Pom Femme ist das Ergebnis zweier Musikerinnen, die gemeinsam eine Leidenschaft gefunden haben, die sie als „vintage pop with a french touch“ beschreiben. Michelle Amkoff ist zuvor als Produzentin für verschiedene schwedische Künstler*innen bekannt geworden und hat mehrere Jahre als Toningenieurin für den Starproduzenten Patrik Berger gearbeitet. Philippa Magnusson ist Songwriterin und tritt auch als Bluephox auf.
Mit ihrer gemeinsamen Single „Sunny Side Up“ präsentiert sich das Duo selbstbewusst. Der Song handelt davon, Einfachheit gegenüber Komplexität zu bevorzugen – etwas, das nach Ansicht des Duos angesichts der unendlichen Auswahlmöglichkeiten, mit denen wir im Alltag konfrontiert sind, ziemlich schwierig sein kann.
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„Would you like milk, A2 milk, hemp milk or half-and-half in your coffee? A short-haired economist or a long-haired culture worker in the dating app? Sunny Side Up is a tribute to the opposite: can’t we just have a bit of fun without unnecessary hassle and live life in its simplest, most banal form?“, sagt das Duo.
Mit Einflüssen aus dem klassischen britischen Pop-Erbe streift „Sunny Side Up“ Inspirationen wie The Kinks und die Sitar-Ära der Beatles, immer kombiniert mit dem zeitlosen, dekadenten Vintage-Pop, der dem Duo seinen unverwechselbaren Stil verliehen hat.
Das Debüt-Album von Pom Femme steht für September an.
„Internet Support“ ist die erste Singleauskopplung aus dem kommenden Debütalbum „Human Poultry“ von Conscious Pilot. Der Song wurde in den renommierten RAK Studios in London aufgenommen und thematisiert die Schwierigkeiten bei der Integration moderner Technologien und kritisiert die Abhängigkeit der Gesellschaft von diesen. Eine gesellschaftliche Stellungnahme zum Aufstieg der KI und dem Mangel an menschlicher Interaktion im Alltag.
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Der Song gipfelt in einer Kurzgeschichte über eine Person, die versucht, die Polizei anzurufen, um einen Einbruch zu melden, aber stattdessen gezwungen ist, sich mit einem Online-Chatbot auseinanderzusetzen.
Inspiriert wurde sie durch eine Nacht, in der Sänger Joe Laycock jemanden in seinem Haus entdeckte, den er für einen Einbrecher hielt, nur um dann festzustellen, dass es Jack Sharp (Bass) war, der durch das Fenster geklettert war, weil er seine Schlüssel verloren hatte…
Das Debüt-Album „Human Poultry“ erscheint am 08. Mai 2026 via Devilduck Records.
Conscious Pilot sind Emmy Leishman, Joe Laycock, Chris McCrory und Jack Sharp. Die Identität der Band ist zwar eine Kombination der Unterschiede zwischen den einzelnen Mitgliedern, doch verbindet sie alle die Liebe zu schnellen, mitreißenden Beats und fließenden Melodien.
Die Band wurde 2023 gegründet, als die Songwriter Joe und Jack aus ihrer Heimat Yorkshire nach Glasgow zogen, und ist seitdem besonders aktiv in der britischen Live-Musikszene. Nachdem sie mehrere Tourneen in England, Schottland und Wales absolviert hatten, gelang ihnen 2025 der erste Vorstoß nach Europa, wo sie in Frankreich, Italien und Deutschland auftraten.
Bereits seit den 80er Jahren ist Pe Werner auf den mittelgroßen Bühnen des Landes unterwegs – und noch immer läuft sie irgendwie dem Erfolg ihres größten Hits „Kribbeln im Bauch“ aus dem Jahr 1991 hinterher. Das will ich aber auf keinen Fall abwertend verstanden wissen. In ihrer stilistischen Mischung aus Konzert, Chansonabend und wortgewandter Comedy hat sie viel Ähnlichkeit mit Showgrößen wie Ina Müller und Barbara Schöneberger, doch Pe Werner ist sich stets treu geblieben und verzichtet lieber auf den ganz großen Kommerz als Kompromisse einzugehen.
Momentan ist sie mit ihrem Programm „Vitamin Pe“ unterwegs und traf im Saarland auf ein enthusiastisches Publikum in der Neuen Gebläsehalle Neunkirchen. Sie hatte dazu keine Band mitgebracht sondern war allein mit dem Pianisten Peter Grabinger auf der Bühne. Anlässlich ihres 35jährigen Plattenjubiläums präsentierte die Singer-Songwriterin ein Live-Programm der besonderen Art. Hierbei bringt die Songpoetin erstmals vor allem Musik auf die Bühne, die sie für andere geschrieben hat. Und sie verrät wie es dazu kam, ihre Lieder quasi zur Adoption freizugeben.
Der Abend startete mit „Liebe geht bekanntlich durch den Magen“, das ursprünglich für Bernd Stelter verfasst wurde. Und schon ging es auch los mit launischen Moderationen und humorvollen Wortspielen. Pe Werner gibt ihren Konzerten den Untertitel „Plauschkonzert“ – und tatsächlich plaudert sie zwischen den Songs unumwunden aus dem Nähkästchen und liefert witzige Dialoge mit ihrem Pianisten. „Leierkastenmann“ war ein Stück für Marshall & Alexander, doch es gab auch eigene Kompositionen wie „Monoton“ vom Debütalbum „Weibsbilder“.
