Interview mit Frontmann Fred Andersson von The Durango Riot

The Durango Riot Bandfoto
DATUM» 18.10.2012
ARTIST»

Zahllose Seen, riesige Wälder, Kiefern und Fichten, dunkelrote Holzhäuser, der nächste Nachbar Kilometer entfernt. Ein Paradies, wenn man mal zwei oder drei Wochen einfach abschalten möchte. Für den erlebnisdurstigen Jugendlichen, der hier aufwächst, ist es die Hölle aus Eintönigkeit. Nicht selten entsteht aus eben dieser Frustration phantastische Musik um gegen die Monotonie ankämpfen zu können. Nicht anders geschehen im Falle von The Durango Riot, deren durchaus skandinavientypischer Rock’n’Roll mit Doors-Anleihen, King-Crimson-Saxophonen und einer geradezu unschuldigen Blues-Mundharmonika opulent geschmückt ist. Ihr Sound, eine gekonnte Mischung aus Rock, Punk und Hardrock ist energiegeladen und klingt frisch und unverbraucht.

Ihr zweites Album ”Backwards Over Midnight”, welches hierzulande am 28.09. erschienen ist, wurde von keinem geringeren, als dem legendären Joe Barresi (Queens Of The Stone Age, Tool etc) produziert, welcher größtes Interesse, mit der Band arbeiten zu dürfen, äusserte und das Ergebnis war wochenlange harte Arbeit in seinem Studio in Los Angeles bei dem ”Backwards Over Midnight” entstand. Die druckvollen Gitarren singen, sägen, zeigen manchmal auch solo, was sie so zu bieten haben, und auf das Schlagzeug wird nebenbei druckvoll eingeschmettert. Die Musik bietet durchdachte Abwechslungen und zeigt sich reich an Ideen, welche einem nicht zu eng gefasstem Rock-Universum entlehnt und gekonnt interpretiert werden. Grund genug für unseren Chefredakteur Thomas Kröll, um The Durango Riot-Sänger und Gitarrist Fred Andersson mal auf den Interview-Zahn zu fühlen.

„Backwards Over Midnight“ ist euer zweites Album nach „Telemission“ von 2007. Wie würdest du euren Musikstil beschreiben?

Fred Andersson: Es ist irgendein chaotischer Mix aus allem was wir hauptsächlich lieben. Aber auf unsere Art und Weise gespielt.

Hast du denn musikalische Vorbilder?

Fred Andersson: Sicher, ich habe Tonnen von ihnen! Elvis Presley, Iggy Pop, Nick Cave, Tom Waits und Frank Sinatra sind nur einige der Götter.

Liegt ein tieferer Sinn hinter dem Albumtitel „Backwards Over Midnight“?

Fred Andersson: Ich denke, man kann ihn unsere Begrüßung an die Nacht nennen. Er handelt davon, wie man auf Dinge zurückblickt, die gewesen sind. An was davon du dich erinnern willst und was du lieber vergessen möchtest. So ungefähr.

Woher bekommt ihr die Ideen für eure Songs und wie würdest du den Aufnahmeprozess eines Songs beschreiben?

Fred Andersson: Von überall her! Es ist jedesmal anders. Es gibt Songs, die finden dich. Du wachst morgens auf und sie sind einfach da, fertig um aufgenommen zu werden. Ein anderes Mal stolperst du über etwas cooles und aufregendes, wie einen Satz oder einen Sound, und dann beginnen wir zusammen daran zu arbeiten.

Wie wichtig war Produzent Joe Barresi für die Aufnahme von „Backwards Over Midnight“?

Fred Andersson: Joe war schon sehr früh in den Prozess miteingebunden, als wir noch zuhause in Schweden waren und alleine an den Songs arbeiteten. Wir begannen unsere Ideen an ihn zu schicken und er gab uns seinen Input zurück. Wir hatten schon eine sehr klare Vision davon, wie das Album sein sollte, aber Joe half uns unser Vertrauen darin zu stärken. Und er formte den Sound in einer wirklich grossartigen Art und Weise.

Ihr wart auch bereits Support Act für Die Toten Hosen. Wie kam dieser Kontakt zustande?

