Ob John Watts solo unterwegs ist oder als Band mit den alten Mitstreitern von Fischer-Z: Er ist auch nach 50 Jahren immer noch für eine Überraschung gut! So gab es ein hervorragend besuchtes Konzert in der Neuen Gebläsehalle Neunkirchen. Da das Publikum genau wie der Frontmann langsam altert, gab es ganz gediegen Sitzplätze. Das tat der Stimmung aber keinen Abbruch.
Fischer-Z sind so eine Band, die eigentlich immer da war, aber die nie den Erfolg ernten konnte, den sie verdient hätte. Warum? Weil vielleicht der eine Hit fehlte, der sie in die Charts brachte. Ich habe Fischer-Z auf einigen Open Airs gesehen – mit BAP und Joe Cocker waren sie früher auf Tour, Jahre nachdem das wichtige Album „Red Skies Over Paradise“ erschienen ist. Und damals gab es doch mit „Marliese“ fast eine Radiosingle. Immerhin Platz 37 in den deutschen Charts und ein Song, den die meisten Musikliebhaber kennen.
Zeitweilig war John Watts solo unterwegs, dann gab es neue Musiker für Fischer-Z. 2002 wurde die Band offiziell aufgelöst, seit 2010 ist man mit drei um einiges jüngeren Musikern wieder aktiv. Die Bandmitglieder neben Watts sind eigentlich vernachlässigbar, da nur Watts als Gründungsmitglied dabei ist. Aber das soll gar nicht despektierlich klingen, denn das Quintett hat in Neunkirchen einen klasse Job gemacht! Da war beispielsweise der Kölner Gitarrist Marian Menge. Grandios und mit viel Spielfreude. Und die Keyboarderin Chloe Leigh, die auf der aktuellen Tour Ives Mergaerts ersetzt.
Chloe haut nicht nur in die Tasten, sondern ist auch eine begnadete Songwriterin, die bewaffnet mit einer Akustikgitarre den Support des Abends gab und 25 kurzweilige Minuten mit ihrer eigenen Musik bestritt. Frisch und sympathisch stimmte sie das Publikum auf die Show ein. Dann ein kurzer Umbau und schon um 20.30 Uhr ging es los mit der ersten Konzerthälfte.
Die Setlist der „50 Anniversary Tour“ ist vor allem eine Verbeugung vor den frühen Glanzzeiten von Fischer-Z. Mit Songs aus „Word Salad“, „Going Deaf for a Living“ und „Red Skies Over Paradise“ führt John Watts zurück in jene Jahre, in denen die Band ihren unverwechselbaren Mix aus New Wave, Post-Punk und politischen Texten entwickelte. „The Worker“ und „So Long“ dürfen dabei natürlich nicht fehlen und bilden die nostalgischen Fixpunkte des Abends. Dass Watts darüber hinaus auch Material aus seinem Soloschaffen einstreute, machte das Konzert zu mehr als einer reinen Hitparade: Es erzählte von fünf Jahrzehnten musikalischer Entwicklung, ohne die Wurzeln aus den Augen zu verlieren.
John Watts ist inzwischen 71 Jahre alt. Seine charismatische Stimme hat nicht an Ausdruckskraft verloren. Er kann energisch nach vorne preschen und sich dezent zurücknehmen. Das zeigte sich vor allem nach der Pause, als er allein an der Gitarre durch die Zuschauerreihen einzog, sich ganz publikumsnah gab, verschmitzt lächelte und schließlich allein auf der Bühne einen der Solosongs zu Gehör brachte, bevor die Band wieder hinzu kam.
Nachdem die ersten 45 Minuten noch recht verhaltene Reaktionen hervorriefen, wurde der zweite Set zu einem echten Happening. Vereinzelt gingen Zuschauer*innen nach vorn Richtung Bühne und tanzten zu Reggae-Sound und Rock-Rhythmen. Höhepunkt war dann der Zugabenblock mit „Berlin“ und „Marliese“ – den zwei Klassikern, die bei keinem Konzert fehlen dürfen. So wurde das Jubiläum gebührend gefeiert und man darf sich hoffentlich noch auf ein paar weitere gute Jahre mit der Band freuen. Das aktuelle Album „X-Ray Serenade“ ist gerade erst erschienen und macht deutlich, dass Watts seinen (schwarzen) Humor nicht verloren hat.
Man kann trefflich darüber streiten, was das beste Album der 80er Jahre ist. Oft wird Prince mit „Sign o‘ the Times“ genannt. Für mich liegen Marillions „Misplaced Childhood“, U2s „The Joshua Tree“ und Simple Minds‘ „Street Fighting Years“ an vorderster Front. Pop- und Post-Rock-Enthusiasten werden vermutlich „Spirit of Eden“ von Talk Talk nach oben heben – und dann sind da noch die New Wave-Könige Tears for Fears mit „The Seeds Of Love“. Was alle diese Alben gemeinsam haben? Sie sind erst in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts erschienen und haben eine Legion von Künstlern inspiriert.
Das dritte Album von Tears for Fears erscheint 37 Jahre nach seiner ursprünglichen Veröffentlichung in in einer Neuauflage, die kaum Wünsche offen lässt. Roland Orzabal schrieb fünf der acht Titel gemeinsam mit der Pianistin Nicky Holland. Den Ohrwurm-Titeltrack schrieb er zusammen mit Curt Smith. Dass das Album in der vier Jahre andauernden Produktionsphase eine ganze Million britische Pfund an Kosten verschlungen hat, verwundert nicht aufgrund der Unmenge an beteiligten Künstlern (Oleta Adams, Manu Katché, Phil Collins, Simon Phillips und Chris Hughes, um nur einige zu nennen) sowie der äußerst filigranen und komplexen Herangehensweise an Arrangements und instrumentale Umsetzung.
Zu Recht gilt „The Seeds of Love“ als Blaupause für die moderne Popmusik der Neuzeit. Bis heute verbreitet es einen zeitlosen Glanz. Es war ein genialer Schachzug, Gastsängerin Oleta Adams eine zentrale Rolle einzuräumen. Im Zusammenspiel mit Orzabal setzt sie einen kongenialen Gegenpol. Bombastische Gitarren, der treibende Rhythmus und filigrane New Wave-Experimente tragen ihr Übriges dazu bei. Definiv eines der Alben, die man am Stück genießen muss.
Die neuen Deluxe-Editionen umfassen neue Stereo-Mixe von Steven Wilson, der das Album zu seinen fünf Lieblingsalben aller Zeiten zählt, eine 2LP-Ausgabe auf blauem Special-Effect-Vinyl mit alternativem Artwork, die das Originalalbum mit einer zweiten LP aus B-Seiten und Demos kombiniert – einige davon erstmals auf Vinyl – sowie ein 3CD-Set mit alternativen und seltenen Mixen, Single-Versionen und B-Seiten.
Das Bonusmaterial der mir vorliegenden 3-CD-Version bietet vor allem einen spannenden Einblick in die verschiedenen Entwicklungsstufen des Albums und die Single-Veröffentlichungen jener Zeit. Neben den bekannten Albumtracks finden sich auf den zusätzlichen CDs zahlreiche B-Seiten, alternative Fassungen und internationale Radio-Edits. Dazu gehören „Tears Roll Down“, „Always In The Past“, „My Life In The Suicide Ranks“ und „Music For Tables“, aber auch gleich mehrere Versionen von „Johnny Panic And The Bible Of Dreams“, das sich im Umfeld des Albums zu einem eigenen kleinen Kosmos entwickelte. Die unterschiedlichen Mixe und Instrumentalversionen machen deutlich, wie vielseitig Roland Orzabal und Curt Smith mit ihrem damals ausgesprochen aufwendig produzierten Sound experimentierten.
Besonders interessant für Fans sind die frühen und alternativen Mixe von „Badman’s Song“, „Sowing The Seeds Of Love“ und „Year Of The Knife“. Hier geht es weniger um bislang völlig unbekannte Songs als um abweichende Arrangements, unfertige Produktionsstadien und alternative Perspektiven auf bereits vertrautes Material. Die verschiedenen Radio-Edits zeigen außerdem, wie die komplexen, teilweise ausufernden Originale für unterschiedliche Märkte und kürzere Sendeformate zurechtgeschnitten wurden.
Gerade bei einem Album, das mit seinen üppigen Arrangements, Gospel-Einflüssen, psychedelischen Farben und deutlichen Beatles-Anleihen bewusst über die üblichen Pop-Konventionen hinausging, ist dieser Blick hinter die Kulissen reizvoll. Das Bonusmaterial ist dabei allerdings nicht durchgehend neu entdeckt worden, denn ein Großteil der Aufnahmen war bereits Bestandteil früherer Deluxe-Veröffentlichungen.
Dennoch: Ein großartiges Album mit hohem Nostalgiewert in seiner vielleicht besten Version!
Der Mannheimer Laith Al-Deen gehört schon seit Jahrzehnten zu meinen Favoriten im Bereich deutschsprachiger Popmusik. Vor allem sein Album „Die Liebe zum Detail“ ist ein All-time-favourite in meiner Playlist. Mit seiner markanten, warmen Stimme, emotionalen Texten und einer Mischung aus Pop, Rock und Soul hat er sich einen festen Platz in der deutschen Musiklandschaft ersungen. Sein Weg ist dabei nicht einfach die Geschichte eines schnellen Chart-Erfolgs, sondern auch die eines Künstlers, der sich über Jahrzehnte hinweg immer wieder musikalisch neu orientiert hat und trotzdem dabei seinem eigenen Stil treu geblieben ist.
Laith Al-Deen wurde 1972 in Karlsruhe geboren. Er hat irakische Wurzeln und wuchs teilweise in den USA auf, bevor er nach Deutschland zurückkehrte und seinen Platz in der Mannheimer Musikszene fand. Die unterschiedlichen kulturellen Einflüsse gehören zu seiner persönlichen Geschichte, auch wenn seine Musik vor allem im deutschsprachigen Pop verwurzelt ist. Seinen Durchbruch schaffte er Anfang der 2000er-Jahre mit Songs, die persönliche Gefühle, Sehnsucht, Zweifel und die Suche nach Orientierung in eingängige Melodien übersetzen. Anders als viele Künstler, die vor allem über ein bestimmtes Image funktionieren, stand bei Laith Al-Deen von Beginn an seine Stimme im Mittelpunkt: kraftvoll, rau an den richtigen Stellen und zugleich ausgesprochen gefühlvoll. Songs wie „Dein Lied“ und „Bilder von dir“ dürften jedem Freund deutschsprachiger Musik direkt im Ohr sein.
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Eigentlich dauert seine Popkarriere schon einen Tick länger als 25 Jahre, aber man will nicht kleinlich sein. Auch 26 Jahre nach seinem Debüt „Ich will nur wissen“ kann ich mich an diesem Jubiläumsalbum mit dem Titel „25 – Best of“ erfreuen. Ganze 15 wegweisende Songs wurden neu aufgenommen und arrangiert, gemeinsam mit seiner langjährigen Band sowie Streichern, Bläsern und musikalischen Weggefährten. Es geht also nicht nur darum, alte Hits noch einmal aufzulegen, sondern sie aus heutiger Perspektive neu zu interpretieren. Man höre nur die neue Version von „Bilder von dir“, die einen ganz neuen rhythmischen Drive bekommen hat.
Entstanden ist ein Album, das Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbindet. Eine musikalische Zeitreise, die zeigt, wie sehr Songs mit ihrem Künstler wachsen können. Von Klassikern wie „Dein Lied“ und „Ich will nur wissen“ bis hin zu späteren Publikumslieblingen wie „Paket Hoffnung“, „Kennst Du Das Auch“ oder „Dein Begleiter“: Jeder Titel wurde neu gedacht und mit hörbarer Spielfreude weiterentwickelt. Mal größer und orchestraler, mal intimer und reduzierter. Immer mit Respekt vor den Originalen und gleichzeitig mit dem Mut, neue Perspektiven zuzulassen. Auch mein Lieblingsalbum ist mit dem Titelsong „Die Liebe zum Detail“ und dem emotionalen Smashhit „Keine wie du“ vertreten, was mich besonders freut.
