Seit den 70er Jahren gilt Alice Cooper als einer der Erfinder des Shock Rock. Seine Shows arbeiten mit Kunstblut, Guillotine, riesigen Monstern, Zwangsjacken, Schlangen und düsteren Bühnenbildern – ohne dabei die Musik in den Hintergrund zu stellen. Was vielleicht etwas schade ist: Es werden live stets die großen Hits wie “No More Mr. Nice Guy”, “I’m Eighteen”, “Poison”, “Welcome to My Nightmare” und “School’s Out” dargeboten. Klar, das erwarten die hartgesottenen Fans, aber man vergisst dabei, dass Alice Cooper in Abständen von wenigen Jahren immer wieder neue Alben auf den Markt bringt, die den Klassikern musikalisch in nichts nachstehen.
Als Neuauflage erscheinen dieser Tage die Alben „Along Came A Spider“ und „Welcome 2 My Nightmare“ aus den Jahren 2008 und 2011 neu gemastert und mit Bonustracks. Beides echte Highlights im Backkatalog des Künstlers aus Detroit, die jeweils eine eigene Story erzählen.
Credit: earMUSIC
„Along Came a Spider“ ist ein düsteres Konzeptalbum. Inhaltlich erzählt es die Geschichte eines Serienmörders namens „Spider“, der seine Opfer nicht einfach tötet, sondern aus deren Körperteilen eine groteske „perfekte Frau“ erschaffen will. Die Story ist wie ein Horrorfilm aufgebaut – mit inneren Monologen, Gewaltfantasien, Wahnsinn und psychologischem Zerfall. Der Name „Spider“ kommt daher, dass der Killer seine Opfer wie eine Spinne in ein Netz lockt.
Und musikalisch ist es absolut grandios mit atmosphärischer Musik, düsteren Elementen, Alice stimmlich in Topform. Der erzählende Charakter des Albums ist wie geschaffen für den Künstler und seine instrumentalen Mitstreiter.
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„Welcome 2 My Nightmare“ ist die späte Fortsetzung des legendären Albums „Welcome to My Nightmare“ aus dem Jahr 1975. Während das Original wie ein surrealer Albtraum eines verstörten Kindes wirkte, setzt die Fortsetzung Jahrzehnte später wieder bei der Figur „Steven“ an — einer wiederkehrenden Charakterfigur in der Welt von Alice Cooper. Steven ist älter geworden, aber seinen Albträumen nie entkommen. Die Grenze zwischen Traum, Wahnsinn und Realität ist erneut verschwommen.
Das Album ist inhaltlich und musikalisch eine Reise durch verschiedene Albträume, Erinnerungen und psychische Abgründe. Es verbindet Horror, schwarzen Humor und bizarre Fantasiewelten mit einer Art düsterem Musical-Stil. Zwar fehlen die Hits der Anfangszeit, aber es funktioniert als düsteres Gesamtkonzept mit einer Musik, die unter die Haut geht. Im Bonusbereich gibt es hier übrigens Liveversionen von „Poison“ und „No More Mr. Nice Guy“.
Wer tiefer in die Musik von Alice Cooper einsteigen will, liegt mit diesen beiden goldrichtig. Der Meister war vor 15 Jahren stimmlich und musikalisch in Topform – und er strotzte vor Energie und gruseligen Ideen.
Greenpark in St. Pölten (Österreich) – 20. bis 22. August 2026
Das FM4 Frequency Festival zählt seit Jahren zu den größten und vielseitigsten Open-Air-Events Österreichs. Auch 2026 verwandelt sich St. Pölten wieder in einen Treffpunkt für Fans von Alternative, Pop, Rock, EDM, Hip-Hop und elektronischer Bassmusik. Mit einem der breitesten Line-ups im deutschsprachigen Raum bietet das Frequency erneut eine Mischung aus internationalen Headlinern, spannenden Newcomern und etablierten Szenegrößen.
Zu den größten Namen des diesjährigen Line-ups gehören Twenty One Pilots, die erfolgreich tiefgründige und erzählerisch einzigartige Songs schreiben, in denen sie eine eigene Welt rund um mentale Gesundheit erschaffen. Ebenfalls als Headliner bestätigt sind Kraftklub, deren energiegeladene Shows und Indie-Rock-Hymnen seit Jahren fester Bestandteil der europäischen Festivallandschaft sind.
Mit Lorde steht eine weitere internationale Pop-Ikone auf der Bühne, deren atmosphärische Produktionen und unverwechselbare Stimme weltweit gefeiert werden. Auch Paul Kalkbrenner, einer der bedeutendsten elektronischen Live-Acts Europas, kehrt 2026 mit einem seiner charakteristischen Techno-Sets nach St. Pölten zurück.
Das Frequency präsentiert auch 2026 wieder eine starke Auswahl an deutschsprachigen Künstler:innen. Mit dabei sind unter anderem Ikkimel, Ski Aggu, Symba, Makko, Summer Cem & KC Rebell, SSIO, OG Keemo, Sido und Tom Hengst, die das Festival mit einer Mischung aus Trap, Deutschrap und modernen Hip-Hop-Sounds prägen.
Auch Pop-Acts wie SDP, Esther Graf, Zara Larsson und Culcha Candela sorgen für eingängige Live-Momente und breite musikalische Vielfalt.
Für Fans alternativer Gitarrenmusik bietet das Frequency 2026 ebenfalls ein starkes Line-up: Fontaines D.C., James Marriott, Lottery Winners, Red Leather, Evening Elephants, Lovehead, A Little Sound, Alt Blk Era, Missio, Ravyn Lenae und viele weitere Acts bringen Indie-Rock, Alternative-Pop und experimentelle Sounds auf die Bühnen.
Auch die elektronische Szene ist 2026 wieder stark vertreten. Mit dabei sind unter anderem Sub Focus, James Hype, Koven, Delta Heavy & Daxta MC, Camo & Krooked, HBz sowie Drum Dad & Bass. Damit bietet das Frequency sowohl im Daypark als auch im Nightpark erneut eine breite Auswahl an Drum-and-Bass, Dubstep, EDM und Techno.
Das Festival setzt traditionell auch auf junge Künstler:innen, die in den letzten Jahren an Aufmerksamkeit gewonnen haben. 2026 gehören dazu unter anderem Souly, Frytz, OG Lu, Tynna, Gans, Delah Bon, Radio Deww, Allice, Kilowen, Ness, The Saints, PA69, Filow, Arbor und viele weitere.
Mit seiner Mischung aus internationalen Headlinern, starken deutschsprachigen Acts, elektronischen Größen und einer Vielzahl an Newcomern bleibt das Frequency Festival 2026 eines der abwechslungsreichsten und spannendsten Festivals Europas. Die Kombination aus Daypark, Nightpark, Chill-Out-Zonen und einem breiten musikalischen Spektrum macht St. Pölten auch 2026 wieder zu einem Fixpunkt im europäischen Festivalsommer.
Das Kesselfestival kehrt 2026 auf den Cannstatter Wasen zurück und präsentiert ein vielseitiges Line-up aus Pop, Indie, Hip-Hop und elektronischer Musik. Das zweitägige Stadtfestival hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der wichtigsten Sommer-Events in Baden-Württemberg entwickelt und verbindet Live-Musik, Nachhaltigkeit, Sport und Kulinarik zu einem offenen, urbanen Kulturereignis.
Zu den Headliner:innen des diesjährigen Festivals zählt Nina Chuba, die mit Hits wie „Wildberry Lillet“ und „Mangos mit Chili“ zu den erfolgreichsten deutschen Pop-Acts der letzten Jahre gehört und 2026 erneut eine energiegeladene Show auf die Hauptbühne bringt. Ebenfalls als Headliner bestätigt sind SDP, deren Mischung aus Pop, Rock und Party-Hymnen seit Jahren für ausverkaufte Tourneen und Festival-Abrisse sorgt.
Mit Soho Bani steht ein weiterer starker Act auf dem Programm, der sich mit modernen Pop-Produktionen und einer wachsenden Fanbase fest in der deutschsprachigen Musiklandschaft etabliert hat. Internationale Indie-Vibes liefern Lottery Winners, die mit ihren mitreißenden Live-Shows und hymnischen Refrains regelmäßig Festivalpublikum begeistern.
Auch Juli, eine der prägendsten deutschen Pop-Bands der 2000er, feiern 2026 ihr Comeback auf der Hauptbühne und bringen Klassiker wie „Perfekte Welle“ und „Geile Zeit“ zurück nach Stuttgart. Ergänzt wird das Line-up durch Carli, die mit modernem Pop-Sound und starken Vocals überzeugt, sowie Aaron, der mit emotionalem Deutschpop und einer treuen Fanbase auftritt.
Mit Sokae und Tiffany Aris stehen zudem zwei spannende Newcomerinnen auf der Bühne, die mit frischen Sounds und starken Live-Performances für zusätzliche Vielfalt sorgen.