Fred Andersson: Um ehrlich zu sein bin ich nicht sicher… ich glaube, sie hörten uns, es gefiel ihnen und sie machten uns das Angebot. Das waren echt coole Shows mit ihnen!

Welche ist die schönste Stadt in Deutschland, die du bisher gesehen hast und warum?

Fred Andersson: Gestern waren wir in Freiburg und das ist eine wirklich schöne Stadt. Ich war noch niemals vorher dort und ich glaube wir hatten die gute Bergluft mal nötig (lacht). Ich mag auch Hamburg sehr.

Cover The Durango Riot

Das zweite Album von The Durango Riot „Backwards Over Midnight“ erschien hierzulande am 28. September. Noch bis zum 25.10. könnt ihr hier bei uns eines von drei Exemplaren gewinnen!

Ihr habt schon mit vielen Bands auf einer Bühne gestanden. Zum Beispiel mit Social Distortion, Billy Talent oder The Offspring. Von Oktober bis Dzember seid ihr zusammen mit Kraftklub, Royal Republic und den Donots auf Deutschland-Tour. Gibt es eine Band von der du dir wünschst einmal mit ihr zusammen aufzutreten?

Fred Andersson: Die Bühne für die Rolling Stones aufzuwärmen, das hätte schon was. Dann könnten wir uns nachher die Show umsonst angucken (lacht).

Ihr kommt aus Schweden. Ich war noch nie in Schweden, weil ich denke, dass der Alkohol dort zu teuer ist. Davon abgesehen, wie würdest du mich davon überzeugen auch mal in Schweden Urlaub zu machen?

Fred Andersson: Ich würde dir über die zwei Dinge erzählen, die wir Schweden haben und ihr Deutsche nicht: Elche und Surströmming (laut Wikipedia ist Surströmming eine schwedische Fischdelikatesse, die durch Säuerung konserviert wird. Allerdings steht da auch: Er riecht „intensiv, faulig und stinkend“. Anm.d.Red.).

Gibt es einen Unterschied zwischen den schwedischen und den deutschen Fans bei Konzerten?

Fred Andersson: Die Deutschen gehen mehr mit. Ich glaube, das liegt daran, dass ihr hier eine sehr viel solidere Live-Szene habt als wir bei uns zuhause. Es ist auf jeden Fall immer sehr cool hier in Deutschland auf Tour zu sein.

Was ist dir lieber: Auf der Bühne zu stehen oder im Studio an neuen Songs und Ideen zu tüfteln?

Fred Andersson: Das kann ich so nicht entscheiden. Der Rausch, einen neuen Song aufzunehmen und der Nervenkitzel ihn dann live zu spielen sind wirklich gleich aufregend. Als Band musst du beides haben.

Wenn du für den Rest deines Lebens auf einer einsamen Insel leben müsstest, welche fünf Alben würdest du mitnehmen?

Fred Andersson: Okay, das wären die Rolling Stones mit „Exile On Main Street“, The Doors und „Strange Days“, dann „Rain Dogs“ von Tom Waits, Bob Dylan und „Bringing It All Back Home“ und The Clash mit „Sandinista“.

Bob Dylan hat ja dann das Album für die Rückkehr schon geschrieben. Sehr schön und vielen Dank für das Interview!


Mit freundlicher Unterstützung von Hanno Klänhardt (Oktober Promotion)!

Und zum Schluß noch alle aktuellen Tourdaten von The Durango Riot auf einen Blick:

Mit Kraftklub:

  • 27.10. Mannheim, Maimarktclub
  • 02.11. Visions Westend Festival (mit Danko Jones und Turbonegro) – Dortmund

Mit Royal Republic:

  • 30.11. Karlsruhe – Substage
  • 05.12. Frankfurt – Batschkapp
  • 06.12. Trier – Europahalle
  • 13.12. Nürnberg – Löwensaal
  • 17.12. Lindau – Vaudeville
  • 19.12. Dresden – Schlachthof

Mit Donots:

  • 20.12. Düsseldorf – Stahlwerk
  • 21.12. Saarbrücken – Garage
  • 22.12. Wiesbaden – Schlachthof
  • 23.12. Nürnberg – Hirsch

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