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Laith Al-Deen gehört zu jener Generation von Musikern, die den deutschsprachigen Pop Anfang der 2000er-Jahre entscheidend mitgeprägt haben. Sein Weg führte vom überraschenden Durchbruch über große Charterfolge bis hin zu einer langjährigen Karriere, in der nicht jedes Album dieselbe Aufmerksamkeit erhielt, die musikalische Arbeit aber stetig weiterging. Laith ist kein Künstler, dessen Geschichte sich allein über Verkaufszahlen erzählen lässt. Er hat sich verändert, mit unterschiedlichen musikalischen Ansätzen experimentiert und sich über 25 Jahre hinweg eine eigene Identität bewahrt.
Die Reihenfolge der Neuaufnahmen ist nicht chronologisch, sondern erzeugt ein neues Stimmungsbild voller Melancholie. Ein umfangreiches Booklet liefert alle Songtexte und die Aufstellung aller Mitstreiter für dieses tolle Projekt. Das Jubiläumsalbum bietet viel mehr als eine Sammlung alter Hits. Es ist auch die Gelegenheit, einen Sänger wiederzuentdecken, dessen Karriere deutlich umfangreicher ist als sein bekanntester Song.
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Tokio Hotel kehren zurück – größer als je zuvor! Nach ihrer erfolgreichen Tour durch Nord- und Südamerika und einer restlos ausverkauften Europa Tour 2025 setzt die Band mit der ARENA TOUR 2026 neue Maßstäbe. Mit spektakulären Live-Shows in einigen der renommiertesten Arenen Europas versprechen Tokio Hotel ihren Fans ein unvergleichliches Konzerterlebnis.
Seit über zwei Jahrzehnten begeistern Tokio Hotel Millionen von Fans weltweit. Mit Hits wie „Durch den Monsun“ und „White Lies“ haben sie sich als eine der erfolgreichsten deutschen Bands international etabliert. Ihr einzigartiger Sound, ihre ständige kreative Weiterentwicklung und energiegeladene Live-Auftritte machen sie zu einer Ausnahmeerscheinung in der Musiklandschaft.
„Diese Tour wird unser bisher größtes Live-Erlebnis“, erklärt die Band. „Wir haben in den letzten Jahren unvergessliche Konzerte gespielt, aber diesmal heben wir alles auf ein neues Level. Das Bühnenbild, die Produktion und die Setlist – alles wird außergewöhnlich!“
Aber das ist erst der Auftakt! Diese ersten Termine bieten nur einen Vorgeschmack und markieren den Beginn eines neuen Kapitels für die zukünftigen Live-Aktivitäten der Band!
CONTRA presents TOKIO HOTEL – ARENA TOUR 2026
28.10.2026 UK-London, OVO Arena Wembley
30.10.2026 FR-Paris, adidas arena
01.11.2026 DE-Hamburg, Barclays Arena
02.11.2026 BE-Brussels, Forest National
04.11.2026 NL-Amsterdam, AFAS Live
05.11.2026 DE-Frankfurt, Festhalle
07.11.2026 DE-Berlin, Uber Arena
08.11.2026 DE-Nuremberg, PSD Bank Nürnberg ARENA
10.11.2026 CH-Zurich, Hallenstadion
11.11.2026 IT-Milan, Unipol Forum
13.11.2026 DE-Leipzig, QUARTERBACK Immobilien ARENA
15.11.2026 AT-Vienna, Wiener Stadthalle
16.11.2026 DE-Munich, Olympiahalle
18.11.2026 LU-Luxembourg, Rockhal
19.11.2026 DE-Düsseldorf, PSD BANK DOME
Tokio Hotel kehren zurück – größer als je zuvor! Nach ihrer erfolgreichen Tour durch Nord- und Südamerika und einer restlos ausverkauften Europa Tour 2025 setzt die Band mit der ARENA TOUR 2026 neue Maßstäbe. Mit spektakulären Live-Shows in einigen der renommiertesten Arenen Europas versprechen Tokio Hotel ihren Fans ein unvergleichliches Konzerterlebnis.
Seit über zwei Jahrzehnten begeistern Tokio Hotel Millionen von Fans weltweit. Mit Hits wie „Durch den Monsun“ und „White Lies“ haben sie sich als eine der erfolgreichsten deutschen Bands international etabliert. Ihr einzigartiger Sound, ihre ständige kreative Weiterentwicklung und energiegeladene Live-Auftritte machen sie zu einer Ausnahmeerscheinung in der Musiklandschaft.
„Diese Tour wird unser bisher größtes Live-Erlebnis“, erklärt die Band. „Wir haben in den letzten Jahren unvergessliche Konzerte gespielt, aber diesmal heben wir alles auf ein neues Level. Das Bühnenbild, die Produktion und die Setlist – alles wird außergewöhnlich!“
Aber das ist erst der Auftakt! Diese ersten Termine bieten nur einen Vorgeschmack und markieren den Beginn eines neuen Kapitels für die zukünftigen Live-Aktivitäten der Band!
CONTRA presents TOKIO HOTEL – ARENA TOUR 2026
28.10.2026 UK-London, OVO Arena Wembley
30.10.2026 FR-Paris, adidas arena
01.11.2026 DE-Hamburg, Barclays Arena
02.11.2026 BE-Brussels, Forest National
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Sack sind eine dieser Bands, bei denen man sich fragt, warum sie eigentlich nie den ganz großen Durchbruch geschafft haben. Die irische Formation aus Dublin war bereits in den 1990er-Jahren ein Geheimtipp der britischen Indie-Szene, wurde von prominenten Musikern geschätzt und durfte sogar als Support für Morrissey auf Tour gehen. Doch während andere Bands ihrer Generation zu großen Namen wurden, blieb Sack eher ein Fall für Kenner. Mit „Wake Up People!“ meldeten sie sich 2024 nach mehr als zwei Jahrzehnten ohne neues Studioalbum eindrucksvoll zurück.
Sack entstanden Anfang der 1990er-Jahre in Dublin und machten sich mit melodischem Alternative Rock und Indie-Pop einen Namen. Ihre Musik verbindet eingängige Melodien mit kantigen Gitarren, einer gewissen melancholischen Grundstimmung und dem Gespür für Songs, die sich schnell festsetzen, ohne beliebig zu klingen.
Das Album „Wake Up People!“ erschien ursprünglich am 18. Oktober 2024 und war ihr erstes Album mit neuem Material seit 2001. Möglich wurde die Veröffentlichung auch durch die Unterstützung der Fans: Eine Crowdfunding-Kampagne half der Band dabei, das Projekt unabhängig auf die Beine zu stellen. Das gab Sack die kreative Kontrolle über ihre Musik zurück – und passt zu einer Formation, die sich offenbar nicht mehr darum kümmern muss, irgendwelchen Erwartungen der Musikindustrie gerecht zu werden.
Der Titel „Wake Up People!“ ist durchaus politisch gemeint. Die Band macht sich Sorgen über Desinformation, gesellschaftliche Entwicklungen und eine politische Stimmung, in der demokratische Werte zunehmend unter Druck geraten. Gitarrist Tony Barrett bezeichnete den Titel in einem Interview als Weckruf angesichts beunruhigender politischer Zeiten in Irland.
Musikalisch setzen Sack auf ihre bewährten Stärken: melodischer Indie-Rock, prägnante Gitarren, einprägsame Refrains und die unverwechselbare Stimme von Martin McCann. Dabei klingt die Band nicht wie eine Gruppe, die lediglich ihre Vergangenheit verwalten möchte. Die neuen Songs zeigen vielmehr Musiker, die wieder Lust am gemeinsamen Songwriting haben und ihre Erfahrungen aus mehreren Jahrzehnten in frisches Material einfließen lassen.
Zur Freude aller Musikliebhaber gibt es das Album seit Juli auch als klassische LP. Es ist auf orangefarbenem Bio-Vinyl erschienen und bringt die elf Songs optisch ansprechend ins Plattenregal. Die Veröffentlichung unterstreicht, dass Sack nach ihrem Comeback nicht nur musikalisch wieder präsent sind, sondern auch bei Sammlern und Freunden guter Indie-Alben punkten wollen.
„Wake Up People!“ ist ein bemerkenswertes Comeback einer Band, die eigentlich viel mehr Aufmerksamkeit verdient hätte. Sack bringen die Qualitäten des britisch-irischen Indie-Pop der Neunziger mit ins Hier und Jetzt, ohne sich in der Vergangenheit einzurichten. Wer melodischen Gitarrenpop mit Charakter, intelligenten Texten und einer ordentlichen Portion Haltung mag, sollte dieses Album unbedingt auf dem Schirm haben.
Colleen Hoover ist eine US-amerikanische Schriftstellerin, die vor allem mit Liebesromanen, emotionalen Beziehungsdramen und psychologischen Spannungsromanen bekannt geworden ist. Sie gehört zu den international erfolgreichsten Autorinnen der vergangenen Jahre. Besonders beliebt ist sie bei einem jüngeren Publikum, nicht zuletzt durch die große Reichweite von Buchempfehlungen auf TikTok, besser bekannt als „BookTok“.
Der Originalroman „Verity“ erschien am 7. Dezember 2018 auf Englisch. Die US-Ausgabe wurde von der Autorin zunächst im Selbstverlag veröffentlicht. Die deutsche Übersetzung von Katarina Ganslandt erschien 2020 bei dtv. Pünktlich zum Kinostart gibt es jetzt eine Neuauflage.
Zum Inhalt: Die Jungautorin Lowen Ashleigh soll die gefeierten Psychothriller von Bestsellerautorin Verity Crawford zu Ende schreiben. Diese ist seit einem Autounfall, der unmittelbar auf den gewaltsamen Tod ihrer beiden Töchter folgte, geistig beeinträchtigt und nicht mehr ansprechbar. Lowen akzeptiert das Angebot – vor allem, weil sie sich zu Veritys Ehemann Jeremy hingezogen fühlt – und entdeckt während ihrer Recherchen im Haus der Crawfords Schreckliches.
Als Leser war ich direkt mitten in der intensiven Geschichte drin, die mit einer Zufallsbegegnung von Lowen mit Veritys Ehemann Jeremy beginnt. Da ihr selbst das Wasser grade bis zum Hals steht, lässt sie sich auf das Abenteuer ein, im Haus der Crawfords zu leben und die Unterlagen der nicht ansprechbaren Verity zu sichten.
Alles ist sehr atmosphärisch und spielt sich auf zwei Ebenen ab, da Lowen eine autobiografische Erzählung der Autorin findet, die dunkle Geheimnisse offenbart und Einblick in verstörende Geschehnisse gibt. Dabei entsteht ein starkes Verwirrspiel, das mit überraschenden Wendungen aufwartet. Gleichzeitig entwickelt Lowen Gefühle für Jeremy. Damit wird die Situation zusätzlich kompliziert: Sie ist nicht länger nur eine Beobachterin, sondern hat selbst etwas zu verlieren.
Die Stärke der Geschichte besteht übrigens darin, dass wir uns als Leser oder Zuschauer selbst dabei ertappen, wie wir aufgrund einzelner Hinweise ein Urteil fällen und anschließend feststellen müssen, dass wir uns möglicherweise haben manipulieren lassen. Daher spielt es eigentlich keine Rolle, ob man den Film oder das Buch zuerst konsumiert. Beides hat seinen Reiz! Man sollte sich aber nicht davon irritieren lassen, dass der Film einige (mit Hoover abgestimmte) Handlungselemente ändert, um fürs Kino dramaturgisch gefälliger zu sein.
