No Consequence-Sänger Khan gibt uns Einblicke in den Schreibprozess von „IO“

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Basick Records haben mit No Consequence wieder eine geniale Metalband aus dem progressiven Bereich unter Vertrag genommen. Wir haben Sänger Khan zum neuem Album „IO“ und dem Jahr 2013 ein paar Fragen gestellt.

noconsequence.shot_kahnHallo Khan, wie geht es dir?

Khan: Mir geht es gut. Danke der Nachfrage. Hoffentlich dir auch!

Ihr scheint in England die Underground-Szene ganz schön aufgemischt zu haben! Könntest du uns kurz eure Bandgeschichte darlegen?

Khan: Ha, da gibt es eine Menge zu erzählen. Unsere Band, in der jetzigen Besetzung, entstand in den letzten zwei Jahren. Seit unserem ersten Album sind einige Leute gekommen und gegangen, besonders zum Beispiel für unseren Zweitsänger-Posten. Die längste Phase verlief mit Chirs Jones, bevor wir uns entschlossen haben, mit einem einzigen Sänger weiterzuarbeiten. Gegenüber dem letzten Album haben wir nur noch mich am Gesang mit einer ganz neuen Rhythmustechnik als zu vor. Das liegt aber schon so weit zurück, bevor wir uns No Consequence genannt haben. Technisch gesehen ist kein Original-Mitglied mehr übrig.

Euer Album „IO“ erscheint am 1. April und ich habe vorab schon einige Reviews gelesen. Seid ihr über die positive Resonanz überrascht? Es scheint, dass sich die Arbeit gelohnt hat.

Khan: Ich denke, wir können sagen, dass wir überrascht sind, dass die Leute es nicht hassen! Wir sind echt glücklich mit der bisherigen Resonanz. Die Fertigstellung unseres Albums hat lange gedauert und es freut uns, dass sich die Arbeit ausgezahlt hat. Beim Schreiben des Albums haben wir keine bewusste Entscheidung gemacht, damit es anderen gefällt. Wir schreiben Musik, die wir gerne spielen und selber hören. Für uns ist es jetzt wichtig, unsere Musik zu veröffentlichen und wenn es den Leuten gefällt, dann ist es unglaublich erfreulich.

Was hat euer Albumtitel „IO“ zu bedeuteten? Welches Konzept steckt dahinter?

Khan: „IO“ ist der Name einer der Monde des Jupiters. Es ist der geologisch aktivste Körper im gesamten Sonnensystem, mit über 400 aktiven Vulkanen. Das heißt, es ist eine unvorstellbar volatile und instabile Welt. Ein Großteil unserer Texte handelt von einer scheinbar stabilen Gesellschaft, in der wir uns gerade befinden, also dient IO als eine potente Metapher für unsere Welt.

Mit Basick Records habt ihr ein großartiges Label gefunden. Wie habt ihr euch damals kennengelernt?

Khan: Wir haben uns bei The Arusha Accord für den Kontakt mit Basick zu bedanken. Wir hatten damals, vor einer Ewigkeit, eine Show mit den Jungs in Bournemouth bei The Gander On The Green. Ich weiß es nicht mehr so genau (lacht). Sie mochten, was sie gehört haben und haben Basick von uns erzählt. Also schulden wir den Arusha Guys noch was!

Welche Unterschiede wolltet ihr bewusst zwischen eurem letzten Album „In The Shadow Of Gods“ und eurem jetzigen Release setzen?

Khan: Der Hauptunterschied war die Arbeit der Zugänglichkeit für Ersthörer unserer Musik, aber auch die technische Schärfe dabei nicht aus den Augen zu verlieren. In der Aufnahmephase gab es eine Menge von Material, aus dem ITSOG live, von dem wir merkten, dass es zu kopflastig wirkt und der Spaß beim Headbangen eindeutig verloren geht. Zumal die Dynamik auch damit unterging – das gleiche trifft auch auf das Aggressionslevel zu. Die neue Platte soll reif wirken und auch Leuten gefallen, wenn sie uns zum ersten Mal live spielen sehen, uns aber nicht von der CD her kennen.

Wie lief denn der Schreibprozess zu „IO“? Wieviel Material habt ihr geschrieben beziehungsweise habt ihr sogar Sachen wieder ausgesondert?

Khan: Der Prozess verlief ziemlich langsam. Unser Gitarrist Dan ist unser Hauptschreiber und abgesehen von den Gesangparts, macht er unser Album zu 75 Prozent. Der Rest wird dann von uns hier und da zugeworfen. Unsere Methode liegt darin, wenige Songs zu schreiben und sie dann zu verfeinern, anstatt einen Berg von Materialien, der kaum ausgereifte Songs enthält und dann nur das Beste raus gepickt wird.

Eure Musik ist ziemlich weit gefasst. Habt ihr musikalische Grenzen oder würdet ihr alles einbauen, was euch gefällt? Der Trend in progressiver Musik tendiert ja gerade auch auf sehr elektronischen Elementen in Songs.

Khan: Oh ja, natürlich haben viele Bands mit der Laptopnutzung sowas in ihren Live-Shows und dann gibt es auch noch so Sachen wie „The Algorithm“, der auf die traditionelle Band komplett verzichtet. Aber der Einbau von elektronischen Elementen ist etwas, das schon immer in der „Prog“-Musik gefunden wurde. Es geht zurück auf Pink Floyd und hat auch noch einen Raum für Bands, die noch Standardbesetzung mit Gitarre und Schlagzeug nutzen. Wir haben einen Laptop für unsere Backingtrack-Sachen, aber bisher keine Pläne, irgendwelche elektronischen Sachen wie Synthesizer oder sowas einzusetzen. Und dennoch sag niemals nie, denke ich mir.

Wie würdet du einem Prog-Metal interessierten Menschen eure Musik erklären? Das würde mir nicht leicht fallen…

Khan: Unsere Musik ist für alle, die schwerangehauchte Musik mit weichen Melodien und leichten Teilen interessiert. Je mehr von allem, umso besser! Ich glaube nicht, dass es jemanden gibt, der sagt, er höre nur eine bestimmte Art von Musik und wenn, dann hoffe ich, dass wir genug Grenzen überschreiten, damit derjenige viel Spaß hat.

Mit eurem neuem Album im Rücken stehen euch jetzt verschiedene Möglichkeiten offen. Was sind die nächsten Schritte bei euch?

Khan: Der Fokus liegt jetzt darin, unser neues Baby der Welt draußen zu zeigen. In naher Zukunft sind wir auf dem Fuelfest in Belgien, plus einige tollen Touren im kommenden Sommer. Dann hoffen wir im nächsten Jahr ein gutes Stück an einem weiteren Album schreiben zu können.

Vielen Dank für das Interview. Hast du noch irgendwas zu sagen? Dann leg los!

Khan: Danke für dein Interesse und den vielen Zucker über unsere Band. Und kauft unser Album, bitte.

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