Dazwischen erzählte die 65jährige locker-flockig und äußerst sympathisch Anekdoten aus den 80ern, von Musikkassetten im Auto und drei Fernsehprogrammen. Sie stimmte Songs von Michael Holm & Jürgen Marcus an und zu ihrer Entzückung schmetterte der ganze Saal „Tränen lügen nicht“ sowie „Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben“. Dann gab es zur Freude der Anwesenden ihren ersten Signature-Song „Weibsbilder“, zu dem ihr Tonmeister auf die Bühne kam und an der Mundharmonika glänzte. So etwas erlebt man auch äußerst selten.
Mit „Prima essen gehen“ lieferte sie einen echten Kabarettsong über den „Sex des Alters“, ebenso glänzend und sarkastisch wie „Was ein Mann tun muss“, das Pe für Barbara Schöneberger geschrieben hat. Mit „Sonnenmacherin“ entließ sie die Zuschauer*innen nach einer Stunde in die Pause.
Teil 2 startete mit „Was bleibt, wenn die Liebe geht (Du bist ein Zauberer)“ und inklusive Tontechniker war man zu Beginn zu dritt auf der Bühne. In der zweiten Hälfte gab es einige sentimentale Stücke wie „Rosen unterm Schnee“ (ursprünglich für Katja Epstein) und „Herbstzeitlos“. Voller Selbstironie über ein wenig Leibesfülle sang sie „Vollmondgesicht“ und mit „Mondscheinleasing“ sowie „Mondscheinsymphonie“ gab es eine ganze Trilogie zum Trabanten.
„Unbemannt“ hatte Pe Werner für Mary Roos geschrieben – und da gab es viel zu erzählen, ist Pe doch die offizielle Biografin für Roos‘ Lebensgeschichte „Aufrecht geh’n“ und hat im Zuge dessen lange bei der Schlagersängerin gelebt. Auch zum Song „Hinterm Ozean“ gibt es eine Geschichte, wäre Werner damit doch fast beim „Eurovision Song Contest“ gelandet, allerdings musste sich die Interpretin Caroline Fortenbacher 2008 ganz knapp den No Angels geschlagen geben.
Mit solchen Geschichten verging der Abend wie im Flug und man erfuhr viel aus Pes Leben und aus dem Boulevard der Musikwelt. Das Publikum feierte jeden Song, doch vor allem bei „Kribbeln im Bauch“ zum Ende des offiziellen Sets ging ein Raunen und Seufzen durch die Menge. Viele sangen jedes Wort mit, was Pe Werner sichtlich glücklich machte. Im Zugabenteil kam sie zu „Segler aus Papier“ allein mit Gitarre auf die Bühne und ganz zum Schluss gab es „Nimm deinen Hut“.
Pe Werner ist eine Koryphäe auf der Bühne. Wundervoll und einzigartig. Wer sich davon überzeugen will: Am 14.10.2026 singt sie mit der Bigband der Bundeswehr im Lokschuppen Dillingen, am 18.12.2026 mit ihrem Weihnachtsprogramm in Sulzbach und am 3. Dezember 2028 wird sie wieder in Neunkirchen sein.
(Credit für alle Fotos: Atelier3Bären)
Setlist – Pe Werner, Neue Gebläsehalle Neunkirchen, 21.2.2026
Set 1
Liebe geht bekanntlich durch den Magen
Leierkastenmann
Monoton
Weibsbilder
Prima essen gehen
Was ein Mann tun muss
Ne Prise Zimt
Schon so lang lieb ich dir hinterher
Sonnenmacherin
Set 2
Was bleibt, wenn die Liebe geht (Du bist ein Zauberer)
Wenn erfolgreiche Bands sich (mehr oder weniger) zur Ruhe setzen, schießen die Coverbands oft wie Pilze aus dem Boden. Man denke nur an Pink Floyd oder Queen. Und manchmal ist es dann so, dass die jeweilige Hommage international einen Stellenwert bekommt, der fast an die Originalband heranreicht. Die Australian Pink Floyd Show füllt ebenso riesige Hallen wie Frank Martel mit seiner Tribute Show „One Vision of Queen“. Bereits seit 1999 existieren Rumours of Fleetwood Mac, obwohl sich hier das Original erst im Jahr 2022 nach dem Tod von Keyboarderin und Sängerin Christine McVie endgültig aufgelöst hat.
Offiziell wurde die Band 1967 gegründet und schon 1969 verkauften Fleetwood Mac mehr Schallplatten als die Beatles und die Rolling Stones. Es gab prägende Besetzungswechsel. Der geniale Peter Green blieb nur bis 1970 und mit dem Einstieg von Christine und fünf Jahre später von Stevie Nicks wurde aus der Männerband ein grandioses gemischtes Ensemble, das mit zwei Frontfrauen Furore machte. Einzige Konstante über mehr als fünf Jahrzehnte war Schlagzeuger Mick Fleetwood. In einem Video-Einspieler leitet er auch das Konzert von Rumours of Fleetwood Mac ein und betont den Stellenwert der Coverband.