Es war meine erste Lektüre eines Romans von Colleen Hoover, aber ich werde sie definitiv weiter im Auge behalten!
Neun starke Musiker auf der Bühne, davor eine blonde Frau im roten Glitzerkleid, auffällig tätowiert, ständig in Bewegung und mit einer Stimme, die irgendwo tief unten im Jazzkeller wohnt. Storm Large braucht bei Pink Martini nicht lange, um klarzumachen, wer hier gerade den Laden aufmischt. Was diese Frau an Bühnenpräsenz mitbringt, ist schlicht grandios. Ich war ziemlich schnell sehr geflasht.
Dabei ist Pink Martini eigentlich viel größer als eine Sängerin. Thomas Lauderdale und seine Mitstreiter sind ein kleines, bestens eingespieltes Orchester, das an diesem Abend mühelos zwischen Jazz-Standards, Chansons, Latin, Pop und Weltmusik hin- und herspringt. Piano, Gitarre, Streicher, Percussion und ein ganzer Bläsersatz sorgen für einen Sound, der gleichzeitig elegant, verspielt und ausgesprochen tanzbar daherkommt. Immer wieder haben die Instrumentalisten genügend Raum für kleine Soli. Hier stehen Vollblutmusiker auf der Bühne, die hörbar Spaß an dem haben, was sie tun.
Die erste Hälfte des Konzerts in der Neuen Gebläsehalle Neunkirchen wurde von Storm Large beherrscht. Ihre tiefe, eindringliche Stimme passt hervorragend zu dieser musikalischen Welt. Gleichzeitig brachte sie eine Energie auf die Bühne, die Pink Martini immer wieder aus der gemütlichen Lounge-Ecke herauskatapultiert. Sie sang in mehreren Sprachen, flirtete mit dem Publikum, tanzte, spielte und machte aus jedem Auftritt eine besondere Show. Ein halber Freddy-Quinn-Song auf Deutsch gehörte ebenso dazu wie ein persönlicher Gruß an ihren Cousin aus Neunkirchen. Dass sie dabei niemals den Eindruck erweckte, einfach nur ihr Programm abzuspulen, machte einen wesentlichen Teil des Abends aus.
Für die zweite Farbe sorgte Meow Meow. Schon der Name ist Programm, und auch sie machte aus ihrem Auftritt mehr als nur Gesang. Sie verteilte Blumen, damit man sie wieder zurück auf die Bühne warf, spielte mit dem Publikum und brachte eine gehörige Portion Comedy und Varieté ins Geschehen. Musikalisch ging es unter anderem mit Jacques Brel und französischem Chanson in eine ganz andere Richtung. Später teilten sich Storm Large und Meow Meow bei einem Edith-Piaf-Stück die Bühne. Zwei Frauen, zwei Stimmen, zwei völlig unterschiedliche Bühnenpersönlichkeiten. Gerade dieses Wechselspiel machte den Abend so abwechslungsreich.
Überhaupt entwickelte sich das Konzert immer stärker zu einer großen gemeinsamen Party. Beim Dance Contest zu „¿Dónde estás, Yolanda?“ wurde auch aus dem Publikum plötzlich ein Teil der Show. Besonders die Männer ließen sich nicht lange bitten und legten eine heiße Sohle aufs Parkett, was für einige ziemlich witzige Momente sorgte. Und als Pink Martini schließlich 16 Zuschauer für einen gemeinsamen Chor auf die Bühne beziehungsweise ins Rampenlicht holten, wurde endgültig klar: hier war die klassische Trennung zwischen Bühne und Saal längst obsolet.
Nach rund 80 Minuten verabschiedete sich die Band zunächst, aber natürlich war noch lange nicht Schluss. „Bella Ciao“ und „Brazil“ setzten den Schlusspunkt unter einen Abend, der musikalisch kaum in eine Schublade passte. Jazz, Chanson, Latin, Weltmusik, große Melodien und ein bisschen Kitsch – bei Pink Martini durfte alles nebeneinander existieren, solange es mit Stil, Können und einer gehörigen Portion Spielfreude präsentiert wurde. Und genau das gelang in der Gebläsehalle hervorragend.
Pink Martini waren an diesem Abend nicht einfach eine Band, die ihre Songs spielte. Sie waren kleines Orchester, Jazzclub, Chansonbühne, Varieté und Tanzkapelle in einem. Und mittendrin zwei grandiose Sängerinnen, die mit ihren gewaltigen Stimmen und ihrer unglaublichen Präsenz dafür sorgten, dass man diesen Abend so schnell nicht vergisst.
Seit einem Vierteljahrhundert halten ASP aus Frankfurt die Fahne des düsteren Gothic-Rock in Deutschland hoch. Eine Reihe herausragender Alben ist in dieser Zeit erschienen. Man denke nur an die Vertonung der sorbischen Sage um den Zauberlehrling Krabat oder an das zweiteilige „Verfallen“, die Vertonung einer Horrorgeschichte des bekannten Autors Kai Meyer.
Ganz besonders stechen aber zwei breit angelegte Konzeptwerke aus dem Backkatalog der Band heraus: Der Liederzyklus des „Schwarzen Schmetterlings“ umfasst die ersten fünf Alben der Band und gilt in seiner Gesamtheit als düsteres Meisterwerk. Zu dieser Zeit war die Musik noch sehr elektronisch geprägt – erst im Laufe der Jahrzehnte kamen stärkere Rockelemente hinzu. Und der „Fremder“-Zyklus (ab 2011) erzählt die Geschichte eines Reisenden, der viele verschiedene Realitäten und Welten besucht.
Zuletzt überraschte die Band mit dem Album „Horrors“, welches mit musikalischen Kurzgeschichten eine spannende Abwechslung zu den bisherigen verschachtelten Erzählstrukturen bot und für ein aufregendes Intermezzo sorgte, bevor sie sich im Jubiläumsjahr 2024 einer umwerfenden Neuinterpretation von ASP-Klassikern widmete, die unter dem klangvollen Namen „Returning to Haunted Places“ veröffentlicht wurde. Kürzlich erschien die EP „Mehr denn je!“, die auch der aktuellen Tour ihren Titel gibt.
Seit der rockigen Bandumbesetzung 2011 mit Sören Jordan an der Lead-Gitarre ergänzen Elemente aus Rock und Metal das Geschehen und tragen zu einem phantasievollen Gesamtwerk bei. Frontmann Asp Spreng interpretiert die Stücke gewohnt intensiv und eindrücklich – so wird das Erzählen musikalischer Geschichten zur Kunstform.
Eins steht nach Jahrzehnten des Schaffens fest: Auf der Bühne sind ASP immer ein Erlebnis – ob bei den Hallenkonzerten, als Headliner der einschlägigen Szene-Festivals oder auf großen Metal-Veranstaltungen wie dem Wacken Open Air und dem Rockharz. Das Konzert in der Neuen Gebläsehalle Neunkirchen war nach den Worten von Alexander „Asp“ Spreng zwar (passend zum kleinen Saarland) das kleinste Konzert auf der Tour, doch er empfand es durchaus als das lauteste. Und ich kann zustimmen: Die Stimmung war ab Beginn bis zum Ende des 150minütigen Konzerts durchgehend ganz oben mit einem feier- und singfreudigen Publikum.
ASP bauen die Konzerte der „Mehr denn je!“-Tour wie eine Zeitreise durch die eigene Geschichte auf: Zwischen frühen Klassikern, Stücken aus dem „Schwarzen Schmetterling“ und späteren Kapiteln blieb immer auch Platz für aktuelle Songs. Besonders bei „Und wir tanzten“, „Schwarzes Blut“ oder „Werben“ zeigte sich, wie tief diese Stücke im kollektiven Gedächtnis des Publikums verankert sind. Dazwischen sorgten die düster-verspielten und manchmal herrlich morbiden Stücke dafür, dass das Konzert nie in eine simple Hitparade abrutschte. Mit „Schockrock“, „Mondlicht Romantasy“ und „Mehr denn je!“ bekamen auch die neuen Stücke ihren Platz.
Überhaupt war die Stimmung weniger die eines gewöhnlichen Konzerts als die eines großen Familientreffens der Schwarzen Schmetterlinge: vertraut, textsicher und jederzeit bereit, sich gemeinsam in die düsteren Geschichten fallen zu lassen. Der Frontmann schaffte es gar, das Publikum vom nervigen Handy-Filmen abzuhalten. Und der Song „Rücken an Rücken“ war ein ganz besonderes Element, als sich sowohl der Sänger als auch das komplette Publikum den Rücken zukehrten.
Für 2027 darf man sich auf die „Wunschgegner Tour“ freuen, bei der die Fans die Setlist bestimmen dürfen. ASP freuen sich auf das Ergebnis der Abstimmung, aber sie fürchten es auch. Spannend!
Die international ausgezeichnete kanadische Singer-Songwriterin Loreena McKennitt veröffentlicht am 9. Oktober 2026 die „Definitive Edition“ ihres Albums „The Mask and the Mirror“ und würdigt damit das Original aus dem Jahr 1994 mit exklusivem, bisher unveröffentlichtem Material. Die neue, limitierte Deluxe-Edition – die ab sofort vorbestellbar ist – bietet ein reichhaltiges Hörerlebnis und lädt dazu ein, tief in dieses wegweisende Werk einzutauchen, das ein neues Licht auf einen entscheidenden Wendepunkt in McKennitts mit Mehrfach-Platin ausgezeichneter Karriere wirft. Die Veröffentlichung wird von einer Tournee begleitet, die sich über zwei Kontinente erstreckt: Stationen in Kanada im Herbst dieses Jahres sowie Konzerte in Europa im Frühjahr 2027 (Tourdaten findet ihr unten).
„The Mask and Mirror“ war McKennitts fünftes Studioalbum und wurde für seine atmosphärische Mischung aus spanischen, keltischen und marokkanischen Einflüssen sowie für eine einzigartige instrumentale Klangpalette – darunter Cello, Uilleann Pipes, Doumbek, Tabla und Oud – gelobt. Das Album sprengt Genregrenzen, indem es die exquisite Stimme der Künstlerin mit einer Vielzahl klanglicher Texturen verbindet und so melodische Bilder vergangener Zeiten und ferner Orte heraufbeschwört. Es zeichnet sich durch weitläufige Songstrukturen aus; die „LA Times“ beschrieb es als „Musik voller düsterer Tiefen, spiritueller Sehnsüchte und uralter Echos“.
Credit: Quinlan Road
Die „The Mask and Mirror Definitive Edition“ ist ein Set aus vier Discs, das von dem dreifachen JUNO-Award-Gewinner Jeff Wolpert (Desert Fish, Toronto) gemastert wurde. Das Set umfasst zwei CDs, eine DVD sowie eine Audio-Blu-ray und ist in einem hochwertigen Hardcover-Buch untergebracht. Es enthält ein 32-seitiges Booklet mit dem Original-Artwork des Albums, Begleittexten sowie Erinnerungsstücken aus den Jahren 1994 und 1995 – darunter Fotos, Interviews, Aufnahmen einer Generalprobe und Audio-Darbietungen, von denen vieles zuvor unveröffentlicht war. Zudem bietet es einen vierteiligen, persönlichen Essay, gesprochen von McKennitt; darin reflektiert sie über die Reisen, die die Songs inspirierten, die besonderen Aufnahmebedingungen des Albums, die anschließende internationale Tournee sowie die heutige Bedeutung all dieser Erlebnisse für sie. Gestaltet wurde das Paket von der GRAMMY®-Preisträgerin Jeri Heiden (SMOG Design, Inc., Los Angeles). Diese Neuveröffentlichung ist der zweite Teil einer fortlaufenden Reihe von „Definitive Editions“, die die Höhepunkte von McKennitts bisheriger Karriere würdigen; die „The Visit Definitive Edition“ erschien bereits 2021.
