Interview mit Neal, Kev und Simon von Templeton Pek im Kölner Blue Shell

Templeton Pek Tour 2012 - Support: King Confidence & Stereo Dynamite, Blue Shell in Köln
DATUM» 23.03.2012
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Templeton Pek sind mal wieder in Köln zu Gast. Dieses Mal beginnt hier im Blue Shell ihre Headliner-Tour. Während der Soundchecks der Supportbands ziehen wir uns für das Interview in den Band eigenen Tourbus zurück. Neal, Kev und Simon überraschen uns mit Geständnissen über ihre Einflüsse und erzählen von ihrem Motto, das gleichzeitig auch Titel ihrer aktuellen EP ist: „Slow Down For Nothing“.

Welcome home!

Kev: Vielen Dank. Du spielst wahrscheinlich darauf an, dass wir zum dritten Mal innerhalb weniger Wochen hier sind.

Neal: Das Luxor ist ja gerade mal 30 Meter die Straße runter. Es waren minus 20 Grad, glaube ich, als wir da gespielt haben.

Ganz anders als heute. Sonne, 20 Grad plus.

Kev: Ja, das Wetter heute haben wir lieber. In Shorts, das fühlt sich besser an.

Hat Köln für euch einen besonderen Stellenwert?

Simon: Wir haben tolle Shows hier gespielt und fühlen uns immer sehr willkommen. Und deshalb würden wir immer wieder gerne herkommen.

Neal: Und manchmal erkennt man sogar bekannte Gesichter der Fans wieder. Das ist schon nett.

Gibt es große Unterschiede zwischen den verschiedenen europäischen Ländern, was die Konzerte betrifft?

Neal: Ja, sogar Unterschiede zwischen den Regionen und Städten. In Deutschland hören die Leute wirklich zu. In England läuft ein Konzert richtig gut und dann kommst du z.B. nach London und kaum einer geht richtig mit. Dann bist du in Manchester und es wird ein super Gig. Es lässt sich wirklich nicht vorhersagen.

Wie würdet ihr die Musikszene in England momentan beschreiben?

Simon: In London gibt es viel Konkurrenz, weil es viele Bands in die Hauptstadt zieht. In unserer Heimatstadt Birmingham hat sich viel verändert in letzter Zeit. Die Leute kommen nicht unbedingt zu den Konzerten, um ihre Band zu sehen, sondern treffen sich mit Freunden und dann verlassen sie ein Konzert auch schon mal früher. Was die Musikszene betrifft, da wissen wir selbst nicht so genau, wohin sich die entwickelt.

Wie viele Leute kommen zu euren Konzerten in England?

Neal: Es sind ein bisschen mehr als hier in Deutschland. Aber wir arbeiten daran, dass es mehr und mehr werden.

Simon: Dafür werden wir auch wieder größere Bands auf ihrer Tour begleiten und vor ein paar tausend Leuten als Support spielen.

Heute geht also eure Headliner-Tour los. In welcher Phase seid ihr am besten. Zu Beginn oder am Schluss, wenn ihr gut eingespielt seid? Oder irgendwo in der Mitte?

Neal: Das ist eine gute Frage… (überlegt) … Also die ersten Tage sind irgendwie die komischsten. Du musst dich erst wieder ans Tourleben gewöhnen. Du musst irgendwie erst wieder herausfinden, wann du am besten schlafen gehst, wann du isst, was du vor der Show machst und so. In der Mitte der Tour läuft es meist richtig gut. Jeder weiß, was er zu tun hat und wir sind eingespielt.

Kev: Ja, dann haben wir unseren Rhythmus gefunden.

Neal: Der verrückteste Tag ist der nach der letzten Show. Du kommst nach Hause, alles ändert sich wieder und du weißt nichts mit dir anzufangen. Du wachst spät auf, wärst bereit für den Soundcheck, aber es gibt nichts zu tun (lacht).