Welche weiteren Artists dieses Jahr zum Kesselfestival zurückkehren, wird sich noch zeigen. Das Festival überrascht regelmäßig mit einer vielseitigen Auswahl.
Neben der Musik bietet das Kesselfestival erneut ein umfangreiches Rahmenprogramm: Sportflächen, Workshops, Street-Food-Stände, nachhaltige Initiativen und interaktive Angebote schaffen eine offene Atmosphäre, die das Festival seit Beginn prägt. Mit seiner Mischung aus Live-Atmosphäre, Stadtfestival-Charakter und kultureller Vielfalt bleibt das Kesselfestival ein Highlight im süddeutschen Festivalsommer.
Campus Festival Konstanz 2026 – Musik, Kultur und studentische Energie am schönen Bodensee
29. & 30. Mai 2026
Das Campus Festival Konstanz kehrt 2026 zurück und verwandelt das Hochschulgelände erneut in einen der lebendigsten Open-Air-Hotspots Süddeutschlands. Mit einer Mischung aus Pop, Indie, Hip-Hop und internationalen Acts bietet das Festival auch in diesem Jahr ein vielseitiges Line-up, das Studierende, Musikfans und Besucher:innen aus der gesamten Region anzieht.
Headliner & große Namen
Zu den Headlinern des Campus Festivals 2026 zählen Giant Rooks, die mit ihrem internationalen Indie-Sound und Hits wie „Wild Stare“ oder „Morning Blue“ längst zu den erfolgreichsten deutschen Exporten gehören. Ebenfalls als Top-Act bestätigt ist Sean Paul, einer der weltweit bekanntesten Dancehall-Künstler, der mit Klassikern wie „Temperature“ und „Get Busy“ seit Jahren für energiegeladene Live-Shows sorgt. Mit Blond steht zudem eine der spannendsten deutschen Pop-Indie-Bands auf der Bühne, die mit ihrem unverwechselbaren Stil und humorvollen Performances regelmäßig Festivalpublikum begeistert.
Hip-Hop, Pop & New Wave
Auch die deutschsprachige Rap- und Pop-Szene ist 2026 stark vertreten. Mit dabei sind unter anderem: Ski Aggu – einer der aktuell erfolgreichsten Live-Acts im Deutschrap Ikkimel – eine Künstlerin, die den Zeitgeist mit frechen, provokanten Zeilen und einem Mix aus Pop, Indie und Elektro formt. Ritter Lean – moderner Rap mit Pop-Einflüssen Makko – bekannt für melodischen Trap und große Streaming-Erfolge Souly – einer der spannendsten Newcomer der letzten Jahre Bibiza – Wiener Indie-Rap-Phänomen mit wachsender Fanbase Aaron – emotionaler Deutschpop mit starken Live-Momenten
Damit präsentiert das Campus Festival eine breite Auswahl an Künstler:innen, die die aktuelle junge Musiklandschaft prägen.
Indie, Alternative & Pop-Highlights
Neben den Headlinern bietet das Festival auch eine starke Auswahl an Acts aus Indie, Alternative und Pop. Die Mischung aus etablierten Künstler:innen und frischen Talenten sorgt für ein abwechslungsreiches Programm, das sowohl tanzbare als auch atmosphärische Momente bietet.
Studentische Atmosphäre & Rahmenprogramm
Wie jedes Jahr lebt das Campus Festival nicht nur von seinem Line-up, sondern auch von seiner besonderen Atmosphäre: Food-Stände, studentische Initiativen, Kunstprojekte und offene Begegnungsräume machen das Gelände zu einem Ort, an dem Musik, Kultur und studentisches Leben zusammenkommen. Die Lage am Bodensee und die enge Einbindung der Hochschulen verleihen dem Festival einen einzigartigen Charakter, der es von klassischen Großveranstaltungen abhebt.
Fazit
Mit Headlinern wie Giant Rooks und Sean Paul, starken deutschsprachigen Acts wie Ski Aggu, Ikkimel, Souly und Bibiza sowie einer Vielzahl an Newcomern bietet das Campus Festival Konstanz 2026 ein vielseitiges und modernes Line-up. Die Mischung aus studentischer Energie, kulturellem Rahmenprogramm und musikalischer Vielfalt macht das Festival auch in diesem Jahr zu einem Highlight im süddeutschen Veranstaltungskalender.
Das Line-up der Zwillingsfestivals ist so gut wie komplett: Das Billing um die Headliner Twenty One Pilots, Billy Talent, Kraftklub, Yungblud, Florence + The Machine, Halsey, The Offspring, Papa Roach und Provinz ergänzt Veranstalter FKP Scorpio mit aufregenden Künstlerinnen und Künstlern.
Neu im Line-up ist mit Scene Queen eine Künstlerin, die in den USA schon zu Recht durch die Decke gegangen ist: Scene Queen verbindet Metalcore mit feministischen Themen und macht Kunst, die sich kompromisslos an Frauen richtet, ohne irgendwen auszuschließen. Rikas machen Indie-Pop für Menschen, die Musik lieben. Das Quartett kombiniert Pop mit Einflüssen aus Funk und Soul, was ihren Sound gefällig, aber immer wandelbar macht. Für The Sophs läuft alles perfekt: Nur einen Tag, nachdem sie sich bei „Rough Trade“ bewarben, hatten sie ein Treffen mit dem renommierten IndieLabel in der Tasche. Ihr Debütalbum „Goldstar“ ist ein eindrucksvoller Beweis dafür, warum es für die Band aus Los Angeles so schnell ging.
Auch Raynor steht am Anfang seiner Karriere, weiß aber genau, wer er sein will: Der erst neunzehnjährige Musiker aus Peterborough bei London hat Vorbilder wie Michael Jackson, Arctic Monkeys oder Radiohead und schon jetzt einen Stil gefunden, der nicht nur sein eigener ist, sondern auch Spaß macht. Blackgold haben ebenfalls eine klare künstlerische Vision, nämlich Nu Metal, wie er sein sollte: Schwere Gitarren und Hip-Hop-Beats – die Formation aus London liefert das Beste aus zwei Welten.
Nur auf dem Southside wird Tusker zu erleben sein, der über den Radiopartner DASDING ins Line-up stößt und einer der wenigen Artists ist, die Herzschmerz wirklich tanzbar vertonen können.
Bereits von Konstantin Wecker gab es ein Album mit dem Titel „Poesie und Widerstand“. Und es ist mit Sicherheit kein Zufall, dass Sarah Lesch den gleichen Titel für ihr aktuelles Album gewählt hat. Beiden geht es darum, trotz aller politischer Kampfansagen der gegenwärtigen Kriegstreiberei ein Ende zu setzen und für die Liebe als umfassende Macht gegen Krieg, Hass und Hetze zu plädieren. Das ist nicht einfach, wenn man gegen die hetzende AFD, gegen kriegstreibende Diktatoren und wild gewordene Präsidenten anstinken muss.
Sarah Lesch gehört zu den profiliertesten Stimmen der neuen deutschsprachigen Liedermacherszene. Sie stammt ursprünglich aus dem schwäbischen Altensteig in Baden-Württemberg. Später lebte sie viele Jahre in Leipzig. Seit über zehn Jahren steht sie für handgemachte Musik, präzise Sprache und eine künstlerische Haltung, die sich konsequent zwischen persönlicher Nähe und gesellschaftlicher Verantwortung bewegt. Ihre Songs verbinden poetische Intimität mit politischer Klarheit – ohne Parolen, aber mit spürbarer Wirkung.
Sarah schreibt ihre Texte aus einer Haltung heraus, die Widerstand in unseren krisenhaften Zeiten nicht als Aufruf zum Grabenkampf versteht, sondern als unbedingte Pflicht, gerade jetzt in der Liebe zu bleiben. Es sind Songs über die Kraft, die entsteht, wenn Menschen sich nicht voneinander trennen lassen. Unaufgeregte Klarheit statt Zynismus. Ein leises, aber beharrliches Leuchten im Dunkeln.
Sie liefert klare politische Aussagen, aber auch immer der Wunsch, menschlich zu bleiben und in Romantik sowie Poesie zu schwelgen. Das neue Album zeichnet sich vor allem durch seine ruhige, eindringliche Atmosphäre aus. Statt großer Effekte stehen klare Texte, warme Instrumentierungen und eine unmittelbare Nähe zur Zuhörerin oder zum Zuhörer im Mittelpunkt. Bereits der Opener „Plädoyer“ setzt ein Zeichen für Zusammenhalt und Menschlichkeit in schwierigen Zeiten, wobei die Aussage „Wir bleiben stabil“ mir aus dem Herzen spricht.
