Zum Pre-Listening bei Axxis im Studio

DATUM» 28.11.2013
ARTIST»

Treffpunkt Funkclub, Bergkamen – ganz abgeschieden an den Grenzen des Ruhrpottes liegt das Studio von Axxis, um seit Jahrzehnten in aller Ruhe deutschen Hard-Rock-Sound zu produzieren. Bernhard Weiß und Harry Oellers luden ein, im kleinen Rahmen (schon allein aus Platzgründen – in der Tat sind wir nur zu zweit mit den beiden Herren in dem kleinen Studio) noch vor Veröffentlichung und Präsentation der 25-Jahre-Scheibe „Kingdom Of The Night II“ in den Medien in eine gute Handvoll von Songs reinzuhören. Und dies sozusagen in der „Rohfassung“, noch mitten im Songs abmischen! Zunächst jedoch bitte die Begriffserklärung zum Funkclub… ich spreche es als Musikrichtung aus, werde jedoch berichtigt, dass dies das Vereinshaus der Funker sei! Beruhigt bin ich, dass Berny, als die Band sich einen neuen Proberaum suchen musste und im Funkclub vorsprach, den gleichen Gedanken hatte wie ich… Aus dem Proberaum wurde ein vollausgestattetes Studio mit mehreren, wenn auch kleinen Räumen. Die Band ist also völlig autark, was aufnehmen und mischen betrifft – sehr zeitsparend, bzw. Arbeit im eigenen Tempo. Harry bleibt noch zum kurzen Foto-Shooting mit Berny und entschuldigt sich, die Runde verlassen zu müssen.

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Routiniert bedient Berny das Mischpult. Die vielen Knöpfe und Anzeigen verunsichern mich und ich verliere schnell den Überblick über die ganze Technik, während der erste Song schon dröhnt. „Hall Of Fame“ brilliert mit alarmierenden Gitarren, dunklen Riffs und einem matten Sound mit rauszuhörenden Delays. „Venom“ als erste Singleauskopplung hingegen startet dunkel, Vocals und Gitarre sind runtergezogen. Marco schrammt beim Gitarrensolo mit einem Feuerzeug über die Saiten. Mein erster Gedanke ist, ob es einigen Fans zu hart vorkommen könnte, mir jedoch gefällt das Wagnis. Zum Vergleich spielt uns Berny auch das Testmaster vor: der Gesang ist brillanter, höher, vielleicht daher auch radiotauglicher.

Axxis ist immer eine Band gewesen, die am Impuls der Zeit auch gesellschaftspolitische Songtexte schreibt. So wird im Song „21 Crosses“ an die 21 Toten der Duisburger Love-Parade erinnert, da Florian aus Lünen einer der Verstorbenen ist. Eine Akustikgitarre stimmt den Song ein, später steigen Drums und Gitarre ein, der Paneffekt unterlegt den Song. Berny erklärt, dass gegen Ende des Songs zum Vorlesen der 21 Namen der Toten, zunächst das Pfeifen als Melodieuntermalung aufgenommen wurde. Ein anderer Redakteur, der vorher zur Listening Session eingeladen war, fand dies jedoch unpassend und so begleitet nun eine Flöte die Melodie. Obwohl niemand der Band das Lünener Opfer kennt und auch zum Song keinen Kontakt zu der Familie aufgenommen hat, überlegt Berny, ob er nicht den Song stiften soll.

Ich bin einfach nur Beobachter, der es über die Medien mitbekommt und dachte „scheiße, das könnte deiner Tochter passiert sein“. Dann kommt noch die Konstellation mit dem Hass gegen die Kommune dazu und wie dort mit dem Thema umgegangen wird. All das spielt eine Rolle, dass wir einen Song darüber geschrieben haben. Wir haben schon mal so etwas gemacht über das Gladbecker Geiseldrama und dem Song „Just a Story“. Sex, Drugs and Rock´N´Roll ist einfach ausgekaut, ich finde es schon wichtig auch politisch in den Texten zu werden.

Bist du Grün?

