Wochenendtrip sind Till und Karsten, zwei beste Freunde und Musiker mit über 1.000 gemeinsamen Konzerten und mehr als 2 Millionen Streams. Mit ihrer ersten EP „Wie Liebe geht“ (2025) erreichten sie fünfstellige Streamingzahlen und gewannen den Vorentscheid zum SPH Bandcontest in Köln.
Am 24.07.26 erscheint die neue Single „Achterbahn & Kurzgeschichten“, der Auftakt zu gleich vier geplanten Releases in 2026. Der Song handelt von den emotionalen Aufs und Abs des Lebens, dem Kampf mit den eigenen Widersprüchen und der Erkenntnis, dass man nicht perfekt sein muss, um seinen eigenen Weg zu gehen.
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Wenn zwei Gitarrenlegenden gemeinsame Sache machen, darf man Großes erwarten: Steve Hackett (Genesis) und Steve Rothery (Marillion) veröffentlichen am 28. August 2026 über InsideOutMusic endlich ihr lange angekündigtes Gemeinschaftsalbum „The Roaring Waves“.
Das rein instrumentale Werk ist über fast zehn Jahre hinweg entstanden und vereint sieben atmosphärische Stücke, die irgendwo zwischen Filmsoundtrack, Prog-Rock und Klangmalerei schweben. Statt virtuoser Gitarrenduelle setzen Hackett und Rothery auf Stimmungen, Emotionen und viel Raum für Fantasie. Oder, wie Rothery es beschreibt: Es geht darum, mit Musik Bilder zu malen und die Hörer auf eine Reise mitzunehmen.
Fotocredit: Anne-Marie Forker
Die Songs entstanden ganz entspannt aus gemeinsamen Jam-Sessions und Ideen, die im Racket Club sowie in den Heimstudios der beiden Musiker weiterentwickelt wurden. Gerade dieser lockere, improvisierte Ansatz sorgt für eine besondere Chemie zwischen den beiden Gitarristen. Hackett bringt es selbst auf den Punkt: So ein Album machen Gitarristen normalerweise nicht zusammen.
Einen ersten Vorgeschmack gibt die Single „The Black Sea“, auf der Hackett und Rothery gemeinsam mit Riccardo Romano (Keyboards, Bass, Co-Komposition und Mix) sowie Schlagzeuger Leon Parr zu hören sind. Der Song vermittelt bereits eindrucksvoll die geheimnisvolle, fast cineastische Atmosphäre des Albums. Für Hackett klingt das Zusammenspiel der Gitarren und Keyboards wie der Soundtrack zu einem düsteren Abenteuer auf hoher See.
The Roaring Waves erscheint als limitiertes CD/Blu-ray-Mediabook mit Dolby-Atmos- und High-Resolution-Stereomix, als Standard-CD sowie auf einer hochwertigen 180-Gramm-Vinyl-Ausgabe. Letztere wurde von Miles Showell in den Abbey Road Studios im Half-Speed-Verfahren gemastert. Das stimmungsvolle Artwork stammt von Simon Ward.
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Das Reeperbahn Festival richtet den Blick über Landesgrenzen hinaus und geht mit seiner aktuellen Programmveröffentlichung konsequent „All Things Overseas“. Ab sofort ist auch ein großer Teil der Spieltage auf der Festivalwebsite verfügbar. Damit wird die persönliche Festivalplanung deutlich einfacher. Besucher*innen können gezielter entdecken, welche Acts an welchen Tagen in Hamburg zu erleben sein werden. Die Veröffentlichung der Spieltage bietet darüber hinaus eine wertvolle Orientierung bei der Ticketwahl: Wer bislang noch zwischen 4-Tages-Tickets und Tagesticket-Optionen schwankt, kann nun deutlich besser einschätzen, welche Ticketoption am besten zur eigenen Planung passt.
All Things Overseas: Von Indien, über Kanada bis nach Australien
Die aktuelle Programmankündigung vereint künstlerische Positionen aus unterschiedlichen kulturellen Kontexten und reicht von zeitgenössischem Indie und Folk bis hin zu experimentellem Hip-Hop und genreübergreifenden Klangwelten. Zu den Highlights zählen unter anderem EXCISE DEPT (IN), die indischen Desi Hip-Hop mit psychedelischen und politischen Einflüssen verbinden, sowie Misbah (PK/GB), dessen warmer Sound Indie Pop, Synth-Funk und persönliche Einflüsse miteinander verknüpft. Mit Le Ren (CA) ist zudem eine markante Stimme des modernen Folk vertreten, deren Songwriting zwischen Americana und zeitgenössischer Indie-Ästhetik angesiedelt ist. Ergänzt wird die Auswahl durch weitere Acts wie Les Shirley (CA), Jashim (CA)und TR/ST (CA/US) sowie durch Künstler*innen aus Australien wie REDD. (AU),Jack Gray (AU), Jamaica Moana (AU) und Lucky (AU).
Word: Literatur, Diskurs und Popkultur
Parallel dazu veröffentlicht das Reeperbahn Festival erste Inhalte aus dem Word- Programm 2026. Das Programm erweitert den musikalischen Fokus um literarische popkulturelle und gesellschaftliche Perspektiven und bringt Autor*innen, Journalist*innen, Podcaster*innen und Performer*innen zusammen. Dazu gehört unter anderem Alice Hasters, die sich in „Anti Opfer“ mit gesellschaftlichen Debatten rund um Verletzlichkeit und Empathie auseinandersetzt, ebenso wie die Show „Zwischen Zwei Und Vier“, die aktuelle Entwicklungen und Dynamiken der Musikindustrie beleuchtet. Weitere Programmpunkte sind Lesungen und Gespräche mit Ilona Hartmann, Louise K. Böhm und Yade Yasemin Önder die unterschiedliche Perspektiven auf persönliche und gesellschaftliche Fragestellungen eröffnen. Ergänzt wird das Programm durch Live-Podcasts wie „too many tabs“ vom NDR, „Notaufnahme“ von Ärzte ohne Grenzen und „Eine Stunde Liebe“ von Deutschlandfunk Nova, die sich mit digitalen Phänomenen, globalen Krisen und popkulturellen Diskursen beschäftigen. Auch Comedy ist vertreten: Das Ensemble von „eine show halt“ lädt das Publikum zu einer eskapistischen Sketch-Show zum Thema Angst ein.
Weitere bisher bestätigte Konzerte:
Adjua (GB), ALT BLK ERA (GB), almost monday (US), amri (GB), Another Nguyen (DE), Aayushi (GB), boipepperoni (EE), Boutique Feelings (CA), Capuze (DE), Charlize (DE), Cherice (DE), Charlotte Colace (CU/DE/FR), Dempsey Bolton (CA), DIE LEUTE (DE), DROII (DE), EFEU (AT), GbR (DE), Gizmo (CA), Hana Lili (GB), HOLLI (AT), Intrepid (EE), Jashim (CA), Josi Miller (DE), Kazhanna (UA), Kelly McMichael (CA), KOYOT (CA), Kurpark (AT), La Amenaza Constante (ES), Le Parody (ES), lùisa (DE), Master Peace (GB), MEDUΣA (DE), Melani (ES), Moritz Simon Geist (DE), Mya Mehmi (GB), Okfella (DE), Olga Myko (SE), Oria (FR), Puuluup (EE), Rayannah (CA), RIELL (CA), Sadi (AT), Sam Mallais (CA), Señora Biónica (ES), Snotty Nose Rez Kids (CA), The Boondocks (EE), The Entitled Sons (GB), The Naysayers (CA), The Orchestra (For Now) (GB), WAIT//LESS (CA), WRKHOUSE (GB), YASMYN (EE), yola (DE) uvm.
Sienna Spiro gehört zu den spannendsten neuen Stimmen aus Großbritannien. Sie wurde 2005 in London geboren, hat schon mit 19 Jahren ihre erste Single „Need Me“ veröffentlicht und schnell über eine Million Streams erreicht. Sie wurde zunächst über TikTok bekannt, wo ihre außergewöhnlich reife und rauchige Stimme schnell Aufmerksamkeit erregte. Statt auf zeitgenössischen Pop setzt sie auf einen Klang, der sich an Soul, Jazz und orchestralen Balladen orientiert. Als Einflüsse nennt sie unter anderem Frank Sinatra, Nina Simone, Ella Fitzgerald und Amy Winehouse.