Andere Stücke wie „Anna-Lisa“ greifen Themen wie Selbstoptimierung, verlorene Träume und den Wunsch nach Orientierung auf. „Dalai Lama“ erzählt von naiven Träumen in schwierigen Zeiten, „Heute“ spricht von Verbundenheit und leiser Revolution, „Allerschönste Frau der Stadt“ nimmt spielerisch die Geschlechterscham auf die Schippe. Ganz stark ist die Ballade „Verschlafene Trauer“, die zutiefst berührend Abschied und die Sehnsucht nach einem geliebten Menschen behandelt.
Alle neun Songs hat Sarah selbst getextet und gemeinsam mit ihren Musikern vertont. Musikalisch bewegt sich das Album wie erwartet zwischen klassischem Liedermacher-Folk, Indie-Pop und dezenten Country-Elementen. Gerade diese Zurückhaltung verleiht den Liedern ihre besondere Kraft. Absolut empfehlenswert für Freunde guten Songwritings und klarer Haltung!
WHO SHOT SCOTT kündigte jüngst sein Debüt-Album „Hairy“ für den 05. Juni 2026 via Tenfold Records an. Unlängst erschien mit „Peaked In High School“ die letzte Vorab-Single des Albums, nachdem er bereits die Tracks „French Fever“, „LFTBU“, „Problems In My Head“, „Bad Girls“ und „Fast Car“ veröffentlicht hat.
„Peaked In High School“ ist ein unerbittlicher, temporeicher Track, der von kraftvollen Grooves, schweren Synthesizern und üppigen Gitarrenklängen angetrieben wird, die an den Craig David der 90er Jahre erinnern, und der einen entscheidenden Moment in seinem kommenden Debütalbum „HAIRY“ darstellt. Hier blickt der Künstler mit einer veränderten Perspektive auf seine prägenden Jahre zurück und tauscht Verletzlichkeit gegen Autorität. Während frühere Veröffentlichungen von Unsicherheit geprägt waren, markiert „PEAKED IN HIGH SCHOOL“ eine entscheidende Wende hin zur Selbstbehauptung, bei der vergangene Kränkungen in Antrieb umgewandelt werden.
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Über „Peaked In High School“ sagt Who Shot Scott: „To me, this track is a sincere empowerment song beneath all the frantic energy. Growing up, the thing I was bullied for most was wanting to make music. Kids would stand outside my house blasting my early tracks on speakers for the whole neighbourhood to hear, laughing at me. There were parts of school I couldn’t walk through without facing intense ridicule. All these years later, art and music is still my life and I am still just as in love with it as I’ve ever been (if not more). In a strange way, I’m grateful to those early experiences – they built a resilience in me that I’ve come to appreciate deeply. Every slight, every moment of embarrassment… I’ve repurposed it into something powerful. The final line, “The subject I’ve become is a result of all of you,” really couldn’t be more true.”
Fotocredit: Conor Pritchard
Who Shot Scott wird beim diesjährigen „The Great Escape“ in Brighton auftreten!
„Hairy“ ist ein Album, das auf den Narben der Jugend, den universellen Schwierigkeiten des Teenageralters und dem Feuer basiert, das diesen Schmerz in Kraft verwandelt. Mit seinen neun Tracks ist „HAIRY“ vor allem wild und lässt sich in keine Schublade stecken – in einem Moment wird man von ungefiltertem Punk-Rap-Chaos getroffen, im nächsten versinkt man in zerbrechlicher Selbstreflexion. Der Titel selbst stammt aus Jahren der Verspottung in seiner Schule wegen seiner Körperbehaarung, eine Erinnerung, die der Künstler aufgegriffen und zu einem Symbol für Trotz, Ironie und Stärke verdreht hat. Es ist ein Album, das von Extremen lebt und sich nicht scheut, dich gleichermaßen zum Grooven, Lachen und vielleicht sogar zum Weinen zu bringen.
Für WHO SHOT SCOTT ist dieses Projekt ebenso eine Rückeroberung wie ein Debütstatement. Nach zwei APRA Silver Scroll-Nominierungen, einer Japan-Tournee und einer Platzierung im globalen Trailer für Borderlands 4 weigert sich der Künstler weiterhin, eine polierte, „für die Musikindustrie optimierte” Version von sich selbst zu präsentieren. Stattdessen lehnt sich „HAIRY” an seine rauen Kanten und die Widersprüche, die seine Geschichte einzigartig machen, wobei die Ironie darin besteht, dass sie in ihrer Besonderheit für jeden, der sie hört, zutiefst nachvollziehbar wird. Ein Mittelfinger gegenüber Konformität und eine Einladung an alle, die sich jemals wie Außenseiter gefühlt haben. Es ist mutig, erfrischend unverschämt und festigt WHO SHOT SCOTT als eine der derzeit furchtlosesten Stimmen aus Aotearoa.
„Du fehlst in meinem Life“ – die erste Single von „Abriss“, dem neuen Album von AB Syndrom markiert emotionalen Einstieg und zentrales Motiv: das Zerreißen des “Wir” in Einzelteile. Und dem Klarkommen darauf was danach noch übrig ist. Anders als bei früheren elektronischen Produktionen der Band, bilden hier organische Sounds das Fundament. Klavier, Bass und akustische Drums übernehmen synthesizer-artige Rollen und dekonstruieren klassische Pop Strukturen.
„Hey bist du Ok? Es ist schwer / Die richtigen Worte fehlen mir wieder.“
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Der Albumauftakt ist damit nicht nur eine Trennungserzählung, sondern ein erster Schritt hin zur praktischen Auseinandersetzung mit Beziehungsmustern, Selbstbild und emotionaler Ehrlichkeit. Das Album ABRISS erscheint im Herbst, begleitet von einer deutschlandweiten Tour im Oktober.
13.10.26 Leipzig – Naumanns
14.10.26 Hannover – LUX
15.10.26 Frankfurt – Elfer
16.10.26 Köln – Jaki
17.10.26 Münster – Gleis 22
18.10.26 Hamburg – Bahnhof Pauli
20.10.26 Berlin – Berghain Kantine
2017 setzte „Flaggschiff“ den Startschuss für erstes Airplay von AB Syndrom sowie inzwischen mehr als 2,5 Millionen Streams. Das faszinierende: Von Artworks bis Musikvideos oder Produktion ist bei AB Syndrom alles konsequent in Eigenregie gemacht. Diese Konsequenz ist hör- und spürbar.
Fotocredit: Anne Ludwig
Ungewohnte elektronische Sounds und vertrackte Beats bilden die Grundlage für die darin verwobene Poesie. Bennets extrem persönliche und autobiografische Texte bieten tiefen Einblick ins Seelenleben. Durch auffällige Stimmverfremdung und lyrische Abstraktion erhalten die Songs trotz aller Subjektivität Freiraum für eigene Bezüge. Der Fokus auf das Persönliche prägt auch die Live Shows von AB Syndrom. Auf der Bühne steht nur Antons, mit Pads versehenes Drumset und ein Keyboard, mit denen das Duo den elektronischen Sound ihrer Musik für die Bühne adaptiert. Dabei wird alles im Moment erzeugt: Keine Backing-Tracks, keine leblose Show zum vorgefertigten Tape.
Seit „Flaggschiff“ liegt eine intensive Zeit hinter der Band: 2019 mit Mine auf Tour durch Deutschland, die Schweiz und Österreich, kurz danach Konzerte in Vietnam, Hongkong und Manila. 2020 Frontalcrash Album Release im Corona-Lockdown und anschließend Streaming-Konzerte unter anderem bei DLF Nova und c/o pop aus einem riesigen ehemaligen Heizkraftwerk. 2022 dann post-Corona Restart: mit dem Album Tut mir gut Tut mir Leid erzeugten sie deutschlandweit Radio Airplay und gingen im Winter 2022-23 auf erste Headliner-Tour durch 7 Städte—inklusive Live-Konzert bei radioeins. 2024/25 erreichten AB Syndrom mit dem Album Implosion und Features mit Trille, Roger Reckless, Futurebae und Mine deutschlandweite Rotationen und spielten auf dem Fusion Festival vor 2500 Menschen, beim RadioEins Parkfest und auf ihrer anschließenden Deutschlandtour durch 9 Städte.
Kultsänger spricht in Monheim über den ESC, fehlende Eigenständigkeit und seine Ideen für den Wettbewerb
Der Eurovision Song Contest polarisiert seit Jahrzehnten – und kaum ein deutscher Künstler steht so sehr für die schillernde, unberechenbare Seite des Wettbewerbs wie Guildo Horn. Mit „Guildo hat euch lieb!“ landete der Musiker 1998 nicht nur auf Platz sieben beim ESC in Birmingham, sondern wurde endgültig zur Kultfigur einer Veranstaltung, die zwischen Musik, Pathos und Popkultur bis heute Millionen Menschen fasziniert.
Quelle: Merkur Spielbanken
Bei der Gameshow-Talkreihe „Hab‘ ich nicht gesagt!?“ in der Merkur Spielbank Monheim (NRW) sprach Horn als Star-Gast jetzt ausführlich über seine Sicht auf den heutigen Eurovision Song Contest und fand dabei klare Worte zum aktuellen deutschen Beitrag.
