Isvind im Interview – Esst euer Gemüse, aber vergesst nicht das Fleisch!

Isvind Band
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Hallo Jungs! Erzählt uns doch als erstes mal ein wenig über den aktuellen Zustand der Band und warum es seit „Dark Waters Stir” so lange gedauert habt, bis ihr 2001 „Intet Lever” und dieses Jahr dann „Daumyra” aufgenommen habt.

Die lange Zeit zwischen „Dark Waters Stir“ und „Intet Lever“ kam ganz einfach deswegen zu Stande, da wir nicht die Möglichkeit hatten uns zu treffen und zu proben. Außerdem waren wir damals ja noch recht jung, und mussten uns mehr um Schule und Job kümmern. Mittlerweile hat sich das geändert, denn wir wohnen jetzt alle wieder näher beisammen und können uns austauschen. Ob wir 2015 ein neues Album bringen werden, weiss ich noch nicht, allerdings sind wir an neuem Material dran.

Was ist eigentlich das Konzept hinter ISVIND – oder macht ihr „einfach nur Musik”?

ISVIND wurde damals von 3 Typen gegründet die keine andere Band finden konnten, um das auszudrücken was Blackmetal uns zu der Zeit bedeutet hat. Wärend ISVIND sich über die Jahre entwickelte und später dann sogar nur aus 2 Musikern bestand, konzentrierten wir uns mehr auf die Musik als solches, als auf ein Konzept. Ich finde das merkt man „Dark Waters Stir“ auch an – man merkt hier schon, dass wir hier nicht irgendeine Botschaft loswerden wollen – hier ging es nur um die Musik. Bei den letzten beiden Alben sieht das schon anders aus. Wir haben uns zwar keine Gedanken über ein Konzept für ISVIND als solches gemacht, für die Alben allerdings schon. Für mich ist ISVIND mittlerweile eine Art Zuflucht, wo ich in mich gehen kann um eine gewisse, schon immer dagewesene Abscheu in Worte zu fassen. ISVIND ist wie eine leere, unbeschrieben Tafel die wir solange füllen wollen, wie es uns möglich ist.

Was sind die größten Einflüsse von ISVIND?

Da muss man wirklich sehr weit zurückgehen, um die Bands zu finden die uns zur damaligen Zeit beeinflusst haben. Allerdings gibt es eine Sache die mich nach wie vor, genau wie damals, beeinflusst und inspiriert – die Natur. Ich liebe lange Spaziergänge im Wald, ganz ohne Musik. Es sind nur meine Gedanken und die Klänge des Waldes, welche mich in den richtigen Zustand bringen kreativ zu sein.

Eine Sache dir mir direkt auffiel nachdem ich nur ein paar Minuten von „Daumyra” gehört hatte war der raue 90er Jahre Sound. Meiner Meinung nach ist dieser Sound perfekt für diese Art von Blackmetal. Wo habt ihr das Album aufgenommen und wie liefen die Aufnahmen?

Die Drums, den Bass und die Gitarren haben wir in unserem alten Studio, Likbaalet aufgenommen. Die Gesangsspuren haben wir in einem anderen Studio aufgenommen, wo wir auch dann den Mix und das Mastering haben machen lassen. Wärend der Aufnahmen haben wir versucht den Sound so natürlich wie möglich zu belassen. Ich will jetzt nicht ins Detail gehen, aber ich finde wir haben einen guten Weg gefunden wie wir unsere Musik am besten produzieren – für das nächste Album werden wir das noch ein wenig verfeinern. Wir selbst sind allerdings mit „Daumyra“ gar nicht mal so zufrieden, denn wir sind sozusagen einfach so ins Studio gestürmt und hätten uns mehr Zeit nehmen sollen. Aber natürlich hat „Daumyra“ ein paar sehr mächtige Momente, keine Frage!

Wie kam eigentlich die Zusammen Arbeit mit Folter Records zustande? Ich finde ihr passt da richtig gut hin …

Ich war betrunken als der Deal zu Stande kam – aber soweit läuft alles ganz gut, von daher denke ich, dass wir zum richtigen Zeitpunkt „Ja!“ gesagt haben. Wir hatten vorher schon öfters mit Folter Records zusammengearbeitet wenn es um Konzerte ging, also war es nur schlüssig bei ihnen zu unterschreiben.

Für mich persönlich ist „Dark Waters Stir“ ja einer der Meilensteine des norwegischen Blackmetals der 90er Jahre – ich besitze sogar das Digipack haha! Wie seht ihr, sozusagen als Veteranen der Szene, die Szene heutzutage?

Ich glaube wir müssen schon zugeben, dass dieses Album seinen festen Platz in der Geschichte des norwegischen Blackmetals hat. Wenn ich mir die ganzen anderen großartigen Alben aus dieser Zeit anhöre, finde ich persönlich nie, dass unser Album dazuzählt. Aber wenn dem so sein soll, ok! Ich finde, es kommen nach wie vor gute Scheiben raus, und manche Bands die momentan aktiv sind, halten die Fackel verdammt hoch!

Würdet ihr „Daumyra” als „Old School Blackmetal” bezeichnet, oder interessieren euch solche Bezeichnungen gar nicht? „Old School“ wird ja heutzutage gerne als „Qualitätsmerkmal“ benutzt …

Ich drücke ISVIND nie irgendein Label auf – ISVIND ist ISVIND. Natürlich ist das vor dem Genrehintergrund rein subjektiv. Wir machen schon immer unser Ding, irgendeinem Genre gerecht zu werden interessiert uns nicht. Alles geht, sofern wir als Musiker dabei das Bedürfnis verspüren unsere Trinkhörner zu heben und das obligatorische „UH!“ zu rufen haha … immer wenn das passiert entsteht ein neuer ISVIND Song!

Was haltet ihr von Dingen die „Depressive Blackmetal” und dieser ganzen Post Blackmetal / Shoegaze Geschichte?

Ich bin kein großer Fan muss ich sagen. Ich mag’s lieber schneller, härter und rauer – und das kann nur brutale Musik. Mag sein, dass das mancher Leuts Stimmung bedienen kann… ich persönlich fühle mich allerdings nie so.

Wie sehen den eure Pläne für die Zukunft so aus? Plant ihr vielleicht eine Tour (in Deutschland vielleicht?) für uns alte End-Dreißiger Blackmetaljunkies? ?

„Yesterday is history, tomorrow is a mystery and today is a gift, that is why it’s called The Present.” Wir versuchen momentan erst mal als Band weiter Musik zu machen. Wir planen allerdings auch eine Tour, vielleicht sogar mehr. Wir müssen einfach mal schauen wie es am besten passt. Jedenfalls versuchen wir immer eine Show abzuliefern die uns und euch Blackmetal Junkies gefällt!

Ok, das wäre es fürs erste! Was möchtet Ihr unseren Lesern als berühmte letzte Worte mit auf den Weg geben?

Esst euer Gemüse, aber vergesst nicht das Fleisch!

Wer mehr über ISVIND erfahren möchte und auf dem Laufenden bleiben will was Konzerte angeht, sollte einfach mal auf deren facebook Seite vorbeischauen!