McKennitt ist sich der persönlichen Bedeutung von *The Mask and Mirror* für ihre herausragende, jahrzehntelange Karriere bewusst: „Indem ich diese neue Ausgabe anlässlich des 30. Jubiläums der Originalveröffentlichung zusammenstelle und mit Sammlern sowie Liebhabern teile, lade ich treue Fans, Neugierige und hoffentlich auch eine neue Generation von Hörern dazu ein, mich in die Welt der Musik und der Geschichten hinter den Liedern zu begleiten – auf der Suche nach den Lehren, Gemeinsamkeiten und universellen Erfahrungen, die uns alle verbinden.“
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Loreena McKennitts vielseitige, keltisch geprägte Mischung aus Pop, Folk und Weltmusik hat sich weltweit mehr als 16 Millionen Mal verkauft. Ihre Aufnahmen erreichten in 15 Ländern auf vier Kontinenten Gold-, Platin- und Mehrfach-Platin-Status. Sie wurde zweimal für einen GRAMMY® Award nominiert, gewann zweimal den JUNO Award und erhielt den Billboard International Achievement Award. Sie trat an einigen der geschichtsträchtigsten Konzertorte der Welt auf, darunter die Carnegie Hall in New York, die Royal Albert Hall in London, die Alhambra in Granada (Spanien) und die Akropolis in Athen (Griechenland). Zudem gab sie Konzerte für hochrangige Persönlichkeiten aus aller Welt, darunter die verstorbene Königin Elisabeth II., Seine Majestät König Charles III. und weitere Staatsoberhäupter. Zu den jüngsten Auszeichnungen zählen ihre Ernennung vom „Member“ zum „Officer“ des Order of Canada (2026), die Beförderung vom „Chevalier“ zum „Officier“ des französischen Ordre des Arts et des Lettres (2026) sowie die Aufnahme in die Canadian Songwriters’ Hall of Fame (2023) und die Canadian Music Hall of Fame (2025).
Credit: Horst Stasny – Quinlan Road Ltd.
Die Europatournee, die 30 Konzerte in neun Ländern umfasst, beginnt im kommenden Frühjahr; die Auftritte starten am 22. Februar und enden am 3. April.
Da ist es also – das Album meiner beiden Lieblingsgitarristen. Hackett und Rothery haben sich zusammengetan, um ihre Klangwelten zu einem instrumentalen Album namens „The Roaring Waves“ zu vereinen. Sehr atmosphärisch, sehr dicht und mit einem starken thematischen Hintergrund.
Steve Hackett ist natürlich vor allem als Gitarrist von Genesis bekannt. Er kam 1971 dazu und prägte deren klassische Prog-Phase bis zu seinem Ausstieg 1977. Gerade seine eher atmosphärische, experimentelle Art des Gitarrenspiels unterschied ihn von vielen damaligen Prog-Gitarristen: er lieferte Klangfarbe, Dynamik und Atmosphäre. Auch seine Soloalben zeigen diese enorme stilistische Bandbreite. In den vergangenen Jahren hat er zudem mit seinen Genesis-Revisited-Projekten immer wieder die Musik seiner Genesis-Zeit auf die Bühne gebracht.
Steve Rothery wiederum ist seit 1979 Gitarrist von Marillion und damit das einzige Mitglied, das seit den frühesten Tagen durchgehend zur Band gehört. Er entwickelte jene stark atmosphärische, oft melancholische Spielweise, die zu einem Markenzeichen von Marillion wurde. Interessant ist, dass Rothery auch außerhalb von Marillion immer wieder seine Vorliebe für instrumentale, weitläufige Musik ausgelebt hat – etwa auf seinem Soloalbum „The Ghosts of Pripyat“ oder zuletzt im elektronisch geprägten Projekt Bioscope mit Tangerine-Dream-Musiker Thorsten Quaeschning.
Die Zusammenarbeit von Hackett und Rothery stand schon länger im Raum, doch es hat mehrere Jahrzehnte musikalischer Freundschaft und am Ende fast acht Jahre Arbeit an einem gemeinsamen Album gedauert, bis wir es nun endlich in Händen halten. „The Roaring Waves“ liefert sieben Instrumentalstücke in 45 Minuten und eine musikalische Reise, die weniger nach Gitarren-Duell als nach gemeinsamer Klangmalerei klingt.
Die beiden Gitarrenmeister spielen sich die Bälle zu, lassen ihre Instrumente miteinander reden und schaffen dabei eine wunderbar atmosphärische, manchmal geheimnisvolle Welt aus grandiosen Klängen. Das Ganze gepaart mit den Keyboards von Ricardo Romano, starken Drum-Passagen und lautmalerischen Backing Vocals, eingesungen von den Familien der beiden Protagonisten.
Schon „The Storm“ macht seinem Namen alle Ehre: Langsam zieht das Unwetter auf, die Gitarren schweben und schieben sich umeinander, bevor sich die Musik immer weiter verdichtet. „Sandsend“ nimmt anschließend deutlich Tempo heraus und klingt wie ein Spaziergang an der Küste, während bei „Red Dragon“ plötzlich kräftig gerockt wird.
Der Titelsong „The Roaring Waves“ ist mit über sieben Minuten das Herzstück der Platte. Kein hektisches Prog-Gefrickel, sondern ein Stück, das sich Zeit nimmt und seine Wirkung aus Atmosphäre und Dynamik zieht. Auch „K-129“ und „The Black Sea“ tauchen tief in die dunklere Seite des Albums ein. Besonders „The Black Sea“ zeigt, wie wunderbar Rotherys melancholischer Gitarrenton und Hacketts oft etwas verspieltere Klangsprache miteinander funktionieren.
Zum Schluss biegt „Pacific Coast Highway“ dann noch einmal überraschend ab. Statt düsterer Meeresstimmung gibt es Sonne, Weite und einen Hauch Roadtrip-Feeling. Ein schöner Kontrast und ein ziemlich entspannter Abschied. Überhaupt ist „The Roaring Waves“ erstaunlich entspannt. Die sieben Instrumentalstücke wirken nie wie der Versuch, noch einmal irgendwelche technischen Gitarrenrekorde aufzustellen. Dafür haben Hackett und Rothery längst nichts mehr zu beweisen. Sie spielen einfach miteinander – und genau das macht den Reiz dieser Zusammenarbeit aus.
„The Roaring Waves“ ist kein neues Genesis- und auch kein neues Marillion-Album. Es ist ein atmosphärisches Instrumentalwerk zwischen Progressive Rock, Ambient und klassischer Gitarrenmelodie. Musik zum Versinken, Entdecken und – idealerweise – mit Kopfhörern genießen. Wir erleben zwei alte Prog-Recken, die gemeinsam aufs Meer schauen. Und manchmal muss man eben nicht viel mehr tun als zuhören.
Seit 1979 existieren die schwedischen Hardrocker von EUROPE schon als Band und sollten eigentlich auf einer Stufe mit Kollegen wie Whitesnake, Rainbow und Deep Purple stehen – wäre da nicht ihr riesiger Erfolg mit „The Final Countdown“, der ihnen oft das Geschmäckle eines One-Hit-Wonders mitgibt. Ein solcher Hit, den die meisten schon nach zwei Akkorden erkennen und den die meisten auf Anhieb fehlerfrei mitsingen können, ist Segen wie Fluch. Bands wie Münchner Freiheit und Fools Garden sagen unumwunden, dass der große Hit ihnen auch nach Jahrzehnten noch das regelmäßige Einkommen sichert. Zugleich ist es aber auch unsäglich, immer nur über einen einzigen Song definiert zu werden. Bei EUROPE kamen übrigens noch „Carrie“ und „Rock the Night“ als veritable Gassenhauer, doch von denen hört man im Mainstream schon lange nichts mehr in Radio und Playlists.
EUROPE haben sich 1992 zunächst aufgelöst und elf Jahre später wieder zusammengefunden. Die aktuelle Besetzung entspricht immerhin noch der wichtigen 80er-Besetzung, die sich ab 1984 etabliert hatte. Also man bekommt wirklich die echten EUROPE und keine halbherzige Coverband gleichen Namens.
Fünf Alben sind bis 1992 erschienen und ganze sieben nach der Reunion. Dabei waren ihnen Charterfolge in Europa sicher, vor allem natürlich in Schweden, aber auch in UK, Österreich und Deutschland, wo sich das aktuelle Werk „Come This Madness“ auf Anhieb in den Top 10 etabliert hat.
„Mit dem neuen Album Come This Madness wollten wir Songs im Geiste der alten Tage schreiben und produzieren“, sagt Joey Tempest, Gründungsmitglied und Frontmann. „Es gibt jede Menge mitreißende Melodien und große Refrains, und wir haben hart an der Produktion gearbeitet. Wir hatten viel Spaß bei der Arbeit an dem Album im Studio. Das gesamte Album weist starke Bezüge zu unserer Vergangenheit auf, und ich glaube, viele Europe-Fans werden es lieben!“ Mit dem neuen Album wird ein weiteres Kapitel in der beständigen Erfolgsgeschichte von Europe aufgeschlagen. „Für dieses Album haben wir uns angesehen, was in der Welt vor sich geht, und versucht, einen Teil davon in unseren Songs zu beschreiben. Aber letztendlich geht es um Unterhaltung, um Musik – und vor allem darum, Spaß zu haben!“, resümiert Joey Tempest.
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Musikalisch zeigen sich EUROPE auf „Come This Madness“ deutlich härter und kantiger als zu ihren großen 80er-Jahre-Zeiten. Die Band verbindet klassischen Hardrock mit progressiven Momenten, großen Melodien, atmosphärischen Keyboards und immer wieder ausladenden Gitarrenpassagen. John Norums Spiel reicht dabei von bluesigen Läufen über klassische Hardrock-Riffs bis hin zu fast schon virtuosen Soli. Gleichzeitig sorgt Joey Tempests melodischer Gesang dafür, dass die Songs trotz aller Härte unverkennbar nach EUROPE klingen. Besonders spannend ist das Zusammenspiel von Norums Gitarren und Mic Michaelis Keyboards, das dem Album stellenweise eine fast epische, theatralische Breite gibt.
„Come This Madness“ wurde im RMV-Studio aufgenommen, dem Stockholmer Tonstudio, das von Benny und Ludvig Andersson gegründet wurde. Das Album enthält Gastauftritte von Tobias Forge (Ghost) und Michael Åkerfeldt (Opeth) und wurde von dem gefeierten Produzenten Tom Dalgety (Ghost, Rammstein, Pixies, The Cult, Opeth) produziert, der sich während des gesamten Prozesses als treibende kreative Kraft erwies, tief in den Songwriting- und Aufnahmeprozess der Band eingebunden war und den Sound des Albums prägte. Joey Tempest resümiert: „Es war mir ein wahres Vergnügen, mit Tom zusammenzuarbeiten“.
Inhaltlich ist „Come This Madness“ deutlich nachdenklicher als viele frühere EUROPE-Alben. Tempest verarbeitet darin seine Beobachtungen einer zunehmend unübersichtlichen und gesellschaftlich angespannten Welt. „The Cult of Ignorance“, der vielsagende Titelsong und besonders „In the Absence of Grace“ beschäftigen sich mit Ignoranz, Wahrheit, Demokratie und einem verlorengegangenen moralischen Kompass. Daneben gibt es mit „This Time of Year“ auch eine melancholische, persönliche Seite, die von Sehnsucht und dem Vergehen der Zeit erzählt.
Neben der aktuellen Veröffentlichung geht die Band auf eine große Tour zum 40-jährigen Jubiläum von „The Final Countdown“. Die „40th Anniversary Tour“ startete am 30. September in Glasgow und verspricht, das Erbe, das sie geprägt hat, mit der neuen Energie zu verbinden, die sie heute antreibt. Der Wahnsinn geht weiter!