Das Debütalbum ist eine konzeptionell anspruchsvolle und überaus elegante Verschmelzung von sattem Soul und symphonischem Pop, die sich mit der Zerbrechlichkeit von Leben und Liebe auseinandersetzt. Als Beweis für die Kraft von Siennas zeitlosem Songwriting und ihrer beeindruckenden Stimme schafften es alle drei vorab veröffentlichten Singles des zehn Titel umfassenden Albums gleichzeitig in die Billboard Hot 100.
Fotocredit: PETROS
Die Künstlerin sagt über das Album: „Ich war mir der Vergänglichkeit schon immer sehr bewusst; ich habe große Angst davor, dass Dinge enden und Menschen gehen. Dieses Gefühl ist so intensiv, dass ich mich oft gar nicht erst auf neue Beziehungen oder Dinge einlasse, von denen ich weiß, dass sie nicht von Dauer sein werden. In gewisser Weise habe ich mich also die meiste Zeit meines Lebens wie eine Besucherin gefühlt – wie jemand, der nur auf der Durchreise ist. Die Arbeit an diesem Album hat mich gelehrt, den Moment zu genießen, anstatt mir ständig Sorgen um die Zukunft zu machen. Ich hoffe, dass das Album den Hörern Trost spendet, indem es zeigt, dass alles vergänglich ist. Wir müssen uns nicht hetzen, wenn es ums Loslassen geht – Dinge können uns viel bedeuten, auch ohne dass sie für immer bleiben müssen.“
Musikalisch klingt das Album überraschend klassisch und macht den genannten Vorbildern alle Ehre. Wir finden große Streicherarrangements, echte Klavierklänge, kräftige Bläser – das alles in einem Gesamtsound, der Siennas fantastische Stimme perfekt zur Geltung bringt. Gefühlvoll, voller Soul und Jazz, bietet sie eine gelungene Mischung aus der Kraft von Adele und der Rauheit von Amy Winehouse. Der emotionale Titelsong steht grandios neben der Ballade „Die on this Hill“ und dem eingängigen Retro-Song „You Stole the Show“.
„Visitor“ ist ein eindrucksvolles erstes Statement einer Künstlerin mit unverkennbarem Langzeitpotenzial!
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Im Jahr 2026 jährt sich zum 50. Mal die Veröffentlichung des legendären Albums „The Roaring Silence“ von Manfred Mann’s Earth Band. Das Album, auf dem auch der Nummer-1-Hit „Blinded By The Light“ zu finden ist, stürmte weltweit die Charts. Diese Jubiläumsausgabe enthält das Originalalbum sowie ein spezielles Bonusalbum mit drei brandneuen Titeln der Band und Live-Versionen von Albumtiteln, sowohl aus der Zeit der Veröffentlichung als auch von jüngsten Konzerten. Ergänzt wird die Anniversary Edition um ein 40-seitiges Booklet mit ausführlichen Infos und Interviews!
1976 und 1977 waren zwei sehr entscheidende Jahre im Leben von Manfred Mann’s Earth Band. Die Band wechselte mehrere Bandmitglieder in der Mitte einer erfolgreichen Fünf-Alben-Abfolge, während sie mit ihrer einzigartigen Mischung aus Progressive Rock, Jazz und Bluesmusik eine unglaubliche Anhängerschaft in der ganzen Welt aufbaute. Obwohl Manfred selbst mit früheren Erfolgen in den Pop-Charts vertraut war, verschaffte The Roaring Silence Manfred Mann’s Earth Band eine ganz neue Ebene des Ruhms, da dieses Album 1977 die Spitze der Charts erklomm.
Credit: Manfred Mann’s Earth Band
Natürlich hatte Bruce Springsteens »Blinded By The Light« alle Voraussetzungen für einen Hit, aber es muss sowohl die Band als auch Springsteen überrascht haben, denn es war für beide die erste Nummer-Eins-Platte. Dieser Titel wurde von einer ganz neuen Legion von Mann-Fanatikern beklatscht, da die erfrischende Kombination aus dem Leadgesang des neu hinzugekommenen Chris Thompson und Manns vertrauten Keyboard-Phrasierungen diesen Titel zu einem modernen Classic-Rock-Standard machten. Auch heute noch ist dies einer der meistgespielten Songs der klassischen Rockgeschichte.
Im Jahr 2026 jährt sich die Veröffentlichung des legendären Albums »The Roaring Silence« von Manfred Mann’s Earth Band zum 50. Mal. Das Album, auf dem auch der US Nummer-1-Hit »Blinded By The Light« zu finden ist, stürmte weltweit die Charts. Diese Jubiläumsausgabe enthält das Originalalbum sowie ein exklusives Bonusalbum mit drei brandneuen Tracks der Band und Live-Versionen von Albumtiteln, sowohl aus der Zeit der Veröffentlichung als auch von aktuellen Konzerten.
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Nachdem ich endlich auch den zweiten Teil von Joe Hills Mammutwerk lesen konnte, kann ich guten Gewissens sagen, dass er mit diesem Epos ein grandioses Werk abgeliefert hat, das den Klassikern seines berühmten Vaters Stephen King in Nichts nachsteht. „King Sorrow“ hätte im Deutschen locker 1300 Seiten gehabt und wurde deshalb vom Heyne Verlag in zwei Teile gesplittet. Manche schreien schon „Geldmacherei“, doch ich muss ehrlich sagen, dass ich damit ganz zufrieden war. Andernfalls hätte man jedes Mal entweder ein extrem schweres Buch zu jonglieren oder die Schrift wäre ermüdend klein. Für mich also okay so, wenn die Wartezeit von über zwei Monaten auch eine echte Folter war.
Zumindest spricht das für die Qualität des Romans und den Spannungsbogen. In der ersten Hälfte wurden Arthur Oakes und seine Freunde als Protagonisten eingeführt. Die hatte ich schnell wieder in Erinnerung. Und man hatte den monströsen Drachen King Sorrow herauf beschworen, um die Erpresserin Jayne Nightswander zu stoppen, die zu Arthurs Nemesis geworden ist. Doch man muss einen Preis zahlen, wenn man eine solche Kreatur um Hilfe bittet – und man wird sie nicht mehr los.
Das war die Ausgangssituation und die Story wird nahtlos fortgesetzt. Zum Klappentext: Jahr für Jahr fordert der mächtige Drache King Sorrow von Arthur Oakes, der inzwischen Professor für Englische Literatur ist, und seinen Freunden ein Menschenopfer. Die Folgen ihrer Wahl werden immer drastischer, immer mehr unschuldige Menschen kommen bei King Sorrows Beutezügen ums Leben. Arthur ist klar, dass sie den Drachen zurück in die Große Dunkelheit verbannen müssen. Doch einer seiner Freunde spielt ein falsches Spiel …
Damit ist die Handlung abgesteckt – und doch bekommen wir quasi vier Bücher in einem: Es ist zunächst ein Thriller im Stil von Stephen Kings „Das Institut“ um eine mysteriöse, unerbittliche Einrichtung. Dann eine fantasyhafte Hommage an die Artus-Sage. Außerdem eine Rachegeschichte um Jayne Nightswanders Mutter und schließlich das falsche Spiel einer handelnden Person nebst Endkampf mit dem Drachen.
Existiert der Drache wirklich oder ist er am Ende nicht doch eher eine gedankliche Manifestation, entstanden aus Traumata und verdrängten Erinnerungen? Zumindest wird die Geschichte grandios zu Ende geführt. Ein fantastisches Buch, das in seiner Gesamtlänge niemals langweilig wird.
Im Jahr 2017 ist mit „Paranormal“ ein grandioses Album des Schockrockers aus Detroit erschienen, das seinen Klassikern in Nichts nachstand. Es waren Songs voller Leidenschaft und Rock’n’Roll. Außerdem feierte die legendäre Alice Cooper Band mit zwei gitarrenlastigen, schnellen Rocknummern Wiederauferstehung.
