Sänger und Gitarrist Sebastien von The K. im Interview

DATUM» 04.04.2014
ARTIST»

The K. sind eine kleine, aber gute Band aus Lüttich, die mit ihrer Art von Punk wieder etwas frischen Wind in die festgefahrene Szene bringen. Nach ihrer Show in Köln mit Second Horizon und Ilydaen stand Sänger und Gitarrist Sebastien unserem Redakteur Stefan Kaulen für ein paar Fragen zur Verfügung.

Hey Sebastien, ihr habt in Köln eine coole Show geliefert. Wie war eure erste Show in Köln?

Sebastien: Ja, wir haben hier noch nie gespielt. Das ist schade, denn es gibt hier eine Menge Clubs und unsere Heimatstadt Lüttich ist auch nicht wirklich weit. Aber ich nehme an, dass viele Clubs auch viele Bands bedeuten, sowas erschwert die Dinge natürlich. Und wie du weißt, wir haben keine echten Verbindungen hier in Bezug auf die Promoter. Eigentlich haben wir es wirklich geliebt. Ich liebe die Atmosphäre dieser Stadt. Ich bin hier geboren und ich komme hier oft rüber.

Ihr habt eine wirklich gute Live-Präsenz auf der Bühne. Vielleicht liegt es daran, dass du nur in Unterhose auftrittst?

Sebastien: Es hilft natürlich, aber ich nutze es nicht wirklich als Erinnerungsmerkmal oder so etwas. Es ist einfach so, wie es ist. Ich meine, die Show fällt genauso aus, wenn ich eine Sport- oder Lederhose tragen würde.

Aber warum trittst du dann in Unterhose auf?

Sebastien:
Es ist eine Art Ritual. Ich meine, es macht mich selbstbewusster und zeigt mir selbst den Mann, der ich bin. Nichts mehr. Kein Feuerwerk, kein Trick oder keinen Bullshit. Sebastien, Sänger der K. in Unterhose.

Ihr seid bestimmt nur sehr wenigen Lesern von uns bekannt. Kannst du mal eure bisherige Band-Geschichte erzählen? Vielleicht auch etwas über euren musikalischen Background und die Musik-Kultur eurer Heimat Brüssel.

Sebastien: Unser jetziger Schlagzeuger kommt aus Brüssel, aber unsere Heimatstadt ist Lüttich. Ich und unser Bassist Geoffrey trafen uns vor 20 Jahren und wir machen Musik zusammen in verschiedenen beschissenen Bands, seit über 10 Jahren. Die K. existiert seit 2011. Wir veröffentlichten unser Debüt-Album im Jahr 2012. Wir trafen Thomas, unseren Drummer, im November 2013. Wir haben keine Verbindung mit den Szenen in Lüttich und Brüssel. Es gibt eine Menge gute Bands dort, aber keine in der gleichen „Nische“. Wir sind ähnlich mit Kabul Golf Club, aber unser Freund Florent, der für sie singt und Gitarre spielt, starb vor ein paar Monaten.

Das ist jetzt eure zweite Tour mit Ilydaen. Wie habt ihr miteinander Kontakt geschlossen und warum habt ihr euch wieder entschlossen dieses Tour-Paket zu machen?

Sebastien: Nun, wir hatten eine verdammt gute Zeit mit den Jungs im vergangenen August. Wir spielen nicht die gleiche Art von Musik, so gibt es keine wirkliche Rivalität zwischen uns oder so etwas. Wir schlagen ein Paket mit zwei verschiedenen Shows für ein Publikum vor.

Welches war euer lustigstes Tour-Erlebnis mit den Jungs?

Sebastien:
Diese Jungs sind lustig, musst du wissen. Ich lache mir den Arsch auf Tour ab. Wir haben auch eine Regel: Was passiert auf Tour bleibt auch auf Tour (grinst).

Eure letzte Platte „My Flesh Reveals Millions Of Souls“ hat musikalisch keinen festen Mittelpunkt. Ihr vermischt vieles aus den 90er Jahren. Jeder Song entspricht quasi einer anderen Nische, mal mehr Metal, dann Hardcore, Crust oder Stoner-Rock. Ihr wollt euch vielseitig zeigen, denkst du, dass es für euch eine Grenze an Musik geben würde, dir ihr niemals überschreiten würdet?

