Sie ist die spektakulärste und erfolgreichste, tourende Tanzshow der Geschichte und 2026 feiert sie fulminant ihr 30-jähriges Jubiläum: „Lord of the Dance“!
Schon mehr als 60 Millionen Menschen in 60 Ländern auf allen Kontinenten begeisterte die atemberaubende, mitreißende und magische Show. Das 30-jährige Jubiläum ist nicht nur ein Anlass zum Feiern, sondern auch die einmalige Gelegenheit, auf die außergewöhnliche Reise von „Lord of the Dance“ zurückzublicken. Alles begann mit Michael Flatleys Traum, die größte irische Tanzshow der Welt auf die Beine zu stellen. Und was fast alle für unmöglich hielten, schaffte Michael Flatley mit großer Entschlossenheit, außergewöhnlichem Talent, unermüdlicher Leidenschaft und viel Arbeit! Seine spektakuläre Pausenaufführung beim Eurovision Song Contest im Jahr 1994 endete mit Standing Ovations. Damit stellte er sogar das eigentliche Event in den Schatten. Der Rest ist Geschichte!
Michael Flatley schuf nicht nur die erfolgreichsten Tanzproduktionen aller Zeiten, er brach weltweit Rekorde und verhalf der Kunst des traditionellen irischen Tanzes zu Weltruhm und Anerkennung. Seine Show und auch Michael Flatley selbst wurden zu Legenden. Der Kampf zwischen Gut und Böse ist eine einzigartige Kombination aus energiegeladenem Tanz auf höchstem künstlerischem Niveau, origineller keltischer Musik, klugem und zugleich unterhaltsamem Storytelling sowie einer subtilen Sinnlichkeit. Dieses einmalige Zusammenspiel verzaubert das Publikum nun bereits seit 30 Jahren immer wieder aufs Neue!
Im Frühjahr 2026 hallt endlich wieder das rasante und markante „Klacken“ durch die Säle Deutschlands und Österreichs. Für die Jubiläumstour hat Michael Flatley das Original-Konzept von „Lord of the Dance“ auf eine neue, moderne Art und Weise weiterentwickelt. Von der Los Angeles Times als „showpiece extravaganza“ beschrieben, wird die Show das Publikum mit mehr als 150.000 Taps pro Vorstellung in eine Zeit und einen Ort voller Mythen und Fantasie versetzen.
Die Zuschauer dürfen sich auf eine packende Reise freuen, die durch aufwendige Kostüme, atemberaubende Choreografien sowie modernste Technik und Lichteffekte begleitet wird. 40 der talentiertesten jungen Tänzerinnen und Tänzer der Welt bringen unter der Regie von Michael Flatley eine Show auf die Bühne, die Tradition, Unterhaltung, Musik, Faszination und Tanz perfekt miteinander vereint. Diese Tanzsensation und ihre Jubiläumstour dürfen sowohl „Lord of the Dance“-Fans der ersten Stunde als auch Neulinge auf keinen Fall verpassen!
Mit der Konzertreihe „The World of Hans Zimmer“ hat der mehrfache Academy Award® – und Grammy-Gewinner Hans Zimmer Live-Erlebnisse geschaffen, die Fans weltweit auf individuelle und beeindruckende Weise durch seine Filmmusik führen. Als musikalischer Leiter und Kurator zeichnet der Meister persönlich maßgeblich für die „World of Hans Zimmer“- Produktionen verantwortlich, auch wenn er dabei nicht selbst auf der Bühne steht.
„The Immersive Symphony“ ist der jüngste Neuzugang der international gefeierten Konzertreihe. Nach der umjubelten Weltpremiere im Januar 2025 im Metronom Theater Oberhausen geht dieses neue Show-Juwel in diesem Frühjahr endlich auf Tournee.
Herausragende Solistinnen und Solisten aus Zimmers Talentschmiede sowie das Odesa Orchestra & Friends erwecken Zimmers weltberühmte Melodien aus Filmen wie „Dune“, „Inception“, „Der König der Löwen“ und „Gladiator“ zum Leben und sorgen für zahlreiche Gänsehautmomente. Fesselndes Lichtdesign, atemberaubende visuelle Effekte und der unvergleichlich-originale Hans Zimmer-Klangteppich ziehen die Zuschauer in ihren Bann und lassen sie zu einem integralen Teil dieser magischen Konzert-Atmosphäre werden.
Fans von Hans Zimmers Musik haben in diesem Frühjahr die einmalige Gelegenheit, in diese facettenreiche und magische Welt einzutauchen und das musikalische Genie des legendären Komponisten wie nie zuvor zu erleben.
Seit die erste Konzerttournee „The World of Hans Zimmer – A Symphonic Celebration“ im Jahr 2018 in Deutschland Premiere feierte, entstand daraus bis heute die international gefeierte Konzertreihe „The World of Hans Zimmer“, die bis heute 1.2 Millionen Zuschauer zählt.
Stefan Mross steht seit 38 Jahren auf der Showbühne und ist seit 21 Jahren Gastgeber der ARD-Show „Immer wieder sonntags“. Dabei wirkte der 50jährige Sänger, Trompeter, Moderator und Entertainer sehr jugendlich und frisch in der Europahalle. Die Schlagzeilen der letzten Wochen waren nicht so toll, da die ARD seine Show wohl zum Jahresende absetzen wird. Der Künstler, der schon mit 13 Jahren erstmals vor großem Publikum auftrat, nachdem er von Karl Moik entdeckt wurde, ging auch gar nicht über diesen kommenden Karriereknick hinweg, sondern thematisierte ihn recht ausführlich in seinen Moderationen. Diese Offenheit war schon immer Teil seines authentischen Auftretens.
Just in diesem Jahr geht die Show „Immer wieder sonntags“ erstmals auf Tour. Und das üblicherweise an normalen Wochentagen, wenn sonntags die Liveshow im Europapark Rust aufgenommen wird. Das Bühnenbild in der Europahalle wirkte etwas hilflos, bestand es doch vor allem aus einem großen Tuch im Hintergrund mit dem bekannten Schriftzug der Sendung. Auch das musikalische Geschehen war etwas spärlich, da die Interpret*innen zwar live, aber zu einem instrumentalen Playback performten. Also eine recht günstig produzierte Show, die aber im Ausgleich mit hochkarätigen Gästen glänzen konnte.
Den Anfang machte Mross selbst, lieferte einige etwas altbackene Witze und sang den Titelsong „Immer wieder sonntags“ ebenso souverän wie den Klassiker „Die kleine Kneipe“. Als ersten Gast begrüßte er Joey Heindle, Ex-DSDS-Sänger und Dschungelkönig 2013. Eine schillernde Persönlichkeit, die frischen Wind in die Halle brachte und Songs wie „Wellenreiter“, „Ich verliere die Kontrolle“ und „Weil das hier unser Leben ist“ sehr poppig interpretierte. Er begab sich früh ins Publikum und fand ein seit 47 Jahren verheiratetes Ehepaar, für das er „Wer außer dir“ zum Besten gab.
Dann Kristina Bach, Schlager-Urgestein und Komponistin unzähliger Hits der Branche. Sie hatte viel zu erzählen und sang ihre großen Erfolge wie „Antonio“ und „Cappuccino“. Vielen war vielleicht gar nicht bewusst, dass auch einer der größten Schlager der letzten Jahrzehnte aus ihrer Feder stammt, da Kristina zu den Stamm-Autor*innen von Helene Fischer gehört. So interpretierte sie mit fester Stimme auch „Atemlos“ – ein Lied, das ihr als Songschreiberin vermutlich Tantiemen in 7stelliger Höhe eingebracht hat. Chapeau!
Gemeinsam mit Joey und Kristina veranstaltete Stefan Mross ein kleines Schlagerquiz, um sein Schlagerwissen unterhaltsam zu verbreiten. Es folgten „Nessaja“ und „Ein Stern, der deinen Namen trägt“ aus seinem Mund und man ging nach 75 Minuten in die Pause.
Der zweite Teil dauerte dann mehr als 90 Minuten, was die Gesamtlänge der Show sehr solide ausdehnte. Dem Publikum war’s recht, denn es sollten noch einige Highlights geboten werden. Madeline Willers ist erst Anfang 30, hat aber vor einer Woche schon ihr erstes „Best of“ veröffentlicht. Sie sang Titel aus dem eigenen Repertoire („Bauchgefühl“), aber auch ein Hit-Medley mit Songs wie „Ohne dich“ und „Major Tom“ im unvermeidlichen Schlagerbeat. Dann stellte Stefan seinen „Schatz“ vor, nämlich Lebensgefährtin Eva Luginger. Von ihr gab es u.a. den Leandros-Titel „Ich liebe das Leben“ und im Duett mit Stefan „Jenseits von Eden“.