Mit seinen beiden Krimi-Reihen um das Ermittlerteam Joe O’Loughlin und Vincent Ruiz sowie der zweiten Reihe um den forensischen Psychologen Cyrus Haven gehört der Australier Michael Robotham zu meinen Lieblingsautoren. Dabei stört es gar nicht, dass der neue Roman „Bruderherz“ nicht zu einer der Reihen gehört, sondern ein Stand-alone-Thriller ist, der mit neuen Figuren und in sich abgeschlossener Handlung aufwartet.
Was sehr interessant klingt: Robotham teilt in der Danksagung am Ende des Buchs mit, dies sei zwar sein zwanzigster veröffentlichter Roman, in Wahrheit aber sein Erstling, dessen Story er im Alter von zwanzig Jahren begonnen und fünf Jahre später beendet habe. Seitdem lag er als unveröffentlichtes Manuskript in einer Schublade und wurde nun endlich final zur Veröffentlichung bearbeitet.
Zur Handlung: Nach zwölf Jahren hinter Gittern kehrt Arlo Hackett in seine australische Heimatstadt Yulara zurück – ein Ort, dessen Bewohner ihn einst verurteilten und verstießen. Damals wurde er der Beihilfe zu einem schweren Verbrechen beschuldigt, das sein Bruder Luke begangen haben soll. Doch Arlo hat nie an Lukes Schuld geglaubt und will nun herausfinden, was wirklich passiert ist. Aber die Menschen in Yulara begegnen ihm mit Misstrauen und Feindseligkeit. Wer lügt, wer verschweigt etwas – und wem kann Arlo überhaupt noch trauen? Während er sich seinen schmerzhaften Erinnerungen stellt und der Wahrheit immer näherkommt, gerät sein Leben erneut aus den Fugen. Zwischen Verrat und Schuld muss er sich die Frage stellen, ob Vergebung möglich ist – oder ob sie alles zerstört, was ihm noch geblieben ist.
Parallel werden zwei Geschichten erzählt, nämlich zunächst die Handlung um Arlo, der in seine Heimat zurückkehrt und dort alles andere als willkommen ist. Man begegnet ihm mit Misstrauen und deutlicher Feindseligkeit. Nur die Jugendfreundin Helen steht an seiner Seite – und später auch die Anwältin Camille, die ebenfalls merkt, dass beim Prozess vor zwölf Jahren nicht alles mit rechten Dingen zugegangen ist.
Die zweite Story sind die Geschehnisse zur Tatzeit, nämlich dem Mord an der quirligen Saxon, die wie ein Wirbelsturm in das Leben der Familie Hackett eingedrungen ist. Auf der Flucht vor ihrem gewalttätigen Stiefvater gewinnt sie die Herzen der neuen Familie, zu der auch der intellektuell beeinträchtigte Luke gehört, der sich unbedarft und mit voller Naivität in das Mädchen verliebt. Und auch das Verhalten von Saxon strotzt vor naiver Unbeschwertheit, bis es zur Katastrophe kommt.
Die Wechsel der Erzählebenen sind sehr abrupt und optisch nicht erkennbar. Das hat mich zunächst etwas irritiert, aber mit der Zeit macht es gerade den Reiz der Erzählung aus: Vergangenheit und Gegenwart verschmelzen zu einer wunderbaren Geschichte um Freundschaft und Liebe, um Hass und Missgunst, um Formen familiären Zusammenseins, um Schuld und Gerechtigkeit.
Robotham ist hier ein eindringlicher Roman gelungen, der die Motive der Protagonisten in den Vordergrund stellt und dabei ständig zwischen Herzlichkeit sowie gefährlichen Machenschaften schwankt. Viele Handlungen, die zunächst suspekt erscheinen, finden ihre Berechtigung, aber natürlich steuert man unaufhörlich auf die tragische Wendung zu.
Der Schreibstil ist emotional und spannungsgeladen. Der Autor beschäftigt sich mit ganz unterschiedlichen Formen von Liebe und findet berührende Worte. Am Ende wird gemäß eines guten Thrillers der Täter entlarvt, doch das scheint gar nicht so wichtig. Viel wichtiger ist es, wie der Handlungsführer Arlo seinen Frieden findet und weiterleben kann. Somit ist „Bruderherz“ kein reißerischer Thriller, sondern ein sanftes Spiel mit den Emotionen. Vielleicht Robothams wichtigstes Werk.
Manchmal muss man mit seinen Gewohnheiten brechen. Die letzten zwölf Alben des Berliner Liedermachers Reinhard Mey seit „Immer weiter“ (1994) sind nämlich traditionell im Mai erschienen. Oft gab es dann einen Dreijahresrhythmus: Studioalbum, Tour, Livealbum. So hätte das ewig weitergehen können, doch wir wollen nicht vergessen: Der Barde und Spielmann wird am 21. Dezember 84 Jahre alt! Also kein Wunder, wenn er jetzt etwas kürzer tritt.
Doch halt. Man könnte ein durchproduziertes Album erwarten, viele Gäste, einige neu arrangierte Klassiker. Doch was tut der kongeniale Liedermacher? Er besinnt sich auf seine Anfänge und liefert mal wieder ein rein akustisches Studioalbum, bei dem er sich selbst an der Gitarre begleitet. 13 Titel, die den puren Reinhard bieten. Das hat man auch seit jeher bei seinen Konzerten bekommen: einen Musiker, der zwei Stunden allein auf der Bühne steht und sich selbst an der Gitarre begleitet. Chapeau, dass der Chansonnier immer noch so fit war.
„Schatzhauser“ kann sicher etwas wie ein Abschiedsalbum sein. Auch wenn ich hoffe, dass dem nicht so ist. Mey sagt selbst (sinngemäß in aktuellen Interviews), dass er sich schon mal auf den Abschied vorbereitet und alles raus haut, was er noch zu sagen hat. Vorsichtshalber. Er hat aber keineswegs vor, mit der Musik aufzuhören, wenn die Gesundheit weiter mitspielt. Sein offiziell 30. deutsches Studioalbum muss also nicht das letzte sein!
„Schatzhauser“ lächelt freundlich, ist weisen und guten Herzens, wie die namensgebende literarische Figur von Wilhelm Hauff. Er spart nichts aus, den Tod nicht, aber auch nicht das Leben, das Weinen nicht, das Lachen nicht und vor allem das Lieben nicht. Wir blicken in melancholische Seelenwinkel und werden auf wundersame Weise doch mit Zuversicht beladen zurückgelassen. Das Cover (fotografiert von Victoria-Luise Mey) deutet auf die Schönheit des Sonnenuntergangs, auch wenn er das Ende des Tages markiert. Doch ein Sonnenuntergang im Sommer im Norden, erstreckt sich sehr lange.
Thematisch gibt es wieder den gewohnten Rundumschlag. Keine Songs für die Ewigkeit wie „Über den Wolken“ und „Gute Nacht, Freunde“, keine Schlager wie „Annabelle“ oder die „Diplomatenjagd“. Reinhard muss sich keinem Publikum mehr anbiedern. Stattdessen singt er davon, was ihn beschäftigt:
„Wunderarzenei“ zeigt seine Liebe zur Musik. „D-ELVJ“ handelt mal wieder ausführlich von der Fliegerei, ganz technisch ohne philosophische Auswüchse. „Tristan“ lässt den Enkel zu Wort gekommen und dessen Liebe zu Dinosauriern. „Mimi la moustache“ liefert eine schöne Geschichte über die französische Tante Mimi, Schwester von Reinhards erster Ehefrau. Dann „Mit dir an meiner Seite“, ein Liebeslied an die Frau Hella, von denen es einfach nicht genug geben kann.
In „Zwei Köfferchen“ geht es mit viel Melancholie um die eigenen Kinder, vor allem um den verstorbenen Max, dessen Geschichte stets aufs Neue berührt. „Mein Wald“ und „In meinem Garten“ sind Loblieder auf die Natur. Reinhard Mey hat schon so viel besungen und seine Liebe zu so vielen Menschen wie Dingen ausgedrückt. In „Alter Ego“ geht es endlich mal um ihn selbst. Auch cool. „Wo sind all meine Freunde hin“ handelt natürlich vom Älterwerden, aber mit einem unerschütterlichen Optimismus an die Zeit nach dem Tod. Und das „Kinderlied“ zum Schluss schlägt den Bogen zu All-time-favourites wie „Viertel vor sieben“ und „51er Kapitän“. Das macht sein aktuelles Album absolut rund, denn hier schließen sich viele Kreise.
Die neuen Lieder hat Reinhard auf das Wesentliche reduziert – und man vermisst an keiner Stelle die große Produktion. Er erzählt seine Geschichten, nimmt uns mit in seine Welt, braucht dazu nicht mehr als eine Gitarre und seine unverkennbare Stimme. Einfach wundervoll!
Crossbone Skully melden sich mit ihrem zweiten Studioalbum „Condemned to Rock n’ Roll“ zurück, das am 29. Januar 2027 über earMUSIC erscheint. Mit der zweiten Single „Riding With Angels“ liefert die Band um Frontmann Tommy Henriksen (Alice Cooper, Hollywood Vampires) zeitgleich einen weiteren Vorgeschmack auf das kommende Album. Der Song ist ab sofort auf allen digitalen Plattformen verfügbar.
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Inspiriert von den Künstlern und Genres, die Tommy Henriksen über Jahrzehnte geprägt haben, vereint „Condemned to Rock n’ Roll“ Einflüsse aus 80er-Jahre-Metal, klassischem Rock, Pop, Country und allem dazwischen. Das Ergebnis ist laut, eingängig, roh und hymnisch, zugleich aber auch überraschend persönlich.
Über das Album sagt Henriksen: „‚Condemned to Rock n’ Roll‘ ist der Sound eines Lebens, das ganz der Musik, den Songs, dem Chaos und allem, was dazugehört, gewidmet ist. Große Gitarren, eingängige Hooks, jede Menge Attitüde und Geschichten über Außenseiter, Liebende und Kämpfer ziehen sich durch das gesamte Album. Der Spirit des klassischen Rock ist überall zu spüren, doch die Platte lebt klar im Hier und Jetzt.“
Vierzehn Songs voller Liebe, Leidenschaft, Rebellion, Freundschaft und Durchhaltevermögen, getragen von großen Gitarren, eingängigen Refrains und Tommy Henriksens unverwechselbarer Handschrift. Im Kern des Albums steht dabei eine einfache Wahrheit: „Ich habe mir Rock n’ Roll nie ausgesucht. Ich bin dazu verdammt.“
An der Seite von Frontmann Tommy Henriksen prägt Gitarristin Anna „Blackthorn“ Cara, ebenfalls bekannt aus Alice Coopers Touring-Band, den Sound von Crossbone Skully. Darüber hinaus arbeitet die Band immer wieder mit engen musikalischen Weggefährten und besonderen Gästen zusammen, die das stetig wachsende Crossbone-Skully-Universum bereichern. Hinter den Kulissen wurde Henriksen erneut von Executive Producer Mutt Lange, den renommierten Toningenieuren Mike Plotnikoff und Olle Romo, Mastering-Legende Howie Weinberg sowie dem Grammy-nominierten Mixer Jay Ruston unterstützt. Gemeinsam bildet dieses Team die kreative Grundlage von „Condemned to Rock n’ Roll“.
Fotocredit: Tommy Henriksen by Victor Chalfant
Mit der Veröffentlichung von „Condemned to Rock n’ Roll“ schlagen Crossbone Skully das nächste Kapitel ihrer Geschichte auf und laden alte wie neue Fans ein, Teil davon zu werden.
Die Reise geht weiter! Die Misfits versammeln sich! Und Crossbone Skully drehen weiter auf!