Sebastien: Das ist irgendwie schwer zu sagen. Für mich ist „My Flesh Reveals Millions Of Souls“ konsistent, die Songs klingen, wie sie sollen. Es ist eine Frage der Wahrnehmung. Wir sind beeinflusst von vielen Noise-Punk Bands aus den Staaten wie Pissed Jeans, Drunkdriver, Pygmy Shrews, aber auch Major Alternative-Bands wie Fugazi oder McLusky. Ich glaube nicht, dass es Grenzen oder Rahmen für Bands wie die K. gibt. Ich habe noch nie darüber nachgedacht. Ich kann nur für The K. sprechen, aber jeder Moment unseres oder deines Lebens hat seine eigenen Einflüsse – Bücher, Musik usw. Wir werden unser Genre nie fixieren oder einfrieren um „die alte beschissene Hardcore oder Metal oder was auch immer Band zu sein, die immer das gleiche Material bringt und die es nie aus diesem oder anderen Gründen ändern wird“, wenn du verstehst, was ich meine. Wir alle tragen unsere eigenen Haufen Scheiße mit uns. Manchmal trifft man Menschen, manchmal lernst du etwas und dieses bildet die Menschen, die wir sind. Das ändert dich jeden Tag. Und uns auch.

Das Cover von „My Flesh Reveals Millions Of Souls“ ist wirklich großartig. Ich liebe Schwarz-Weiß Kunstwerke. Kannst du etwas über die Absicht dahinter sagen? In welcher Verbindung steht es zu den Lyrics oder ist es ein getrenntes Konzept?

Sebastien: Wir wollten ein „Gesamtkunstwerk“ veröffentlichen. Das Sammeln von Musik und bildender Kunst ist wirklich wichtig für uns. Ich bin wirklich an dem Objekt interessiert, damit meine ich den Artikel selbst. Es kann eine LP oder eine CD seiner Band sein. Ich liebe es, etwas in den Händen zu halten. Ich traf den Kerl, Bill van Cutte, auf Tour in Frankreich. Ich dachte, wir wären direkt auf der gleichen Wellenlänge und es erschien mir logisch, mit ihm für das Layout zu arbeiten. Ich kreierte zwei Zeichnungen mit unserem Konzept und Texten. Der Zungen-Mann trägt andere lebende Stoffe in sich und das schwangere Mädchen mit ihrem Baby in einem riesigen Spermium. Das ist halt: Mein Fleisch offenbart Millionen von Seelen. Wir zeigen weniger als wir sind. Wir tragen mehr in uns als wir wissen. Ich bin ein Teil der Menschheit und zur gleichen Zeit trage ich die ganze Menschheit in mir.

Wie sieht es mit einem neuen Album aus? Ist schon irgendetwas in Planung?

Sebastien: Wir arbeiten hart an einem neuen Album, welches für Januar 2015 geplant ist. Die Hälfte der Songs ist bereits aufgenommen und die zweite Hälfte kommt in diesem Sommer.

Welche Wege wollt ihr mit der Band verfolgen? Habt ihr bestimmte Ziele?

Sebastien:
Kein festes Ziel, aber jetzt, da die Songs geschrieben sind, kann ich sagen, dass es mehr ausgewogen ist, nicht so schnell oder so kreischend, aber gemein. Ich habe eine Menge auf Geburtstags-Partys in den letzten Monaten mitgehört (lacht).

Die letzten Worte gehören Euch! Kommt schnell wieder!

Sebastien: Mann, mach was dran! Wir wollen wiederkommen!

 

ENGLISH VERSION

Hey Sebastien, you have delivered a cool show in Cologne. How was your first show in Cologne?

Sebastien: Yeah. We’ve never played here before. That’s a pitty because there’s a lot of clubs and our hometown (Liege – Luttich) isn’t really far from here. But well I suppose that lot of clubs means lot of bands which get things even more difficult. And you know we have no real connections here in terms of promoters, etc. Actually we really loved it. I really love the atmosphere of this city. I was born here and I often come over.