Sängerin Sarah Engels bezeichnete Horn zwar als „wahnsinnig gute Interpretin“, kritisierte jedoch Song und Inszenierung des diesjährigen deutschen ESC-Auftritts deutlich. Ihm fehle vor allem die Eigenständigkeit. „Das sieht aus wie Shakira und ist einfach irgendeine Kopie“, erklärte der Musiker auf der Bühne. Gerade beim Eurovision Song Contest brauche es Künstlerinnen und Künstler mit Wiedererkennungswert und Haltung statt austauschbarer Inszenierungen.
Quelle: Merkur Spielbanken
Damit sprach Horn einen Punkt an, der die ESC-Debatte seit Jahren begleitet. Zwischen internationalen Popstandards, perfekt kalkulierten Choreografien und immer aufwendigeren Bühnenshows stellt sich zunehmend die Frage, wie viel Individualität im Wettbewerb überhaupt noch Platz hat. Der Sänger machte deutlich, dass ihn weniger die geplante Perfektion interessiert als die
Geschichte hinter einem Act.
Guildo Horns Traum vom ESC
Besonders emotional wurde es, als Horn über Inklusion in der Musik sprach. Würde er heute selbst einen deutschen ESC-Beitrag auswählen dürfen, wäre seine Entscheidung eindeutig: „Wenn ich verantwortlich wäre und dürfte für unser Land einen ESC-Act hinschicken – dann wäre es definitiv eine inklusive Band mit Behinderten. So ein ganz bunter Haufen. Wo jeder denken würde: ‚Wow, so etwas gab es noch nicht. Das hier fegt alles weg‘“, sagte Horn im Merkur-Talk.
Quelle: Merkur Spielbanken
Für den Musiker wäre ein solcher Auftritt weit mehr als nur Unterhaltung. Im Gegenteil: „Alles, was beim ESC stattfindet, muss ein Thema in sich tragen“, erklärte Horn. „Wenn eine junge Dame, die gut aussieht, im Lederrock durch die Gegend springt, dann ist das kein Thema.“
Eine inklusive Band dagegen würde Diskussionen auslösen und Menschen emotional erreichen. „Dann hast du ein Thema: Was ist Inklusion? Was sind das für Menschen? Das beschäftigt einen. Darüber wird geredet“, sagte Horn unter dem Applaus des Publikums in der Merkur Spielbank Monheim. „Und jeder unterhält sich, und jeder fiebert mit. Das ist doch eine ganz andere emotionale Bindung zu so einem Act.“
Quelle: Merkur Spielbanken
Ganz neu ist diese Idee für Horn nicht. Bereits vor einigen Jahren engagierte er sich als Pate einer inklusiven Band aus Hamburg, die sich für den deutschen ESC-Vorentscheid bewerben wollte. Laut Horn stieß das Projekt damals allerdings auf wenig Interesse bei den damaligen Verantwortlichen beim NDR.
Die beliebten Kinderlieder-Alben der „Giraffenaffen“ gibt es bereits seit 15 Jahren und das Konzept hat sich mehrfach leicht verändert. Es gab traditionelle Kinderlieder in aufgepeppter Version, Hip-Hop-Beats, eine Schlagerparty, Jahreszeiten-Themen, daneben Hörspiele, Kinderbücher, Stofftiere – aber das Grundkonzept blieb immer bestehen: Stars der deutschen Musikszene präsentieren beliebte Songs in neuem Sound.
Auch für die zehnte Ausgabe bleibt man sich treu. Bekannte Künstler*innen interpretieren ihre eigenen Songs kindgerecht, kreativ und im unverwechselbaren Giraffenaffen-Sound. Das Ergebnis ist ein abwechslungsreiches Album, das Kindern moderne Popmusik mit Spaß zugänglich macht und gleichzeitig Eltern anspricht, die Wert auf Kindermusik mit Qualität und sinnvollen Inhalten legen.
Diesmal sind unter anderem Die Atzen, Mousse T., Soffie, Johannes Oerding, Wilhelmine, Florian Künstler, Pohlmann und MIA. dabei, und damit viele Deutschpop-Stars, die in den letzten Jahren die Hitparaden stürmte. Sie haben ihre wichtigsten Songs auf die Giraffenaffen zugeschnitten und mit zum Teil neuen Textzeilen versehen.
Zunächst aber kommt die Giraffenaffen-Gang selbst zu Wort und singt zum Jubiläumsauftakt ein mitreißendes „Wir sind 10“:
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Die Auswahl der Titel ist mit starken Botschaften versehen. Soffie hat ihren erfolgreichen Song “Für immer Frühling” neu gedacht und rückt diesmal die Liebe zur Tierwelt in den Mittelpunkt. Entstanden ist ein moderner Popsong mit Herz, der Kinder auf Augenhöhe anspricht und mit einer eingängigen Melodie und einer wichtigen Botschaft ein Lied für die ganze Familie ist. So gibt es Impulse für Gespräche über Freundschaft, Fantasie und den achtsamen Umgang mit Tieren.
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Die Atzen lassen den „Disco Pogo“ kindgerecht wieder aufleben, Johannes schmettert mit dem Giraffenaffen-Chor „An guten Tagen“, Wilhelmine steuert zur Motivation das wundervolle „Solang du dich bewegst“ bei, Florian Künstler erklärt mit „So viele mehr“, wie man sich Unterstützung bei guten Freunden sucht, Pohlmann träumt vom Sommer und MIA. zelebriert den „Tanz der Moleküle“. Eine sehr gute Mischung bewegender Songs.
Damit reiht sich das neue Album perfekt in die beliebte Giraffenaffen-Reihe ein, die schon seit vielen Jahren für kreative Neuinterpretationen, starke Botschaften und ein besonderes Hörerlebnis für die ganze Familie steht und moderne Popmusik in einem neuen Kontext erlebbar macht. Gleichzeitig übernimmt auch das neue Album wieder soziale Verantwortung: Ein Teil der Einnahmen kommt dem Kinder- und Jugendwerk “Die Arche” zugute!
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„Giraffenaffen 10“ steht nicht nur für gute Musik, sondern auch für Verantwortung und Zusammenhalt. Mit Fantasie, Kreativität und Herz gelingt es dem Album erneut, Kinder ernst zu nehmen, ihnen Freude zu schenken – und dabei gleichzeitig etwas Gutes zu tun. Ein mehr als
würdiges zehntes Album, das zeigt, dass die Giraffenaffen-Idee lebendiger ist denn je!
Tracklist
01 Wir sind 10 – Giraffenaffen Gang
02 Zebrastreifenpferd (Giraffenaffen Version) – Oimara
03 Disco Pogo (GiraffenAtzen Edit) – Die Atzen
04 Ich klecker – Mousse T. feat. Evelyn Weigert
05 Blumenwiese – Giraffenaffen Gang
06 Für immer Tiere – SOFFIE
07 An guten Tagen – Johannes Oerding
08 Solange du dich bewegst – Wilhelmine
09 So viele mehr – Florian Künstler feat. Honigkuchenpferde
10 Wenn jetzt Sommer wär – Pohlmann.
11 Tanz der Moleküle (Giraffenaffen Version) – MiA.
12 Ein Nilpferd muss aufs WC (Dschungelrave Mix) – Giraffenaffen Gang
Seit dem Album „Rausch“ im Jahr 2021 ist es ruhiger geworden um die sonst so umtriebige Helene Fischer. Kaum neue Musik, keine groß angelegte Tournee – stattdessen Fernsehauftritte und einzelne Songs. Und sie hat sich vermehr dem Metier Kinderlieder zugewandt. Logisch, daher weht der Wind. Denn in der Zwischenzeit wurde sie Mutter zweier Töchter und hatte erst einmal andere Dinge im Kopf, als über die Bühne zu springen und über Stadien zu fliegen.
Kein Wunder also, dass es einige erfolgreiche Alben mit Kinderliedern gab, die sie eingesungen hat. Und ganz neu ist jetzt ein Vorlesebuch im Carlsen-Verlag hinzu gekommen. Helenes Name und Foto sind groß aus dem Cover, doch es gab auch andere Mitwirkende: Co-Autorin Svea Bronke hat unter verschiedenen Namen schon viele Kinderbücher geschrieben. Und als Illustrator*innen sind Heike Vogel, Anna Karina Birkenstock und Mathias Weber mit an Bord.
Das wunderschön gestaltete Familienbuch enthält 31 neue Geschichten, die von der Sängerin und zweifachen Mutter liebevoll für Kinder, ihre Eltern und Großeltern zusammengestellt wurden. Auf spielerische Weise werden die Kinder dabei gestärkt sowie ihre Fantasie und Kreativität angeregt. Die Länge der Texte ist gut geeignet zum Vorlesen vor dem Schlafengehen.