Gute Frage… Ich war mal Grün, jetzt glaube ich nicht mehr so. Als die noch gestrickt haben, fand ich sie ganz cool (lacht laut). Ich bin zwar nicht Mitglied in einer Partei, aber ich kümmere mich immer darum, politisch up-to-date zu sein. Ich verfolge es immer und ich finde es total spannend, das hat mich früher nie interessiert! Ich engagiere mich auch kommunal, weil ich es total scheiße finde wie die Hauptschulen hier den Bach runtergehen. Ich mache auch am „JEKI“-Projekt mit, das ist eine tolle Sache. Gerade für Kinder, die nicht so fit sind in der Schule, ist es wichtig eine Alternative mit Musik zu finden. Ich bin das beste Beispiel! Jetzt lebe ich schon 25 Jahre von der Musik – das hätte meine Mutter damals auch nicht geglaubt!

„Gone With The Wind“ ist ein Song des weißen Albums mit klassischer Gitarre und picking by Harry. Der Song hat mit seinem naturgebunden Text einen „Robin Hood“-Touch. Die Spannung steigt als „Kingdom Of The Night Part II“ vorgespielt wird und wir die beabsichtigten Parallelen herausstellen: gleicher Songaufbau, gleiche Gitarrenparts, jedoch ein frischeres Soli und damit für mich eine gelungene zweite Version „Jahr 2014″. Das gleiche gilt auch für das neue „Living In A World“, welches jetzt „Living In A Dream – We Rock The World“ betitelt wird. Vor allem Marcos Gitarre, bzw. Marcos Art dem Song den 80er Jahre Touch zu verleihen und trotzdem modern klingen zu lassen, fällt mir positiv auf. Berny unterstreicht dies und lobt Marco mit den Worten „trotz seiner jungen Jahre ist Marco aufgrund seines Musikgeschmackes der Sound der 80er Jahre bekannt, er weiß was die Band will und setzt dies um“.

Bassist Rob, der sich bislang mit Songschreiben zurückgehalten hat, empfand eine kreative Phase und steuerte „Heaven In Paradise“ bei, Arbeitstitel „Greece Irish Coffee“. Eine leichte Monotonie ist im Chorus für mich rauszuhören (wowowowww you’re my heaven in paradise), für mich fehlt dem Song noch der „Pfiff“. Richtig abgefahren und sehr gut gefällt mir hingegen Axxis auf Deutsch: „Lass dich gehen“ übermittelt zwar ein Rammstein-Feeling mit dem Song, aber keineswegs einen billigen Abklatsch. Deutsche Rocksongs sind schließlich selten. Der Song ist mystisch, dunkel, geheimnisvoll, die Mischung aus E- und Akustikgitarre macht den Song interessant und Marco fordert das Effektgerät um die Gitarren quietschen und dahinplätschern zu lassen. Als ich Berny frage, wovon der Text handelt, erzählt er:

Ich habe mit deutschen Texten immer Probleme gehabt und im Theater, als ich beim Prometheus Brain Project war, wurden die englischen Texte genommen, daraus deutsche Texte gemacht und dadurch wurden ganz viele Bilder im Kopf erzeugt. Der Song hat zwar ein Thema, aber spielt mit verschiedenen Bildern und es werden ganz viele Bilder im Kopf dazu erzeugt. Es entstehen komische, aber kräftige Texte. Hier ist es „Ich lass dich gehen“, also ich bestimme was du machst oder „lass dich gehen“, „komm aus dir raus“. Du kannst mit den Worten in der deutschen Sprache besser spielen als ich dachte. Mittlerweile habe ich da richtig Spaß dran! „Fass mich an“ habe ich auch so gemacht.

Ein Song, der sowohl auf dem weißen, als auch auf dem schwarzen Album in zwei unterschiedlichen Versionen erscheinen wird, ist „Mary Married A Monster“. Angetrieben von den Berichten und Erfahrungen einer Freundin, die die Handgreiflichkeiten ihres Freundes mit Liebe verwechselte, ist der Song über dieses Gesellschaftsproblem entstanden. Die Melodie der Metalvariante stammt von „The Moon“ des Debütalbums, treibende Double Bass unterstreichen den Song und stellen die Sicht aus Bandseite dar. Auf dem weißen Album wird Mary’s Sichtweise veröffentlicht („mein Freund meint es ja nicht so….“), zwar mit den gleichen Gitarrengrundzügen, jedoch mit einer höheren, lieblicheren Stimme.