Aber alle hatten jetzt auf die großen Stars gewartet und wurden nicht enttäuscht. Das 72jährige Temperamentbündel Michael Holm hüpfte erstaunlich agil über die Bühne und legte direkt mit „Mendocino“ los, das um das rockige Einsprengsel „Rockin‘ all over the world“ erweitert wurde. Diese Idee kennen Trierer so von Guildo Horn – und die Nähe kommt nicht von ungefähr, hat Holm doch Guildos Erfolgsalbum „Danke“ mit „Guildo hat euch lieb“ produziert und die Band jahrelang begleitet. Die Schlagerfans feierten natürlich auch „Tränen lügen nicht“ und ein quirliges Endlos-Medley mit „We will rock you“, „Beinhart“, „Da doo ron ron“, „Sexy“, „Highway to hell“, „Marmor, Stein und Eisen bricht“, „Born to be wild“, „Ein Bett im Kornfeld“ und „Satisfaction“. So viel krasse Energie und Vielfalt hätte ich wirklich nicht erwartet. Das war fantastisch.
Ebenso Nicole, die ja aus dem angrenzenden Saarland stammt und damit fast schon Lokalmatadorin war. Sie wies auf ihre Wurzeln hin: „Heute bin ich Heimschläferin“ sagte sie zu tosendem Applaus und wurde auch in der Mundart des kleinen Bundeslandes gut verstanden. Ich fand es erstaunlich, wie viele nostalgische Songs von ihr mir auf Anhieb geläufig waren: „Mit dir vielleicht“, „Flieg nicht zu hoch, mein kleiner Freund“ und „Papillon“ (das sie a cappella von der Bühne schmetterte). Natürlich gab es eine emotionale Ansage zu „Ein bisschen Frieden“ und man konnte sich in die 17jährige Nicole hinein fühlen, die diesen Titel 1982 für Millionen Menschen weltweit gesungen hatte – nur mit einer Gitarre bewaffnet und komplett ohne das heutige ESC-Show-Brimborium. Auch in der Gegenwart funktioniert der zeitlos schöne Song mit seiner traurigen Aktualität. Die Herzen waren schon weich, doch als sie das Friedenslied als Zugabe nochmal a cappella zu Gehör brachte, wurden sichtbar einige Tränchen im Publikum verdrückt.
Zum Finale holte Mross dann die großen Schlagerschinken raus, lieferte Medleys mit Songs von Udo Jürgens und Roland Kaiser. Die Fans feierten ihn zum krönenden Abschluss mit stehenden Ovationen und die Message war klar: Wir brauchen weder ein geniales Bühnenbild noch eine ausgefuchste Liveband. Wir wollen unsere Lieblingssongs aus dem Mund bekannter Künstler*innen hören. Mission gelungen!
(Credit für alle Fotos auf dieser Seite: Dietmar Schmitt)
Jahr um Jahr veröffentlicht der US-Bestseller-Autor John Grisham neue Romane und die Ideen scheinen ihm dabei nicht auszugehen. Das neue Werk mit dem Titel „Das Vermächtnis“ startet als Justizthriller im Stil seiner größten Erfolge, wächst sich aber im zweiten Teil zu einem waschechten Whodunit-Krimi aus.
Der Klappentext spoilert die Handlung in Ansätzen: Simon Latch ist ein kleiner Anwalt im ländlichen Virginia. Finanziell kommt er nur mit Müh und Not über die Runden, zudem geht seine Ehe in die Brüche. Dann betritt Eleanor Barnett sein Büro, eine ältere Witwe, die ein neues Testament braucht. Offenbar hat ihr Mann ihr ein gewaltiges Vermögen hinterlassen, von dem niemand etwas weiß. Simon behandelt den Auftrag streng vertraulich, aber die Nachricht von Eleanors Reichtum scheint durchzusickern. Als Eleanor Opfer eines Autounfalls wird, muss Simon erkennen, dass nichts so ist, wie es scheint. Kurz darauf findet er sich auf der Anklagebank wieder, der Vorwurf lautet Mord aus Habgier. Alle Indizien sprechen gegen ihn. Ihm bleibt nur eine Chance, sich zu retten: wenn er den wahren Mörder findet.
Wie immer nimmt die Handlung schnell an Fahrt auf. Grisham führt die wichtigsten Figuren ein und schon geht es Schlag auf Schlag weiter. „Das Vermächtnis“ legt schnell los und wird zum echten Pageturner, auch wenn die eigentliche Krimihandlung sehr lange auf sich warten lässt. Zunächst geht es nämlich um die Erbschaftsgeschichte von Eleanor Barnett und man darf sich in die juristischen Winkelzüge eines Testamens einlesen, was durchaus spannend ist.
Nach dem Tod der alten Dame wird Simon Latch zum Gejagten und die Spannung, ob er heil wieder aus der Sache raus kommt, hält sich bis zur letzten Seite. Oft habe ich bei Grishams Geschichten das Gefühl, dass die Protagonisten zu gradlinig durch die Story wandeln und mit juristischer Klarheit aus allen Widrigkeiten rauskommen. Hier aber ist es ganz anders, denn man muss sich auf die Suche nach einem Mörder begeben – wobei es viele mögliche Spuren gibt.
Der Erzählstil von Grisham ist wie immer sehr flüssig, wenn man sich nicht zu lange mit den rechtlichen Spitzfindigkeiten aufhält. Der inzwischen 71jährige verliert sich zumindest nie in komplizierten Erläuterungen, sondern versucht seine Ausführungen möglichst einfach zu halten. Die Leserschaft wird mehrfach auf eine falsche Fährte geführt und zum Schluss gibt es eine doch recht überraschende Wendung. „Das Vermächtnis“ ist ein spannendes Spätwerk des Autors, das aus den über 40 Romanen positiv heraussticht.
Die französische Artrock-Band LAZULI durfte ich in den vergangenen Jahren schon häufig erleben, meist beim Event „Night of the Prog“, das bis vor kurzem jährlich auf dem Loreleyfelsen stattfand. Und jedes Mal war es ein ganz besonderes Konzert. So war ich auch in der Neuen Gebläsehalle Neunkirchen ganz gespannt, wie die Band dort ankommt – und sie hatte ihr Publikum vom ersten bis zum letzten Ton des 130minütigen Gigs fest im Griff.
Schon beim Betreten der Halle lag eine besondere Atmosphäre in der Luft: erwartungsvoll, fast andächtig, als wüsste das Publikum, dass es mehr als nur Musik hören würde. Als die Band schließlich die Bühne betrat, begann eine klangliche Reise, die sich nur schwer in ein Genre pressen lässt. LAZULI verbinden Progressive Rock mit Chanson-Elementen, Weltmusik und elektronischen Einflüssen – und erschaffen damit einen Sound, der gleichzeitig komplex und zugänglich ist.
Im Zentrum des Geschehens stand Claude Leonetti, dessen einzigartiges Instrument, die selbst entwickelte Léode, sofort alle Aufmerksamkeit auf sich zog. Mit ihr erzeugte er schwebende, fast sphärische Klänge, die sich mühelos über die rhythmische Basis der Band legten. Ruhige, fast zerbrechliche Passagen wechselten sich mit kraftvollen, rhythmisch dichten Momenten ab. Romain Thorel am French Horn und Vincent Barnavol an Percussion & Marimba sorgten für melodische Abwechslung, während Dominique Leonetti den Gesang beisteuerte und Geschichten zu den Songs erzählte.
Die Stücke bauten sich langsam auf, entfalteten sich und mündeten in emotionale Höhepunkte, die das Publikum spürbar mitrissen. Dazu gab es eine abgestimmte Show aus Licht und Videoeinspielern, die die Songs visualisierten. Zum Abschluss fanden sich „Neuf Mains autour d’un Marimba“ – ein virtuoser Abschluss für ein fantastisches Konzert!