Die Produktion in Neunkirchen war groß: 7 Bandmitglieder, grandiose Instrumentalist*innen und Sänger*innen, ein hervorragender Sound, LCD-Wände auf denen Videos und Fotos zu sehen waren – alles in allem eine ausgefeilte Show, die durch die komplette Bandgeschichte führte. Klar, „Rumours“ steht für das Erfolgsalbum aus dem Jahr 1977, das mit 40 Millionen verkauften Exemplaren zu den weltweit erfolgreichsten steht. Doch es gab nicht nur diese Klassiker, sondern einen Rundumschlag über alle Bandphasen.
Den Anfang machte „Gypsy“ und Vivienne Chi an den Lead Vocals betörte im fliegenden Kleid, mit dem sie tänzerisch über die Bühne wirbelte. Das Publikum war vom ersten Song an gefangen, auch wenn das Mikro zu Keyboarderin Sara Leanne oder Gitarrist James Harrison wechselte. Oft gab es mehrstimmige Passagen, die glanzvoll klangen. Zum Song „Sara“ lieferte die Leinwand ein märchenhaftes Schattenspiel und bei „Songbird“ wurde es mit Leanne am Piano wundervoll balladesk.
Die letzten Songs der ersten Halbzeit zeigten Fleetwood Macs rockige Seite mit „I’m So Afraid“, „Say You Love Me“, „Gold Dust Woman“ und dem grandios dargebotenen „Rhiannon“, das zu ersten stehenden Ovationen im Publikum führte. Dann war nach 55 Minuten zunächst einmal Verschnaufen angesagt.
Der 70minütige zweite Teil begann mit einer Zeitreise in die 60er Jahre zu den Songs, die Peter Green ursprünglich am Mikro sahen, was von Alex Dee stimmgewaltig dargeboten wurde. Selbst das Instrumental „Albatross“ erhielt einen Riesenapplaus. Die Show nahm nochmal an Fahrt auf und Stücke wie „Monday Morning“, „Silver Springs“ und „Hold Me“ begeisterten die Zuschauer*innen aus vielen Generationen.
Eine ungewöhnliche Akustikversion von „Big Love“ feierte das Album „Tango in the Night“ und Lindsey Buckinghams großen Einfluss auf die Musik der 80er Jahre und eine eher poppige Ausrichtung der Band. „Landslide“ und „Little Lies“ führten den Hitreigen fort, bevor es dann mit „Everywhere“, „Go Your Own Way“ und „Don’t Stop“ an die Klassiker ging. Man muss gar nicht erwähnen, dass es niemanden mehr auf den Sitzen hielt. Der ganze Saal feierte bis zum abschließenden „Tusk“, das den großen Moment für Schlagzeuger Allan Cosgrove bildete.
Rumours of Fleetwood Mac lieferten eine Show der Extraklasse, die durchgehend stimmig und authentisch war. Man konnte die Tracks aus fünf Jahrzehnten Musikgeschichte leibhaftig und in großartiger Umsetzung erfahren. Wer die Konzerte dieser Band besucht, kann den Geist von Fleetwood Mac für zweieinhalb Stunden ganz nah spüren!
Pünktlich zum Aschermittwoch haben sich U2 mit einer politischen EP zurückgemeldet: „U2 – Days Of Ash“ ist ab sofort überall im Stream und als Download verfügbar. Indem die irischen Rock-Ikonen in den neuen Songs tragische Einzelschicksale aus aller Welt beleuchten und beklagen, setzen sie ein deutliches Zeichen gegen „diese verrückten und wahnsinnigen Zeiten“, wie Bono es formuliert. Flankiert wird der EP-Release von einer neuen Ausgabe des U2-Fanzines „Propaganda“.
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Als Vorbote eines neuen Studioalbums, das Ende 2026 erscheinen soll, ist „U2 – Days Of Ash“ eine Standalone-EP, die genau genommen fünf neue Songs sowie ein vertontes Gedicht vereint: „American Obituary“, „The Tears Of Things“, „Song Of The Future“, „Wildpeace“, „One Life At A Time“ und „Yours Eternally“ (feat. Ed Sheeran & Taras Topolia). Sämtliche Tracks (Lyric-Videos gibt es auch) seien eine unmittelbare Reaktion auf das aktuelle Weltgeschehen, so die Band. Sie seien inspiriert von den vielen außergewöhnlichen und mutigen Menschen, die an vorderster Front für die Freiheit kämpfen. Vier der fünf neuen Songs handeln von individuellen Schicksalen, von Menschen – einer Mutter, einem Vater, einer Teenagerin –, die brutal aus dem Leben gerissen wurden. Dazu geht es um einen Soldaten, der lieber singen würde – aber bereit ist, für die Freiheit seines Landes zu sterben.
