sich in ihrem Heimatland all zu rar machen.

Zu den besten Tribute-Bands gehört The Australian Pink Floyd Show. Logischerweise aus Australien, mit einem Känguru als Erkennungszeichen, bereits seit 1988 (!) aktiv. Was ihr Renommee noch verstärkt hat: 1996 lud Gitarrengott David Gilmour sie höchstpersönlich als Liveact zu seinem 50. Geburtstag ein und es gab auch eine Jam-Session mit alten Pink-Floyd-Mitgliedern. Das war der Ritterschlag durch den Meister. Von den Fans haben „Aussie Floyd“, wie sie sich auch gerne nennen, diesen schon längst bekommen, denn ihre Show ist phänomenal und wird dem großen Vorbild absolut gerecht.

Australian Pink Floyd haben sich zum Ziel gesetzt, die Musik möglichst originalgetreu nachzuspielen und eine Show im Format des Originals abzuliefern. Keine 1:1-Kopie, sondern es gibt durchaus Aktualisierungen in den Videos (z.B. George W. Bush und Tony Blair als Kriegstreiber) oder Anspielungen an die australische Herkunft wenn beispielsweise das berühmte Prisma aus „The Dark Side Of The Moon“ plötzlich die Konturen des kleinen Kontinents hat.

Auf der 2013er Deutschland-Tour liegt bei diesem Album auch das Motto der Show: „Eclipsed By The Moon“ würdigt pünktlich zum 40. Geburtstag das am zweitmeisten verkaufte Album der Musikgeschichte nach Michael Jacksons „Thriller“. Immerhin hielt es sich von 1973 bis 1988 sagenhafte 741 Wochen in den internationalen Charts. Dass in diesem Jahr ausgerechnet das Gründungsjahr von Aussie Floyd war, mag Zufall sein, aber auch so schließt sich ein Kreis.

Für die vorliegende Live-DVD von dieser Tour wurden die deutschen Konzerte in Trier und Oberhausen mitgeschnitten. Die Show in Trier (bei der ich selbst anwesend war) war ein Phänomen, das keinen Zuschauer kalt lassen konnte. Eine üppig ausgestattete Bühne mit rundem LCD-Bildschirm, einer famosen Lightshow und punktuell eingesetzten Lasern. Zunächst wurde das komplette Album „The Dark Side Of The Moon“ gespielt, darunter Meilensteine der Musikgeschichte wie „The Great Gig In The Sky“, „Us And Them“ sowie die Single-Auskopplungen „Money“ und „Time“. Es gab wundervolle Soli der drei beteiligten Gitarristen, elegische Keyboard-Parts, Drums und Percussion, die eine wirkliche Offenbarung boten. Auch die drei Ladies im Background-Gesang leisteten glänzende Arbeit und ließen die Koloraturen der bekannten Melodien in höchste Sphären entschweben. Begleitet wurde die Album-Show von einer gekonnten filmischen Umsetzung, die man auch im DVD-Format erahnen kann.

Ähnlich heiß ging es in Teil zwei weiter. Wie die Show sich in zwei Teile gliedert, gibt es auch zwei DVDs. „In The Flesh?“ weckte alle Zuschauer auf und es gab eine Zusammenschau bekannter Floyd-Titel wie „What Do You Want From Me“, „Shine On You Crazy Diamond“ und „Wish You Were Here“. Die Qualität der Aufnahmen ist okay. Man bekommt einen guten Eindruck von der Show – was aber das Liveerlebnis nicht ersetzen kann. Die Macher arbeiten mit Splitscreen und Nahaufnahmen der Musiker. Die Qualität der Bilder ist nicht glanzvoll, aber ausreichend. Störend finde ich die Vielzahl an dunklen Passagen, in denen der Bildschirm ziemlich schwarz bleibt. Live ist das okay und trägt zum Spannungsaufbau bei. Auf DVD allerdings wirkt das Schwarz bisweilen einschläfernd. Da hilft nur eins: Musik weit aufdrehen. Grüße an die Nachbarn!

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