(Credit für alle Fotos auf dieser Seite: Atelier3Bären)
Der Singer/Songwriter Pippo Pollina wurde 1963 in Palermo geboren, besuchte das Konservatorium und studierte Rechtswissenschaften. Er engagierte sich früh in der Antimafiabewegung und arbeitete für die von Giuseppe Fava gegründete Zeitschrift „I Siciliani“. Nach Favas Ermordung durch die Mafia verließ Pollina 1985 Sizilien, um erstmal als Straßenmusiker durch die Welt zu reisen. Inzwischen lebt er in Zürich, wurde für sein musikalisches Schaffen mehrfach ausgezeichnet, hat zahlreiche Alben aufgenommen und ist auf vielen großen Bühnen aufgetreten.
Pippo ist im deutschsprachigen Raum einer der bekanntesten italienischen Liedermacher. Seit drei Jahrzehnten ist er mit seinen Konzertprogrammen unterwegs und füllt mittlerweile nicht mehr nur die Kleinkunstbühnen, auf denen alles begann, sondern auch die großen Häuser von der Arena in Verona bis hin zum Hallenstadion in seiner Wahlheimat Zürich. Pollina besticht durch seine unbändige Kreativität, mit der er seit mehr als 35 Jahren auch seine vielen treuen Fans immer wieder überrascht. Sei es mit lyrischen Balladen, poetischen Protestliedern oder rockigen Songs: Pollinas Sprache bleibt immer sensibel und zart.
Sein aktuelles Album trägt den Titel „Fra guerra e pace“, übersetzt: „Zwischen Krieg und Frieden“. Damit trifft Pollina den Nerv und die Ängste der heutigen Zeit. Soll es wirklich so sein, dass man die 20er Jahre des letzten und des aktuellen Jahrhunderts irgendwann gleichsetzen muss?
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„Fra guerra e pace“ ist in vielerlei Hinsicht ein besonderes Album. Mit seiner detailreichen, vielgestaltigen, mal hymnisch, mal archaisch anmutenden Musik, zieht es uns sofort in den Bann. Die Liedtitel und Texte konfrontieren uns mit grausamer Geschichte und Gegenwart. „Lanotte dei cristalli“ (Die Kristallnacht) ist ein Lied, das er für dieses Album gemeinsam mit seinen beiden Kindern, Singer-Songwriter FABER und Madlaina Pollina, aufgenommen hat. Es ist das erste Mal, dass die drei gemeinsam zu hören sind.
„Free Palestina“ besingt einen Ort, in dem es keine Erinnerungen, kein Brot, keine Würde gibt, aber viele Kräfte, die Free Palestine rufen. Immer schwingt die Hoffnung mit, schimmern Liebe und Menschlichkeit wie Gegengift durch das Leid hindurch. So erzählt das Lied „Fra i petali del girasole“ (In den Blütenblättern der Sonnenblumen) von einem ukrainischen Soldaten auf Heimaturlaub, der fernab vom Donbass, von einem guten Leben nach dem Krieg träumt. Denn eigentlich hält das Leben doch so viel Schönes bereit. „La vita è bella così com’è“ (Das Leben ist schön, so wie es ist) lautet der Titel von Pippo Pollinas Tour im kommenden Jahr.
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In akustischer Fülle mit Streichern, Akkordeon, Kontrabass, Holzblasinstrumenten und Mandoline neben der normalen Bandbesetzung führt uns Pippo Pollina in eine klanggewaltige Welt, die auch arabische Klänge in sich vereint. Einfach wundervoll.
Livetermine 2026: 13.05.26 Sontheim – Dampfsäg 14.05.26 Friedrichshafen – Bahnhof Fischbach 15.05.26 Ebersberg – Alter Speicher 16.05.26 Frankfurt am Main – Alte Oper 17.05.26 Lörrach – Burghof 19.05.26 Bonn – Pantheon
Als die H-BLOCKX um Henning Wiehland vor zwei Jahren ihr langes Schweigen brachen und endlich wieder bei ROCK AM RING in Erscheinung traten, war es wie in alten Zeiten und Erinnerungen wurden wach. 1995 gab es den ersten Gig der deutschen Crossover Pioniere am Ring und deren damaliger Hit „Risin‘ High“ ist bis heute im Ohr. Jetzt gibt es sogar ein neues Album – das letzte ist 14 Jahre her – und prompt mit Platz 3 die höchste Chartplatzierung ever.
Die neue Platte der Münsteraner erscheint über Solitary Man-Records, das von den DONOTS geführt wird: Beide Bands verbindet eine lange Historie und Donots-Sänger geht soweit, „FILLIN_THE_BLANK“ das „zweite Album der Band“ zu nennen: „Denn so unbeschwert, leicht, direkt, hittig und ja, cool, war das Quartett ehrlich seit Jahrzehnten nicht.“
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Das sieht auch Sänger Henning Wehland so: „Ingo hat uns mit diesem Satz einen Gefallen getan: Unser Debüt war sehr bedeutend und hat in der Szene einiges bewegt – im Positiven wie im Negativen. Wir haben 30 Jahre gebraucht, um alle anderen Wege auszuprobieren, und jetzt verstanden, dass das unsere DNA ist. Es fühlt sich so an, als wären wir jetzt wieder dort angekommen, wo wir hingehören.“
In diesem Sinne führt das Album gradlinig und überzeugend zurück in die 90er. Rau und roh, mit viel Groove und starken Gitarren. Es erinnert bisweilen thrashig an Metallica und Co, hat aber daneben genug Platz für die ordentliche Portion Rock, Funk und Rap. Elf Songs in 32 kurzweiligen Minuten bieten viel Power und eine Menge Ohrwürmer.
So, als wären sie nie weg gewesen: viel Retro mit dem Potential, sich neue Hörerschichten zu erschließen!
Seit diesem Monat ist die Theateradaption von Dan Browns Bestseller-Roman „Der Da Vinci Code – Sakrileg“ auf Tour durch die großen Arenen in Deutschland und Österreich. Der Thriller hielt über 80 Millionen Leser*innen weltweit in Atem und fand sich 48 Wochen lang auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste. Und damit nicht genug: Die Verfilmung mit Tom Hanks in der Hauptrolle war ebenso erfolgreich, obwohl die Kritiken eher bescheiden ausfielen.
Man tritt also in sehr große Fußstapfen und ich war äußerst gespannt, wie sich die Handlung auf der Theaterbühne umsetzen lässt, wo es doch in Buch und Film an historischen Schauplätzen nur so wimmelt. Unter der Regie von Christoph Drewitz war Saarbrücken nach der Premiere in Frankfurt erst die zweite Station für das Stück, das im englischen Original von Rachel Wagstaff und Duncan Abel adaptiert wurde.
Das Bühnenbild war mit seiner Gitterkonstruktion einer großen Kathedrale nachempfunden, doch es konnte je nach Beleuchtung und projizierten Lichtinstallationen auch Krypta, Museum oder Bibliothek sein. Überhaupt hatte man sich viel einfallen lassen, um den mystischen Charakter der Geschichte zu betonen. Es gab eine zweite Ebene in der Kulisse, auf der Einzelheiten verdeutlicht und die Handlung vorangetrieben wurde. Leuchtsymbole auf den Kutten der Mönche tauchten wie aus dem Nichts auf und brachten einen coolen Effekt.
Ganz großartig empfand ich aber das Schauspielensemble. Hannes Levianto als Robert Langdon hat ein aus dem Fernsehen bekanntes Gesicht, war aber auch schon bei den Schlossfestspielen Regensburg und Bayreuth aktiv. Helena Charlotte Sigal spielt normalerweise am Berliner GRIPS-Theater und verlieh hier der Rolle der Sophie Neveu eine kraftvolle, kluge und zugleich berührende Präsenz. Die Sprechrolle und das Ensemble tanzender Mönche wurde hervorragend eingesetzt und man war gleich mitten in der spannenden Erzählung:
Harvard-Professor Robert Langdon wird eines Nachts in den Pariser Louvre gerufen, wo Chefkurator Jacques Saunière direkt vor der Mona Lisa in einem Pentagramm ermordet wurde. Gefragt ist Langdons Expertise, um den symbolträchtigen Mord mit Hilfe von kryptischen Hinweisen in Werken von Leonardo Da Vincis aufzuklären – doch schnell wird er zum Hauptverdächtigen! Gemeinsam mit der Kryptologin Sophie Neveu begibt er sich auf die Flucht und es beginnt ein Rennen gegen die Zeit, um seine Unschuld zu beweisen und vor seinen mächtigen Widersachern ein Jahrtausende-altes Mysterium aufzudecken, welches die Grundfesten der Kirche erschüttern könnte…
Man begann mit einem Vortrag Langdons über historische Symbole. Ein Schwesternorden und Opus Dei spielten eine Rolle, daneben historische Geheimnisse wie die Mona Lisa, die Rosenlinie oder die Besonderheiten von Da Vincis Gemälde „Das letzte Abendmahl“. Ich will nicht spoilern, obwohl die meisten wohl Story und Auflösung ganz gut kennen.