Sowohl die Stimmung als auch die Themen der neuen Songs seien „vollkommen anders als diejenigen, die wir gegen Jahresende auf unserem neuen Album veröffentlichen werden“, so Bono. „Aber wir konnten diese EP-Tracks nicht länger zurückhalten: Diese Songs konnten es sozusagen kaum abwarten, hinaus in die Welt zu kommen. Es sind Songs des Widerstands, Songs der Bestürzung, Klagelieder. Auch feierliche Songs werden demnächst folgen, an denen arbeiten wir aktuell… Denn trotz all der Grausamkeiten, die Tag für Tag auf unseren kleinen Screens zu Normalität gemacht werden, ist überhaupt nichts normal an diesen verrückten und wahnsinnigen Zeiten – und wir müssen uns dem entgegenstellen, um überhaupt wieder Vertrauen in die Zukunft haben zu können. Und einander vertrauen zu können.“ Auch die anderen Bandmitglieder äußerten sich zur EP und betonten, wie wichtig es schon immer für U2 sei, „klar Stellung zu beziehen“ (Larry Mullen Jr.). „Wir glauben an eine Welt, in der Grenzen nicht mit Gewalt ausgelöscht werden. In der Kultur, Sprache und Erinnerung nicht durch Angst zum Schweigen gebracht werden“, so The Edge über die EP.
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Andreas Brandhorst gehört zu den wichtigsten deutschen SF-Schriftstellern. Er hat nicht nur viele von Terry Pratchetts Scheibenwelt-Romanen ins Deutsche übertragen, was aufgrund der Wortspiele und Sprachwitze an sich schon eine große Leistung ist, sondern auch unzählige eigene Romane und Trilogien veröffentlicht. Erst vor drei Tagen hat der fast 70jährige seinen Abschied aus dem schriftstellerischen Berufsleben verkündet – aus gesundheitlichen Gründen. Es wird ein großer Verlust für die deutsche Autorenlandschaft sein. Doch es sind noch einige Romane in der Mache. Und ganz aktuell ist mit „Messias“ ein ordentlicher Schmöker erschienen.
Zum Inhalt: Als eines Tages ein Mann ins Licht der Öffentlichkeit tritt und behauptet, die Menschheit zu erlösen, weiß niemand, wie damit umzugehen ist. Als er sogar echte Wunder zu vollbringen scheint, geraten die Regierungen und Religionen der Welt in Panik. Ist es der Messias? Woher kommt dieser Mann, der sich Simon nennt? Währenddessen steht Nathan, ein Auftragskiller, kurz vor dem Ruhestand. Bis er von einem mächtigen Konsortium einen geradezu unglaublichen Auftrag erhält: Töten Sie Gott! Doch das ist leichter gesagt als getan …
Ich kann sagen, dass mich das Buch von Beginn an gepackt und nicht mehr losgelassen hat. Die Geschichte um den alternden Auftragskiller ist überaus spannend geschrieben – mit viel Action und Finesse. Darin liegt die größte Stärke des Romans. Fast schon nebenbei entwickelt sich parallel die Science-Fiction-Story um den Messias Simon und seinen Ersten Jünger Eric. Ob Simon ein göttliches Wesen oder ein Außerirdischer ist, bleibt zunächst unklar.
Viele Institutionen mischen mit, wenn es um den neuen Messias geht. Natürlich der Vatikan und andere Religionen, aber auch die Organisation namens „Eminenz“, in deren Auftrag Nathan den Wunderheiler töten soll. Dazu kommen Wissenschaftler, Astronomen, Astronauten. Ein zeitweiliges Gewirr von Protagonist*innen, für das Brandhorst zum Glück ein Personenregister am Ende des Buches mitliefert, damit man den Überblick wahren kann.
Für mich hat der Roman zum Ende hin ein wenig an Reiz verloren, als er zu sehr in die SF-Schiene abgedriftet ist, doch das war zu erwarten. Immerhin ist er als echter Pageturner geschrieben und der Wechsel zwischen den vielen Handlungsebenen hielt mich gut bei der Stange, ohne dass ich den Faden verloren hätte. Zum Glück kommt die Story auch zu einem halbwegs logischen und verständlichen Ende. Also schlussendlich ein weiterer fantastischer Roman des renommierten Autors.
Sarah4k veröffentlichte am Freitag mit „Clean Girls“ eine neue Single – produziert von GX488.
Fotocredit: Laura Aldulaimi
„Clean Girls“ ist eine liebevolle Anti-Hommage an das Ideal makelloser Reinheit. Der Song feiert Selbstbestimmtheit, Chaos und das Recht, nicht perfekt zu sein: Schlüppi von gestern, fettige Haare nach drei Tagen Durchdrehen, zehn Stunden Tanzen zwischen Schlammmaske und Schlammcatchen. Zwischen Popattitüde und feministischer Klarheit entlarvt sie den Perfektionsdruck. Ein Track für alle, die lieber echt als clean sind.
Sarah4k sagt selbst über den Song: „Ordnung und Me-Time sind wichtig. Aber ein Leben ohne Chaos macht krank und eins, das nur aus Feiern und Konsum besteht, genauso. Clean Girl Ästhetik soll Frauen „perfekt“ für Männer formen und erträgt keine Selbstbestimmung.“
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Nachdem Grim104 sich dieses Jahr bereits mit „Artist Dinner mit dem Crazy Frog“ zurückgemeldet hat und mit dem von Admiral Klatsch produzierten „Nie So Cool“ sowie dem dazugehörigen Video, in dem er sich mutig-ironisch seiner Herkunft stellt, kündigt er nun endlich sein neues Album „No Country For Old Grim“ für den 27. März 2026 an.