Es folgte eine groß angelegte Tour, die mit dem Konzert am 7. Dezember 2017 im Olympia Paris seinen Abschluss fand, dessen Mitschnitt jetzt erstmals auf DVD und Blu-Ray veröffentlicht wird. Wie immer bei Alice‘ Shows gab es eine Zusammenstellung der größten Hits und (zum Bedauern vieler Fans) kaum Titel des aktuellen Albums. Damit muss man auch bei dieser Aufnahme leben.
Die fast 90minütige Rockshow bietet eine Reise durch Alice Coopers zeitlose Kreationen: Klassiker wie „Poison“, „School’s Out“ und „No More Mr. Nice Guy“ wechseln sich mit Alice Cooper-Schätzen wie „Pain“, „Woman of Mass Destruction“ sowie dem neuen „Paranoiac Personality“ ab, der ersten Single des Albums „Paranormal“.
Das Livealbum fängt in Bild und Ton eine phänomenale Rockshow vor begeistertem Publikum ein und gehört ohne Zweifel zu einer der besten Live-Veröffentlichungen des Künstlers, auch Dank seiner langjährigen Band um die Gitarrist*innen Nita Strauss, Tommy Henriksen and Ryan Roxie, Bassist Chuck Garric und Drummer Glen Sobel.
Die Show ist wie immer großartig mit dem gruseligen Setting, das man von Alice erwarten darf. Eine Augendweide für Fans und solche, die es werden wollen.
Sind wir wieder gut? Ja? Bitte nicht falsch verstehen – hier sollen weder Schmeicheleien provoziert noch Komplimente erbettelt werden. Hier geht es um etwas Anderes. Hier wird die Hand gereicht. Eine Art Versöhnungsangebot im Kleinen. Es geht um das neue Album jenes Mannes, den ein Journalist mal „eine Mischung aus fleißigem Arbeiter, tollkühnem Cowboy und liebenswürdigem Casanova“ genannt hat. Kurz: Es geht um „Simma widda gut?“ – das vierte Album von Gringo Mayer.
„Simma widda gut?“ – das ist gewissermaßen das Kleinst-Einmaleins des Vertragens: „Bei uns hat man das früher in der Kneipe oder im Biergarten beim Zuprosten gesagt – meistens ohne, dass es irgendeinen Streit beizulegen gab. Es war einfach eine kleine, grundsätzliche Geste des Zusammenhalts – mit Augenzwinkern.“ Man könnte auch sagen: eine kleine symbolische Erinnerung daran, dass es am Ende ja doch nur zusammen geht. Auch wenn diese Erkenntnis trivial daherkommen mag, sie ist es in ihrer gelebten Konsequenz allzu selten. Und wenn eine Erkenntnis Gringos bisheriges Schaffen durchzieht, dann doch wohl die, dass es bei allem notwendigen Disput und allen Unterschiedlichkeiten unerlässlich ist, einen gemeinsamen Grund zu finden.
Man könnte das als den roten Faden bezeichnen, der sich durch seine Alben zieht. In seinem bisherigen Werk erzählt Gringo Mayer von schwungvollen Versuchen, öfter noch vom grandiosen Scheitern und am Ende irgendwie ja doch immer vom schlussendlichen Aufrappeln und erneuten Anlaufen. Aufgezeigt nicht durch einen erhobenen Zeigefinger, sondern durch konkrete Geschichten aus den dunklen Ecken einer verrückten Welt.
Dann beispielsweise, wenn er auf seinem Debütalbum „Nimmi normal“ schrullig-zornige Grantler über den vermeintlichen Verfall des Gewohnten schimpfen lässt, sich mit der FIFA anlegt oder Kleinkriege unter Nachbar*innen anzettelt. Manchmal recht explizit auf gesellschaftliche Schieflagen gerichtet, wenn er wie in „Des is brudal“ auf seinem zweiten Album im Stile einer Wirtshausklage die ungerechte Vermögensverteilung im Turbokapitalismus anprangert. Mal ganz leise, wenn er – wie im Song „Wasn los“ – mit zugewandter Zärtlichkeit von der Rolle älterer Menschen in unserer Gesellschaft, der Pflege, dem Verlust, der Liebe und all dem dazwischen singt.
Was all diesen Mayerschen Geschichten gemein ist, ist die Erzählperspektive. Es ist die Perspektive eines ewigen Underdogs. Eines Abgehängten, der auch dann seinen verlorenen Posten nicht vollends zu verlassen vermag, wenn er zur großen Geste ansetzt. Ein hoffnungsloser Fantast, der sich in seinem Wahn wie Falco fühlt, aber schließlich ja doch „nur“ klingt wie Helmut Kohl.
Mit „Peng Peng“, dem Song, dem diese Zeile entstammt, liefert Gringo Mayer im Februar 2026 seiner pfälzischen Herkunft genau die tragisch-größenwahnsinnige Hymne, die sie verdient. Ein Song, der loslegt wie die Feuerwehr, die ihre Sirenen nur kurz ausschaltet, damit auch ja alle in diesen lodernden Hit einstimmen können. Sprachspielerisch in gewohnt lakonischem Gringo-Mayer-Stil, setzt sich hier ab der ersten Zeile ein Haken fest, den man nicht so schnell wieder loswird. Die Rhythmusgruppe trägt das charmante Heimatbekenntnis so groß auf, dass der Song schon jetzt wie ein Klassiker wirkt und der fast eigenhändig die Mayersche Gefolgschaft in bis dato ungeahnte Höhen schießen ließ.
Dass es Mayer nicht um folkloristisch verklärte Anbetung von Leberknödel und Co geht, sollte keiner Erklärung bedürfen. Auf „Simma widda gut“ tropft das Chaos und der Wahnsinn hartnäckiger denn je durch die immer größer werdenden Risse einer sich allzu gerne stabil gebenden bürgerlichen Fassade. In seiner Single „Klapprad“ lässt er diese kurzerhand ganz einstürzen – während federleichte NDW-Synthesizer zum Tanz aufspielen: „Samt Drohnen und Raketen flog der Putz von der Tapete. Mir war sofort klar, wohin, ich fahr mim Klapprad ins ZI.“ Klapprad? ZI? Bitte was?
Mitten in Mannheim steht das ZI – das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit. Früher mal ein Ort, der symbolisch für das stand, was die „vernünftige“ Gesellschaft unbedingt bändigen und einsperren musste: den Wahnsinn. Doch was, wenn die gesamte Ordnung bröckelt? Was, wenn Drohnen und Raketen zur neuen Normalität werden? Einfach weitermachen? Ist nicht gerade DAS verrückt!? Für Gringo gibt es nur eine angemessene Antwort: Er steigt auf sein Klapprad, das Anti-Gefährt schlechthin, dreht wortwörtlich „komplett am Rad“ und fährt mit Pauken und Trompeten ins Herz des Wahnsinns.
Dass diese Pauken und Trompeten – gemeinsam mit ihren Kollegen aus der Rhythmusgruppe – wuchtiger, einnehmender und zugleich hingebungsvoller den je klingen, hat das Album gleich mehreren Personen zu verdanken. Zum einen Gringos treuen musikalischen Weggefährten der Kegelband und seinem langjährigen Produktionspartner Mathias Greule. Dass „Simma widda gut?“ noch breiter, vielseitiger und mutiger klingt als seine Vorgänger, hat zum anderen jedoch niemand Geringeres als die Produzentenikone O.L.A.F. Opal zu verantworten:
„Nach drei Alben, bei denen wir im Grunde alles allein gemacht haben, war es an der Zeit, einen neuen Weg auszuprobieren. Ob es die Beatsteaks, International Music oder Tristan Brusch sind – wir sind große Fans von vielen der Bands, mit denen Olaf in den letzten Jahren zusammengearbeitet hat. Und da dachten wir, wir fragen ihn einfach geradeheraus, ob er sich vorstellen könnte, die nächste Platte mit uns aufzunehmen. Er hat direkt geantwortet, wir haben uns getroffen und ab da war eigentlich klar, dass das super funktionieren würde“, sagt Gringo.
