Am 4. September 2026 feierten Singer/Songwriterin Anna Depenbusch und das Kaiser Quartett ihren Tourabschluss in der Neuen Gebläsehalle Neunkirchen. Hier findet ihr unsere Fotogalerie, Credit: Atelier3Bären
Anna Depenbusch ist eine Liedermacherin, auf gleichzeitig altmodische und zeitlose Weise. Mit ihren poetischen Texten zwischen ironischer Alltagsbeobachtung und philosophischer Melancholie, verpackt in chansonartige Melodien hat sie schon früh ihren ganz eigenen Stil entwickelt. Diesen Weg führt sie mit ihrem neuen Album konsequent fort und eröffnet gleichzeitig eine neue Dimension: Denn auf „Echtzeit“ geht es nicht nur inhaltlich um echte und unmittelbare Erlebnisse, sondern Anna Depenbusch hat das komplette Album als analogen Vinylmitschnitt aufgenommen, also alle Lieder live und ohne Pause am Klavier eingespielt und eingesungen, eben in Echtzeit.
Und so klingt dieses Album noch ein wenig intensiver und leidenschaftlicher, als es Anna Depenbusch ohnehin schon immer tut. Von den ersten Takten des Openers und Titelsongs „Echtzeit“ an zieht die charismatische Künstlerin den Hörer in ihren Bann und verzaubert mit ihren Liedern. Wir leiden mit, wenn sie voller Verzweiflung“ Nimm mich zurück“ fleht, freuen uns, in „Tim 2.0“ zu erfahren, wie es den Protagonisten aus ihrem tragkomischen Liebesreigen „Tim liebt Tina“ heute ergeht, und wünschen uns, dass mehr Menschen auf dieser Welt ein bisschen mehr „Alte Schule“ wären. Außerdem sind wir doch alle“ Gegen die Schwerkraft“ und für mehr Schwerelosigkeit im Leben.
Foto: Steven Haberland
Neben diesen kleinen Geschichten, die aus Alltag und Herzen eines jeden von uns sprechen könnten, erzählt Anna Depenbusch diesmal auch von historischen Persönlichkeiten. „Eisvogelfrau“ ist der brillanten Mathematikerin Emmy Noether gewidmet, deren Werk und Talent zu ihren Lebzeiten Anfang des 20. Jahrhunderts keine Anerkennung fand. Und das verträumte Instrumentalstück „Schlaflied für Pauli“ am Ende des Albums schrieb Anna für den Physiker Wolfgang Pauli. Das kleine instrumentale Zwischenspiel „Hilbert“ schließlich ist inspiriert von der früheren Heimat ihres alten Salonflügels, dem geheimnisvollen Hotel Hilbert.
Auf diesem alten Flügel, von Anna liebevoll Frau Rachals genannt, entstehen übrigens auch ihre Lieder. Ins Tonstudio für die analoge Aufnahme konnte ihn die Künstlerin nicht mitnehmen, aber vorab hat sie Echtzeit-Demos auf ihm aufgenommen, die auf einer seperaten CD in der Bonus-Version von „Echtzeit“ enthalten sind. Auf Vinyl gibt es das Album natürlich auch – und wer „Echtzeit“ dann wirklich in Echtzeit erleben will, hat dazu auf der am 12.03.2020 beginnenden Tour Gelegenheit.
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Bereits ihre Mathematik gab es in bunt und schwarz-weiß. Dieses Konzept setzt die Hamburger Liedermacherin Anna Depenbusch nun konsequent fort, indem sie auch ihr aktuelles Album „Das Alphabet der Anna Depenbusch“ als schwarz-weiße Soloversion am Klavier veröffentlicht.
Während die „bunte“ Version durch vielfältige Instrumentierung besticht und gewissermaßen in allen Farben strahlt, reduziert Anna ihre Songs für das schwarz-weiße Album auf das Wesentliche – nur ihre Stimme und ihr Klavierspiel. Und statt zu strahlen, funkeln die Lieder plötzlich geheimnisvoll und entwickeln eine neue Dynamik. Die überschwängliche Hymne „Fürimmersekunde“ wird zur poetischen Liebeserklärung, die Melancholie von „Du und die Nacht“ verdichtet sich zu beinahe schmerzhafter Eindringlichkeit und die Aufbruchsstimmung von „Alles über Bord“ wird mit spielerischer Leichtigkeit vermittelt.