No Country For Old Grim Tour 2026
17.04.2026 – Hamburg, Knust
18.04.2026 – Leipzig, Conne Island
23.04.2026 – Bremen, Lagerhaus
24.04.2026 – Hannover, Faust
25.04.2026 – Köln, CBE
26.04.2026 – Dortmund, Junkyard
30.04.2026 – Nürnberg, Stereo
01.05.2026 – München, Ampere
02.05.2026 – Frankfurt, Zoom (kleiner Raum)
09.05.2026 – Berlin, SO36
„No Country For Old Grim“, ist eine irrwitzige, finstere Collage aus all diesen Bildern, die in den letzten Jahren sowohl das Weltgeschehen als auch unser persönliches Empfinden beeinflusst haben: Mit den Gräueln und Kriegen hat sich die relative Gemütlichkeit der Zehnerjahre endgültig aufgelöst, das Gefühl von politischer und wirtschaftlicher Sicherheit ist in den letzten Jahren erodiert.
Und auch im Nahbereich beginnen die Dinge zu rutschen: Die „Arm, Aber Sexy“-Utopie von Berlin ist ausgeträumt und eine obskure, neue Klassengesellschaft ist entstanden – die, die den Smoothie bestellen und die, die den Smoothie in einem kaputten Mitsubishi Colt liefern.
Dazwischen all die Überlegungen, die man sich als Mittdreißiger macht, wenn man es nicht mehr in die Smoothie-Klasse geschafft hat: Oder doch nochmal was Richtiges machen? Oder doch noch mal wegziehen? Oder nicht?
Fotocredit: Danny Kötter
Mit diesem Tanz auf der Klinge zwischen Gegenwartsgemälde und Seelenstriptease kennt sich Grim104 aus: Als Mitglied von Zugezogen Maskulin prägte er über 10 Jahre den Stil und den Inhalt von politischer Musik in Deutschland, verband kritische Texte mit Coolness und einer tiefen Verwurzelung in die HipHop-Kultur, bevor er sich ab 2019 wieder vermehrt seiner Solo-Karriere widmete: Erst mit dem intelligenten Horrorcore-Entwurf „Das Grauen, Das Grauen“, später mit der melancholischen Vergangenheitsbewältigung „Imperium“ und dem hedonistischen „Das Ende Der Nacht“.
Ein wiederkehrendes Element ist das Aufwachsen in der norddeutschen Provinz, das Gefühl, weder dort noch im juste milieu der hippen Innenstadt-Bezirke eine Heimat gefunden zu haben, das besonders auf seinem gefeierten Debüt „grim104“ von 2013 zur Geltung kam. Passend dazu ist der 37-jährige Moderator des Podcast „Zum Dorfkrug“, in dem er mit Gästen wie Bill Kaulitz, Jennifer Rostock, Hadnet Tesfai oder Felix Lobrecht über eben diese Themenfelder sprach. Sein neues Album bildet den Höhepunkt und die Zusammenführung dieses Spannungsfeldes: Gerade noch irrwitzig und wütend, dann resigniert und todtraurig und dazwischen immer mit einem Sinn für das Absurde, das Schöne, das Komische. Immer zwischen den Stühlen, nie zu sehr in Gewissheiten verhaftet, nie ganz zuhause.
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UNIVERSUM25 stellen sich mit ihrer zweiten Single „Einsamkeit“ einem oft verschwiegenen Problem unserer Gesellschaft. Die düstere Powerballade ist ein Glanzstück für die ausdrucksstarke Reibeisenstimme von Michael Robert Rhein (In Extremo). Die dunkle Leere des Alleinseins geht hier tief unter die Haut und wird durch ein atmosphärisches Musikvideo ausdrucksstark in Szene gesetzt.
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Am 20.02.2026 erscheint dann der lang ersehnte Nachfolger des selbstbetitelten Debütalbums von UNIVERSUM25 aus dem Jahr 2023. Musikalisch schließt „Die Maschinen wollen leben“ nahtlos an den gefeierten Vorgänger an. Harte Rockgitarren, treibende Drumbeats und atmosphärische Electronica unterstützen die scharfsinnigen Texte von UNIVERSUM25.
Diese einzigartige Band, bestehend aus Sänger Michael Robert Rhein (In Extremo), Pat Prziwara (Fiddlers Green / Gitarre), Gunnar Schroeder (Dritte Wahl / Gitarre), Rupert Keplinger (Eisbrecher, Antitype / Bass) und Drummer Alex Schwers (Slime) setzt ihren Weg konsequent fort und veröffentlicht hier 10 neue Songs voller Energie und Spielfreude. Komplettiert wird das Sextett durch den szenebekannten Produzenten und Songschreiber Jörg Umbreit aus den Principal Studios.
Thematisch geht es auf „Die Maschinen wollen leben“ wieder postapokalyptisch und dystopisch zur Sache, wobei der Fokus diesmal auf dem angespannten Verhältnis zwischen Menschen und Maschinen, Künstlicher Intelligenz und einer übertechnisierten Welt in einer nicht so fernen Zukunft liegt. Als Ergänzung dazu deckt die Band mit sozialkritischen Momentaufnahmen und pointierten Texten genau auf, welche Missstände und Auswüchse der Gegenwart den Grundstein für das Hightech-Armageddon bilden.