Zusätzlich gibt es Noten zu beliebten Kinderliedern wie „Hallo, hallo, schön, dass du da bist“, „Fünf kleine Fische“, „Wenn du fröhlich bist“ und „Ich bin ein dicker Tanzbär“ – allesamt perfekt zum Mitsingen und Mitmachen geeignet. Dazwischen finden sich außerdem Anleitungen und Tipps von Helene sowie einige Bastelideen und Rezepte. Selbst Yoga- und Dehnübungen finden ihren Platz, um die sortliche Betätigung zu fördern. Also ein Rundumschlag über allerlei kindgerecht aufbereitete Themen.
Das 160seitige Hardcover-Buch ist insgesamt wunderschön illustriert und lieferte ansprechende Bilder, die Groß und Klein gefallen. Besonderer Clou ist eine Handyfunktion über „NFC Tag“. Mit einem integrierten Chip lässt sich tolles Bonusmaterial ganz leicht aufs Handy holen und man kann dort verschiedene Materialen zum Buch finden und nutzen.
Nach „Lucidity“ und „The Ocean“ veröffentlichten Annie Taylor im April ihre letze Vorab-Single des neuen Albums „Out Of Scale“, welches am 22. Mai via Clouds Hill erscheint.
„Something Ain’t Right“ setzt bei einem Gefühl an, das sich nicht einfach abschütteln lässt. Zwischen Jetlag, flüchtigen Begegnungen und unausgesprochenen Erwartungen gerät etwas aus dem Gleichgewicht. Der Song drängt nach vorn und lässt Zweifel und Überforderung stehen, statt sie aufzulösen. Zwischen dem Wunsch nach Rückzug und dem Anspruch, weiterzumachen, entsteht eine Spannung, die bestehen bleibt. Ein Song über das Eingeständnis von Schwäche, ohne darin stehen zu bleiben.
Passend zur neuen Single und dem dazugehörigen Album kündigt die Band außerdem eine umfangreiche Tour an:
22.05.26 – CH – Zürich, Plaza
24.05.26 – DE – Mainz, Open Ohr
28.05.26 – CH – Luzern, Schüür
29.05.26 – CH – Solothurn, Kofmehl
30.05.26 – CH – Martigny, Sunset Bar
18.06.26 – CH – Bern, Rössli
11.07.26 – DE – Hamm, Open Air Hamm
08.08.26 – DE – Kröning, Labertal Festival
27.08.26 – DE – Dortmund, Subrosa
28.08.26 – DE – Hamburg, Molotow
29.08.26 – DE – Lehrte, Zytanien Festival
01.09.26 – DE – Dresden, Ostpol
02.09.26 – DE – München, Milla
03.09.26 – AT – Graz, Music House
04.09.26 – AT – Wien, Kramladen
08.09.26 – DE – Köln, Bumann & Sohn
11.09.26 – DE – Berlin, Cassiopeia
12.09.26 – DE – Marburg, KFZ
13.09.26 – BE – Antwerpen, Djingel Djangel
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Das dritte Album der Züricher Band, die schon in den USA auf dem SXSW und bei der Radiostation KEXP spielte, handelt von intensiven Gefühlen und chaotischen Beziehungen. «Out of Scale» erinnert an Courtney Barnett und Wet Leg. Die Songs auf dem Album berühren, weil sie sehr roh und intim sind. Weil sie auch schwierigen Zeiten den Platz einräumen, den sie verdienen. Und weil sie Neuanfänge zulassen.
Die Songs mussten einfach raus. Zwischen der US-Tour der Indie-Rockband und Konzerten in Europa nahmen Annie Taylor ihr drittes Album auf. Es heißt «Out of Scale» und ist geprägt von intensiven Gefühlen, chaotischen Beziehungen und großen Träumen.
Mal leidet Sängerin Gini Jungi, ist verletzt und kämpft, mal schwebt ihre Stimme sehnsüchtig über den Gitarrenläufen von Tobias Arn. Und wenn der Bass von Michael Mutter und das Schlagzeug von Daniel Bachmann einsetzen, ist klar, dass jeder dieser neuen Songs das Publikum zum Tanzen bringen kann.
Für ihre Live-Shows ist die Band bekannt, die sich in einer Bar in den Schweizer Bergen nach dem Snowboarden kennenlernte und bereits auf dem SXSW, bei der ikonischen Radiostation KEXP in Seattle, auf dem Levitation Festival in Austin, dem Great Escape und dem Reeperbahn Festival spielte.
Auf «Out of Scale» haben Annie Taylor ihren Sound nochmals weiterentwickelt. Das erste Album «Sweet Mortality» machte die Band scheinbar aus dem Nichts international bekannt. Das zweite, «Inner Smile», nahmen sie in England auf; es war rauer, ehrlicher. Und jetzt haben sie ihren Stil nochmals geschärft. Jeder Song klingt anders und muss doch zwangsläufig auf den nächsten folgen. Auf verzerrte Gitarre und selbstermächtigenden Wut-Grunge folgt repetitive Psychedelia – und dann ein nachdenklicher Song, ruhig schon fast: irgendwo zwischen Courtney Barnett und Wet Leg.
Fotocredit: Danny Kötter
Ein großer Teil der neuen Musik ist im Sommer entstanden, als Zürich fast leer war, weil alle in die Ferien verreisten. Sängerin Gini Jungi erinnert sich an den Geschmack von Sonnencréme und Salz auf ihrer Haut. An Sommerkleider. Und an unendlich viel Zeit zum Nachdenken. Manchmal fühlte sich das gut an, dann, wenn sich eine Nacht ohne Plan entwickelte, im Limbo, und sie trotzdem eine krasse Klarheit spürte. Manchmal saß sie aber auch auf ihrem Teppich in der Wohnung, fühlte sich allein, spielte Gitarre, spürte Verlust, aber auch Dankbarkeit.
Auf Festivals, auf langen Busfahrten und bei späten Shows war sich die Bandmitglieder sehr nahe. Fast nahtlos konnten sie sich so in die Texte von Sängerin Gini Jungi einfühlen und diese gemeinsam vertonen.
Viele Lieder auf «Out of Scale» handeln von Freundschaften und Liebesbeziehungen. Sich sicher fühlen, euphorisch sein, weil eine Person einem die Schönheit der Welt zeigt. Erinnerungen an eine Zeit, in der alles gut war. Dann kommen die Zweifel. Etwas stimmt nicht mehr. «I am not your answer». Ich bin nicht deine Antwort. «And I am not your cure». Und ich bin nicht deine Heilung.
Songs wie «The Ocean» oder «Something ain’t right» finden Melodien für diese Stimmung, diesem Mix aus Verlangen, Sehnsucht und Trost. Mal ist Gini Jungis Stimme im Hintergrund und reduziert, dann, plötzlich, bricht der Nebel auf, und sie ist ganz nah.
Mit der Veröffentlichung des neuen Albums wechselt die Band zum Label Clouds Hill. Neu wird auch Bassist Josip Tijan Annie Taylor verstärken und frischen Schwung reinbringen. Das visuelle Konzept haben Kevin Högger, Studio Végété und Quentin Lacombe gestaltet. Der Mix aus zeitgenössischem Grafikdesign, experimenteller Kunst und Popästhetik spiegelt die Reibung und die Offenheit wider, die das Album auszeichnet.
Sein Ding machen, auch wenn es vielleicht nicht der direkte Weg ist, «Out of Scale», außerhalb der konformen Maßstäbe eben – das ist die Botschaft, die das Album trägt und die schon im Bandnamen steckt. Annie Edson Taylor war eine Lehrerin aus den USA, die ein unruhiges Leben führte und aneckte. 1901 stürzte sie sich als erster Mensch in einem Fass die Niagarafälle hinunter. Verletzt war sie nur am Hinterkopf.
Die neuen Songs von Annie Taylor berühren, weil sie sehr roh und intim sind. Weil sie auch schwierigen Zeiten den Platz einräumen, den sie verdienen. Und weil sie Neuanfänge zulassen. Schon der Opener «Alligator» macht sofort wach, klingt, als ginge es im Bandraum um alles und zeigt, dass nach dem Hadern oft die Erkenntnis kommt: Ich muss mich nicht klein machen, mich auflösen, mich bücken. Ich kann selbst etwas an der Situation ändern.
«Out of Scale» motiviert dazu, nie mit dem Träumen aufzuhören. Sich immer wieder neu zu erfinden. Und dem Stillstand entgegenzuhalten.
Disneys Lustiges Taschenbuch (LTB) ist eine der erfolgreichsten Comicreihen im deutschsprachigen Raum und blickt auf eine lange Geschichte zurück. Die Reihe wurde erstmals 1967 vom Egmont Ehapa Media Verlag veröffentlicht und brachte vor allem Geschichten aus dem Disney-Universum rund um Figuren wie Donald Duck, Micky Maus und Dagobert Duck in Buchform heraus. Viele Generationen sind mit den Comicbüchern aufgewachsen und ließen sich zum Lesen motivieren. Und alle vier Wochen erscheint ein neues Buch – inzwischen über 600 Ausgaben (HIER zu finden).
Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich die Reihe stetig weiter: Neben den regulären Ausgaben erschienen zahlreiche Sonderreihen, thematische Bände und Jubiläumsausgaben. Inhaltlich wurden die Geschichten moderner, behielten aber ihren humorvollen und abenteuerlichen Stil bei. Trotz Veränderungen im Comicmarkt ist das Lustige Taschenbuch bis heute ein fester Bestandteil der deutschen Comic-Kultur geblieben und erreicht weiterhin eine große Leserschaft.
Die Fülle der Sonderreihen mag etwas unübersichtlich wirken. Es gibt da doch einiges wie beispielsweise „LTB Spezial“, „LTB Extra“, „LTB Abenteuer“ und „LTB Sonderedition“, wo meist ältere Geschichten neu zusammengestellt werden. So erschien gerade auch der „LTB Sonderband“ mit der Nummer 1, der sich dem Thema „Musical“ widmet.
Anlass ist das 25jährige Jubiläum von „König der Löwen“ in Hamburg. Die erste Story des Comicbandes lässt sich von der Faszination der Show inspirieren und erzählt daraus eine eigene, einzigartige Geschichte in der Welt von Entenhausen. Hier heißt das Musical dann „Tanz der Löwen“, spielt aber dennoch mit viel Lokalkolorit im Theater in der Nähe der Elbphilharmonie. Tollpatsch Donald landet unfreiwillig im Kostüm eines Zebras auf der Musicalbühne und richtet das übliche Chaos an. Eine schöne, gänzlich neu verfasste Geschichte.
Die übrigen Seiten des knapp 200 Seiten starken Buches sind gefüllt mit älteren LTB-Geschichten, die allesamt von Metiers wie Musical, Schauspiel oder Konzert inspiriert sind. Nichts wirklich Neues, aber in der thematischen Zusammenstellung einzigartig. Zudem erfährt die Leserschaft viel Wissenswertes zum Musical mit Fun Facts, einem Blick hinter die Kulissen, den Hits und den Kostümen.
So trifft die Welt des Musicals auf die Fantasie des Comics – und schafft ein besonderes Erlebnis für langjährige Fans ebenso wie für neue Generationen. Das Lustige Taschenbuch ist seit dem 21. April im Handel erhältlich.
Bereits im Jahr 2021 gab es ein „Pop Classics“ Sonderheft (Ausgabe #4) zum „King of Pop“ Michael Jackson. Die Reihe erscheint unregelmäßig im SLAM Media Verlag und die Nummerierung ist etwas unübersichtlich, da sich Ausgabe #6 nun ebenfalls Michael Jackson widmet, während Nummer #5 im Jahr 2025 ein FALCO-Sonderheft war. Verwirrend? Ja. Und vermutlich gibt es viele Dopplungen in den Heften 4 und 6. Aber am besten achtet man gar nicht auf die Nummer sondern lieber auf den Inhalt. Und da ist das Heft doch herausragend.
Michael ist momentan wieder in aller Munde, beispielsweise durch den gleichnamigen Kinofilm, der seine Karriere von den Anfängen mit den Jackson Five bis zum Album „Bad“ beschreibt. Oder durch das Musical „MJ“, das sehr erfolgreich unter anderem in London und Hamburg läuft. Alles sehr nostalgisch und emotional.
Das Heft erzählt Jacksons Geschichte chronologisch, wobei die Anfänge der Jackson Five in einem Artikel abgehandelt werden und man erst mit Michaels Soloalben so richtig einsteigt. Ein ausführlicher Abriss der Solokarriere findet sich dann von Album zu Album, beginnend mit dem fünften Werk „Off The Wall“. Ausführlich geht man ausgehend von der jeweiligen Musik auch auf Tourneen und das persönliche Umfeld des Künstlers ein. Behandelt werden alle weiteren Soloalben – auch die posthumen Veröffentlichungen.
Damit ist das Heft schon gut gefüllt und sehr informativ. Als Ergänzung werden viele Künstler*innen zitiert, die Jacksons Einfluss auf ihre eigene Musik beschreiben, und es gibt ein älteres, ausführliches Interview mit Tito Jackson, dem zweitältesten Bruder von Michael, der 2024 verstorben ist. Zudem finden sich Artikel zur „Michael Jackson Tribute Live Experience“ und zum Musical „MJ“, außerdem eine Zusammenstellung von Büchern, Filmen und anderen Memorabilia. Insgesamt 116 gut gefüllte Seiten und zwei Poster. Der King of Pop lebt in vielen Herzen weiter.
Die Kult-Blechbläsertruppe MNOZIL BRASS aus Österreich kann man kaum in eine Schublade stecken. Es gibt volkstümliche Blasmusik und Jazz, Rock und Pop, Comedy und A-cappella-Gesang. Der musikalische Mix ist wie eine Reise durch viele Stilrichtungen und Epochen. Und das funktioniert jetzt schon seit 30 Jahren! „Jubelei“ heißt das aktuelle Programm, mit dem die sieben Musiker am Mittwoch in der Gebläsehalle Neunkirchen zu Gast waren. Die Location war nahezu ausverkauft. Klar – denn der Name der Band bürgt für Qualität und einen kurzweiligen Abend.
Ein typischer Abend mit Mnozil Brass fühlt sich weniger wie ein steifes Konzert und mehr wie eine unterhaltsame Bühnenshow an. Die Musiker kommen nicht einfach auf die Bühne, spielen ihr Programm herunter und gehen wieder, sondern interagieren ständig miteinander und mit dem Publikum. Es gibt kleine Geschichten, Running Gags („Määääh“) und oft auch überraschende Wendungen, bei denen Musikstücke ineinander übergehen oder plötzlich eine ganz andere Richtung einschlagen.
Ganz sanft saßen fünf der Musiker beispielsweise am Bühnenrand und sangen zu einem Glockenspiel und unterschiedlichen Geräuschen das Beatles-Cover „Blackbird“. So wundervoll – und ohne Verstärkung durch die ganze Halle zu hören, da das Publikum sehr andächtig an ihren Lippen hing. Dann wieder jazzige Unterhaltung im Schnelltempo, bevor man für eine emotionale instrumentale Version von „Tears in Heaven“ wieder runterfuhr.
Was besonders auffiel, war die Dynamik, denn ruhige, sehr präzise gespielte Passagen wechselten sich mit energiegeladenen, fast schon chaotisch wirkenden Momenten ab. So gab es filigrane Klänge mit viel Behutsamkeit, auf die „Final Countdown“ hymnisch und mit übertriebener Choreo folgte. „99 Luftballons“, „Englishman in New York“, ein Auszug aus dem Musical „Grease“ und „One Moment in Time“ folgten in einem Medley. Genregrenzen wurden jederzeit gesprengt. Die Musiker bewegten sich ständig auf der Bühne, nutzten Mimik und Gestik und bauten so eine starke Verbindung zum Publikum auf.
Nach 50 Minuten gab es eine Pause, dann ging es hardrockend mit „Hells Bells“, „Thunder“ und „Highway to Hell“ weiter. Alles wie geschaffen für eine blasmusikalische Umsetzung. „Somewhere Over the Rainbow“ wurde nur zu zweit dargeboten, dann erklang die Posaune zu einem mehrstimmigen Chor. Und auch „Music“ von John Miles – das Paradestück aus allen Hitparaden – erklang in fantastischen Tönen.
Musikvereine lieben Mnozil Brass, das spürte man unter den Fans, die den Standard „Rosamunde“ stimmgewaltig mitsangen. Zum Schluss nochmal etwas Comedy, wenn ein Musiker die Posaune mit den Füßen spielte – und nach gut zwei Stunden reiner Konzertlänge ging der Abend mit einem Edelweiß-Lied zu Ende. Es war eine kreative und offene Show. Mnozil Brass sind auch nach über dreißig Jahren und einigen Besetzungswechseln immer noch großartig!
Der Autor Joe Hill heißt eigentlich Joseph Hillström King und stammt aus dem US-Bundesstaat Maine. Aha, kennen wir doch. Von dort stammt auch der Horrormeister Stephen King. Und tatsächlich ist Joe einer der beiden Söhne des Bestsellerautors. Die ganze Familie schreibt: Tabitha King und auch Owen King sind schriftstellerisch aktiv. Doch es ist schon bezeichnend, dass Joe Hill ganz darauf verzichtet, mit dem Namen des berühmten Vaters Promotion zu machen. Warum? Weil er es nicht nötig hat! Hill hat sich längst freigeschwommen und mit Stories wie „Christmasland“ und der Comic-Reihe „Locke & Key“ (beides erfolgreich verfilmt) für Furore gesorgt.