You have a really good live presence on stage. Is it perhaps because you appear only in underpants?

Sebastien: It helps of course but I don’t really use it as a reminder or something. It’s just the way it is. I mean the show would catch your eye if I were wearing sportswear or leatherwear as well.

But why do you entertain in underpants?

Sebastien: This is a kind of ritual. I mean it makes me feel more self-assured and show myself as the man I am. Nothing more. No fireworks no trick no bullshit. Sebastien, singer of the K. in underpants

You are definitely unknown to our readers. Can you tell your previous band history and something about your musical backround and the music culture of your hometown Brussels?

Sebastien: Our now drummer comes from Brussels but our hometown is Liege. Me and Geoffrey (bass player) met 20 years ago and we’ve been playing music together in various shitty bands for 10 years. The K. exists now since 2011. We released our debut album in 2012. We met Thomas (drummer) in november 2013. We have no connection with the scenes in Liege or Brussels. There are a lot of good bands over there but none in the same „niche“. We were close to Kabul Golf Club but our friend Florent who used to sing and play guitar for them passed away a few month ago.

This is your second tour with Ilydaen. How did you close the contact with these guys and why did you decide to re-make this tour package?

Sebastien: Well We had a fucking good time with those guys last august. We’re not playing the same kind of music so there’s no real rivalry between us or something. We propose a package with 2 different shows for the same audience.

What was your fun tour experience with Ilydaen?

Sebastien: Those guys are funny you know. I’m laughing my ass all tour long. We also have a rule: what happen on tour stay on tour (smile).

Your last album „My Flesh Reveals Millions Of Souls“ has no fixed musical point. I think your band mixed many stuff from the 90s. Each song corresponds virtually to many other niche, sometimes more Metal, then Hardcore, Crust or Stoner-Rock. You want to show you versatile. Do you think that if there would be a limit to music, you would never cross her?

Sebastien: That’s kinda hard to tell. To me MFRMOS is consistent, the songs, the way it sounds. It’s a question of perception. We have been influenced by many noise punk band from the US such as pissed jeans , drunkdriver, pygmy shrews as well as major alternative bands : Fugazi, McLusky. I don’t think there are limits or framework for bands such as the K. I’ve never ever think about it. I can only say about The K. but each moment of our (your) life has its own influences (books, music, …) and we’ll never fix or freeze our genre because we used to be „that old shitty hardcore or metal or whatever band who always did the same stuff and who will never change because of this or that“ you know.
We’re all carrying our own bag of shit. Sometimes you meet people, sometimes you learn something and this build the people you are. This makes you change everyday. And so we do.

The cover of „My Flesh Reveals Millions Of Souls“ is really awesome. I love black and white art. Can you say something about the intention behind it? In which connection it is to the lyrics or is it a separate concept?

Sebastien: We wanted to release a „gesamtkunsterk“. Gathering music and visual art was really important for us. I’m really attached to the object, the item I mean. It can be a LP or a cd or a tape I love to hold something in my hands.
I met that guy (Bill van Cutten) on tour in France. I directly thought we were on the same mood and it appears logical to work with him for the layout. I create those 2 drawings with our concept and lyrics. That tongue’s guy carrying other living stuffs and that pregnant girl carrying her baby in a giant spermatozoid… this is it : My flesh reveals millions of souls. We showing less thant we are. We’re carrying more than we know. I’m a part of humankind and at the same time I’m carrying all humankind in me.

How about a new album? Is something planed in the near future?

Sebastien: we’re working hard on a new record planned for January 2015. Half of the songs are already recorded we’ll do the second half this summer.

Which way will you pursue with the band? Do you have any specific goals?

Sebastien: No fixed goal but now that the songs are written all I can say is that their more balanced, not as fast or as screamy but they’re mean. I’ve listened a lot to Birthday Party these last months (laughs).

The last words are yours! Come back soon!

Sebastien: Man, do something! We wanna be back!