UNIVERSUM25 legen hier ein zweites Album vor, das deutlich hörbar Einflüsse von allen Bands der beteiligten Musiker enthält, aber diese zu ihrem eigenständigen Soundgewand verbindet. Das Album erscheint am 20.02.26 via Vertigo Berlin / Universal Music und zur Erstauflage der CD/LP gibt es eine exklusive Bonus CD/LP mit dem kompletten Livekonzert von UNIVERSUM25 auf dem Mera Luna Festival aus dem Jahr 2025.
„Memento Mori: Mexico City“ ist das jüngste Live-Album von Depeche Mode, das am 5. Dezember 2025 veröffentlicht wurde und die Live-Auftritte der Band aus Mexico City im September 2023 dokumentiert. Es wurde bei drei ausverkauften Konzerten im legendären Foro Sol Stadium in Mexiko-Stadt aufgenommen, und zwar am 21., 23. und 25. September 2023 im Rahmen der „Memento Mori“ World Tour. Diese Shows bildeten das Herzstück der Veröffentlichung: über zwei Stunden Live-Material – von neueren Songs des „Memento Mori“-Albums bis zu Klassikern wie „Enjoy The Silence“ und „Personal Jesus“.
Als Bonustracks enthält das Album vier bislang unveröffentlichte Studio-Songs, die während der „Memento Mori“-Sessions entstanden sind: „Survive“, „Life 2.0“, „Give Yourself To Me“ und „In The End“. Diese wurden nicht live eingespielt, sondern ergänzen das Album. Allein diese Titel sind es schon wert, in das Album reinzuhören. schließlich gibt es seit fast drei Jahren keinen neuen Stoff von der Band.
Doch auch visuell weiß der Digipack absolut zu überzeugen. Auf der zweiten DVD findet sich ein abendfüllender Zusammenschnitt aus über zwei Stunden Livematerial, aufgenommen während der ikonischen Foro Sol-Shows, die Depeche Modes ganze Klasse zeigen. Die Songaiuswahl ist stark, die Energie zwischen Band und Publikum überwältigend. Es war die erste große Tour der Band nach dem Tod von Gründungsmitglied Andy Fletcher, was dem Livealbum emotional zusätzliches Gewicht verleiht und zudem den zugrunde liegenden morbiden Albumtitel erklärt.
Noch tiefer geht der auf DVD 1 zu findende Konzertfilm „Depeche Mode: M“, der von dem mexikanischen Regisseur Fernando Frías konzipiert wurde und die gleiche Konzertreihe filmisch dokumentiert. Dieser Film geht über bloße Konzertaufnahmen hinaus, indem er einen kulturellen Kontext herstellt – insbesondere Verbindungen zwischen den Themen des Albums und der mexikanischen Kultur rund um Tod und Sterblichkeit. Ein grandioses Kunstwerk, das die Musik und ihre Philosophie verbindet.
So bekommt man die aktuelle Bestandsaufnahme der zu Dave Gahan und Martin Gore geschrumpften Depeche Mode als Rundum-sorglos-Paket und darf nochmal in Erinnerungen schwelgen, bevor die Reise hoffentlich irgendwann weitergeht.
Wenn man an Britpop denkt, dann kommen einem zunächst die 90er Jahre und Bands wie OASIS, BLUR oder PULP in den Sinn. Der neue Sound entstand als Gegenbewegung zum US-amerikanischen Grunge und war (vor allem in Europa) überaus erfolgreich. Der Konkurrenzkampf unter den Bands trieb teils seltsame Blüten, wenn es um die Vorherrschaft ging. Kommerziell gewannen OASIS, was bis heute nachwirkt, aber aus musik-ästhetischer Sicht waren BLUR die waren Ikonen.
Heute lebt das Vermächtnis vor allem in Coldplay und Bands wie den Arctic Monkeys weiter. Und plötzlich kommt da ein Robbie Williams um die Ecke und nennt sein neues Album „Britpop“. Genau dreißig Jahre später. Die Intention ist klar: Er möchte da ansetzen und weitermachen, wo der Britpop Mitte der 90er Jahre geendet hat. Immerhin fiel sein Ausstieg bei Take That mit der Hochphase dieser Musikrichtung zusammen. In Interviews sagt er nun: „Ich wollte endlich das Album machen, das ich eigentlich schon 1995 nach meiner Trennung von Take That im Sinn hatte. Zu einer Zeit, in der sich Britpop auf dem absoluten Höhepunkt befand und ein goldenes Zeitalter für die britische Musik angebrochen war.“ Warum er es nicht getan hat, bleibt offen.
Doch egal. Jetzt gibt es schrammelige Gitarren, hymnische Melodien und rockige Arrangements. Nicht von ungefähr erinnern viele Songs an fetzige OASIS-Zeiten, doch Robbies Stimme ist unverkennbar. Auf „Rocket“ ist Rocklegende Tony Iommi von Black Sabbath an der Gitarre zu hören. „Spies“ klingt nostalgisch, „Human“ hat einen fast schon psychedelischen Touch und der orchestrale Touch von „It’s OK Until The Drugs Stop Working“ will so gar nicht zum provokanten Titel passen.