Fotocredit: Lars Becker
Apropos neue Wege. Auf Gringos viertem Album findet sich das erste Cover seiner künstlerischen Vita. Dass es sich dabei ausgerechnet um einen Tocotronic-Klassiker handelt, erscheint nur auf den ersten Blick überraschend. Denn auf den zweiten Blick, oder besser: ab den ersten Hörsekunden von „Es is egal, aber“, wenn das brachiale Drumfill auf knatternde E-Gitarren-Powerchords trifft, könnte man meinen, die ursprüngliche Ballade der Hamburger Band wurde von einem pfälzischen Querulanten ersonnen. Ebenjenem, der nun großspurig seine Unantastbarkeit behauptet, nur um im selben Zug seine tiefgreifenden, hausgemachten Zweifel preiszugeben.
Doch ein Pfälzer Hitzkopf kommt in diesem Fall nicht allein – er hat sich doch tatsächlich Hilfe aus der Hauptstadt geholt. Das erste Cover ist nämlich zugleich das erste Feature im Werk Gringo Mayers. Und was für eins. Niemand geringeres als Arnim Teutoburg-Weiß, seines Zeichens Sänger der Beatsteaks, steigt in den Klagegesang mit ein und sorgt für den druckvollsten Songmoment des gesamten Albums.
Auf Gringos viertem Album werden Messer gezückt und Rippen gebrochen („Kavalier“), es wird mit der musikalischen Wucht eines trotzigen Kindes, das seinen Käse nicht essen will, unerschütterlicher Optimismus verströmt („Irgendwie“), es müssen herbe 0:8-Niederlagen gegen Dannstadt auf dem Ascheplatz verdaut werden („Loss dich net“) und es werden kleinlaut Versöhnungsbrezeln an der Aral-Tankstelle gekauft („Simma widda gut?“). Doch wenn der Staub sich gelegt hat, wenn all das einmal gesagt und getan wurde, dann gilt es sich in die Augen zu sehen, sich einander zuzuwenden und für das Gegenüber das Beste zu wollen. Oder, um es mit den ab jetzt universal gültigen Worten Gringo Mayers zu sagen: „Es soll Pommes fer dich regne.“
Gringo Mayer kündigt sein viertes Studioalbum „Simma widda gut?“ für den 02. Oktober 2026 an.
Gringo Mayer Live:
24.07.26 – Noisehausen Festival Schrobenhausen
25.07.26 – Herzogenriedpark (Solo)
26.07.26 – Nauwieser Fest Saarbrücken
01.08.26 – Sound of the Forest Beerfelden
02.08.26 – Schlabberflicker Festival Pirmasens
08.08.26 – Böblinger Songtage
15.08.26 – Einfach Kultur Festival Oldenburg
05.09.26 – Allgäus Finest Wangen im Allgäu
17.12.26 – BASF Feierabendhaus Ludwigshafen
Simma widda gut? Tour 2027
10.02.27 – Köln – Luxor
11.02.27 – Osnabrück – Kleine Freiheit
12.02.27 – Hamburg – Molotow
13.02.27 – Berlin – Lido
17.02.27 – Frankfurt – Zoom
18.02.27 – Heidelberg – Karlstorbahnhof
20.02.27 – Karlsruhe – Tollhaus
24.02.27 – München – Ampere
25.02.27 – Stuttgart – Club Cann
26.02.27 – Kaiserslautern – Kammgarn
13.03.27 – Mannheim – Alte Feuerwache
17.12.27 – Jahresabschlusskonzert in der Eberthalle in Ludwigshafen
Jack White zählt seit mehr als zwei Jahrzehnten zu den prägenden Figuren des modernen Rock. Bekannt wurde der Gitarrist und Sänger als Frontmann der White Stripes, bevor er mit Projekten wie The Raconteurs, The Dead Weather und einer erfolgreichen Solokarriere seinen Ruf als einer der kreativsten Musiker seiner Generation festigte. Sein Markenzeichen sind raue Gitarrenriffs, Blues-Einflüsse, experimentelle Ideen und eine kompromisslose Leidenschaft für analoge Aufnahmetechnik.
Mit seinem siebten Album „Frozen Charlotte“ beweist er einmal mehr, dass kompromissloser Rock auch im Jahr 2026 nichts von seiner Faszination verloren hat. Es sind 13 brandneue Titeln, die sich durch ein unverwechselbares Gefühl und einen einzigartigen Klang auszeichnen. So entstand ein intensiver Rock-’n’-Roll-Kraftakt mit stets präsenten Blues-Einflüssen, der an die gleiche raue, ungeschliffene und rasante Energie anknüpft wie Whites hochgelobtes sechstes Studioalbum „No Name“ aus dem Jahr 2024.
Fotocredit: David James Swanson
Schon die ersten Minuten machen deutlich, wohin die Reise geht: verzerrte Gitarren, ein druckvoller Bandsound und Whites markante Stimme stehen im Mittelpunkt. Die Songs wirken oft, als seien sie direkt aus einer Livesession entstanden. Alles klingt rau, spontan und voller Energie. Gerade diese Unmittelbarkeit macht den Reiz des Albums aus. Statt Perfektion dominiert das kontrollierte Chaos.
Musikalisch verbindet White Garage Rock, Blues und Hard Rock zu einem Sound, der unverkennbar ist. Songs wie „G.O.D. and the Broken Ribs“, „Derecho Demonico“ und „Dollar Bill“ zeigen sein unverwechselbares Gitarrenspiel und den Hang zu ungewöhnlichen Texten. Inhaltlich bleibt er seiner Vorliebe für symbolische und teilweise rätselhafte Texte treu. Religiöse Bilder, düstere Geschichten und gesellschaftliche Beobachtungen ziehen sich durch das komplette Album.
So entsteht ein Sound, der eigenständig wirkt aber immer wieder auch an die White Stripes erinnert – wenn man Meg White auch einmal mehr schmerzlich vermisst.
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Das neue Livealbum der Cranberries ist eine bisher unveröffentlichte Aufnahme kurz vor ihrem weltweiten Durchbruch!
„Nach unserer Rückkehr aus den USA im Astoria aufzutreten, war ein echtes Highlight. Wir hatten schon ein paar Jahre zuvor angefangen, in kleinen Clubs in London zu spielen, daher fühlte es sich für uns wie ein riesiges Konzert an, als Headliner ins Astoria zurückzukehren. So viele bekannte Gesichter zu sehen, die die Band über die Jahre hinweg unterstützt hatten, machte den Abend zu etwas ganz Besonderem. Es war eine aufregende Zeit für die Band.“ – Noel Hogan, Gitarrist von The Cranberries
Der magische Moment zwischen dem vielgefeierten Debütalbum „Everybody Else Is Doing It, So Why Can’t We?“ (1993) von The Cranberries und ihrem kommerziellen Durchbruch mit „No Need To Argue“ (1994) war eine entscheidende Zeit für die zukünftigen Weltstars. Beflügelt von der Begeisterung für ihr erstes Album, das die Charts anführte und die Riesenerfolge „Linger“ und „Dreams“ hervorbrachte, spielte die junge irische Band vor einem kleinen, aber begeisterten Publikum im legendären Londoner Astoria II. Eine lange verschollene Aufnahme dieses Auftritts wurde kürzlich wiederentdeckt und wird am 4. September 2026 unter dem Titel „Live At The London Astoria II, 1994“ über Island/UMe veröffentlicht. Sie wird in verschiedenen Formaten erhältlich sein, darunter als 2LP-Limited-Edition auf „Molten Lava“-Vinyl, als Standard-Vinyl in Schwarz, als CD sowie digital.
„Es war ein unglaubliches Gefühl, im Astoria zu spielen“, erinnert sich Schlagzeuger Fergal Lawler. „Wir waren gerade aus den USA zurückgekehrt und hatten uns über Weihnachten eine kleine Auszeit gegönnt. Das war unser erstes Konzert in London nach unserem großen Erfolg in Amerika. Wir haben uns riesig gefreut, einige unserer treuesten Fans ganz vorne vor der Bühne zu sehen – ich glaube, wir waren stolz darauf, dass sich all unsere harte Arbeit endlich ausgezahlt hatte.“
Frisch von einer Stadiontournee in den USA zur Unterstützung ihres Debütalbums kehrten The Cranberries für dieses besondere und intime Konzert zu einem kleineren Rahmen zurück. Mit sechs Songs, die schließlich auf ihrem zweiten Album „No Need To Argue“ landen sollten, bot „Live At The Astoria II, 1994“ den anwesenden Fans einen Einblick in bisher unveröffentlichte Musik, darunter eine einzigartige Darbietung von „Zombie“. Sieben Monate später wurde die Single veröffentlicht und erreichte weltweit Spitzenplätze in den Charts in Australien, Belgien, Dänemark, Frankreich, Deutschland und Island sowie Platz 1 der Billboard Modern Rock-Charts in den USA. Mit derzeit über 1,8 Milliarden Aufrufen auf YouTube ist der Song bis heute einer der weltweit meistgestreamten Songs der 1990er Jahre.