Track Listing
01. Let’s Kick Some Ass
02. Condemned To Rock n’ Roll
03. Thunder Love featuring Phil Collen
04. Riding With Angels
05. Emergency
06. Warriors
07. Angel With Tattoos
08. It’s Your Love
09. Sex Fire
10. Truck All Night
11. Destroy You Bastards
12. Victory
13. Nobody Cares
Bonus Track: It’s Never Too Late
Mit „Family Dinner“ veröffentlichte NINON am 11. September eine ihrer bisher persönlichsten Singles – und einen zentralen Vorboten ihres Debütalbums „That’s Just How Things Go“, das am 29. Januar 2027 erscheint. Der Song erzählt vom Heimkommen an Weihnachten, vom Sitzen an einem festlich gedeckten Tisch und von jenem stillen Moment, in dem man einer Person gegenübersitzt, die einem wehgetan hat – und trotzdem schweigt, um die Menschen zu schützen, die man liebt.
„Year after year, I find myself at the same table as him, dressed up and quiet, like a good daughter. Turning hard things into something beautiful is what I do, and what I want to keep doing“, sagt NINON über den Song.
Aus dieser Spannung entsteht ein Stück, das die künstlerische Welt der in Luxemburg aufgewachsenen Songwriterin besonders klar bündelt: Verletzlichkeit wird bei NINON nicht nur zugelassen, sondern bewusst geformt, verarbeitet und in etwas Transformierendes verwandelt. In ihren intimen, detailverliebten neo-barocken Popsongs liegen Schmerz, Sehnsucht und stille Wut nah beieinander – doch noch stärker spürt man darin die Entschlossenheit, für das zu kämpfen, was in ihrer Welt wirklich zählt.
„Family Dinner“ erscheint gemeinsam mit einem beeindruckenden Musikvideo unter der Regie von Rari Matei. Gedreht in Luxemburg, erweitert das Video die visuelle Sprache des Songs zu einem hochkonzeptuellen, filmischen Moment zwischen familiärer Enge, barocker Überhöhung und innerem Aufbruch.
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Beeinflusst von prägenden französischen Songwriter wie Jean-Jacques Goldman und Daniel Balavoine ebenso wie von zeitgenössischen Ikonen wie Willow Smith, Lana Del Rey und Paris Jackson, begegnet NINON ihrem Handwerk mit großer Hingabe und Sorgfalt. In ihren Texten verarbeitet die 25-Jährige ihre eigenen Lebenserfahrungen in all ihrer Komplexität und formt daraus etwas Greifbares. Genau diese Transparenz hat es ihr ermöglicht, loszulassen und sich selbst vollständig anzunehmen – mit all der Schuld, dem Schmerz und der Schönheit, die dazugehören.
Kurz nach dem Lockdown trat die Künstlerin, die mit bürgerlichem Namen Ninon Varin heißt, mit einer unverwechselbaren Mischung aus roher, romantischer lyrischer Selbstoffenbarung und beinahe ASMR-artiger Vocal-Melodik erstmals in Erscheinung. Seitdem gewann sie drei Bookers’ Choice Awards beim Screaming Fields Song Contest 2023 und wurde bei den Luxembourg Music Awards als „Best Newcomer“ nominiert. Nach diesen frühen Meilensteinen hat NINON, autodidaktische Pianistin und Produzentin, ihre musikalische Palette stetig erweitert: durch Neuinterpretationen früherer Songs, kontinuierliche Releases – darunter die leuchtende EP „Breathe Again“ aus dem Jahr 2025 – sowie ihren ersten Headline-Auftritt im De Gudde Wëllen Anfang dieses Jahres.
Das künstlerische Selbstvertrauen, das sie auf diesem Weg – unter anderem während ihrer Zeit in Paris und Montreal – gewonnen hat, mündet nun in ihr kommendes Debütalbum „That’s Just How Things Go“ (Album VÖ: 29.01.2027). Darauf treibt NINON ihre Musik noch weiter in klangliche Tiefe. NINON verbindet gezupfte Gitarren mit sanften, aber kraftvollen Shoegaze-Arrangements und erschafft Klangräume, die nicht nur aus den Kopfhörern herausdringen, sondern direkt unter die Haut gehen.
“Music connects me to the real world and gives me space to write about sadness, feeling different and having a mind that works differently,” erklärt NINON. “It sounds melancholy; the songs balance both light and dark, as well as a bit of glitter!”
Für NINON steht im Zentrum, „tiefe Gefühle in alle möglichen Formen von Kunst zu legen“. Als bekennender „film freak“, der mindestens einen Film pro Tag schaut, zählt sie „Black Swan“, „The Big Blue“ und den gotischen Märchenzauber von „Labyrinth“ mit David Bowie zu ihren absoluten Lieblingsfilmen, ebenso wie die Arbeiten von Guillermo del Toro und Tim Burton. Auch das Kriegsdrama „The Sound Of Falling“ aus dem Jahr 2025, mit seinen Momenten stiller, ätherischer Schönheit, hat NINONs eigene visuelle Identität stark geprägt.
Darüber hinaus ist NINON eine talentierte Illustratorin, Poetin und begeisterte Bastlerin. Diese künstlerischen Interessen spielen eine zentrale Rolle in ihrem Songwriting: Durch die fließende Bewegung beim Experimentieren mit Aquarellfarben kann sie innere Gedanken aufs Papier bringen und eine Form der Kommunikation finden, die Worte allein nicht leisten können.
Mit ihrem neuen Material beginnt NINON, sich mit einem erneuerten Selbstverständnis weiterzubewegen.
Manchmal muss man gar nicht lange drumherum reden: Rock’n’Roll ist nicht tot. So kommen fünf junge Schweden aus Göteborg daher und machen einfach das, was sie offenbar am liebsten tun: lauten, dreckigen, melodischen Hardrock mit großen Refrains, ordentlich Attitüde und jeder Menge Gitarren.
Velveteen Queen heißt die Band und „The Greater Good“ ist ihr zweites Album. Und wer jetzt denkt, dass fünf Mittzwanziger aus Schweden im Jahr 2026 mit Glam- und Sleaze-Rock ungefähr so zeitgemäß sind wie Schulterpolster und Vokuhila, sollte ihnen vielleicht einfach mal ein paar Minuten zuhören.
Gegründet wurde Velveteen Queen 2021 von fünf Freunden, die sich in der Highschool kennengelernt hatten. Samuel Nilsson (Gesang und Piano), Lukas Axx und Noah Mardh an den Gitarren, Vilmer Fall am Bass und Isac Borg am Schlagzeug veröffentlichten 2024 das Debütalbum „Consequence of the City“. Danach ging es erstaunlich schnell. Auftritte beim Sweden Rock Festival, gemeinsame Bühnen mit Judas Priest, Alice Cooper und Megadeth, Supportshows für Mammoth WVH und schließlich eine Europatournee mit Nestor durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Ganz ordentlich für diese junge Band.
Auf „The Greater Good“ klingen die Jungs überhaupt nicht so, als müsste sie noch beweisen, dass sie dazugehört. Schon „Too Far Gone“ geht mit einer lässigen Gitarrenmelodie ins Rennen, bevor Velveteen Queen den Fuß aufs Gaspedal stellen. Das Ding hat Groove wie zu den großen Zeit des Glamrock. Guns N‘ Roses lassen grüßen, Aerosmith ebenfalls, dazu kommen Spuren von Mötley Crüe und Velvet Revolver.
Entscheidend ist, dass Velveteen Queen ihre Vorbilder nicht einfach nachspielen. Die Band nimmt deren Zutaten und bastelt daraus einen eigenen, erstaunlich frischen Cocktail. Sänger Samuel Nilsson besitzt eine Stimme, die rau und dreckig werden kann, aber ihren eigenen Charakter behält.
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Der Titelsong „The Greater Good“ ist dann auch gleich einer der spannendsten Momente des Albums. Hier regiert der Blues. Das Piano von Gast Peter Keys (Lynyrd Skynyrd) verpasst dem Song einen deutlichen Classic-Rock-Touch. Inhaltlich geht es um Lügen, Gleichgültigkeit und die Frage, wo dieses viel beschworene „größere Gute“ eigentlich liegt. So bekommt das Album etwas gesellschaftlichen Biss.
Danach wird wieder ordentlich aufgedreht. „Talk Or Walk“ liefert wunderbar rotzigen Glam-Punk und einen Refrain, der sich ziemlich schnell im Hirn festsetzt. „Adrenaline“ ist dann genau das, was der Titel verspricht: treibend, eingängig und mit einem Chorus, der ziemlich eindeutig für die große Bühne geschrieben wurde. „Can’t Go Back In Time“ dürfte anschließend all jene glücklich machen, die bei Guns N‘ Roses nicht nur an „Sweet Child O‘ Mine“ denken, sondern auch die dreckigere Seite der Band mögen.
Dass Velveteen Queen mehr können als nur Gas geben, zeigen „Chains“ und „Sorry“. Die Gitarren dürfen hier auch mal Raum für Atmosphäre lassen, während Nilsson deutlich gefühlvoller singt. Insgesamt bleiben die elf Songs mit gut 41 Minuten angenehm kompakt.
„The Greater Good“ ist definitiv kein Album, das den Hardrock neu erfindet. Das will es aber vermutlich auch gar nicht. Velveteen Queen wissen ziemlich genau, wo ihre musikalischen Wurzeln liegen, und stehen selbstbewusst dazu. Sie liefern große Gitarren, eingängige Melodien, ein bisschen Blues, eine Prise Glam und jede Menge Rock’n’Roll. Und man hört, dass sie Spaß an der Sache haben. Weiter so!
Nachdem das Amsterdamer Indie-Pop-Duo Ciao Lucifer bereits eine Tour für November ankündigte und mit „Kissing In The Rain“, „Do Do Do“ und „Offline“ zwei Vorab-Songs veröffentlicht hat, erscheint heute mit „Get Me In / Get Me Out“ eine weitere Single aus dem Album „Sunset Riders“, welches am 25. September 2026 erscheint.
Einige Songs entstehen liebevoll über einen längeren Zeitraum – andere entstehen während eines schlechten Soundchecks irgendwo im Nichts von Deutschland und kommen als super Songs heraus. „Get Me In / Get Me Out“ ist so ein Song.
Diese spontane Energie ist im ganzen Song zu spüren. Rau, treibend und herrlich beschwingt verkörpert er das Beste des sonnigen Indie-Rocks der Mitte der 2000er: kantige Gitarren, ein Beat, der einfach nicht nachlässt, und diese mitreißende Dynamik, die einen zum Tanzen bringt. Das sind Ciao Lucifer in Bestform: Sie verwandeln einen echten, ehrlichen Moment in etwas Unwiderstehliches.
„This started during a terrible soundcheck at a gig somewhere in the middle of Germany,“ erklärt die Band. „We’d started an hour late because the organization messed up and our frustration had been building steadily. We blurted the song out of pure misery and it worked — we got rid of the bad vibes and had a great show.“
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Ihr kommendes Album „Sunset Riders“ erzählt unterdessen seine eigene Geschichte darüber, wie die Band sich oft selbst im Weg stand. Während frühere Aufnahmen von akribischer Liebe zum Detail geprägt waren, haben Ciao Lucifer diesmal das Ganze in drei Tagen abgedreht – ein bewusster Vertrauensvorschuss gegenüber dem Produzenten Simon Akkermans (Pip Blom, Iguana Death Cult). Das Ziel war dieses Mal simpel: Was immer ihre Live-Shows so unvergleichbar macht, auf ein Album channeln!
Dafür wurde fast alles in einem einzigen Take aufgenommen. Sänger Marnix übernahm die tiefen Töne auf seiner speziell angefertigten 10-saitigen Gitarre – ein zusätzlicher Tonabnehmer lieferte dem Duo den Bass, ohne dass ein Bassist nötig war –, während Schlagzeug, Gesang und Gitarre in Echtzeit darum herum ihre Plätze einnahmen. Kein Zweifeln, kein endloses Herumprobieren.
