THE WIRE – mit der fünften Staffel ist eine der besten Fernsehserien der Gegenwart endlich komplett

VERÖFFENTLICHUNG» 09.11.2012
BEWERTUNG» 8 / 9
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Wer noch ahnungslos ist: Bei „The Wire“ handelt es sich um eine amerikanische Fernsehserie, die von 2002 bis 2008 in den USA ausgestrahlt wurde. Es hat ungewöhnlich lange gedauert, bis mit dem Fox Chanel auch ein deutscher Sender tätig wurde. Die fünfte und letzte Staffel erscheint jetzt endlich auch auf DVD. Damit ist eine der besten Fernsehserien der Gegenwart komplett.

Autor der Story ist ein ehemalige Polizeireporter: David Simon. In seinem Script zeigt er den Niedergang der amerikanischen Stadt Baltimore. Es geht zuvorderst um den Drogenhandel, beschrieben aus unterschiedlichsten Sichtweisen (Polizei, Drogenhändler, Süchtige, Presse, Politik). Der Serientitel bezieht sich auf das Abhören von Telefon- und Handygesprächen, was sich als wichtigstes Element für die Story-Entwicklung erweist.

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Die Darstellung ist zunächst gewöhnungsbedürftig, da mit den Sichtweisen auch die Handlungsebenen oft wechseln. Man muss schon konzentriert folgen, um Zugang zu den Charakteren zu bekommen. Dennoch überschlägt sich die Medienkritik gerne mit Lobeshymnen und man spricht regelmäßig von der „besten Fernsehserie aller Zeiten“. Okay – für mich vielleicht nicht die Beste, aber zumindest ein Anwärter auf einen Platz in der Bestenliste.

Interessant ist der Aufbau der Staffeln. Staffel 1 stellt die Stadt Baltimore und die Drogenprobleme in den Straßen vor. In Staffel 2 steht der Hafen als Drogenumschlagsplatz im Mittelpunkt. Staffel 3 widmet sich der politischen Seite, Staffel 4 dem Schulsystem und in Staffel 5 kommen die Medien mit ins Spiel. So wird die Serie zur umfassenden Charakterstudie einer Stadt und beleuchtet das Verbrechen von verschiedensten Seite. Absolut empfehlenswert!

Wer jetzt Blut geleckt hat, findet hier eine umfangreiche und stets aktuelle Facebook-Seite zur Serie. Unbedingt mal reinschauen!

Warum findet die Serie auch in Musicheadquarter ihren Platz? Die Musik spielt eine gewichtige Rolle, um Atmosphäre aufzubauen. Allen voran der Titelsong „Way Down In The Hole“, im Original von Tom Waits, aber in jeder Staffel in einer anderen Interpretation. Während der Folgen werden Tracks meist in die Handlung eingebaut, indem sie beispielsweise aus Autoradios oder über einen Ghettoblaster erklingen. Musikalisch geht es durch viele Stilrichtungen, sei es Rock, Irish Folk, HipHop oder Reggae. Der Soundtrack zur Serie ist genau so empfehlenswert wie die einzelnen Staffeln.

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