„Ich ging mit ihm beim Einsingen einmal durch die Hölle und zurück. Aber ich bin froh und stolz auf das Ergebnis“ – Interview mit Mätze von The Sorrow

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DATUM» 08.12.2012
ARTIST»

Im Rahmen ihrer Release-Tour zu ihrem neuem Album „Misery Escape“, konnte mir Sänger Mätze von The Sorrow für ein paar Fragen beantworten. Die Band, die sich durch ihre Debut-Platte „Blessings from a Blackened Sky“ an die Spitze der europäischen Metalcore setzte, kann nach drei weiteren Alben eine gute Bilanz ziehen.

mätze1Hallo Mätze! Wie läuft die Tour? Ihr habt ja immer das Glück, Headliner Touren zu spielen. Merkt ihr, dass das Publikum sich erweitert oder einfach nur erneuert?

Hallo! Die Tour ist super angelaufen und die Reaktionen der Besucher sind einfach nur großartig. Ob es nun eine Headliner oder Support-Tour ist, ist uns eigentlich egal. Wir würden auch gerne wieder mal eine fette Supporttour mitfahren, aber uns will ja niemand mitnehmen ;). Nein, es ist gut so wie es ist und wir genießen die Tour. Und ich bin der Meinung das sich das Publikum erweitert und erneuert.

Ihr habt ja jetzt schon euer viertes Album veröffentlicht. Ich merke von Platte zu Platte werden eure Songs fließender, aber gleichzeitig ein ganzes Stück härter und düsterer. Normalerweise geht es ja immer in die rockigere Richtung. Wie kommt’s?

Es kommt so wie es kommt. Wir versuchen gute Songs zu schreiben und alles rauszuholen. Du bist einer der wenigen der sagt, dass wir härter geworden sind. Normalerweise wirft man uns das Gegenteil vor. Aber wie auch immer…wir versuchen immer zu rocken!

Dabei habt ihrer dennoch darauf geachtet, dass die Gesangsparts nie so stark aus der „Reihe“ tanzen. Es gibt zwar Songs wie „Follow The Lights“, aber dies wirkt im Ganzen doch nicht als ein Anhaltspunkt, Euch Härte abzusprechen. Ich denke, darin liegt genau eure Stärke!

Wir versuchen einfach besonders gute Gesangsmelodien zu kreieren. Sie sollen nicht zu seicht oder aufgesetzt klingen. Wenn ich singe soll es auch den älteren Rockern gefallen (da muss ich mich jetzt dazuzählen), und nicht nur den Teenies. Meiner Meinung nach wird eine Platte nicht weniger hart nur weil man singt. Sie wird melodischer…

Was euch so besonders sympathisch macht, dass man euch anerkennt, denn ihr steckt mehr in die Musik als in den ganzen anderen Mist, der eigentlich nur Nebensache ist. Gebt keine Youtube-Beiträge über euer Lieblingstattoo oder Lieblings-Energy Drink. Ihr seid eine echte Metalband. Das finde ich super!

Es ist sicher wichtig den Fans Infos über sich zu geben. Sie Teil haben zu lassen an der Sache, an der Musik und an dem ganzen Drumherum. Wir sind vier bodenständige Jungs die alle zur Arbeit gehen müssen wenn wir nicht „on the road“ sind. Wir haben viel um die Ohren. Und was ich gern trinke interessiert glaub keine sau… 😉

Ich muss sagen, euer neues Cover gefällt mir echt Klasse! Könntest du mir zur Symbolik etwas erzählen? In welcher Verbindung steht es zum Titel „Misery Escape“?

Das Design stammt von Robert @grindesign aus Budapest. In welcher Verbindung die Symbolik zu dem Titel steht, kann jeder für sich selber interpretieren. Ich habe schon viele verschiedene gute Ansätze gehört…

Beim googeln, ob die Platte gut im Netz angekommen ist, habe ich keine wirklich schlechte Review gefunden. Es ist eigentlich selten, dass Redakteuren und Fans der Musik eine Platte gleichermaßen gefällt? Wie kam das bisher bei euch an?

So was macht uns natürlich stolz. Uns ist glaub ich ein richtig gutes Album gelungen. Man versucht natürlich immer sein Bestes zu geben, aber die Geschmäcker der Leute unterscheiden sich. Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden und freuen uns auf die Zukunft.

Als ich eure Platte zum ersten Mal in meinem Auto gehört habe, war ich echt von eurer Soundwand überrascht. Die klingt noch mal eine ganze Ecke wuchtiger. Seid ihr im Studio die Sache anders angegangen?

Wir haben unseren Produzenten gewechselt. Produziert wurde das Album diesmal von Sky van Hoff. Er hat alles aus uns rausgeholt. Ich ging mit ihm beim einsingen einmal durch die Hölle und zurück. Aber ich bin froh, und stolz auf das Ergebnis.

Geht ihr denn mit fertigen Songs ins Studio oder wagt ihr euch nur mit Skizzen rein und dann wird verfeinert?

Nein…wir basteln vorher an Songs rum, nehmen sie auf und schreiben texte. Es gibt schon Songs die zu 90% fertig sind, aber die meisten Stücke werden im Studio noch mal komplett auseinandergenommen. Uns fehlt es oft an Zeit, die Songs zuhause zu 100% auszuchecken. Im Studio haben wir dann die Ruhe und die Zeit um alles noch einmal zu überarbeiten.

Letztes Jahr habt ihr den Austrian Music Award Amadeus für die Kategorie Hard & Heavy bekommen. Könntest du mir mal erklären, was das ist und ob ihr so was als wichtig empfindet?
Unser letzter Amadeus Award liegt schon über drei Jahre zurück. Und es war uns deshalb wichtig, weil wir nicht von einer Jury sondern durch ein Voting gewonnen haben. Jeder konnte seine Stimme abgeben, und am Schluss hatten wir am meisten :). Der Amadeus Award ist der österreichische Musikpreis.

Hier kannst du gerne noch etwas Persönliches los werden:

Baboi