Jetzt habt ihr mehr und mehr Songs zur Verfügung. Heißt das, ihr werdet die Setlisten von Abend zu Abend verändern?

Simon: Nicht so sehr, weil wir eher versuchen, eine Setlist mit einer guten Mischung zu finden, die funktioniert.

Neal: Vor allem am Ende der Shows werden wir je nach Laune die Setlisten verändern. Vor allem, wenn wir Zeit und Lust auf ein paar Extra-Songs haben, dann ist es gut, dass wir noch so einiges in petto haben.

Ihr seid über das Internet sehr aktiv, postet und dokumentiert viel. Habt ihr einen aktiven Manager oder wie läuft das?

Kev: Das machen wir alles selbst. Jeder einzelne Kommentar auf Facebook z.B. kommt von uns. Wir würden das keinen anderen machen lassen.

Eure Musik wird als Alternative Punk bezeichnet. Würdet ihr sie als Mischung aus Punk und Alternative Rock bezeichnen oder eben als eine bestimmte Sorte Punk?

Neal: Es ist Punk mit ganz vielen anderen Elementen. Deshalb passt es nicht so gut in eine Schublade. Die Punk-Elemente sind offensichtlich. Der Rhythmus, die Geschwindigkeit.

Kev: Und dazu mischen wir dann je nach dem epische Gitarrensounds. Klassischer Rock ist auf jeden Fall Teil der Mischung.

Bei welchem eurer musikalischen Einflüsse wäre ich wohl am meisten überrascht?

Kev: Bon Jovi, Katy Perry… (alle lachen)

Ernsthaft?

Kev: Klar! Bon Jovi wissen, wie man einen Song schreibt, wie man eine Hookline komponiert. Ist doch total lustig, gerade wenn du betrunken bist und es läuft „Livin´On A Prayer“ (lacht).

Neal und Kev, ihr singt ja beide, was durchaus einen Wiedererkennungswert hat. Wie kam es dazu? War zu Beginn nicht klar, wer der Sänger werden würde?

Neal: Darüber haben wir eigentlich nie viel nachgedacht. Es ändert sich von Song zu Song. Hauptsache es passt.

Simon: (guckt seine beiden Bandkollegen an) Hauptsache ihr schreit nicht einfach nur ins Mikro, wie manche andere das machen… (alle lachen)

Ich habe in euren Texten mögliche Anspielungen oder bereits bekannte Songtitel entdeckt. „Dark Matter“ heißt z.B. auch ein Song von Porcupine Tree.

Kev: Wirklich? Das hatten wir nicht auf dem Schirm.

Und die Passage „Built To Spill“?

Neal: Ja, das ist eine kleine Referenz an die Band. Genau wie „Red Lights Flash“, die Punk-Band aus Österreich.

Und „Burning Out Till We Fade Away“? Höre ich da Neil Young?

Neal: Nein, das war keine bewusste Anspielung.

Arbeitet ihr schon wieder an einem weiteren Album?

Kev: Ja, es wird wohl im Spätsommer rauskommen.

Wow, das ist ein ganz schön großer Output.

Kev: Yeah, slow down for nothing! (alle lachen)

Neal: Wir haben keinen Spaß am Nichtstun. Wir lassen es gar nicht erst zu dem Punkt kommen, an dem wir denken, hey Jungs wir sollten langsam mal wieder was rausbringen. Wir machen einfach weiter.

Hat es irgendeine Neuausrichtung?

Simon: Das musst du entscheiden, wenn du es hörst (lacht).

Kev: Es wird auf jeden Fall an unsere EP anknüpfen.

Neal: Hauptsache die Songs klingen gut. Wenn du ins Studio gehst, ändert sich manchmal noch einiges. Aber ich glaube wir haben ziemlich starke Songs geschrieben.

Vielen Dank für das nette Gespräch!

Ein besonderer Dank geht an dieser Stelle an Dennis Saia von Starkult Promotion, der dieses Interview für uns vermittelt hat!