„Live At The Astoria II, 1994“ umfasst 15 Live-Aufnahmen und enthält sieben Titel aus ihrem Debütalbum „Everybody Else Is Doing It, So Why Can’t We?“, darunter „Pretty“, „Linger“ und „Dreams“, sowie sechs Titel aus ihrem Nachfolgealbum „No Need To Argue“, darunter „Dreaming My Dream“, „Daffodil Lament“, „Empty“ und natürlich „Zombie“. Außerdem enthält es zwei Titel, die nicht auf einem Studioalbum erschienen sind – „Liar“, das ursprünglich auf dem „Empire Records“-Soundtrack (1995) veröffentlicht wurde, und „So Cold In Ireland“, eine B-Seite ihrer Single „Ode To My Family“.
„Live At The London Astoria II, 1994“ ist eine Momentaufnahme der Band, bevor sie zu einer der größten Bands Irlands wurde. Die Songs dokumentieren die frühe Begeisterung der Bandmitglieder, die kurz vor dem Durchbruch zu Superstars standen – und hält sie in dieser besonderen Live-Aufnahme fest.
Titelliste:
Pretty
Dreaming My Dreams
Linger
Ridiculous Thoughts
Daffodil Lament
How
Everything I Said
Not Sorry
Waltzing Back
Dreams
Zombie
Liar
So Cold in Ireland
Empty
Still Can’t…
Seit acht Jahren machen die Sängerin Tine von Bergen und der Pianist Till Moritz gemeinsam Musik mit ihrer Elektro-Indie-Pop-Band I WANT POETRY. Der Name, den sich das Duo gegeben hat, stammt als Zitat aus dem Roman „Schöne neue Welt“ von Aldous Huxley, in dem eine negative Utopie über 500 Jahre in der Zukunft beschrieben wird. Nun nimmt man sich fürs dritte Album „Future Selves“ ebenfalls der Zukunft an und stellt sich existentielle Fragen: Wer wollen wir sein? Wie möchten wir leben? Und wie soll unsere Zukunft aussehen?
Die Antworten sind verpackt in ein schimmerndes Kaleidoskop aus schwebenden Synthesizern, pulsierenden Beats und mitreißenden Hooks, mit dem die Formation von einer utopischen Welt von morgen erzählt. So entstehen tanzbare Geschichten über die Kraft der Manifestation, über Transformation und den Mut, das eigene Schicksal selbst zu gestalten.
Das Bandprojekt hat sich seit langem den Ruf als eine der spannendsten Formationen innerhalb der europäischen Indie-Pop-Szene erarbeitet. Der Weg des dritten Longplayers führt es gleichzeitig zu einer Form von Retro-Pop mit Disco-Klängen, liefert aber vor allem futuristische Klänge. Ich liebe die Bandbreite von Tines Stimme und ihren erzählenden Charakter. Umrahmt werden die Texte meist von einem mystischen Klangteppich aber auch, beispielsweise in „Apology“, von Pianoklängen.
In der Review zum ersten Album „Human Touch“ (HIER nachzulesen) habe ich noch das Fehlen von Farbklecksen innerhalb der homogenen Tracklist bedauert. Da haben I WANT POETRY jetzt deutlich nachgebessert und legen ein elektronisches Album vor, wie es vielseitiger kaum sein könnte. Verträumt und aufrüttelnd zugleich.
Berlin, 20.07.2026
Nachdem das ZDF ihren Auftritt zum Lied “Keine Angst” bei “Die Anstalt” kurzfristig untersagt hatte, holen Danger Dan und Igor Levit ihn morgen, Dienstag, den 21.07.2026, selbst nach und öffnen ihn für alle: Unter dem Titel “DIE KEINE ANGSTALT” zelebrieren die beiden Musiker die Kunstfreiheit und laden zu einer musikalischen und politischen Ersatzveranstaltung ins Columbiatheater Berlin, die per Livestream von überall verfolgt werden kann.
Einlass ist um 20:00 Uhr, Beginn um 21:00 Uhr. Tickets für die Veranstaltung gibt es ab heute, 16:00 Uhr, exklusiv über den Danger Dan Shop (dangerdan.shop). Der Gewinn geht an die Opferperspektive, die zentrale Anlaufstelle in Brandenburg für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt.
Für alle, die nicht aus Berlin kommen oder die möglicherweise keine Tickets mehr ergattern konnten, haben Danger Dan und Igor Levit vorgesorgt: “DIE KEINE ANGSTALT” wird ab 21 Uhr live auf den YouTube-Kanälen von Danger Dan und Igor Levit übertragen. Auch wenn das ZDF den Auftritt von “Keine Angst” verhindert hat, wird er nun einem breiten Publikum zugänglich gemacht.
Es war nicht zu übersehen, dass Sängerin Katie Melua einen ganz kleinen Gast mit ins Amphitheater nach Trier gebracht hatte, der erst in einigen Wochen das Licht der Welt erblicken wird. Deutlich schwanger betrat sie um 20.15 Uhr die Bühne und ließ sich vom Publikum bejubeln. Endlich im Amphitheater! Noch vor einigen Jahren wurde ihr Konzert von dort aufgrund einer Unwetterwarnung in die Arena verlegt. Der laue Sommerabend ließ nun endlich den Auftritt in dieser bedeutenden antiken Stätte zu und Katie war sichtlich guter Laune.
Bei den ersten Stücken spielte die aus Georgien stammende Songwriterin, die mit ihrer Familie als 9jährige nach Großbritannien zog, selbst Gitarre und begeisterte mit Stücken wie „Joy“ und „Love Takes Miles“. Ihre Stimme ist immer noch so magisch wie bei dem Hit „Nine Million Bicycles“, der auch sehr früh im Set gespielt wurde. Ihre Stimme zeichnet sich durch eine außergewöhnliche Ruhe, Wärme und Natürlichkeit aus. Dabei glänzt sie in tiefen und hohen Lagen – einfach magisch.
Wie Giovanni Zarrella am Abend zuvor wurde auch Katie Melua sehr persönlich in den Ansagen und rekapitulierte ihre Karriere. Der Song „Maybe I Dreamt It“ brachte zum Ausdruck, dass sie den Erfolg und dessen Auswirkungen immer noch nicht fassen kann. Das klang authentisch und grundehrlich, zumal sie in ihrer Show auf jedes ausufernde Brimborium verichtet hatte und sich ganz auf ihre Vocals sowie die herausragend gute Begleitband verließ. Deren Klasse zeigte sich beispielsweise in „A Love Like That“, das mit ausufernden Soli angereichert wurde.
Es gab viele poppige Stücke, aber auch Soul und Jazz, so wie im verspielten „Call Off the Search“ aus Katies Anfangstagen. „Love & Money“ wurde als Lied über die Heimat Georgien angekündigt, „Remind Me to Forget“ erzählte von einer Trennung. Aber sie ist offensichtlich mit sich im Reinen, schwärmte von der neuen Liebe und dem kleinen Sandro, der bald ein großer Bruder sein wird.
Songs wie „Voices in the Night“ und das rhythmisch starke, mit Tribals versehene „The Flood“ bereicherten den Set, der mit dem Hit „The Closest Thing to Crazy“ und dem grandiosen Janis Joplin-Cover „Kozmic Blues“ sein erstes Ende fand. Im Zugabenblock dann eine Überraschung: Tänzerin Coco hatte eine beeindruckende Performance zum selten gespielten „Spider’s Web“ erarbeitet und sich an das Management gewandt. Katie Melua gefiel die Idee und sie lud Coco auf die Bühne ein. Ganz intim interpretierte sie das Lied allein an der Gitarre und genoss sichtlich die parallele, äußerst akrobatische Tanzdarbietung. Das Publikum war absolut begeistert.