Es war jedenfalls aufregend, wie die Rätsel erläutert wurden und man die Diskussionen und Erkenntnisse dazu live verfolgen können. Das Stück dauert zweimal knapp 70 Minuten mit einer 20minütigen Pause. In der zweiten Hälfte ging es von Paris nach London. Abweichend von der Buchvorlage ging die Inszenierung mit der Zeit und brachte sowohl iPhone als auch Chat GPT in die Handlung mit ein. Künstlerische Kniffe wie Rückblicke, Traumsequenzen und eine Szene in Zeitlupe bereicherten das Geschehen.
Die Saarlandhalle war nicht voll besetzt, doch alle die da waren, zeigten am Ende ihre Begeisterung. Den Machern und dem Ensemble ist hier ein großartiges Stück gelungen, das den Geist von Dan Brown meisterhaft auf die Bühne bringt und in meinen Augen mehr Spannung erzeugt als der bekannte Kinofilm. Absolute Empfehlung, wenn es demnächst eine Aufführung in eurer Nähe gibt!
(Credit für alle Fotos: Nico Moser – Pressefotos SHOWLOT)
Howard Carpendale hat eine bewegende Karriere hinter sich. Nach erfolglosen Versuchen als Beat-Sänger und Presley-Imitator erhielt er 1966 seinen ersten Plattenvertrag bei der Electrola und wurde über Nacht zum Star. Das ist jetzt 60 Jahre her – und im Januar feierte Howie seinen 80. Geburtstag. Genug Grund zum Feiern! Und wie sollte man das anders tun, als mit einer ausgedehnten Abschiedstournee, die ihn am 17. März in die SWT Arena Trier führte.
Natürlich war die Halle mit 4.500 Zuschauer*innen ausverkauft. Alle wollten ihn nochmal sehen, denn neben Roland Kaiser ist der in Südafrika geborene Schlagersänger der letzte Große aus einer alten Garde von Schlagersängern, die durch die ZDF-Hitparade zu regelmäßigen Gästen in deutschen Wohnzimmern wurden. Und ganz ehrlich? Man merkte ihm sein hohes Alter fast gar nicht an. Charmant wie immer, mit viel Emotionalität und einer sonoren Stimme, die zeitlos perfekt und stimmgewaltig klang.
Das Setting war großartig und die Show sehr aufwendig gestaltet. Eine 15köpfige Band begleitet ihn durch die größten Hallen Deutschlands. Gitarren, Keyboard, Schlagwerk, ein großes Aufgebot an Blechbläsern, drei Menschen im Backgroundgesang – dabei auch das einzige weibliche Bandmitglied. Ein großer Scheinwerferkranz hing wie ein Heiligenschein über der Bühne und es gab eine riesige LCD-Wand im Hintergrund, die alles in Großaufnahmen einfing.
Fotocredit: Simon Engelbert
Nach einem instrumentalen Intro startete Howie mit „Let’s Do It Again!“, quasi dem programmatischen Motto der Tour. Prompt erhoben sich alle Fans von ihren Sitzplätzen und es wurde abgefeiert. Bei „Ist ein Leben genug“ wurde es erstmals ganz emotional und der Sänger bedankte sich warmherzig bei seinem Publikum: „Was wäre ich ohne euch?“ Das gab man gern zurück und schmetterte lauthals mit, als sich der Song „Hi“ mit Tina Turners „The Best“ vermischte. Für viele Anwesende ist Carpendale ganz klar die Nummer eins.
Er war äußerst redselig, berichtete von seiner Familie, von der Frau, mit der er seit 46 Jahren zusammen ist und von seinem Sohn Wayne, der sich in Trier im Publikum befand. Sein Monolog und die Gedanken waren sehr authentisch. Die Band fing ihn auf, wenn es wie bei „Wenn ich könnte wie ich wollte“ mal einen kleine Texthänger gab, und der Backgroundgesang stützte ihn jederzeit, auch wenn das gar nicht nötig war. Die jugendliche Frische im zuweilen mehrstimmigen Gesang tat der Show jedenfalls gut.
In großer Trauer erzählte Howie von seiner Bekanntschaft mit Udo Jürgens und sang als Hommage eine umgetextete Version von „Ich war noch niemals in New York“, die im neuen Text viele Songtitel des großen Österreichers enthielt. Damit war der Umschwung zu den Gassenhauern gelungen und es ging weiter mit „Tür an Tür mit Alice“. Da man ohnehin nicht mehr verhindern kann, dass manche Fans die Ballermann-Version mit „who the fuck is Alice“ grölen, wurde diese Zeile einfach in den Song integriert. Da bleibt Carpendale gelassener als sein Kollege Roland Kaiser bei „Joana“.
Die erste Halbzeit war ein gelungenes Happening aus neuen und alten Hits. Nach einer guten Stunde ging es in die Pause und man konnte rundrum erkennen, wie zufrieden das Publikum war. Und dann drehte der 80jährige zu Beginn der zweiten Hälfte voll auf und ließ „Hello again“ auf die Fans los. Für viele gab es kein Halten mehr und man stürmte in Scharen zur Bühne, doch dafür war es noch zu früh. Die Ordner waren angehalten, alle auf die Plätze zurückzuschicken.
Fotocredit: Simon Engelbert
„Das ist unsere Zeit“ und „Das alles bin ich“ hießen zwei ganz persönlich gehaltene Songs. Durch ein Zusammenrücken der Band wurde für „Ihr Großen dieser Erde“ (als Aufruf zu Frieden und Zusammenhalt), „Schade“ und dem rührenden Abschiedssong „Du bist doch noch hier“ eine kuschelige Atmosphäre geschaffen. Ein Zuschauer wollte mehr Action und rief penetrant „Ti amo“, doch Howie blieb cool, entgegnete „Ich dich auch“ und baute den Set weiter auf.
Zum umjubelten „Samstag Nacht“ durften dann doch alle nach vorn zur Bühne. Hier ging die Party jetzt jubelnd und tanzend in die Vollen. Ja, tatsächlich wurden dem alten Herrn auch ein paar Schlüpper auf die Bühne geworfen. Titel wie „Ruf mich an“, „Deine Spuren im Sand“, „Laura Jane“ und „Das schöne Mädchen von Seite 1“ wurden als Medley dargeboten. Mit dem Abschluss „Nachts, wenn alles schläft“ war dann der Hauptset beendet.
Das Spielchen mit „Runter von der Bühne – rauf auf die Bühne“ schenkten sich Band und Sänger. Die vier Zugaben folgten Schlag auf Schlag. Zuerst der neue Hit „Sophia Loren“, den Howard mit den kultigen Roy Bianco & Die Abbrunzati Boys in die Charts brachte, die Superhits „Dann geh doch“ und natürlich „Ti amo“! Danach stimmte der ganze Saal „Ti amo“ nochmal a cappella an und ging in „Oh wie ist das schön“ über. Howie war sichtlich gerührt und interpretierte seine „Symphonie meines Lebens“ ganz allein zum Piano.
Das Programm war hervorragend zusammengestellt. Es umfasste seine größten Hits ebenso wie persönliche Highlights, die Carpendale, Generationen von Fans und ein ganzes Genre über Jahrzehnte hinweg geprägt haben. Modern inszeniert, mit beeindruckender Bühnenshow und emotionalen Momenten, wurde das Konzert zu einer musikalischen Zeitreise durch das Lebenswerk des Ausnahmekünstlers.
Bereits seit über 30 Jahren ist der Essener Ingo Appelt hauptberuflich als Comedian unterwegs und gehört damit zu den Urgesteinen der deutschen Szene. Früher war er regelmäßig in „RTL Samstag Nacht“ und dem „Quatsch Comedy Club“ zu sehen, heute sind es Formate wie „Mario Barth deckt auf“. Doch die Königsdisziplin ist natürlich das Standup-Programm, das ihn am 15. März auch auf die Bühne der ausverkauften TUFA in Trier führte.