„King Sorrow“ ist eigentlich ein dicker Wälzer, der nun auf Deutsch in zwei Teilen erscheint. Band 1 umfasst bei Heyne immerhin schon 592 Seiten. Teil 2 wird im Juli erscheinen.
Kurz zur Story: Das renommierte Rackham College in Maine. Als Vorzeigestudent Arthur Oakes und seine Freunde in einem alten okkulten Text aus der Universitätsbibliothek ein Ritual entdecken, mit dem man angeblich einen Drachen beschwören kann, beschließen sie in einer rauschhaften Silvesternacht, die Probe aufs Exempel zu machen. Was als Spiel beginnt, wird schon bald zum Albtraum. Eine uralte und mächtige Wesenheit erwacht. Und sie ist hungrig…
Als Leser war ich sehr schnell in der spannenden Story drin. Zunächst geht es darum, Arthur und seinen illustren Freundeskreis kennen zu lernen. Das passiert in umfangreichen Anekdoten, die zu Beginn aufgrund der vielen Namen noch etwas verwirrend erscheinen, doch bald lichtet sich das Feld und man hat die Protagonist*innen und Antagonist*innen intus.
Vieles erinnert mich an das Setting von Kings „Es“ und an die bekannte Serie „Stranger Things“. Nicht nur – aber auch – weil die Erzählung in den 80er Jahren startet. Es ist eine typische Comig-of-Age-Story, die das Heranwachsen einer Gruppe junger Leute beschreibt. Ihre Beziehungen, ihre Träume, ihre Fehler. Sehr anschaulich beschrieben und schön nachvollziehbar.
Dann kommt die Story in Gang, als mystische Elemente auftauchen: Der monströse Drache King Sorrow wird herauf beschworen, um die Erpresserin Jayne Nightswander zu stoppen, die sich zu Arthurs Nemesis entwickelt hat. Doch man muss einen Preis zahlen, wenn man eine solche Kreatur um Hilfe bittet – und man wird sie nicht mehr los.
„King Sorrow“ ist eine Geschichte um Traumata und verdrängte Erinnerungen. Die Taten der Vergangenheit haben Auswirkungen auf ein ganzes Leben. So entwickelt sich eine abenteuerliche Abfolge von Geschichten, die „King Sorrow I“ mit einem Höhepunkt enden lässt, der das Warten auf den zweiten Teil zur Qual machen kann.
Der Vergleich mag müssig sein, aber Joe Hill steht Stephen King kaum nach. Er schreibt ebenso lebendig und spannungsgeladen. Dabei zieht er die Leserschaft in eine ganz eigene Welt, in der man sich ein Stück weit zuhause fühlen kann. Ein wundervoller Roman für Horror-Fans, die zudem die Nostalgie der 80er Jahre verinnerlicht haben.
Während mit „Aurora“ das nach offizieller Zählung 24. Studioalbum von YES bei InsideOut / Sony Music in den Startlöchern steht, gibt es aus dem Hause Mercury / Universal einen wertigen Release, um die Wartezeit bis Juni zu überbrücken.
Das Album „From a Page“ der britischen Progressive Rocker ist vor allem ein interessantes Stück Bandgeschichte. Es handelt sich weniger um ein klassisches Studioalbum als vielmehr um eine Art musikalische Zeitkapsel mit recht seltenen Aufnahmen. Ursprünglich erschien es 2019 als Mini-Album mit vier Songs, die schon um 2010 aufgenommen worden waren aber damals keinen Platz auf dem regulären Studioalbum „Fly from Here“ (2011) fanden.
Was das Werk so besonders und wertvoll für Fans macht, ist der Kontext seiner Entstehung: Die Aufnahmen stammen von einer spezifischen Besetzung der Band mit Chris Squire, Steve Howe, Alan White, Kurzzeit-Sänger Benoît David und Keyboarder Oliver Wakeman. Gerade Wakeman spielte eine zentrale Rolle bei dem Release. Er war nicht nur maßgeblich am Songwriting beteiligt, sondern stellte die lange unveröffentlichten Aufnahmen acht Jahre später zu einer EP zusammen und veröffentlichte sie 2019 als eine Form späte Würdigung für den 2015 verstorbenen Squire.
Musikalisch bewegt sich „From a Page“ klar im Progressive Rock, wirkt dabei aber oft kompakter und zugänglicher als die epischen Klassiker der 70er. Die vier ursprünglichen Stücke – „To the Moment“, „Words on a Page“, „From the Turn of a Card“ und „The Gift of Love“ – zeigen melodische Strukturen, vielschichtige Arrangements und typische YES-Elemente wie filigrane Gitarrenarbeit und dichte Keyboardflächen. Wakemans großer Einfluss ist unverkennbar. Gleichzeitig merkt man, dass das Material aus einer Übergangsphase stammt: Es verbindet den klassischen Sound mit moderneren, teilweise fast poppigen Ansätzen.
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Spannend ist auch die Veröffentlichungsgeschichte: Aus dem kleinen Mini-Album wird jetzt 2026 eine deutlich erweiterte Version, die zusätzliche Tracks, alternative Fassungen und Demos aus denselben Sessions enthält. Dadurch bekommt man einen tieferen Einblick in den kreativen Prozess rund um „Fly from Here“ und hört, wie sich Ideen innerhalb der Band entwickelten – teilweise in Versionen, die sich deutlich von den später veröffentlichten Songs unterscheiden.
„From A Page“ wird als 2-CD-Box-Set und als 2-LP-Version angeboten. Die 2CD-Edition mit Artwork von Roger Dean bietet ein Booklet mit ausführlichen Liner Notes von Oliver Wakeman, ein ausklappbares Poster und 5 Kunstkarten, verpackt in einer Clamshell-Box. Die Doppel-LP präsentiert die Musik gepresst auf zwei 180-Gramm-Vinylplatten, die im Half-Speed-Verfahren gemastert wurden. Die beiden LPs sind in einem Gatefold-Cover verpackt, das das künstlerische Artwork zeigt, das Roger Dean für dieses Album entworfen hat.
Unterm Strich ist „From a Page“ kein typisches Hauptwerk der Band, sondern eher ein Blick hinter die Kulissen – aber genau das macht seinen Reiz aus. Für Fans ist es ein wertvolles Dokument einer wenig beleuchteten Phase von YES, in der sich zeigt, wie viel ungenutztes Material und kreative Energie selbst in den Zwischenzeiten dieser legendären Band steckt.
Die deutsche Chansonsängerin und Schauspielerin Ute Lemper zählt seit Jahrzehnten zu den prägenden Stimmen des internationalen Musiktheaters. Geboren 1963 in Münster, wurde sie zunächst durch ihre Rollen in Musicals wie „Cabaret“ und „Chicago“ bekannt und machte sich später vor allem als Interpretin der Werke von Kurt Weill und Bertolt Brecht einen Namen. Ihre Karriere war dabei von Beginn an ungewöhnlich vielseitig: Lemper ist nicht nur Interpretin, sondern auch Tänzerin und Autorin mit engem Bezug zur europäischen Kabarett-Tradition. Dabei zeigt sie stets einen starken Hang zu politischen und historischen Themen.
Mit ihrer aktuellen Tour war sie am Dienstag in der Neuen Gebläsehalle Neunkirchen zu Gast und konnte im voll besetzten Haus glänzen. Im Programm „Die Zeitreisende“ knüpft sie genau an oben benannte Vielschichtigkeit an und treibt sie sogar noch weiter. Das Konzert ist weniger ein klassischer Liederabend als vielmehr ein kunstvoll komponierter Abend zwischen Konzert, Lesung und autobiografischem Theater. Ute Lemper greift dabei auf ihre 2023 erschienene Autobiografie zurück und verwebt persönliche Erinnerungen mit musikalischen Stationen ihres Lebens.
Die Sängerin betrat die Bühne nicht als bloße Interpretin, sondern als Erzählerin ihres eigenen Lebens. Zur musikalischen Begleitung hatte sie Vana Gierig am Piano und Giuseppe Bassi am Kontrabass dabei. Sie startete mit dem jiddischen „Donna Donna“. Weiter ging es mit eigenen Stücken („Time Traveler“) und Musical-Highlights wie „All That Jazz“. Zwischen den Songs sprach sie über ihre Kindheit, ihre künstlerischen Anfänge in Europa und ihren späteren Weg nach New York. Diese narrative Struktur zog sich durch das gesamte Programm und verlieh dem Konzert eine filmische Dramaturgie, die durch kurze Einspieler auf der Bühnenrückwand noch ergänzt wurde. Es entstand der Eindruck einer gedanklichen und persönlichen Reise durch Zeiten, Orte und Emotionen.