Nach dem bekannten „Piece by Piece“ gab es mit „I Cried for You“ nach 90 wundervollen Minuten nochmals eine akustische Solo-Performance von Katie, die die Fans (zum wiederholten Mal) von den Stühlen riss. Katie Melua ist eine Künstlerin, wie man sie nicht oft erlebt. Hinreißend, ehrlich, ohne Allüren. Sie hatte Trier mit einem magischen Bann belegt, der auch nach dem Konzert nicht riss. Wundervoll!
Es war ein Wechselbad der Gefühle am Donnerstagabend beim Open Air am E-Werk in Saarbrücken. Die deutschen Kult-Rap-Rocker von SDP hatten ihr Kommen angesagt, doch es gab auch ordentliche Wetterkapriolen. Ich war recht spät an und konnte gegen 20.15 Uhr mitten im ordentlichen Regenschauer zunächst einmal beobachten, wie mir tausende Fans entgegen kamen und zu ihren Autos stürmten. Abbruch? Das wäre schade. Die Kommunikation der Veranstalter von Saarevent war aber vorbildlich und ich konnte in den sozialen Medien lesen, dass man das Konzert aus Sicherheitsgründen während den Supports unterbrochen und das Gelände geräumt hatte. Alle sollten sich in ihre Fahrzeuge begeben oder einen Unterstand wählen – auf dem weiträumigen Gelände zum Glück kein Problem. Nach Durchzug des Unwetters würde das Konzert vermutlich gegen 21 Uhr fortgesetzt.
Und so kam es auch! Petrus hatte ein Einsehen. Nach Gewitter und Starkregen kam eine halbe Stunde später die Sonne wieder durch und alle durften zurück auf den Platz. Um das möglichst schnell abzuwickeln waren die erneute Kontrollen am Einlass nicht mehr so streng. Alles sehr gut organisiert. Der Platz war im hinteren Bereich asphaltiert und im vorderen Bereich weniger matschig als befürchtet. Fast pünktlich um 21.05 Uhr trafen Vincent und Dag also nach dem Fallen des Vorhangs auf ein bestens gelauntes Publikum in Feierlaune.
Mit dem Bandlogo in großen Lettern im Hintergrund hatten SDP groß aufgefahren – mit Showtreppe, grandioser Band und Backgroundgesang. Von Beginn an gab es Festival Feeling auf dem nassen Gelände und die Stimmung blieb absolut stabil. Man hatte ja auch genügend Gimmicks dabei, zum Beispiel aufblasbare Riesenplanschtiere, die zu „Scheiße baut sich nicht von alleine“ durch die Fans trieben, während man auf der Bühne die 257ers zu Gast hatte. Den vielen Kindern auf dem Gelände gefiel die große Sause sichtlich und alle Generationen grölten Songs wie „Männer und Frauen“, „ADAC“ sowie „Ein Lied“ lauthals mit.
Noch andere Gäste waren am Start: Zu „Brenn!“, das im mittelalterlichen Gewand gespielt wurde, kam Alea von Saltatio Mortis auf die Bühne und bei „Mama hat gesagt“ spielte Esther Graf den Duett-Part. Während „Viva la Dealer“ und „Ne Leiche“ begaben sich Vincent und Dag in die Menge und erreichten eine vor den Bierständen errichtete großformatige Korone, wo man aus luftiger Höhe diese Titel performte. Dann gab es zur musikalischen und sexuellen Früherziehung „Liebe ist ein Hurensohn“ und auch SDPs textlich abgewandelte Version des PUR-Klassikers „Abenteuerland“.
Nach fast zwei Stunden endete das Konzert mit dem Malle-Hit „Die Nacht von Freitag auf Montag“ und alle kamen fast trockenen Fußes nach Hause. Trotz der zeitweise etwas widrigen Umstände hatte man eine schöne Partynacht gefeiert. Glückliche Gesichter rundherum waren der Dank an Band und Veranstalter.
Seit ich Wincent Weiss vor zehn Jahren erstmals als Support von Max Giesinger in der Garage Saarbrücken gesehen habe, ist viel passiert in der Karriere des inzwischen 33jähringen Sängers aus Bad Oldesloe. Damals stand er mit dem Radiohit „Musik sein“ noch ganz am Anfang – inzwischen hat er fünf Studioalben plus ein Weihnachtsalbum veröffentlicht und neue Musik ist bereits in der Mache.
Übrigens führt Wincent die Tradition fort, die ihm schon bei Max Giesinger neue Fans bescherte: Er holt einen jungen Künstler mit auf Tour. Und zwar jemanden, der schon eine ganz ordentliche Fanbase hat: Kayef aus Düsseldorf, Popmusiker und Rapper. Dieser hat schon einige Alben mehr veröffentlicht als Wincent und legte in Saarbrücken einen formidablen Set hin. Das junge Publikum hatte er ganz gut im Griff.
Schon zum ersten Song gab es eine Fanaktion mit bunten Flyern, dann brachte er die Leute dazu, bei jedem Schluck, den er aus seiner Trinkflasche nahm, „Hm, das schmeckt“ zu rufen. Dass das funktionierte, machte Kayef sichtlich glücklich. Er stellte sein aktuelles Album vor und überzeugte im 30 minütigen Set mit Songs wie „Tränen“ sowie „Mein Herz klopft Lieder für dich“. Im Anschluss erschien er mitten im Publikum, erfüllte Autogramm- und Fotowünsche und hatte für jeden (alten und neuen) Fan in der unendlich langen Schlange ein paar nette Worte übrig. Das ging eine gute halbe Stunde lang bis zum Start von Wincents Show – in sengender Abendhitze. Sehr sympathisch!
Und was soll man noch zur Show von Wincent Weiss sagen? Er zieht ein buntgemischtes Publikum an, von kleinen Kindern bis hin zur älteren Generation. Okay, vor allem hat er weibliche Fans, doch in der Publikumsbefragung kam heraus, dass auch junge Frauen sich von ihren Partnern „ungewollt“ zum Konzert mitschleppen lassen.
Fast zu jedem Song passierte etwas Besonders. Ideen dazu? Schon zu „Hast du kurz Zeit“ war die Konfettikanone im Gang, bei „Die guten Zeiten“ gab es Fotos mit den ersten Publikumsreihen und während „Bleiben wir“ ließ Wincent sich crowdsurfend bis zum FOH tragen. Zu dieser Zeit war das Bühnenbild noch gar nicht so spektakulär: leuchtende Türme rechts und links auf der Bühnenfläche. Wincent performte „In einem anderen Leben“ oben auf einem dieser Türme stehend und hielt dann vor „Was die Menschen nicht wissen“ eine flammende Rede gegen den Schönheitswahn auf Social Media. „Sei du selbst“, war seine Devise und sein Fazit.
„Hier mit dir“ sang er für seinen besten Freund und für alle besten Freunde im Publikum. Passend gab es das nächste Bad in der Menge. „Deiner Seite“ lieferte eine große Pyroshow und während „Langsam“ machte er sich auf den Weg zur B-Stage mitten auf dem Gelände. Zunächst gab es ein „Happy Birthday“ für die kleine Rosa, die mit dem Schild „Du bist mein Geburtstagsgeschenk“ vor ihm stand. Weitere drei Songs wurden akustisch dargeboten, zum Abschluss die Motivationshymne „Frische Luft“.
Inzwischen hatte man die Bühne hinter einem Vorhang komplett umgebaut. Jetzt war dort eine riesige LCD-Leinwand, die begehbar war und von der Wincent aus luftiger Höhe „Flieg“ interpretierte. Tanzen stand nun im Vordergrund, mit Dancefloor-Sound und kleinem Feuerwerk zu „Spring“. Dann ein Wechsel der kompletten Band zu Glitzer-Outfit und Discosound. Man brachte das Publikum von vorne bis hinten während „So gut“ in entsprechende Moves.