Das funktioniert so gut, weil Ciao Lucifer ihr Material seit Jahren vor allem live testen. Seit ihren High School Tagen in Amsterdam spielt und schreibt das Duo zusammen in einem unvergleichlichen Tempo. Songs werden beim soundcheck geschrieben und gleich danach roh dem Publikum vorgespielt. Entweder blieben die Songs oder wurden wieder verworfen.
Das Album strahlt durchweg diese rastlose, kompromisslose Energie aus – Songs darüber, wie man sich mit dem Partner versöhnt, Schlaflosigkeit und über die seltsame Zufriedenheit des Lebens auf Tour. Kleine, ehrliche Momente, gespielt, als ginge es um alles. Das ist eine Band, die Freude ernst nimmt, echte Gefühle in unwiderstehliche Hooks verpackt und seit Jahren beweist, dass Gute-Laune-Musik härter zuschlagen kann, als man es erwartet.
Das in Amsterdam gegründete Duo hat Jahre damit verbracht, seine Live-Show in Clubs und auf Festivals in ganz Europa zu verfeinern und ein Set zu entwickeln, das nahtlos von Titel zu Titel übergeht – eher wie ein DJ-Set als wie ein traditioneller Bandauftritt. Mit diesem Ansatz haben sie das Publikum unabhängig vom Rahmen für sich gewonnen, von vollbesetzten Veranstaltungsorten bis hin zu Late-Night-Slots auf Festivals.
Die für diesen Mai bestätigten Festivalauftritte in Großbritannien sind eine gute Vorbereitung auf die für diesen Herbst geplante EU-Tournee. Damit markiert „Kissing in the Rain“ den nächsten Schritt, um diese Energie einem neuen Publikum näherzubringen – eine Band, die auf Verbundenheit, Dynamik und der Idee basiert, dass Freude, wenn auch nur für kurze Zeit, eine Form der Flucht sein kann.
Bekannt für ihren energiegeladenen, gute Laune verbreitenden Indie-Pop-Stil, haben sich Ciao Lucifer in erster Linie einen Ruf als Live-Band erarbeitet – sie verbinden prägnantes Songwriting mit einer Spontanität, die jede Show zu einem gemeinschaftlichen Erlebnis macht. Ihre Musik schafft einen Ausgleich zwischen Leichtigkeit und Tiefgang und verbindet fröhliche, tanzbare Arrangements mit Texten, die sich mit Unsicherheit, Beziehungen und den kleinen Widersprüchen des Alltags auseinandersetzen.
Das 16. Studioalbum der irischen Band und ihr erstes Album mit neuem Material seit neun Jahren erscheint am 13. November 2026. Die erste Single des neuen Albums heißt „Silencio“.
Produziert von Jacknife Lee, umfasst „Carnaval De Luz“ zwölf neue Songs. Bono, The Edge, Adam Clayton und Larry Mullen Jr. beschäftigen sich darin mit Themen wie Spiritualität, Freundschaft, Freiheit und Durchhaltevermögen.
Zu den Gästen und Mitwirkenden zählen unter anderem Brian Eno, Martin Garrix, Daniel Lanois und Ryan Tedder. Den Abschluss des Albums bildet „Torn“, ein Duett von Bono mit Dolly Parton. „Carnaval De Luz“ erscheint im Jahr des 50-jährigen Bestehens von U2.
„Carnaval De Luz“ erscheint unter anderem als CD, Vinyl, Deluxe-Boxset und digital.
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Wer beim Reeperbahn Festival nur an Musik denkt, hat eigentlich schon verloren. Natürlich geht es um Bands, Künstler*innen, Konzerte und neue Songs. Aber mindestens genauso sehr geht es um Hamburg, den Kiez, volle Straßen, kleine Clubs, lange Tage und Nächte sowie die ewige Frage: Wo gehe ich als Nächstes hin? Denn es gibt unendlich viele Möglichkeiten und unterschiedliche Strategien. Man lässt sich einfach treiben, man sucht sich spannende Acts aus der sehr langen Liste in der App, man schaut, welche Location grad in unmittelbarer Nähe ist, oder man stolpert einfach in die Richtung, aus der wohlige Töne erklingen.
Auch 2026 wurde die Reeperbahn wieder zum musikalischen Wimmelbild. Während an einer Ecke gerade jemand vor einem überschaubaren Publikum seinen ersten großen Schritt machte, wartete zwei Straßen weiter vielleicht schon der nächste Geheimtipp. Genau dieses Gefühl macht das Reeperbahn Festival so spannend – und manchmal auch ein bisschen anstrengend. Die Mission war klar: sich treiben lassen, zuhören, überraschen lassen und möglichst viele neue Lieblingssongs mit nach Hause nehmen. Und es gab an vier Tagen viel zu entdecken!
RBF 2026 / Credit: David Reineke
Mittwoch, 16. September 2026
Nach der (wen wundert’s?) recht chaotischen Bahnfahrt vom Südwesten in den Norden kam ich doch pünktlich am Hotel an, konnte einchecken und mich schnell ins Gewühl stürzen. Am Spielbudenplatz hatte gerade Josy ihren Set begonnen. Man kennt sie noch von „The Voice Kids“, damals im Verbund mit ihrer Schwester Mimi. Als Solokünstlerin ist sie sichtlich erwachsen geworden und brachte eine Mischung aus verträumtem Pop und R&B mit starker stimmlicher Energie mit.
Am N-Joy Reeperbus war eine alte Bekannte zu finden: Antje Schomaker hatte sich für einige Jahre aus dem Showgeschäft zurückgezogen, doch nun will sie mit neuem Album wieder durchstarten und lieferte einige neue Songs und persönliche Geschichten. Zum einen über „The love of my life“, ihren Freund, der sie von Berlin zurück nach Hamburg gebracht hat. Hauptthema war aber auch der Komplex sexualisierter Gewalt, der sich in den neuen Songs widerspiegelte und zu einem eindringlichen Appell führte, nicht jedem „Buddy“ zu vertrauen und ihm nicht alles zu verzeihen.
Haller, bürgerlich Martin Ody, hatte es sich auf der Acoustics Bühne im Festival Village gemütlich gemacht. „Halt dein Maul“ hieß der Signature Song, mit dem er das Publikum schnell mitnahm. Kanzler Merz und vor allem die AfD bekamen ihr Fett weg und es tat gut, einen kompletten Platz „AfD – halt dein Maul“ rufen zu hören. Ebenso therapeutisch wie dieses Gemeinschaftsgefühl waren andere Themen wie der Alkoholismus in der eigenen Familie, den Haller ungeschönt besang, und seine Aussagen zur Schönheit in jedem Körper.
Und dann wurde es plötzlich ziemlich laut. Mit den MoreCore Music Awards zog am Mittwochabend eine gehörige Portion Rock, Metalcore und Alternative Music ins Uebel & Gefährlich ein. Für mich war das eine willkommene Abwechslung zum ansonsten so bunten musikalischen Reigen des Reeperbahn Festivals. Statt sich einfach nur zur nächsten Bühne treiben zu lassen, gab es diesmal eine richtige Show – mit Auszeichnungen, Live-Performances und einer Menge Energie. Besonders schön: Hier standen nicht nur die ganz großen Namen im Mittelpunkt, sondern auch Künstler und Bands, bei denen man durchaus das Gefühl bekam, gerade ein Stück Zukunft der Szene mitzuerleben.
Überhaupt war es ungewöhnlich, so starke Metalacts beim RBF zu haben. Die Veranstaltung war bewusst eher als Liveshow denn als klassische Gala angelegt. Und schon der Start mit Avralize aus Rottweil (BaWü) lieferte eine irre Performance, bei der das Publikum mitging. Spätestens als Nothing Bute Thieves für einen Akustik-Set die Bühne betraten, war jedenfalls klar, dass dieser Abend alles andere als ein gewöhnlicher Festivaltermin werden würde. Die MoreCore Music Awards waren für mich ein ziemlich lauter, aber ausgesprochen unterhaltsamer Kontrapunkt zum restlichen Festivalgeschehen.
Und schließlich die Brasilianerin Karen Dió, ehemals Mitglied von Violet Soda. Sie wirbelte von Beginn an über die Bühne und war in ihrer Energie nicht zu stoppen. In der Folge gab es respektable Circle Pits in dem Club im Bunker, um ihre kompromisslose Riot-Grrrl-Power zu würdigen. Während Nothing But Thieves ihrer Rolle als Act der Zukunft für die großen Stadien Europas absolut gerecht wurden, war Karen für mich die größte Überraschung des ersten Festivaltags. Einem Festival wie Rock am Ring würde diese Female Power auch einmal gut tun.
RBF 2026 / Credit: Marvin Contessi
Donnerstag, 17. September 2026
Der Donnerstag startete wieder am Spielbudenplatz, diesmal mit Singer-Songwriterin Kylie Spence. Ihre smarte Stimme mit sanfter Melancholie kann man sich auch auf einem Wohnzimmerkonzert vorstellen, doch sie bestand absolut auf der großen Bühne – auch wenn der Platz am frühen Nachmittag noch sehr leer wirkte.
Anders dann vorm N-Joy Reeperbus, denn Zsá Zsá hatte sich eine große Fanbase mitgebracht, ist sie doch nicht nur als Schauspielerin (Trude bei den „Wilden Hühnern“) sondern auch durch ihre TikTok-Videos bekannt. Ihren musikalischen Stil nennt sie selbst Hyperrap, welcher wie eine Mischung aus Ski Aggu und Ikkimel klingt. Im sexy Outfit und zu elektronischen Klängen performte sie Songs wie „Kissenschlacht“ und „Süß & gefährlich“, wobei die Textstärke im Publikum durchaus beeindruckend war.
Da ich ohnehin grad in der Nähe war, führte mich mein Weg dann zum Club UWE, der ins „Canada House“ umgewandelt worden war. Will heißen: Acts aus Kanada gaben sich hier beim Showcase die Klinke in die Hand und ich hörte mir Kelly McMichael an. Die Singer-Songwriterin stammt aus Ontario und vermittelte eine Soundsignatur zwischen Country und Vintage-Pop mit Anleihen an die 70er Jahre.
Die Musikwelt hat sich verändert – spätestens seit Corona – und so spielen Podcasts eine immer stärkere Rolle in der Rezeption. Das spiegelt sich natürlich auch beim RBF wieder und es gab einige Live-Podcast-Shows im Festivalgeschehen. Das Imperial-Theater, in dem sonst Krimis aufgeführt werden, beherbergte unter anderem „Zwischen zwei und vier“, das Newsletterformat von Melanie Gollin und Rosalie Ernst. Die beiden Gastgeberinnen taten live genau das, was sie im Podcast auch tun: den Scheinwerfer auf das richten, was in der Musikindustrie so schief läuft. Es gab also nette Quiz-Formate wie „Erkenne das Original“ und „Echt oder KI?“, ein musikalisches Kazoo-Experiment aber auch harte und nachdenkliche Fakten zum Rückgang in der Kulturförderung. Die beiden sehen sich als Aktivistinnen und legten überzeugend dar, wie die Kürzungen durch Wolfram Weimar der Wirtschaft letztendlich schaden. Insgesamt war ihre Show ein sehr kurzweiliges Vergnügen.
Auf der fritz-kola-Bühne im Village hatte sich Liska stimmgewaltig mit ihren sonoren Vocals bemerkbar gemacht. „Ich sammle Farben für den Winter“, erklärte sie ihre Mission in Anleihen an das Kinderbuch „Frederick“. Und so darf man ihre Musik auch verstehen. Es sind Songs von Verlusten und Scheitern, beispielsweise in „Hungerspiele“, wo es um ihre Essstörung geht, doch sie beinhalten immer den optimistischen Blick der inneren Stärkung: per aspera ad astra.