Alleine mit Klavierbegleitung entfalte Annas Gesang noch mehr Lebendigkeit und Gefühl, und die Geschichten, die sie in ihren Liedern erzählt, stehen noch deutlicher im Vordergrund. So swingt ihr „Alphabet“ in schwarz-weiß nicht ganz so wie mit Big-Band-Begleitung, wird aber um so nachdrücklicher buchstabiert. Und „Frauen wie Sterne“ braucht hier kein Akkordeon, um den Charme eines alten Chansons zu verbreiten.
Zwischen die Lieder des jüngsten Albums haben sich auch noch zwei ältere Titel gemogelt: „Engel“ von Annas Debüt „Ins Gesicht“ und „Was wäre wenn“ vom Album „Sommer aus Papier“. Und auch ihnen steht die schwarz-weiße Interpretation äußerst gut. Außerdem ergänzen drei Instrumentalstücke das schwarz-weiße Repertoire. „Im Foyer“ stimmt uns zu Beginn ruhig ein, zwischendurch funkelt das Klavier bei „Neumond“, und „Haus 03“ bildet einen runden, sanften Abschluss.
„Mir gefällt der Wechsel von Farbe und Schwarz-Weiß“ – so einfach begründet Anna Depenbusch selbst ihre Strategie, ihre Alben in verschiedenen Versionen zu veröffentlichen. Und sie beherrscht diesen Wechsel auch und überzeugt mit Band und musikalischen Gästen ebenso wie solo am Klavier. Wer sich davon live überzeugen will, kann sie ab Mitte März auf ihrer Solo-Tour durch Deutschland erleben – Termine unter www.annadepenbusch.de
Sie hat sich Zeit gelassen mit ihren neuen Liedern. Aber fünf Jahre nach dem letzten Album „Sommer aus Papier“ meldet sich die Hamburger Songwriterin nun endlich mit „Das Alphabet der Anna Depenbusch“ zurück und knüpft dabei nicht nur im Titel nahtlos an ihr erfolgreiches Debüt „Die Mathematik der Anna Depenbusch“ an.
Wortspiele, tiefgründige aber auch humorvolle Analysen zwischenmenschlicher Beziehungen und gekonntes Balancieren über alle Genregrenzen hinweg zeichnen Anna Depenbuschs Musik aus. Und genau so vielseitig, unterhaltsam und leidenschaftlich präsentiert sie uns nun auch ihr Alphabet, vom hymnischen Opener „Fürimmersekunde“ bis zum zauberhaften leisen Abschlusstitel „Wieder Winter“. Im Titelsong „Alphabet“ buchstabiert sie sich von swingenden Bläsern begleitet durch die Höhen und Tiefen einer Beziehung, und „Stadt Land Fluss“ wird zum Symbol für ein Leben auf der Durchreise.
„Schönste Melodie“, ein wunderbar poetisches Liebeslied, kommt in zerbrechlichem Walzertakt daher, und in „Frauen wie Sterne“ stellt Anna Depenbusch mal wieder ihr Talent für eindringliche Chansons unter Beweis. Songs wie „Kopf frei“ und „Alles über Bord“ sind dann wieder beschwingt und fröhlich arrangiert, passend zur Botschaft, das Leben nicht immer so ernst zu nehmen und sich von unnötigem Ballast zu befreien. Aber manchmal ist auch Annas Welt einfach düster und ohne Hoffnung wie in „Liebe kaputt“, oder voller Zweifel und Eifersucht wie in „Du und die Nacht“.
„Das Alphabet der Anna Depenbusch“ ist voller wunderbarer Songs, die bei jedem Hören neu Facetten offenbaren. Mein persönlichen Lieblingstitel ist „Immer wenn“, in dem Anna für sich den Sinn des Lebens findet: „Immer wenn mein Herz sich überschlägt, macht es Sinn“. Mit ihrer Musik erreicht sie auf jeden Fall immer wieder unsere Herzen!