Ein ganz neuer Song wurde gespielt, melodisch und mitreißend mit dem Arbeitstitel „Uuuh“ (oder so ähnlich). Danach folgte ein letztes Triple, dass den zweistündigen Gig beendete: „Wer wenn nicht wir“ startete Wincent ganz allein mit Gitarre, bevor die Band einsetzte, zu „Feuerwerk“ gab es (wer hätte das gedacht) ein gigantisches Feuerwerk – und ganz zum Schluss erklang der WM Song „Kurz für immer“. Keine Zugaben, aber man blieb zum Feiern auf der Bühne. So endete das großartige Open Air hinterm E-Werk. Nächste Woche geht es weiter mit SDP und Tream.
Setlist Wincent Weiss, 10. Juli 2026, Open Air am E-Werk Saarbrücken
Nach „Du fehlst in meinem Life“ und „IRL“ veröffentlichen AB Syndrom mit „Kann nicht einfach alles so bleiben“ eine weitere Single aus ihrem neuen Album „ABRISS“, welches am 28. August 2026 erscheinen wird.
Wie soll ich entscheiden wohin wir gehen wenn ich nicht bereit bin meinen Kopf zu drehen? “Kann nicht einfach alles so bleiben” ist ein Freeze Frame aus dem Drama einer zerreißenden Beziehung. Während der eine Teil eine Vision für den gemeinsamen Weg hat, ist der andere gerade dabei jeglichen Plan über den Haufen zu werfen. Unfähig Verantwortung für weitere Schritte zu übernehmen, ob zusammen oder allein.
Auch im dazugehörigen Musikvideo ist AB Syndrom vom Weg abgekommen, mit zerrissener Karte, unklar wie es weiter gehen kann —und performt genau in diesem Zustand live. Musikalisch verdichtet der Song den aktuellen Ansatz der Band, Klavier, Gitarre und Bass synthesizer-artig aufeinander zu schichten zu einem organo-elektronischen Sound.
Unter dem Stillstand steigt so der Druck bis im Finale endlich alles aufreißt.
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13.10.26 Leipzig – Naumanns
14.10.26 Hannover – LUX
15.10.26 Frankfurt – Elfer
16.10.26 Köln – Jaki
17.10.26 Münster – Gleis 22
18.10.26 Hamburg – Bahnhof Pauli
20.10.26 Berlin – Berghain Kantine
Zu AB Syndrom:
2017 setzte „Flaggschiff“ den Startschuss für erstes Airplay von AB Syndrom sowie inzwischen mehr als 2,5 Millionen Streams. Das faszinierende: Von Artworks bis Musikvideos oder Produktion ist bei AB Syndrom alles konsequent in Eigenregie gemacht. Diese Konsequenz ist hör- und spürbar.
Ungewohnte elektronische Sounds und vertrackte Beats bilden die Grundlage für die darin verwobene Poesie. Bennets extrem persönliche und autobiografische Texte bieten tiefen Einblick ins Seelenleben. Durch auffällige Stimmverfremdung und lyrische Abstraktion erhalten die Songs trotz aller Subjektivität Freiraum für eigene Bezüge. Der Fokus auf das Persönliche prägt auch die Live Shows von AB Syndrom. Auf der Bühne steht nur Antons, mit Pads versehenes Drumset und ein Keyboard, mit denen das Duo den elektronischen Sound ihrer Musik für die Bühne adaptiert. Dabei wird alles im Moment erzeugt: Keine Backing-Tracks, keine leblose Show zum vorgefertigten Tape.
Seit „Flaggschiff“ liegt eine intensive Zeit hinter der Band: 2019 mit Mine auf Tour durch Deutschland, die Schweiz und Österreich, kurz danach Konzerte in Vietnam, Hongkong und Manila. 2020 Frontalcrash Album Release im Corona-Lockdown und anschließend Streaming-Konzerte unter anderem bei DLF Nova und c/o pop aus einem riesigen ehemaligen Heizkraftwerk. 2022 dann post-Corona Restart: mit dem Album Tut mir gut Tut mir Leid erzeugten sie deutschlandweit Radio Airplay und gingen im Winter 2022-23 auf erste Headliner-Tour durch 7 Städte—inklusive Live-Konzert bei radioeins. 2024/25 erreichten AB Syndrom mit dem Album Implosion und Features mit Trille, Roger Reckless, Futurebae und Mine deutschlandweite Rotationen und spielten auf dem Fusion Festival vor 2500 Menschen, beim RadioEins Parkfest und auf ihrer anschließenden Deutschlandtour durch 9 Städte.
AB Syndrom haben sich damit als Verschmelzer von experimentellen elektronischen Sounds und ultrapersönlichen, deutschen Texten etabliert. Im Herbst 2026 kommen sie mit ihrem neuen Album auf Tour.
Nach der Veröffentlichung ihres letzten Studioalbums „Elsewhere“ öffnen Grandbrothers ihr bislang wohl transformativstes Album nun für neue Perspektiven. Für „Elsewhere – Remixes and Reworks“ hat das Duo eine Reihe von Künstler:innen eingeladen, die Stücke des Albums auf ihre eigene Weise weiterzudenken.
Veröffentlicht wird das Projekt auf dem bandeigenen Label _and_others – und in der Auswahl der Remixe spiegelt sich auch die Offenheit wider, die bereits das Album selbst geprägt hat.
Die Spannweite der Beiträge reicht von glitchigem IDM über schwebende Ambient-Momente bis hin zu cluborientierten Reworks und radikalen Neuinterpretationen. Statt die Tracks einfach nur für den Dancefloor umzubauen, greifen die beteiligten Künstler:innen einzelne Elemente heraus und öffnen neue Perspektiven auf das bestehende Songmaterial.
Den Auftakt macht heute ein rhythmisch dekonstruierter, detailreicher Remix von Max Cooper, der „Elsewhere“ tief in glitchige IDM-Gefilde führt:
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Einen Monat später verwandeln COMA das Ausgangsmaterial in eine verträumte, fast schwerelose Version, bevor Ben Lukas Boysen im September eine synthlastige, cluborientierte Neuinterpretation folgen lässt. Im Oktober steuern Brandt Brauer Frick ihren charakteristischen akustisch-elektronischen Ansatz bei und holen die Stücke zurück in eine physische, instrumentale Welt.
Den Abschluss bildet am 06.11. die Veröffentlichung des kompletten Mini-Albums gemeinsam mit einem Remix von Kaitlyn Aurelia Smith, deren Version das Original in eine psychedelische und vollkommen eigene Welt überführt.
Der irische Singer/Songwriter Mick Flannery wuchs außerhalb von Blarney im County Cork auf. Als Musiker zählt er zu den angesehensten zeitgenössischen Folk- und Americana-Künstlern Irlands. Seine Musik verbindet Folk, Blues, Rock und Singer-Songwriter-Elemente mit einer markanten, rauen Stimme und erzählerischen Texten. Damit tritt er in die großen Fußstapfen von Rory Gallagher, der ebenfalls aus dieser Region stammt.
Seit dem Debüt „Evening Train“ begeistert Mick mit seinen oft nachdenklichen, persönlichen Geschichten. Mit „The House Must Win“ knüpft er an diese Stärken an und präsentiert ein Album, das zugleich introspektiv und atmosphärisch wirkt. Die Songs sind geprägt von reduzierten Arrangements, die seiner markanten Stimme und den fein ausgearbeiteten Texten viel Raum geben. Statt auf große Effekte setzt Flannery auf Ehrlichkeit und subtile musikalische Nuancen.
Das Album enthält Neuinterpretationen von Songs aus „Evening Train“ von 2005 – ergänzt durch zehn neue Lieder und orchestrale Arrangements, die die gesamte Handlung seiner Bühnenproduktion gleichen Namens umfassen. Diese feierte in den vergangenen fünf Wochen ihre Weltpremiere in Irland und begeisterte im Rahmen einer ausverkauften Musical-Tournee.
Mick hat viele der ursprünglichen Songs neu arrangiert, teilweise umgeschrieben und in einen neuen dramaturgischen Zusammenhang gestellt. Hinzu kommen zehn neue Stücke, die die Handlung erweitern und vertiefen.