Berny erklärt, dass durch die verschiedenen Facetten des Albums, die Songs auf zwei Platten aufgeteilt werden, um die Zugehörigkeit der Songs besser aufzuteilen.

Wir wollten natürlich Kingdom of the Night nicht nochmal schreiben und 1989 kopieren, aber wir wollten uns dahin „resetten“ und den Vibe, den wir damals hatten, aufnehmen und dann das Songwriting beginnen, mit dem Gefühl, das wir 1989 hatten. Dann haben wir uns daran erinnert, dass wir drauf geschissen haben, was andere gesagt haben, was Metal ist und was Rock ist. Da war es viel vielseitiger. Da gab es Jethro Thull mit seiner Panflöte. Da gab es hohe Sänger, tiefe Sänger, es gab ganz wenig Grunzen. Heute ist es viel Mainstream geworden, weil sich alles so gleich anhört, was ich sehr schade finde. Früher war es sehr facettenreich. Ich habe Lieder geschrieben über Umweltschutz („Tears of the Trees!), darauf würde eine normale Rockband ja gar nicht mehr kommen und das damals in einer Zeit, wo Sex, Drugs and Rock&Roll galt. Darauf haben wir uns besonnen, dass wir ganz anders waren als andere Bands. Dass wir ganz andere Ideen hatten. Ich habe damals in einem Altenzentrum gearbeitet und dort Zivildienst gemacht, darüber habe ich damals geschrieben auf „Kingdom of the Night“. Oder nimm den Kalten Krieg. Damals waren wir auf der Straße wegen dem Ost-West-Konflikt. Wir waren politisch aktiv, das ist heute alles verloren und vergessen gegangen. Wir haben gegen Flughäfen demonstriert. Das haben wir alles auf „KOTN“ verarbeitet. Auch auf den anderen Alben haben wir immer von der Zeit geschrieben, in der wir gerade gelebt haben, aber dieses Freimachen von allem, was man von uns erwartet, haben wir nie getan. Das haben wir nur auf „KOTN“ gemacht, weil es mit dem ersten Album keine Erwartungen an uns gab. Das wollten wir mit dem aktuellen Album wieder erreichen. Alles was geil ist, machen wir und da wird nicht gesagt „passt zu Axxis, passt nicht“, das haben wir damals ja auch nicht gemacht. Wo es Parallelen gibt zu „KOTN“ ist der ganze Aufnahmebereich. Wir haben in den letzten Jahren immer versucht perfekter und besser zu werden. Auf diesem Album wollten wir wieder zurück zu 1989, first takes nehmen, wirklich analog, alte Halleffekte nehmen, Rauschen, Brummen, Klacken, alles drauf lassen. Das war auch so ein Fetisch von Musikern über die ganze Digitaltechnik alles „clean“ zu haben – Rauschen musste weggeschnitten werden, alles war schalltot, auch die ruhigen Passagen, kein Rauschen, nichts mehr. Bänder und Effektgeräte rauschen aber nun mal, das haben sie auch 1989 getan und diese Geräusche haben wir gelassen. Daher klingt das Album anders als „Utopia“, anders als „Doom of Destiny“ und viele andere Alben von Bands, die ich kenne, die perfekt im Timing spielen. Cut, cut, cut, alles schön schneiden. Ich fand es ganz reizvoll eine Band wieder lebendig werden zu lassen, also ganz normal spielen, mit allen Fehlern. Das hat uns sehr viel Spaß gemacht. Dadurch wirkt das Album anders als die Alben, die wir vorher gemacht haben und eigentlich im Sinne von „KOTN“ 1989 und „Axxis II“, die noch so entstanden sind.