Das aktuelle Programm trägt den Titel „Männer Nerven Stark“ und die drei Worte sind bewusst groß geschrieben, um zwei Deutungen zuzulassen. Männer können stark nerven, aber sie brauchen manchmal auch starke Nerven. Appelt zumindest scheint mit den Nerven am Ende zu sein, wenn er auf die Bühne kommt und zwei Stunden lang (unterbrochen von einer kurzen Pause) ohne Punkt und Komma redet.
Ingo hängt den Maulkorb an den Haken und packt den verbalen Vorschlaghammer aus. So könnte man die Show in Trier beschreiben. Es geht um alles, was die Menschen nervt und bewegt: Gendern, Wokeness, Gemüse-Nazis und viel politisches Allerlei. „Betreutes Hassen“ nannte der Comedian seine Tirade und er sprach vielen aus der Seele: Ich hasse die Linken nicht, auch nicht die Grünen, die Rechten oder die Vegetarier – ich hasse Menschen!
Er mag mit seinen Ansichten etwas aus der Zeit gefallen sein, doch er erntete viel Applaus während der Show. Und er war zumindest authentisch, denn man nahm dem Ex-Gewerkschafter und (immer noch) SPD-Mitglied seine Wut auf alles ab, was in der heutigen Zeit passiert. Da bekam auch „Muschi-Grabscher“ Trump sein Fett weg.
„Lacht kaputt, was euch kaputtmacht“ lautete das Motto und der Humor war ebenso provokant. Appelt zerlegte unser Miteinander so wunderbar und gleichzeitig pointiert wie kein anderer. Nichts war vor ihm sicher – von der Kommunikation zwischen den Geschlechtern bis hin zu kleinen Macken und Mackern, die uns das Leben schwer machen. Ob wirklich die Männer an der ganzen Misere schuld sind, blieb aber bis zum Ende offen.
Der irische Autor Steve Cavanagh ist vor allem für seine temporeichen Thriller bekannt ist, in denen Justiz, Moral und überraschende Wendungen im Mittelpunkt stehen. Bevor er sich ganz dem Schreiben widmete, arbeitete er als Anwalt in Strafrecht und Zivilrecht. Als Schriftsteller wurde er durch seine Krimireihe über den Anwalt Eddie Flynn bekannt, die inzwischen neun Bände umfasst.
„Kill for me“ ist ein eigenständiger Roman, der ganz bewusst die Story von Hitchcocks Film noir „Der Fremde im Zug“ weiterspinnt. Der Untertitel sagt das schon deutlich: Sie tötet deinen schlimmsten Feind, wenn du ihren tötest… Das ist das Grundsetting der von Beginn an spannenden Geschichte, die ohne viel Blabla in die Handlung einsteigt.
Zur Story: An einem kalten New Yorker Abend lernen sich zwei Frauen in einer Selbsthilfegruppe für Trauernde kennen: Amanda und Wendy können nicht mit der Vergangenheit abschließen, nachdem sie ihre Liebsten durch brutale Verbrechen verloren haben. Beide warten vergeblich darauf, dass der Täter zur Rechenschaft gezogen wird. So schließen sie einen Pakt: Amanda wird den Mann töten, der Wendys Tochter vergewaltigt und ermordet hat. Und Wendy wird Wallace Crone umbringen, den Mörder von Amandas kleiner Jess. Doch der Plan geht schrecklich schief. Denn eine der beiden spielt ein falsches Spiel …
Damit ist schon einiges verraten, doch es geht um sehr viel mehr. Da ist die Handlungsebene um zwei Polizisten, die ein Fall nicht mehr loslässt. Es gibt verschiedene Verbrechen und Morde, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Wenn Cavanagh dann die Fäden zusammenführt, fällt es mir als Leser wie Schuppen von den Augen.
Der Roman ist spannend bis zur letzten Seite und man kann einige Überraschungen erleben. Der Autor bleibt sich treu und baut viele Wendungen ein, die man kaum erwartet hätte. Dabei macht er sich einen Spaß daraus. die Leserschaft mit kleinen Bemerkungen und Szenen in die Irre zu führen. Alles ist sehr klug und logisch konstruiert – und es besteht immer eine emotionale Nähe zu den Hauptfiguren. Auch ohne Eddie Flynn sehr lesenswert!
„Narbenmädchen“ ist ein erstaunlicher Debütroman, gelingt es der Autorin doch, sich sehr gut in die Psyche eines psychisch kranken Mädchens hinein zu versetzen. Das kann man vermutlich nur, wenn man selbst einmal in einer ähnlichen Situation war – und das gibt Lilly Bogenberger auch unumwunden zu: „Ich war selbst mit 16 in so einer Kurklinik. Die Sachen, die da passiert sind, waren so absurd, dass ich mir dachte: Das glaubt mir doch niemand … Der Roman ist fiktiv, aber ich hab mich definitiv von der Realität inspirieren lassen.“
Wir bekommen also eine Art Tatsachenbericht in Form einer Ich-Erzählung, die auf folgendem Setting beruht: Lara ist 15 und muss die nächsten vier Wochen in einer Kurklinik für verhaltensauffällige Jugendliche verbringen. Dass sie ziemlich verrückt ist, wie sie findet, sieht man ja schon daran, dass sie Rasierklingen in die Kur geschmuggelt hat, um sich weiter schneiden zu können. Aber die Gruppentherapie nervt einfach maximal und die Psychologin erzählt auch nur so komisches Zeug. Also fängt Lara an, mit Neo und Finn über ihre Probleme zu reden. Und diese beiden Teenager schaffen es irgendwie, Laras Leben zu verändern.
Die Autorin Lilly Bogenberger wurde 1992 in München geboren. Sie studierte in Köln „Serial Storytelling“, arbeitet als Drehbuchautorin und war 2023 mit „So laut du kannst“ und 2025 mit „Wer ohne Schuld ist“ für den Deutschen Fernsehpreis nominiert. Während der Corona-Pandemie schrieb sie das Manuskript zu „Narbenmädchen“, ihrem ersten Roman.
Mit viel Selbstironie wird die Leserschaft in die Welt von Lara gezogen, wobei sich alles innerhalb der vier Wochen abspielt, die das Mädchen in der Kurklinik verbringen soll. Wir spüren ihre Verletzlichkeit und Zerrissenheit. Das passt zu der Distel, die das Cover des Romans ziert.
In der Begegnung der Protagonist*innen gibt es viel Jugendsprache, aber ohne dass es peinlich wird. Überhaupt spürt man, wie die Autorin die Jugendlichen ernst nimmt. Am Ende sind es nämlich nicht die unzähligen Therapieformen, die Lara wirklich weiter helfen, sondern das Zusammensein mit einer Peergroup, in der jede und jeder für sich mit seinen Problemen kämpft.
Der Roman liest sich sehr flüssig und ist durchgehend spannend aufgebaut. Bis zum Schluss hat man keine Idee, wie er enden könnte, obwohl es dann ziemlich offensichtlich ist. Mich hat die Geschichte jedenfalls sehr berührt und ich finde sie sehr gelungen in der Idee, sich mit dem Thema „Mental Health“ bei Jugendlichen auseinander zu setzen.
Wenn ich an Kinderbücher denke, die auch schon junge Menschen auf einfache Weise mit philosophischen und ethischen Prinzipien vertraut mache, fallen mir zunächst natürlich Antoine de Saint-Exupérys „Der kleine Prinz“ aber auch Jostein Gaarders „Sofies Welt“ ein. Der kleine Prinz stellt grundlegende menschliche Fragen über Liebe, Freundschaft, Verantwortung und den Sinn des Lebens. Sofie beschäftigt sich mit der Suche nach Erkenntnis, Wirklichkeit, Freiheit und der Geschichte der Philosophie.
Das erste Kinderbuch des bekannten Schriftstellers und Juristen Ferdinand von Schirach geht in eine ähnliche Richtung. Der kleine Junge Alexander wird auf eine Reise geschickt, um die Grundideen von Demokratie, Gerechtigkeit und Verantwortung zu entdecken. Wie können wir friedlich miteinander leben? So lautet die basale Frage der Geschichte, die heute so aktuell scheint wie lange nicht mehr.