Der Platz auf dem Festival Village füllte sich immer mehr, denn es sollte Großes passieren: Jan Delay hatte ein Gratiskonzert angekündigt. Und man muss wissen: Zu diesem Bereich haben auch alle Menschen ohne Festivalbändchen Zugang. Kein Wunder, dass die Fläche schnell gefüllt war und irgendwann der Zugang gesperrt werden musste. Dabei war der Hintergrund für den Auftritt zugleich ernst und absolut positiv besetzt:
Eine ziemlich ungewöhnliche Bühne wartete nämlich auf dem Heiligengeistfeld. YUNOMI sah zunächst einmal aus wie ein bunt bemalter Container – war aber deutlich mehr als das. Hinter dem Kunstwerk steckt ein mobiles Wasseraufbereitungsprojekt, das nach dem Festival nach Kibera in Nairobi gebracht werden soll. Dort kann die Anlage täglich bis zu 50.000 Liter sauberes Trinkwasser liefern. Bevor es allerdings auf die Reise nach Afrika geht, wurde der Container beim Reeperbahn Festival zum Treffpunkt für Musik, Kunst und Begegnung. Shingai Shoniwa von den Noisettes sorgte zunächst für die musikalische Einstimmung, anschließend übernahmen Jan Delay und seine Delaydies.
RBF 2026 / Credit: Christian Hedel
Jan kramte tief in der Reggae-Ära, ließ alte Songs zum 25jährigen Jubiläum wieder aufleben und zeigte zwischendurch, dass er auch als Rapper immer noch verdammt viel Druck entwickeln kann. Das Ganze hatte weniger den Charakter eines gewöhnlichen Festivalauftritts als einer großen Party mitten auf dem Heiligengeistfeld. Und dann ganz zum Schluss nach 45minütiger Sause der Höhepunkt „Oh Johnny“. Jan schnappte sich den Deko-Schal einer Mitsängerin und das große Wedeln begann, bei dem alle mitmachen mussten. Ein ziemlich durchgeknallter, aber verdammt unterhaltsamer Festivalmoment. Ein kostenloses Konzert mitten im ganzen Trubel, dazu eine ziemlich ungewöhnliche Bühne und vor allem eine Idee, die über den Moment hinausreicht – genau solche Geschichten machen das Reeperbahn Festival dann doch immer wieder besonders.
Der Abend hatte aber erst angefangen. Im KNUST hatte Luiza die Bühne erobert, Tochter eines französischen Jazz-Bassisten und einer brasilianischen Tänzerin. Diese Einflüsse beeinflussen sicht- und hörbar die Musik der frankophonen Künstlerin, die selbst an der Flöte brillierte und Songs performte, die meist schnell und tanzbar waren. Dazu hatten sich auch stilvolle Chansons ins Set geschmuggelt.
Zum Schluss eilte ich zum Club Angie’s in Schmidts Tivoli. Grund war eine Fahrstuhlbekanntschaft im Hotel, als ich mit einer kompletten Bandbesetzung nach unten fuhr. „Gehst du zum Festival? Wir spielen gleich da.“ Es waren Softpower aus Köln, ein quirliges Quartett, das mit entspannten Funk-Vibes überzeugte. Es gab gut gelaunten Indierock mit melodischen Gitarren. Ein Song wie „Zwiebelkeller“ wurde mehrstimmig unter Einbeziehung des Publikums angestimmt. Und um den Wiedererkennungswert zu steigern, gab es mit mit „Believe“ ein formidables Cher-Cover.
Freitag, 18. September 2026
Beim Rausgehen aus der Haltestation der U3 hatte sich ein Straßenkünstler den Platz vor dem Festival Village ausgesucht, um neue Songs auszuprobieren. Es war der Hamburger Michèl von Wussow, den ich schon vor Jahren im Vorprogramm von Silbermond gesehen hatte. Allein mit Gitarre gab er Songs vom dritten Album zu Gehör, das in Kürze erscheinen soll. Es ging um Liebe und Utopien von einer besseren Welt. Sehr intensiv mit einer Attitüde, die das immer größer werdende Zufallspublikum mitnahm und bei der Stange hielt.
In der Prinzenbar hinterm DOCKS hatte sich die Luxemburger Kulturszene mit einem Showcase eingefunden. Da ich fast täglich in dieses kleine Land zur Arbeit fahre, musste ich mich natürlich voller Verbundenheit dort einfinden. Die Kulturszene im Ländle ist enorm und ich bin immer wieder überrascht, was es dort alles zu entdecken gibt. Zum Beispiel Ninon. Die junge Sängerin lieferte Dreampop in einem modernen, transformativen Sound. Voller Sinnlichkeit versank sie in ihren Liedern und war in ihrem Auftreten einfach wundervoll. Eine Performance voller Verletzlichkeit, die mich so schnell nicht los ließ.
Es gab sogar einen Empfang mit „Bouneschlupp & Mettwurst“, dem Luxemburger Traditionsgericht. Besser konnte die Reise in den Südwesten nicht sein. Und dann First Mote, eine Band aus Gitarre bzw. Mandoline und Schlagzeug, die instrumental und experimentell erklangen. Es war eine Mischung aus vertrackten Stücken zwischen Postrock und Folk. Das Ergebnis klang so ungewöhnlich wie der Versuch, diese Musik zu beschreiben. Grandios auf jeden Fall, wie diese beiden Acts die Vielfalt der Musik beschrieben.
Hand of Juno aus Italien hatten inzwischen die Spielbude XL Bühne gekapert und nach Ninon gab es hier die zweite Überraschung des Nachmittags. Goth Metal aus Venedig mit clearem Gesang und deftigen Growls der überwältigenden Frontfrau Melissa Bruschi. Was diese Performerin hier zu bieten hatte, war einfach krass. Man muss sich wohl daran gewöhnen, dass der Metal jetzt auch das RBF erobert und so schnell nicht wieder verschwinden wird. Auch die übrigen Bandmitglieder machten eine gute Figur und das Album „Psychotic Banana“ sollte man sich zu Gehör führen. Live jedenfalls war es eine Wucht.
Nach längerer Verschnaufpause gab es im Imperial mit Dermot Henry den absoluten Kontrast. Der junge Brite hat eine verdammt hohe Stimmlage, die er immer wieder ausspielte. Der Wuschelkopf performte authentische Folk-Perlen mit bittersüßen Texten. Dabei erzählte er vom Wunsch, berühmt zu werden, anstatt daheim im Zimmer zu sitzen und zu zocken („Ich rede nicht von mir. Ich rede von einem Freund.“).
Und grandios, als letztes Highlight des Tages, Fat Dog im DOCKS. Die Schlange zog sich bis zum Operettenhaus – und das will schon was heißen. Bei der Londoner Band um Sänger Joe Love trifft Post-Punk auf elektronische Rave-Elemente, Techno, Punk und eine gehörige Portion Wahnsinn. Der Sänger bewegte sich wie ein Derwisch über die Bühne und suchte permanent den Kontakt zum Publikum, das sich in einen tanzenden Moshpit verwandelte. Das Ergebnis war ein ziemlich wilder Ritt zwischen Dancefloor, Pogo und kontrolliertem Chaos. Fat Dog machen keine Musik zum gemütlichen Zuhören – sie ziehen ihr Publikum hinein. Und genau deshalb funktioniert das Ganze live so verdammt gut. Nach ein paar Minuten stand man nicht mehr einfach vor der Bühne, sondern war irgendwie Teil dieses völlig durchgeknallten Energiebündels geworden. Saxofon, Violine und Tribals taten neben der üblichen Bandbesetzung alles dazu, um den Sound ganz besonders zu machen. Für solche Musiker wurde Livemusik erfunden!
Samstag, 19. September 2026
Der letzte Festivaltag war diesmal der Elbphilharmonie gewidmet, und ich ließ es nach dem tagelangen Stage-Hopping etwas langsamer angehen. Zwischen all den kleinen Clubs, Kneipen und improvisierten Festival-Locations wirkt der Große Saal der Elphi zunächst fast wie eine andere Welt. Umso spannender war es, hier das Moses Yoofee Trio zu erleben, eine instrumentale Band, die 2024 den Deutschen Jazzpreis gewonnen hat.
RBF 2026 / Credit: Marvin Contessi
Was Moses Yoofee am Keyboard, Roman Klobe am Bass und Noah Fürbringer am Schlagzeug zu Gehör brachten, hatte mit gediegenem Jazzabend allerdings herzlich wenig zu tun. Die drei spielen einen modernen, ungemein druckvollen Mix aus Jazz, Fusion, elektronischen Sounds und ein wenig Acid Jazz, lassen ihren Instrumenten aber gleichzeitig jede Menge Freiraum. Mal wirkte das Ganze beinahe filigran, dann wieder trieb Fürbringer seine Drums mit einer Präzision nach vorne, die ordentlich Energie entwickelte. Ein Konzert, das wunderbar zeigte, wie vielseitig das Reeperbahn Festival ist: Plötzlich sitzt man in einem der besten Konzertsäle der Welt und hört Musik, die sich genauso wenig an Grenzen hält wie dieses Festival.
RBF 2026 / Credit: Marvin Contessi
Als um 22.45 Uhr Anna von Hausswolff die Bühne der Elbphilharmonie betrat, wurde es dunkel, intensiv und beinahe unwirklich. Die Schwedin hat diese ganz eigene Fähigkeit, Musik gleichzeitig gewaltig und zerbrechlich wirken zu lassen. Ihre Stimme schwebte durch den riesigen Saal, mal entrückt und fast sakral, dann wieder kraftvoll und unmittelbar. Dazu eine eigentümliche Mischung aus Neoklassik, Avantgarde, Rock und elektronischen Klangflächen. Der Gitarrist spielte sein Instrument bisweilen mit dem Streichbogen und es kam immer wieder zu progressiven instrumentalen Eskapaden. Es war definitiv kein Konzert, bei dem man nebenbei noch schnell seine Nachrichten checkt. Ich saß da und ließ mich in ihre Musik hinein ziehen, die eher einen Sog entwickelte als einfach nur Songs aneinanderzureihen.
RBF 2026 / Credit: Marvin Contessi
Anna saß häufig an der Orgel und damit mit dem Rücken zum Publikum, doch im Rund der Elphi war das natürlich kein Problem. Sie performte barfuß und war nicht nur als Sängerin bzw. Instrumentalistin, sondern auch in schauspielerischem Ausdruckstanz unterwegs. Die Vocals beherrschten jederzeit den Saal, gingen dabei aber oft in lautmalerische Schreie über. Es war unglaublich, was man hier in knapp 90 Minuten an musikalischer Kraft erleben durfte.
RBF 2026 / Credit: Marvin Contessi
Das war der perfekte Abschluss für ein mal wieder wunderbar vielfältiges Festival. Ich will allerdings nicht verhehlen, dass ich zwischen den beiden Elphi-Acts noch im KNUST vorbei schaute, um zum zweiten Mal Antje Schomaker – diesmal mit einem 45minütigen Set in akustischer Bandbesetzung – zu sehen. Es machte einfach Spaß, die Indiepop-Künstlerin wieder in ihrem Element zu sehen, mit alten und neuen Songs. Schön, dass sie ihre kleine Sinnkrise überwunden hat und wieder an den Start geht. Auch dafür ist das Reeperbahn Festival die perfekte Ausgangsbasis!
RBF 2026 / Credit: Tom Heinke
Kann man ein umfassendes Fazit ziehen? Es gab laut Festivalangaben insgesamt 540 Konzerte von 425 Acts. Der geringe Prozentsatz, den ich gesehen habe, umfasste 27 komplette Shows plus etliches Reinschnuppern und Weiterziehen. Folgende Highlights konnte ich dabei – rein subjektiv – ausmachen:
Antje Schomaker
Nothing But Thieves
Karen Dió
Jan Delay
Luiza
Ninon
Hand of Juno
Fat Dog
Anna von Hausswolff
Bleibt die Vorfreude auf 2027. Das Datum steht fest: 15. bis 18. September – und der „Early Bird“ VVK ist eröffnet!