Kings of Convenience: Probier’s mal mit Gemütlichkeit

“Peace or Love” heißt das neue Album der Kings of Convenience. Das norwegische Duo aus aus Eirik Glambek Bøe und Erlend Øye hat seit 2009 kein Album mehr veröffentlicht. Also ein Comeback nach einem Dutzend Jahren Pause? Eigentlich ja, aber es fühlt sich gar nicht so an. Beide ließen sich gegenseitig einfach genügend Freiraum für ihre Nebenprojekte: Eirik startete das Elektro-Projekt Kommode (2017), Erlend gründete The Whitest Boy Alive bereits 2003.

Das vierte Studioalbum “Peace or Love” klingt frühlingshaft leicht. Und eigentlich ist das “oder” zwischen den beiden Schlagworten ganz fehl am Platz. Liebe und (!) Frieden sind die Themen des Albums und finden sich in der musikalischen Darstellung wieder. Indiefolk und Indiepop. Akustische Gitarren. Gesang voller Harmonien und polyphoner Einschübe. Zum Teil ist die kanadische Sängerin Leslie Feist mit an Bord und bringt ihre besondere Note mit ein. Wundervoll!

“Peace or Love” ist ein ruhiges, entspanntes Album. Manchmal erinnern die Protagonisten an die Glanzzeiten von Simon & Garfunkel. Vor allem der Chorgesang ist ein überzeugendes Element. Bisweilen ist es fast schon ermüdend, wenn man den beiden in einer ruhigen Stunde lauscht. Ich kann mir kaum vorstellen, wie sie eine Live-Arena zum Kochen bringen. Ein entspannter Gig am See – das könnte passen.

Die Könige der Bequemlichkeit machen ihrem Namen alle Ehre. “Peace or Love” bietet Wohlfühlmusik vom Feinsten. Manchmal haarscharf am Kitsch vorbei. Doch zum Glück gibt es genügend Ecken und Kanten, um einen spannenden Release daraus zu machen.