Zur Story: Alexander wird von den Einwohnern seiner Heimatstadt Kaliste der Auftrag erteilt, „gute Gesetze“ zu finden. Nie wieder soll eine Tyrannei möglich sein, und nur einem Kind traut man zu, frei von Vorurteilen gerechte Regeln für das Zusammenleben zu finden. Alexander macht sich also auf den Weg und spricht mit ganz unterschiedlichen Menschen: einem Orakel, einem Modeschöpfer, einem Soldaten und einem echten Philosophen. Nach und nach kommt er so den Prinzipien der Demokratie auf den Grund. Doch die Zeit drängt, denn der König des Nachbarreiches droht, die Stadt zu überfallen – und nur Alexander kann das verhindern, wenn er rechtzeitig gute Gesetze nach Hause bringt.
Von Schirach hat selbst schon viel getan, um Menschen zum Nachdenken zu bewegen. Er hat neue Grundrechte formuliert und sich in Romanen, Sachtexten sowie Schauspielen mit kniffligen juristischen aber auch ethischen Fragestellungen beschäftigt.
Seine neue Story ist lebendig und spannend erzählt. Wie der kleine Prinz begegnet Alexander unterschiedlichen Figuren, die ihm ihre Weltsicht erklären. So bringt ihm ein Winzer die Freiheit des Menschen näher, ein Modeschöpfer erläutert die Gleichheit vor dem Gesetz, ein Philosoph das Recht auf Entfaltung der Persönlichkeit und Zwillinge legen ihm das Recht der freien Meinungsäußerung nahe.
Alles ist sehr anschaulich und recht amüsant gehalten. Die Dialoge sind für Kinder verständlich, aber auch für Erwachsene relevant. Am Ende kumuliert die Geschichte hin zum wichtigsten Prinzip: der unantastbaren Menschenwürde. So vereinen sich Gedankengänge von Vordenkern wie Aristoteles und John Locke, Jean-Jacques Rousseau und Immanuel Kant zu einer unterhaltsamen Geschichte, die deren Ideen einfach und anschaulich erklärt.
Das Buch eignet sich für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Im Vorlesen, Lesen, darüber Reden und Diskutieren entfaltet sich eine Geschichte, in der wir viel über Demokratie und auch unser Grundgesetz lernen können. Es ist eine wichtige Lektüre mit vielen Sinnsprüchen für verschiedene Lebenslagen. Zudem hat der Autor die Seiten selbst mit fantasievollen und witzigen Zeichnungen illustriert. In dieser Kombi hat „Alexander“ das Zeug zum Klassiker.
Ich habe schon eine Reihe von Shows des Comedians Ralf Schmitz in der Region gesehen – unter verschiedenen wortspielerischen Titeln wie „Schmitzenklasse“, „Schmitzeljagd“ oder „Schmitzefrei“. Das Konzept ist im Kern immer gleich, und doch kann man ihn zweimal hintereinander mit demselben Programm erleben und hat doch zwei komplett unterschiedliche Abende. Was die jeweilige Show nämlich so lebendig macht, ist Ralfs Interaktion mit dem Publikum.
Am Samstagabend trat Ralf Schmitz mit seinem aktuellen Programm „Schmitzfindigkeiten“ vor einem ausverkauften Publikum in der SWT Arena Trier auf. Schon beim Betreten der Bühne sorgte er mit seiner quirligen, energiegeladenen Art für große Begeisterung im Saal. Direkt begann die Kennenlernphase mit dem Publikum und wir durften miterleben, wie Ralf die unterschiedlichsten Menschen in Gespräche verwickelte und die Grundlage für den Abend legte. Da waren Mutter und Tochter in der ersten Reihe, gemeinsam mit einem vielleicht zukünftigen und einem Ex-Freund. Natürlich eine Steilvorlage für den Comedian. Und die Friseurin in Reihe 9, der zwei Angestellte die Tickets geschenkt hatten. „Ich durfte mich zwischen deiner Show und einer Alpaka-Wanderung entscheiden.“ Ralfs Gesichtsausdruck sprach Bände.
In seinem Programm erzählte Schmitz humorvolle Geschichten aus dem Alltag. Besonders seine schnellen Rollenwechsel und seine lebhaften Monologe sorgten für zahlreiche Lacher. Sein Talent fürs Improvisieren kennt man aus dem Fernsehen – und da liegt auch die Essenz der Show. Im Prinzip ist es ein ausdauerndes Impro-Theater, was Ralf hier abliefert. Ob er beim Erzählen auf einen Hupton die Sprache wechselt oder sich von einem Zuschauer wie eine Marionette auf der Bühne bewegen lässt. Jede Komik entsteht aus der Situation heraus und Ralf achtet behutsam darauf, dass die beteiligten aus dem Publikum am Ende stets in einem guten Licht dahstehen.
Highlight war definitiv das improvisierte Musical zum Leben von Klaus und Petra, die seit 46 Jahren verheiratet sind, zwei Kinder sowie acht Enkel haben und denen er zuvor einige Anekdoten aus ihrem Leben entlockte. Das reichte am Ende für eine musikalisch angelegte Hommage voller Lacher und Emotionen. Es war fast 23 Uhr, als Ralf sein Publikum in die Nacht entließ. Schon bald wird er zurückkehren, als Superheld mit dem Namen „Schmitzmän“.
15.4.2027 in der Saarlandhalle Saarbrücken
20.11.2027 in der SWT Arena Trier
2.12.2027 in der Rockhal Esch/Alzette (Luxemburg)
(Credit für alle Fotos auf dieser Seite: Dietmar Schmitt)
Breit angelegte Musical-Biografien sind seit vielen Jahren eine gute Möglichkeit, die Geschichte kultiger Musiker*innen zu erzählen und gleichzeitig die Songkklassiker hoch leben zu lassen. Da gibt es viele grandiose Shows wie „Elvis – das Musical“, „Simply The Best – Die Tina Turner Story“, „Beat It“ über Michael Jackson und seit vielen Jahren auch „Falco – das Musical“.
Am gestrigen Abend war „Falco meets Amadeus“ mit einer aufwendigen Produktion in der SWT Arena Trier. Ein Ensemble aus fünf Darsteller*innen, acht Tänzer*innen und einer fünfköpfigen Band brachte die Story des österreichischen Popstars Falco — bürgerlich Johann Hölzel — auf die Bühne und verband dessen Karriere und Lebensgeschichte symbolisch mit dem Geist von Wolfgang Amadeus Mozart.
„Unsterblich bin ich erst, wenn ich tot bin!“ Um diese düsteren, vorausahnenden Worte rankt sich die neue Hommage an das größte Genie der deutschsprachigen Pop- und Rap-Geschichte. „Falco meets Amadeus“ ist ein packender und tief bewegender musikalischer Streifzug durch die prägenden Stationen im Leben des markanten Musikers – eines Menschen, der das Leben bis an seine Grenzen auskostete und durch viele Höhen und Tiefen ging, bis hin zur Selbstzerstörung.
Die Biografie wird quasi vom Manager, dargestellt von Michael Konicek, erzählt. Er begleitet Falco vom ersten Auftritt bis zu seiner Auswanderung in die Dominikanische Republik. Große Kulissen werden nicht gebraucht. Zwei kleine Showtreppen, ein Flughafen-Tresen, ein Garderobenspiegel mit interessantem Effekt. Ansonsten schafft man Atmosphäre vor allem durch eine bühnengroße LCD-Leinwand, hinter der die Liveband aufspielt.
Der Sound in der Arena war großartig und es ging gleich zur Sache. Zu „The Sound of Music“ traten die Tänzer*innen in unterschiedlichen Kostümen als musikalische Ikonen wie die Blues Brothers, Elvis, David Bowie, Patti Smith und die Beatles in Erscheinung. Alexander Kerbst als omnipräsenter Falco begegnete Amadeus (Michael Konicek). Das Musical zeigt Falcos Leben als dramatische Reise zwischen Genie, Ruhm, Einsamkeit und Selbstzerstörung. Mozart fungiert dabei als eine Art Spiegelbild oder innerer Begleiter — zwei Wiener Wunderkinder aus unterschiedlichen Jahrhunderten, beide genial, exzentrisch und tragisch.
Und der Erfolg Falcos schreitet unaufhörlich fort, als Amadeus ihn auf die Idee bringt, ein Kinderlied („Dreht euch nicht um, der Plumpsack geht um“) als Grundlage für einen Song zu verwenden. Daraus entstand der unsterbliche Hit „Der Kommissar“. Es war oft prachtvoll auf der Bühne. Zu „Vienna Calling“ spielte das Ensemble den Wiener Opernball nach. „Rock Me Amadeus“ wurde zur gigantischen Shownummer. Die Protagonistinnen Madeleine Haipt (als Jeanny) und Steffanie Kock (als Ana Conda) spielten zwei Musen, die Falco wahlweise ins Licht oder in den Abgrund führen wollten.