Ihr wagt Euch mit dem neuen Album an recht harte Songs wie z.B. „Venom“ – ich weiss nicht, ob dies Euren Fans gefallen wird…

Axxis war ja nicht nur 1989 „KOTN“, sondern es gab ja auch Phasen danach. Es gab „Utopia“, es gab die Laconia-Phase, wo wir mit Frauengesängen gearbeitet haben, wir haben ein paar deutsche Texte dabei gehabt. Aber wenn man 25 Jahre alt wird und „KOTN part II“ rausbringt, muss man das ganze Spektrum, was im Laufe der Zeit gemacht wurde, auf die Platten bringen. Das haben wir versucht. Das ist nicht nur fokussiert auf „KOTN“. Also aus allen Phasen, die wir gehabt haben, Teile mit einfließen zu lassen und immer wieder KOTN-Melodien auf dem Album zu verstecken. Wie bei „Mary“ mit „The Moon“ am Anfang oder „Living in a World“ ist ja fast geklaut von uns selbst. Wir konnten aber nicht nochmal Teil I schreiben. Hätten wir jetzt nicht das 25jährige, hätten wir gar nicht dran gedacht, solch ein Album rauszubringen. Wir hätten so weitergemacht wie bisher. Jetzt haben wir im old-fashioned Style gearbeitet, das wird Marco gar nicht so kennen. Das hat er erst jetzt mitbekommen wie man früher gearbeitet hat. Du musst also vom Anfang des Songs bis zum Ende des Songs durchspielen, da wird nichts geschnitten und kopiert. Wir haben uns dadurch natürlich auch ein wenig gequält.

Ihr habt Euch ja auch viel Zeit für das Album genommen. Das letzte Album ist 2009 erschienen.

Wir haben angefangen mit Songwriting im Januar 2013, insgesamt 21 Songs. Da hat sich Harry hier in Bergkamen ein Zimmer genommen ganz alleine und hat sechs Monate hier, außer am Wochenende, in Bergkamen gewohnt und wir haben voll Gas gegeben. Wir haben im ersten halben Jahr wenig Konzerte gespielt, weil wir neue Songs schreiben wollten. Wir wollten im September eigentlich schon fertig sein.

Ihr wollt am 28.02. veröffentlichen….

Genau, und jetzt bin ich noch am Mixen (lacht laut)!

Habt Ihr Euch zu viel vorgenommen, dadurch dass Ihr alles selbst macht und die eigene Plattenfirma seid?

Dadurch dass wir die eigene Plattenfirma sind, treten wir uns selber in den Arsch, das ist ganz interessant. Wir kriegen das hin. Die Hoffnung stirbt zuletzt! Am 15. Dezember gebe ich das Master ab, auch das machen wir alles selber. Sogar das Plattencover machen wir selbst, welches vergleichsweise ähnlich „KOTN I“ sein wird! Wir sind ja jetzt unsere eigene Firma. Und das ist das Geile an 1989 – damals waren wir abhängig von der Plattenfirma, die hat Geld gezahlt dafür. Damals gab es ganz viele Medien, Business. Heute ist der Markt zusammengebrochen, die EMI gibt es gar nicht mehr richtig, wir haben ein eigenes Label und machen „KOTN II“ im Flair vom Jahr 2014. 2014 heißt unabhängig zu sein, richtig Rock&Roll, das zu machen, was man will. Darauf zu scheißen, was ein Label sagt. Ich finde das sehr befreiend.

Keine Nachteile für Euch?

Doch, einen Nachteil hat es schon: wir müssen jetzt selbst zahlen, wir hätten natürlich lieber jemanden, der das Geld zahlt (lacht und zeigt uns auf seinem Handy die Plattencover der Black und White Edition)!

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Was bedeutet es für Euch, zwei Alben zu veröffentlichen? Wie werden die Verkäufe abgerechnet?

Das ist noch ein Nachteil. Wir haben letztens „Rediscovered“ und die DVD, die bei unserem Label erschienen sind, die Fans haben über unsere Homepage kaufen lassen. Das haben wir deshalb so gemacht, weil wir den Fans etwas anbieten wollten, exklusiv bei uns kaufen zu können. Das Problem ist nur: beide Alben wären in die Charts gegangen, wenn wir das nicht gemacht hätten. Wir konnten uns also entscheiden zwischen Geld oder Ruhm. Wir haben uns jetzt für den Ruhm entschieden. Dieses Mal machen wir es nicht. Wir werden beide Alben auf den Markt bringen und einzeln auch verkaufen, es wird keine Double-Edition geben, außer es ist eine teurere Edition mit Gedönz dabei. Aber wir wollen die Fans selbst entscheiden lassen, welche Phase von Axxis sie besser fanden. Natürlich können sie auch beide kaufen. Chartmäßig ist es so, dass wir uns selbst Konkurrenz machen. Die Alben werden getrennt gerechnet. Wirtschaftlich gesehen ist es eigentlich bescheuert, was wir machen. Auch mit „Rediscovered“ ist es ja bescheuert gelaufen. Wir machen immer ganz bescheuerte Sachen, weil wir auch dran denken, was uns und den Fans Spaß macht. Wenn ich immer ans Geld denken würde, würde ich wohl jetzt eher auf dem Bau arbeiten und richtig Asche machen. (lacht laut los). Jetzt habe ich eine Familie, bin aber glücklich und mache geile Mucke.