Stilistisch liefert Robbie hier eher eine Hommage an alte Zeiten als echten Britpop. Aber der Sound ist stimmig – und die Konzerte im Sommer werden dadurch vermutlich sehr abwechslungsreich. Passt.
So abwechslungsreich wie die verschiedenen Musicals, so vielfältig ist auch „Die Nacht der Musicals“. Ein ausgefeiltes Licht- und Soundkonzept sowie aufwendige Kostüme und liebevoll gestaltete Bühnenbilder machen dieses Event zur beliebten Musicalgala und lassen den Zuschauer in die Atmosphäre des New Yorker Broadways und Londoner West Ends eintauchen.
Am 21. Januar war die Produktion in der Europahalle Trier und es zeigte sich direkt, dass es gar nicht viel braucht, um schönes Musical-Feeling auf die Bühne zu bringen. Sechs starke Solisten und ein quirliges Ensemble aus acht Tänzer*innen reichen allemal. Im Hintergrund waren keine Kulissen nötig: Fünf kleine LCD Felder sorgten bei jedem Musical für die entsprechende Atmosphäre. Die bunten Kostüme taten ihr übriges dazu.
Den Anfang machte ein „The Disney Show“ genanntes Medley aus „The Greatest Show“, „Aladdin“, „Die Schöne und das Biest“, „Frozen“ sowie „König der Löwen“. Ein knalliger Einstieg, aber die Wechsel waren bisweilen zu abrupt. Die Löwen zogen aus dem Publikum ein, das war auf jeden Fall ein schöner Effekt.
Gerade die Solisten hatten es mir angetan, wenn beispielsweise Hélène Kamers in der Arie zum „Phantom der Oper“ auch höchste Töne meisterte. Beim „Falco“-Block fand ich wieder die einzelnen Stücke zu kurz angespielt, doch dafür entschädigte „Wicked“ mit hervorragenden Chorpassagen.
Bewunderswert, wie schnell sich die Protagonist*innen umzogen. Der Ablauf war so getimed, dass kleiner Duette sich mit den Ensemblestücken ablösten. Trotzdem ging es Schlag auf Schlag. Beeindruckend fand ich das italienische Duett „Vivo Per Lei“ und den Glamour von ABBAs „Mamma Mia!“ vor der Pause.
Nach einer Stunde war dann erst einmal Verschnaufen angesagt und man konnte sich dem Programmheft widmen, das ich auf jeden Fall noch lobend erwähnen möchte, enthält es doch zum kleinen Preis eine umfangreiche Darstellung aller verwendeter Musicals. Gerade für Einsteiger in diese Welt, die mal über den Tellerrand der bekannten Hits hinaus blicken wollen, ist es sehr geeignet.
Nach der Pause startete man mit der Power von „Moulin Rouge“, das voller großer Klassiker steckt – und es gab einen gelungenen Übergang zur „Rocky Horror Show“, wo Federico Guez in seiner Paraderolle glänzen und lasziv mit dem Publikum spielen konnte. Auffallend war die chorische Leistung beim Gospel-Medley zu „Sister Act“, gefolgt von der abwechslungsreichen Sport-Performance zu „Rocky“.
So kann man auch neue Musicals für sich entdecken, denn „Rocky“ hatte ich bisher nicht auf dem Schirm. Ebenso überzeugte „Elisabeth“ mit einem wundervollen Duett, dass wieder Hélène im Zusammenspiel mit Bruno Grassini gestaltete. Immer wieder wechselten sich Rocksongs mit Klassik ab. Lena Sophie Flegel hatte die passende Rockröhre zu „Somebody To Love“. Nach Queen gab es zum Abkühlen ein stimmungsvolles „Hallelujah“ aller sechs Solisten, bevor das Tanzensemble zu Udos „Ich war noch niemals in New York“ über die Bühne wirbelte.
Nach zwei Showstunden verlangte das Publikum mit stehenden Ovationen nach mehr – und bekam den „Time Warp“ und „Show Must Go On“.
In harmonischer Eintracht kann man Carl Carlton und Melanie Wiegmann Händchen haltend auf dem Cover von „Miles of Time“ sehen. Carl (eigentlich Karl Buskohl) hat schon mit Künstlern wie Robert Palmer, Eric Burdon, Joe Cocker oder Paul Young zusammengearbeitet. In Deutschland vertrauen Peter Maffay, Udo Lindenberg und Marius Müller-Westernhagen auf seine Fähigkeiten an der Gitarre. Melanie ist ein deutscher TV-Star, den meisten vor allem bekannt aus ihren acht Jahren als Natascha Schweitzer bei „Sturm der Liebe“. Die ausgebildete Sängerin begeisterte ihr Publikum aber auch in Musical-Produktion wie „Mamma Mia“ und „Cabaret“.
Mit seinem zweiten gemeinsamen Album führt das Duo seine musikalische Reise fort – genreübergreifend, intensiv und voller Gefühl. Man bewegt sich stilistisch zwischen Americana, Folkrock, Blues & Soul und überzeugt besonders durch eine warme, handgemachte Produktion. Die Arrangements sind bewusst zurückgenommen, ohne überproduzierten Schnickschnack, und schaffen so eine intime, natürliche Klangwelt. Viele Tracks wurden als Quartet live eingespielt, was dem Album eine organische, lebendige Dynamik verleiht.