Falco und Mozart waren ihrer Zeit weit voraus, schufen ihren eigenen, einzigartigen musikalischen Stil und prägten damit die Musik ihrer Zeit wie niemand sonst. Es waren zwei komplexe und umstrittene Charaktere zwischen Genie und Wahnsinn und zwei exzessiv geführte Leben, die jeweils viel zu früh ein Ende fanden. Falco verstarb im Alter von 40 Jahren bei einem Autounfall in der Dominikanischen Republik, während Mozart im jungen Alter von 35 Jahren an hitzigem Frieselfieber verstarb. Beide lebten hauptsächlich in Wien und wurden dort auch zu Grabe getragen. In den Herzen ihrer Fans leben sie für immer weiter und ihr musikalisches Vermächtnis machte sie schließlich unsterblich.
Der zweite Teil des Musicals betrachtet Falcos riesigen Erfolg in den USA. Die grandiose Japan-Tournee wird mit dem Song „Egoist“ eingeleitet. Dann das Skandallied „Jeanny“ – und es war auch Madeleine Haipt, die mit der Arie „Über Gold und Glas“ stimmlich brillant überzeugte und das Licht in Falcos Leben brachte: „Ich will ein Licht dir sein, ich schein in dein Herz hinein“.
Doch die Schattenseiten waren nicht aufzuhalten und das Drama steuerte aufs Ende zu, mit Alkohol- und Drogenexzessen, einem letzten Aufbäumen beim Konzert vor 100.000 Menschen auf der Donauinsel und schließlich den finalen Krisen sowie der Flucht in die Dominikanische Republik. Mit den Stücken „Coming Home“ und „Out of the Dark“ fand das Musical seinen dramatischen Abschluss.
Das Ensemble erntete riesigen Applaus und stehende Ovationen. Es war noch viel Platz in der Arena, doch alle, die da waren, hatten ihr Erscheinen sicher nicht bereut. Das singende und tanzende Ensemble hatte einen grandiosen Job abgeliefert und die Band zeigt eine hervorragende Leistung. Es war schon fast 23 Uhr, als sich die Halle nach drei Stunden leerte und man nostalgische Erinnerungen an einen großartigen Künstler und viele Ohrwürmer mit nach Hause nehmen konnte.
Pippo Pollina, der vielseitige sizilianische Musiker, ist als einer der kreativsten Künstler in der europäischen Singer-Songwriter-Szene und seit mehr als dreißig Jahren unterwegs. Unzählige Plattenproduktionen, internationale Tourneen, prestigeträchtige Kollaborationen verleihen ihm einen besonderen Status, den er sich durch Kontinuität und Engagement sowohl im Studio als auch live auf der Bühne erarbeitet hat. Mit „Fra guerra e pace“ erschien im Dezember 2025 das neue Album von Pippo Pollina. Anbei ausführliche Informationen zum Album. Weiter unten finden Sie einen Albumstreamlink. Gerne senden wir Ihnen für eine Albumbesprechung und/oder Ankündigung der Mai 2026 Livetermine ein CD-Exemplar zu.
In einer Zeit, in der Krieg mindestens in der täglichen Berichterstattung wieder zu unserem Alltag gehört, widmet der erfolgreiche Liedermacher mit „Fra guerra e pace“ (Zwischen Krieg und Frieden) dem Thema ein ganzes Album. „Der Krieg ist eine Dimension, von der sich der Mensch nie wirklich gelöst hat. Dieser Ort, an dem sich Zerstörung und Vernichtung mit anderen Ereignissen des Lebens verbinden. Mit Liebe, Geburten, Hunger oder Durst“, schreibt der Künstler im Vorwort des Booklets. Und so nimmt Pippo Pollina uns mit diesem klanglich wie inhaltlich vielfältigen Album mit zu den Menschen und füllt das, was wir täglich in den Nachrichten hören, mit Leben. Wir begegnen Ängsten, Schmerz und Trauer, und gleichzeitig Zuversicht, Liebe und Poesie.
Begleitet von der Cellistin Cecile Grüebler, der Pianistin Elisa Sandrini, dem Perkussionisten Gionata Colaprisca und dem Klarinettisten Roberto Petroli wird Pippo Pollina das neue Programm mit kammermusikalischem Charakter auf die Bühnen Europas bringen.
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Unter dem Namen UNIVERSUM25 hat sich vor sieben Jahren mit Mitgliedern von In Extremo, Eisbrecher, Fiddler’s Green, Dritte Wahl und Slime eine ganz neue Formation zusammengefunden, um die apathische Menschheit mit ihrem kompromisslosen Hybridmix aus Electro-Metal und Punkrock aus dem Dämmerschlaf zu reißen. Michael Robert Rhein, Rupert Keplinger, Pat Prziwara, Gunnar Schroeder und Alex Schwers haben diese neue Supergroup gegründet und 2023 ein beachtliches, selbst betiteltes Debüt hingelegt, das Synthrock, Metal und Punk vereinte.
Jetzt erscheint der Nachfolger mit dem Titel „Die Maschinen wollen leben“. Thematisch geht es wieder postapokalyptisch und dystopisch zur Sache, wobei der Fokus diesmal auf dem angespannten Verhältnis zwischen Menschen und Maschinen sowie der wachsenden Macht Künstlicher Intelligenz liegt. Als Ergänzung dazu deckt die Band mit sozialkritischen Momentaufnahmen und pointierten Texten auf, welche Missstände und Auswüchse der Gegenwart den Grundstein für das zu erwartende Hightech-Armageddon bilden.
Die Einflüsse der beteiligten Musiker sind unverkennbar – und das zeugt von Qualität, denn ob Mittelalterrock oder Punk: Die richtige Einstellung wird zur Lebensphilosopie. Dystopisch erklingen „Wenn Roboter träumen“ und „Die Maschinen wollen leben“. Harte Rhythmen beherrschen das Geschehen, doch es kann auch mal nachdenklich werden („Ich denke, also bin ich“). Und bei der verzweifelten Ballade „Einsamkeit“ bleibt kein Auge trocken. „Zu deiner eigenen Sicherheit“ ist ein Feature mit den Punk-Legenden Slime und eine sarkastische Abrechnung mit staatlicher Überwachung und Bevormundung.
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UNIVERSUM25 legen hier ein zweites Album vor, das deutlich hörbar Einflüsse von allen Bands der beteiligten Musiker enthält, aber diese zu ihrem eigenständigen Soundgewand verbindet. Gegnüber den Debüt haben die Fünf nochmal kräftig zugelegt und zeigen ein zunehmendes Auftreten als echte Band, ohne ihre Ursprünge zu vergessen.
„Zeitlos“ ist der perfekte Titel für ein Album zum 60jährigen Bühnenhubiläum von Howard Carpendale, denn neben Roland Kaiser ist der in Südafrika geborene Schlagersänger der letzte Große aus einer alten Garde von Schlagersängern, die durch die ZDF-Hitparade zu regelmäßigen Gästen in deutschen Wohnzimmern wurden. Nach erfolglosen Versuchen als Beat-Sänger und Presley-Imitator erhielt er 1966 seinen ersten Plattenvertrag bei der Electrola und wurde über Nacht zum Star.
Das ist jetzt 60 Jahre her – und im Januar feierte Howie seinen 80. Geburtstag. Genug Grund zum Feiern! Das Jubiläumsalbum bietet packende Neuaufnahmen seiner allergrößten Hits. Es ist ein ganz besonderes Geschenk, das der Entertainer sich und seinen Fans macht. Erweitert um eine neue Komposition (die jüngste Single „Ein neuer Morgen“), vereint „Zeitlos“ die grandiosen Klassiker, die es auch auf der aktuellen Abschiedstour zu hören gibt.
„Ti Amo“, „Nachts wenn alles schläft“, „Samstag Nacht“, „Hello Again“ und „Tür an Tür mit Alice“ gehören längst zum deutschen Kulturgut und können jede Party bereichern, selbst wenn das Publikum viele Jahrzehnte jünger ist als der Sänger. Als Zugeständnis an den Zeitgeist findet sich zudem eine Liveversion von „Sophia Loren“, die Carpendale zusammen mit Roy Bianco & Die Abbrunzati Boys eingesungen hat. Macht Spaß!