Jazzig verspielt zelebrierte Lemper aoft ein lautmalerisches Singen. In der Art ihres Erzählens wirkt sie oft verträumt und weinerlich. Musikalisch bewegte sich die Sängerin aber souverän zwischen Genres und Epochen. Italienische Stücke wie „Madrigal escrito en invierno“ standen neben Chansons von Édith Piaf und Liedern aus ihrem eigenen Repertoire. Hinzu kamen die emotionalen Stücke von Kurt Weill, der Brecht und Kästner vertont hatte. Die Songs flossen zum Teil ineinander, wurden von erzählerischen Passagen getragen und bildeten so ein zusammenhängendes Ganzes. So entstand eine intime Atmosphäre, die ganz auf Stimme und Ausdruck konzentriert war.
Thematisch scheute Lemper auch vor schweren Stoffen nicht zurück. Erinnerungen an das geteilte Berlin, Reflexionen über Geschichte und persönliche Konflikte – all das fand seinen Platz im Programm. Gleichzeitig blitzen immer wieder humorvolle Momente auf, etwa wenn sie Anekdoten aus ihrer Karriere erzählte oder berühmte Weggefährten, vor allem Marlene Dietrich, porträtiert. Man konnte Ute fast mit Marlene gleichsetzen, wenn sie deren von Deutschland und dem Bühnenleben frustrierte Art nachmachte und viele gemeinsame Anekdoten erzählte.
Das Publikum honorierte den sehr persönlichen und oft berührenden Abend mit starken Applaus. Lemper zeigt auf der aktuellen Tour einmal mehr ihre Fähigkeit, Biografie, Geschichte und Kunst zu einem stimmigen Gesamterlebnis zu verschmelzen. Dabei gab es überraschend keine Pause, sondern 110 emotionale Minuten am Stück. Und der Abschluss mit „Blowin‘ In The Wind“ und „Imagine“ war absolut berührend.
Seit ihrer Debüt-EP „Billstedt“ aus dem Jahr 2020 schrauben Christian Klindworth, Antoine Laval und Lars Brunkhorst an ihrem ganz und gar eigenen Sound zwischen Postpunk und melodienverliebtem Indierock. fluppe haben mit „blüte“ (2021) und „boutique“ (2023) zwei Alben veröffentlicht. Sie sind beim Reeperbahn Festival aufgetreten, haben für Turbostaat eröffnet, doch vor allem sind sie unermüdlich durch die Clubs getourt und haben ihre eigenen Shows gespielt.
Aber klar, auch an fluppe schrappt die Polykrisen-Gegenwart nicht einfach vorbei, zumal es vermutlich unumgänglich ist, dass hier und da mal Cure-Gitarren durchschimmern, wenn man ein Album mit Produzent Tobias Siebert (Klez.e, And The Golden Choir) aufnimmt. Und es war auch Siebert, der fluppe den entscheidenden Schubser gegeben hat, als die Band zu Beginn des gemeinsamen Arbeitsprozesses nicht so recht wusste, wer auf den neuen Stücken denn nun eigentlich singen soll: „Ihr habt in Hamburg doch diese Musikerkneipe namens Mutter, da kommt ja eigentlich jeder Zweite dafür in Frage.“ fluppe haben also mal wieder einen Abend in der Mutter verbracht – aber dass den Job jetzt einfach mal Barkeeper Oscar Pursch übernimmt, dürfte dann wohl auch Siebert überrascht haben.
Gleich dieser Opener macht klar, dass fluppe die Beschissenheit der Dinge zwar keinesfalls leugnen, musikalisch aber mächtig dagegenhalten. War schon in der Vergangenheit davon die Rede, dass bei den Hamburgern bestenfalls noch internationale Referenzen funktionieren, so sind auch die bei Album Nummer drei nur noch schwer auszumachen. Vielleicht passt der popgewordene Indierock der Fontaines D.C. – nur lassen fluppe da dann Schnickschnack und Style-Berater weg.
„Beest“ ist das Album einer Band, die ihren Sound ein bisschen weiter ausdefiniert. Würden wir es nicht besser wissen, würden wir „Beest“ als das Debüt von fluppe feiern. Diese Woche startet die dazugehörige Tour in Fürth!
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Es war 1994 beim „Eurovision Song Contest“ in Dublin. Dort wurde als Pausenfüller eine Show aufgeführt, die der irische Tänzer Michael Flatley gemeinsam mit dem Komponisten Bill Whelan ins Leben gerufen hatte. Ihr Name war „Riverdance“ und just an diesem Tag begann ihr Siegeszug um die Welt. Noch heute wird die Mischung aus Stepptanz und keltischer Musik weltweit sehr erfolgreich und in unterschiedlichen Ausprägungen aufgeführt. Ganz vorne in der Hitliste steht dabei die Original-Show „Riverdance“, dicht gefolgt von Flatleys erfolgreichem Nachfolger „Lord Of The Dance“, bei welcher er als tanzender Protagonist noch stärker im Vordergrund stand. Das tänzerische Drama um Gut und Böse wird schon seit 1996 in den großen Arenen gespielt und feiert im Moment die Jubiläumstour zum 30jährigen Bestehen – so auch am 19. April in der SWT Arena Trier. Flatley steht schon seit 2016 nicht mehr als Tänzer auf der Bühne, doch der Geist seiner Idee steckt in jedem neuen Ensemble.
Das Bühnenbild in der aktuellen Produktion ist recht schlicht gehalten. LCD-Leinwände im Hintergrund und aufgebaute Treppen, damit sich das Geschehen auf verschiedenen Ebenen abspielen kann. Wechselnde Stimmungsbilder werden durch die häufig gewechselten Kostüme und die Lightshow aufgebaut. Während „Riverdance“ noch vom Siegeszug der keltischen Musik durch die Welt berichtete und den Einfluss dieser Musik auf viele modernere Spielarten zum Inhalt hatte, erzählt „Lord Of The Dance“ eine ziemlich banale Gut-gegen-Böse-Story, die auf einer irischen Legende beruht. Den roten Faden findet man in den klischeebeladenen Figuren, die entweder in strahlenden Kleidern oder als dunkle Gestalten mit Totenkopf-Masken und in Militär-Kleidung auftreten. So gibt es zwei Protagonisten, die sich als Anführer der Gruppierungen bekämpften, gut aussehende Mädels, die sich mal für die eine, mal für die andere Seite entscheiden, und eine bunte Sagengestalt mit Flöte, die bisweilen auf Seiten der Guten eingreift.
Ein nahezu ausverkaufte SWT Arena genoss die Show um den „Lord Of The Dance“ in Trier. Die fade Story war definitiv nur schmückendes Beiwerk. Es kam auf die tänzerischen Fähigkeiten an, die pure Artistik bedeuteten. Die Synchronität der Tänzer war stets aufs Neue faszinierend. Das betraf vor allem die wild und wirbelnd schnell über die Bühne stampfenden Männer, aber auch die Frauengruppe, die meist eher in Ballettfiguren schwebte, bisweilen aber ebenfalls in den Stepprhythmus verfiel. Gebremst wurde das Geschehen durch erzählende Elemente und die Gesangseinlagen einer irischen Sängerin.
Zu Beginn wurde als Video-Einspieler die Historie der Show und Flatleys Karriere nacherzählt. Im Zugabenblock gab es dann einen dreifachen Michael Flatley auf der großen Leinwand, der mit sich selbst um die Wette steppte. Sehr beeindruckend!
Zweimal 45 Minuten dauerte das Spektakel. Es gab einige wundervolle Momente, wie das erste Auftauchen der Flöte ganz zu Beginn, das mich umgehend in die musikalische Story entführte. Das hymnische Hauptmotiv war mitreißend und regte bei jedem Auftauchen zum Mitwippen und Mitklatschen an. Die Fähigkeiten der Tänzer lagen auf höchstem Niveau. Besonders beeindruckend fand ich stets den synchronen Reihentanz und die rhythmischen Stepp-Elemente. Die Frauen traten sehr anmutig auf, wenn auch die Passage in schwarzer Unterwäsche (nach dem Motto „Sex sells“) durchaus verzichtbar gewesen wäre. Eine bunte Disco-Aufmachung hingegen wirkte als willkommene Abwechslung im keltischen Einheitsbrei. Und in Sachen Gendergerechtigkeit wurden auch die Herren der Schöpfung mehrfach mit freiem, muskelbepacktem Oberkörper gezeigt, was den Fans hörbar gefiel.
Was etwas nervte war die nicht vorhandene Abwechslung im musikalischen Teil. Keltisch und immer wieder keltisch. Selbst die getragenen Gesangsstücke hörten sich alle gleich an. Bei der Originalshow „Riverdance“ hingegen darf man sich auf eine Abwechslung in Richtung Flamenco oder HipHop freuen. So etwas fehlt bei „Lord Of The Dance“ völlig. Einzig ein kurzer gitarrenrockender Moment zu Beginn der Zugabe war auszumachen. Am Ende gab es donnernden Applaus und stehende Ovationen der gut 2500 Zuschauer. Der Funke der Begeisterung war eindeutig übergesprungen!