Udo Lindenberg & das Panikorchester im Höhenflug mit ihrer fulminanten Zeppelin-Show „Ich mach mein Ding“

VERÖFFENTLICHUNG» 29.03.2013
BEWERTUNG» 9 / 9
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Udo Lindenberg Udo Lindenberg & Das Panikorchester - Ich mach mein Ding bei Amazon bestellen

Wenn ich so rückblickend überlege, welches Konzertereignis mich in den letzten Jahren am meisten beeindruckt hat, dann war es wohl die 2012er Tour von Udo Lindenberg – frei nach dem Motto „Ich mach mein Ding“. Und verdammt, das macht er seit einigen Jahren und es ist ihm zu gönnen. Da waren das erste Nummer-1-Album seiner langen Karriere im Jahr 2008, die anschließende Tour mit grünen Socken im Astronautenanzug, der wahnsinnige Erfolge mit dem Musical „Hinterm Horizont“, die edle „MTV unplugged“-Show voller illustrer Gäste. Und nun landete ein Zeppelin in den größten Arenen des Landes. Wenn Udo feiert, dann bleibt kein Auge trocken.

Manche jammerten schon im vergangenen Jahr, als die DVD „Deutschland im März 2012 – ein Roadmovie“ auf den Markt kam. Zugegeben: ich auch. Denn so schön die Dokumentation aufgemacht war und den Menschen Udo Lindenberg hinter den Kulissen mit allen Beteiligten zeigte, so sehr vermisste man doch die einzigartige Show.

Dem wird jetzt abgeholfen. An drei Abenden wurde in Köln gefilmt und der Mitschnitt erscheint nun als komplettes Konzert auf DVD, BluRay und CD. Die passende Konfiguration soll sich jeder selbst raussuchen. Ich empfehle mal das Paket mit zwei DVDs und dem 2-CD-Mitschnitt, denn dort findet sich alles relevante Material für Auge und Ohr.

Den Zuschauer erwartet ein fantastischer Auftritt mit vielen Effekten. Schon der zweite Song ist „Mein Ding“ und damit macht Udo zugleich klar, dass er keine großen Hits bis zum Schluss aufheben muss. Hier jagt ein Mitsing-Song den nächsten und für jede Fan-Generation ist etwas dabei. Udo vergisst aber auch seine starken Songs aus den 80ern und 90ern nicht. „Sie brauchen keinen Führer“ und „Straßenfieber“ werden hinterlegt mit gesellschaftskritischen Bildern. Für die Romantiker im Publikum gibt es „Ich lieb‘ dich überhaupt nicht mehr“ und „Mädchen aus Ostberlin“. Mein persönlicher Höhepunkt lautet „Wozu sind Kriege da“, aber so wird wohl jeder sein spezielles Udo-Highlight finden.

In Köln hat der Meister alles an Gästen aufgeboten, was für die Tour verfügbar war: Jan Delay, Clueso, Josephin Busch (die Hauptdarstellerin des Musicals) und Stefan Raab am Schlagzeug. Wenn Udo ruft, dann kommen die Freunde in Scharen. Man kann nur hoffen, dass der alte Herr sich noch viel Neues einfallen lässt und der jungen Garde zeigt, wie man die Bühne rockt.

Das Booklet gibt in knapper Form die wichtigsten Infos und Udo kommt im Vorwort „Höhenrausch“ zu Wort. Wer mehr Persönliches vom Mann mit Hut will, kann sich die Zeppelin-Box zulegen: Buch statt Booklet, hochwertige Prints usw. Als DVD-Bonus finden sich Fotogalerie und „Making Of“. Das ist ausreichend, denn alles Wichtige wurde schon im Roadmovie gezeigt und gesagt.

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