Credit: Universal Music
Der neue Song versprüht Optimismus: „Denn es kommt ganz bestimmt ein neuer Morgen“, so der Entertainer, der damit genau dieses Gefühl des Zusammenhalts und der Zuversicht, das seine Liveshows so magisch macht, in seine neueste Hitmelodie verwandelt. Auch wenn er aktuell niemanden sieht, „der wissen könnte, wie es weitergeht“, verschnürt er sein Grundvertrauen und diese Zuversicht zu einer absolut euphorischen Hook – richtig schön rockig, mit Chorgesängen, Optimismus und Emotionen pur.
Die Klassiker gibt es in neuen, aufgepeppten Arrangements. Das mag nicht jedem Fan gefallen, doch die Ur-Versionen sind ja damit nicht verschwunden und wenn man Carpendale-Purist ist, hört man halt die Originale. Ein Best-of-Aufguss wäre für mich jedenfalls langweilig gewesen. Die rockige, selbstironische Who-the-Fuck-Version von „Tür an Tür mit Alice“ zeugt von Humor und das gehauchte „Ti Amo“ klingt aus der Kehle des Senioren von lasziver als beim Original.
Kurios auch, dass „Zeitlos“ das erste Nummer-1-Album in der Geschichte des Sängers ist. Das hat er sich verdient. Im Booklet der CD finden sich viele Fotos aus sechs Jahrzehnten und ausführliche Infos zu den enthaltenen Songs. Am 12. März 2026 startet in Riesa die Abschiedstournee mit seiner 15-köpfigen Band. Dann wird noch einmal – so auch der Tourtitel: „Let´s Do It Again!“ – gemeinsam getanzt, gesungen und eine Ikone der deutschsprachigen Pop- und Schlagergeschichte gefeiert.
Nürburg, 25. Februar 2026. Rock am Ring und die Telekom gehen erneut eine mehrjährige Partnerschaft ein. Vom 5. bis 7. Juni 2026 wird die Telekom das legendäre Festival nicht nur am Nürburgring, sondern auch digital erlebbar machen – mit einem offiziellen und exklusiven Livestream sowie einer leistungsstarken Netzversorgung vor Ort.
Das dreitägige Festival ist in Rekordzeit mit 90.000 Tickets ausverkauft – so früh wie nie zuvor. Während riesige Fanmassen am Nürburgring feiern, wird Rock am Ring auch digital zu sehen sein: Denn die Telekom wird mit MagentaMusik im kostenlosen Livestream auf MagentaTV beide Mainstages erlebbar machen – für alle Fans zuhause und unterwegs. Zusätzlich bringt die Telekom weitere exklusive Inhalte über ihre digitalen Kanäle direkt zu den Fans. Mit attraktiven Live-Formaten, spannenden Interviews mit Künstler:innen und exklusiven Blicken hinter die Kulissen macht sie Rock am Ring so für alle erlebbar.
Ferner sorgt die Telekom auf dem Festivalgelände für zusätzliche Mobilfunkkapazitäten. Durch temporäre Mobilfunkmasten wird sie die bestehende Versorgung gezielt verstärken, um auch bei hoher Netzauslastung stabile Verbindungen für die Fans vor Ort zu ermöglichen.
Die Partnerschaft ist zunächst bis einschließlich 2028 angelegt und knüpft an die erfolgreiche Zusammenarbeit aus den Jahren 2017 bis 2019 an.
„Rock am Ring ist eine der stärksten Festivalmarken Europas. Mit der Telekom gewinnen wir einen Partner, der unsere Ambition teilt, das Erlebnis vor Ort mit digitaler Reichweite intelligent zu verbinden. So schaffen wir eine Plattform, die sowohl live am Nürburgring als auch im Stream höchste Qualität bietet“, sagt Marc Seemann, Chief Talent & Partnership Officer bei PRK DreamHaus.
„Wir bringen das einzigartige Festivalgefühl von Rock am Ring direkt zu den Menschen – live, intensiv und voller Emotionen“, erklärt Telekom TV-Chef Arnim Butzen. „Gemeinsam mit unserem Partner schaffen wir nicht nur unvergessliche Momente vor Ort, sondern verbinden Fans digital miteinander. Dieses besondere Erlebnis aus Live-Atmosphäre und digitaler Nähe gibt es so nur bei der Telekom.“
Nach dem restlos ausverkauften Jubiläumsjahr 2025 und einer Produktion, die neue Maßstäbe in LED- und Sounddesign gesetzt hat, führt Rock am Ring seine Erfolgsgeschichte 2026 mit einem monumentalen Line-up fort. Mit Linkin Park, Iron Maiden, Volbeat, Limp Bizkit, Papa Roach, Bad Omens, Electric Callboy, Sabaton, The Offspring und vielen mehr stehen absolute Schwergewichte der internationalen Rock- und Alternative-Szene auf der Bühne.
Weitere Informationen zu MagentaTV unter www.magentatv.de und Magenta Musik unter www.magentamusik.de.
Termine: Rock am Ring: 5.–7. Juni 2026, Nürburgring, Eifel
Octavia E. Butler war eine einflussreiche US-amerikanische Science-Fiction-Autorin und lebte von 1947 bis 2006. Sie gilt als eine der wichtigsten Stimmen des Genres — besonders, weil sie Themen wie Rassismus, Macht, Geschlecht, Religion und soziale Ungleichheit in futuristischen Geschichten verarbeitet hat. Ihr Einzelroman „Kindred“ aus dem Jahr 1979 erschien als „Verbunden“ in deutscher Sprache und wurde für den HEYNE Verlag aktuell neu übersetzt. In einem ausführlichen Essay erklären die Übersetzerinnen Mirjam Nuenning und Sharon Dodua Otoo, wie sie vorgegangen sind, sich mit Narrativen und einer diskriminierenden Wortwahl auseinandergesetzt haben, um den Roman stilistisch sauber in die heutige Zeit zu übertragen, ohne den Inhalt zu verfälschen. Allein das ist beeindruckend und man kann erkennen, wie gut der Balanceakt gelungen ist.
Die Story ist zwar in SF und Fantasy angesiedelt, das wird aber nicht wirklich greifbar, da der Wechsel zwischen zwei Zeitebenen nicht erklärt sondern einfach hingenommen wird. Zum Inhalt: USA, 1976. Die junge Schwarze Schriftstellerin Dana zieht mit ihrem weißen Ehemann Kevin in eine neue Wohnung. Doch schon beim Einzug wird sie urplötzlich und gegen ihren Willen ins Jahr 1815 versetzt – auf eine Plantage in den US-amerikanischen Südstaaten. Dort rettet sie Rufus, dem Sohn des Sklavenhalters, das Leben. Rufus hat die Fähigkeit, sie durch Raum und Zeit herbeizurufen, wenn er in Gefahr ist. Dana muss das Trauma ihrer Vorfahren durchleben – und um ihre Freiheit in Vergangenheit und Gegenwart kämpfen.
Die Geschichte startet abrupt und schon ist man mitten im Geschehen. Die Beschreibung der Figuren ist rundum gelungen und die Handlungselemente sind absolut spannend. Vor allem der unvermittelt auftretende Wechsel in der Zeit sorgt dafür, dass man sich als Leser nie entspannt zuücklehnen kann, sondern wie die Protagonistin immer auf der Hut sein muss.
Ganz nebenbei erfährt man wichtige Details zur Geschichte der Sklaverei und wird hautnah in das Geschehen mit einbezogen. Das Handeln der Personen ist immer nachvollziehbar, auch wenn man in Anbetracht von Macht und Unterwerfung häufig nur den Kopf schütteln kann. Es gelingt Butler jederzeit, die Lage der Menschen und ihre Beweggründe bildhaft zu beschreiben. Viele sind gefangen in ihren Zuschreibungen, doch das korreliert auch mit der Situation von Dana, die in zwei Welten gefangen ist, ohne jemals Sicherheit zu haben.
Der Schachzug unterschiedlicher Geschwindigkeiten von Zeit in den beiden Ebenen treibt den Roman unerbittlich bis zum unvermeidlichen Finale voran. Er bleibt spannend bis zum Schluss – und ich habe an keinem Punkt bemerkt, dass er schon über 45 Jahre alt ist. Grandios in jeder Beziehung und ein Muss für alle historisch Interessierten, die das Konzept von Sklaverei und deren Auswirkungen auf die USA verstehen wollen.