„KOTN“ ist für Axxis, was „Slippery When Wet“ für Bon Jovi ist. Was für einen Leistungsdruck habt Ihr als neue Band verspürt mit solch einem extrem erfolgreichen Album?

Damals als wir das Album herausgebracht haben, haben wir das gar nicht gewusst. Das war unsere erste Platte, wir dachten das sei normal! Wir haben naiv und teilweise auch arrogant auf unseren Erfolg reagiert, weil wir es gar nicht verstanden haben! Ich habe gedacht 150.000 Platten sei normal für die erste Platte! Dass es so viel war, habe ich erst hinterher realisiert, als ich gemerkt habe wie neidisch oder wie sauer die Leute waren, weil wir von der EMI als Major Company gepuscht wurden. Nur leider war es kein Hype, es ist wirklich so entstanden. Der Druck kam hinterher, ca. ein halbes Jahr später, als wir festgestellt haben, es war etwas Besonderes, was wir gemacht haben. Die EMI sagte damals, „wenn Ihr beim ersten Album 20.000 Platten verkauft, dann haben wir Euren Namen etabliert. Beim zweiten Album 40.000 und beim nächsten Album investieren wir nichts mehr, dann bringt Ihr das ganze Geld zurück mit 80.000.“ Das war der Plan. Nun kommt das erste Album mit 150.000 Verkäufen und dann sagte die Company „beim nächsten Mal 250.000!“, wir haben jedoch nur 90.000 verkauft. Was ja eigentlich nach dem Plan immer noch das Dreifache war von dem, was wir erwartet hatten, aber es war ein Misserfolg. Und dann kamen die BWL-Studenten, die dir erklärten, wie Gitarren effektiver gestimmt werden, aber noch nie eine Gitarre in der Hand gehalten haben. Unternehmensberater halt. Die EMI wurde alle halbe Jahre umstrukturiert. Dann wurden die Vertriebe getrennt in international und national. Wir waren damals noch zusammen mit Tina Turner im Vertrieb international bis es getrennt wurde. Wie bescheuert! Früher hat man nämlich gesagt: „wenn du Tina Turner haben willst, musst du Axxis nehmen.“ Dadurch haben sie sich selbst ein Ei gelegt und durch solche Entscheidungen sind auch die Verkäufe zurückgegangen, weil die Strukturen sich verändert haben. Mir war damals schon klar, wenn die EMI so weitermacht, geht alles den Bach hinunter, was ja auch passiert ist. Den Verkaufsdruck haben wir seit „Back to the Kingdom“ rausgenommen. Wir haben gesagt, dass wir nur noch Sachen machen, auf die wir Bock haben wie ein Mittelaltersong oder Songs wie „Touch the Rainbow“ und nicht versuchen einem Trend hinterherlaufen. Deshalb sind wir z.B. bei Rock Hard auch nicht sonderlich beliebt – wenn die Axxis hören, dann gehen denen die Nackenhaare hoch, das ist ja kein Heavy Metal mehr…

Ob das „dunkle“ neue Album wieder Heavy Metal wird, das dürfen die Fans und die Medien ab dem 28. Februar entscheiden. Zumindest das weiße Album beweist für mich, dass Axxis es gelingt sich treu zu bleiben. Das dunkle Album wird knackige Überraschungen für die Fans und auch Kritiker bereithalten und auf diese Platte freue ich mich ganz besonders.

Musicheadquarter dankt Sandra Eichner und natürlich Berny und Harry für die Einladung in den Funkclub!