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Eine ganze Reihe von Gastkünstlern unterstützt Flannery auf dem Album bei zahlreichen Duetten und Ensemble-Stücken. Zu ihnen zählen die Grammy-Preisträgerin Anaïs Mitchell, der Songwriter Jeffrey Martin aus Portland, die mehrfach für den Juno Award nominierte Kanadierin Jenn Grant, die für den Mercury Music Prize nominierte Lisa Hannigan sowie die für den Choice Music Prize nominierte Susan O’Neill.
Ebenfalls mit dabei sind die Folk-Sängerin Marybeth O’Mahony aus West Cork, Flannerys langjährige musikalische Weggefährtin Yvonne Daly, die Belfaster Künstlerin und „The House Must Win“-Darstellerin Tabitha Smyth – und nicht zuletzt Flannerys Brüder Brian, David und Eamonn, die auf diesem Album ihr Debüt als Musiker geben.
Thematisch beschäftigt sich das Album (wie das Stück) mit Verlust, Beziehungen, Hoffnung und der Suche nach Orientierung. Die Texte wirken authentisch und laden dazu ein, sich intensiv mit den Geschichten und Gefühlen auseinanderzusetzen. Es ist ein ungewöhnlicher Weg eines Folkmusikers, sein Konzeptalbum als Musical zu inszenieren. Hier kann man jedenfalls sagen: ein großer Gewinn!
Mit unzähligen Veröffentlichungen seit seinem Karrierestart um die Jahrtausendwende gehört Joe Bonamassa inzwischen zu den meistgefragten Blues-Gitarristen unserer Zeit. Er galt als Wunderkind, hat nach den Anfängen mit Bloodline eine beeindruckende Solokarriere hingelegt und ist darüber hinaus in Kooperationen mit Beth Hart sowie Black Country Communion unermüdlich im Einsatz. Dabei vergisst er seine Wurzeln nicht: Die hier vorliegende Hommage an Rory Gallagher war ihm ein Herzensprojekt.
Es gibt Musiker, die erfolgreiche Karrieren hinterlassen. Und es gibt Musiker, die eine Haltung vermitteln. Rory Gallagher gehörte ohne Zweifel zur zweiten Kategorie. Er war nie der große Star, der sich dem Zeitgeist anpasste. Stattdessen blieb er sich selbst treu. Er trat mit einer alten, bis auf das Holz abgespielten Stratocaster auf, und mit einer Ehrlichkeit, die man in jeder Note hören konnte.
„The Spirit of Rory“ trägt seinen Titel deshalb völlig zu Recht. Bonamassas Livealbum versucht nicht, Rory Gallagher zu imitieren. Es versucht vielmehr, das einzufangen, was ihn so besonders gemacht hat: Leidenschaft, Authentizität und die tiefe Liebe zum Blues. Das Album wurde live vom 1. bis 3. Juli 2025 während einer ausverkauften dreitägigen Konzertreihe beim Festival „Live at the Marquee in Cork“, der Heimatstadt von Rory Gallagher, aufgenommen.
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Mit 14 handverlesenen Songs durchläuft „The Spirit Of Rory Live From Cork“ die vielfältigen Facetten von Gallaghers Werk – vom rasanten Auftakt von „Walk On Hot Coals“ und „Bullfrog Blues“ bis hin zur emotionalen Wucht von „A Million Miles Away“, das bei der Veröffentlichung als Titelsong des Albums diente. Weitere Höhepunkte sind „Tattoo’d Lady“, „Bad Penny“, „I Fall Apart“, „Calling Card“ und „Cradle Rock“, die alle mit Feuer und Überzeugung dargeboten werden und dabei die Form und Seele der Originale bewahren.
Schon nach den ersten Takten wird deutlich, dass hier Musiker am Werk sind, die Gallagher nicht nur bewundern, sondern ihn verstanden haben. Die Gitarren klingen roh und lebendig, die Soli erzählen Geschichten statt bloß technische Fähigkeiten zu demonstrieren. Genau das war Rorys Markenzeichen. Er spielte nie, um zu beeindrucken – er spielte, um Gefühle zu transportieren. Diese Haltung spürt man auf „The Spirit of Rory“ in jedem Stück. Das Album lebt nicht von Nostalgie, sondern von Respekt. Die Interpretationen lassen Raum für eigene Akzente, ohne den Charakter der Originale zu verlieren.
Besonders beeindruckend finde ich die Atmosphäre, die sich auf der DVD erschließt. Die Aufnahme klingt nicht steril oder überproduziert. Sie besitzt Ecken und Kanten, atmet Dynamik und vermittelt das Gefühl, einer Live-Session beizuwohnen. Genau darin liegt die Stärke dieses Albums. Es richtet sich nicht nur an eingefleischte Rory- oder Bonamassa-Fans. Es schlägt eine Brücke zwischen Generationen von Bluesmusikern und zeigt eindrucksvoll, dass Gallaghers Geist auch drei Jahrzehnte nach seinem Tod lebendig geblieben ist.
„The Spirit of Rory“ ist keine nostalgische Rückschau, sondern eine musikalische Liebeserklärung. Wie Joe selbst sagt: „Ich erinnere mich, dass diese Stimme und dieser einzigartige Gitarrensound schon in sehr jungen Jahren die Wände meines Schlafzimmers durchdrangen“, erinnert sich Bonamassa. „Mein Vater, der mich mit so vielen der großen Gitarristen seiner Zeit bekannt gemacht hatte, ermutigte mich schnell, Rory zuzuhören und mir so viel wie möglich davon anzueignen.“ Als Ergebnis der frühen Liebe gibt es jetzt dieses wundervolle Album.
Der Titel „Placebo Re:Created“ verrät es schon – das neue Album von Placebo liefert kein wirklich neues Material. Stattdessen wird das Debütalbum aus dem Jahr 1996 zum 30jährigen Jubiläum neu aufgelegt. Und zwar nicht als schnöde Remaster-Version, sondern komplett neu bearbeitet und frisch aufgenommen.
Ursprünglich auf dem Höhepunkt der Britpop-Ära erschienen, stand das selbstbetitelte Debüt von Brian Molko und Stefan Olsdal in krassem Gegensatz zur vorherrschenden kulturellen Stimmung. Während sich ein Großteil der britischen Gitarrenmusik zu dieser Zeit auf jugendliche Nostalgie und nationale Identität stützte, lieferte Placebo etwas weitaus Provokativeres und Konfrontativeres. Die Songs thematisierten Sexualität, Androgynität, Sucht und Entfremdung mit einer Ehrlichkeit, die im Mainstream-Rock jener Zeit selten zu hören war, und etablierten die Band als eine der markantesten Stimmen ihrer Generation.
Dreißig Jahre später kehrt die Band mit einer neuen Perspektive zu diesem wegweisenden Album zurück. Die neue Platte enthält überarbeitete und angereicherte Versionen aller zehn Titel des Originalalbums sowie zwei Bonustracks aus der ursprünglichen Veröffentlichung und fängt ein, wie sich diese Songs über Jahrzehnte hinweg weiterentwickelt haben, während sie gleichzeitig den rohen Geist bewahren, der sie geprägt hat.
Zu den Titeln gehören die epochalen Singles „Nancy Boy“ und „36 Degrees“, Songs, die dazu beitrugen, Placebos Ruf für furchtlose Lyrik und genreübergreifenden Sound zu etablieren. Diese neuen Aufnahmen verstärken die Dringlichkeit und Haltung, die die Originale so stark nachhallen ließen, und spiegeln gleichzeitig die Entwicklung und die Erfahrungen der Band in den Jahren seit ihrem Debüt wider.
Wie die beiden Protagonisten selbst sagen: „Dieses Album ist eine Feier unserer Anfänge und zugleich ein Treffpunkt zwischen dem, was wir damals waren, und dem, was wir heute sind. Es ist eine Möglichkeit, diese Unschuld zu bewahren und den Songs gleichzeitig die Größe, das Selbstvertrauen und die Energie der Band zu verleihen, zu der wir geworden sind.“
So bekommen die Fans hier ein kraftvolles, sehr atmosphärisches Album, das die Songs und ihre Entwicklung über drei Jahrzehnte zeigt und sich nahtlos in die hervorragenden Veröffentlichungen des Duos einfügt. Auf Disc 2 des Doppelalbums finden sich vier Livesongs aus dem Jahr 1997 und fünf Demoversionen von 1995.