Carlton & Wiegmann liefern vor allem Neuinterpretationen bekannter und weniger bekannter Klassiker aus Blues, Country und Rock: von „Love Potion No. 9“ über „Both Sides Now“ bis hin zu „Big Boss Man“. Dabei wirken die Songs nicht bloß nachgespielt, sondern sind liebevoll arrangiert und mit eigenem Charakter versehen, ohne ihre Wurzeln zu verleugnen.
Entstanden in der mediterranen Inspiration ihrer Wahlheimat Gozo und vollendet im musikalisch pulsierenden Woodstock – Carls zweiter Heimat – vereint „Miles Of Time“ die besten Welten: Live im Quartett eingespielte Basic Tracks, prominente Gäste wie Keb’ Mo’ und Rami Jaffee sowie ein kreatives Umfeld, in dem Freiheit, Groove und „Love, Peace & Happiness“ keine Floskeln sind. Die 13 Songs widmen sich Themen, die das Leben schreibt: Wandel, Nähe, Erinnerungen, geteilte Zeit. Zwei Stimmen, die zu einer werden, erzählen von Liebe – zueinander und zur Musik. „Miles Of Time“ ist ein Album voller Herz und Haltung: Es wirkt zeitlos, lebendig und reich an Geschichten, die berühren.
Als im Jahr 2003 die erste Version von „Symphonic Live“ erschien, war der Aufschrei bei den Fans groß, hatte man sich doch auf nur eine CD beschränkt und so großartige Tracks wie „The Gates Of Delirium“, „Ritual“, „In The Presence Of“ und „Magnification“ einfach unterschlagen. Dieser Fehler wurde erst 2009 mit einem 2-CD-Release behoben und jetzt findet sich zum 25jährigen Jubiläum des Gigs auf einer neuen Box auch die vollständige Version inklusive BluRay.
„Symphonic Live“ dokumentiert ein Konzert von YES am 22. November 2001 in der Heineken Music Hall in Amsterdam. Die Band spielt in ungewöhnlicher Besetzung mit dem European Festival Orchestra unter Leitung von Wilhelm Keitel, was den ohnehin komplexen Prog-Rock-Sound von Yes um reichhaltige Orchesterfarben erweitert. Die Show entstand im Rahmen der „YES Symphonic-Tour“, die das Studioalbum „Magnification“ (2001) begleitete – ein ungewöhnliches Werk, da es ebenfalls mit Orchester arrangiert und ohne den für YES so typischen klassischen Keyboarder aufgenommen wurde.
Rick Wakeman ist leider nicht im Line-Up dabei, obwohl er zur Tour eingeladen wurde. Das merkt man an vielen Stellen. Er wurde von Tom Brislin ersetzt, da Wakeman aufgrund eigener Tour-Aktivitäten nicht verfügbar war. Die Setlist mit Klassikern wie „Close to the Edge“, „Starship trooper“, „The gates of Delirium“ sowie „And you and I“ ist einfach großartig. Zum Abfeiern gibt es dann am Ende auch noch „Owner of a Lonely Heart“ und „Roundabout“, womit alle Fan-Schichten bedient sein dürften. Vor allem die Longtracks sind für die orchestrale Umsetzung wie geschaffen – und man nutzt dies in einer Klangfülle, die dennoch die originalen Arrangements nicht übertönt.
Die aktuelle Box enthält alle drei Silberlinge (2CD und BluRay) in einzelnen Papphülle, viele Artwork-Karten, ein Poster zum Ausfalten und ein umfangreiches Booklet, dessen Informationsgehalt aber leider zu wünschen übrig lässt. Sei’s drum. Die BluRay ist visuell anspruchsvoll und hat einen hervorragenden Klang. Zu den Extras auf der Blu-ray zählen das Video zu „Don’t Go“ und eine 30-minütige Dokumentation mit dem Titel „Dreamtime“. Die neue 4LP-Version wurde auf 180-Gramm-Vinyl gepresst und mit halber Geschwindigkeit gemastert. Das fast halbstündige Epos „Ritual (Nous Sommes du Soleil)“ ist zum ersten Mal auf Vinyl erhältlich. Fazit: Der Fan bekommt hier alles, was er sich für diesen Release wünschen kann.
In Deutschland ist Mika irgendwie komplett in der Versenkung verschwunden. Was sehr schade ist, denn er macht immer noch wundervolle Musik. Doch im Radio findet er kaum noch statt. Wenn überhaupt wird der alte Schmachtfetzen „Relax“ gespielt. Und Konzerte im deutschsprachigen Raum sind ebenfalls Mangelware. Wenigstens ist er regelmäßig in der luxemburgischen Rockhal in Esch/Alzette zu erleben.
Ganz anders sieht das nämlich in Frankreich und Italien aus. Dort fährt Mika immer noch höchste Chartpositionen ein. Lange Zeit war er Coack beim beim französischen „The Voice“, in Italien fungierte er als Juror bei „X Factor“ und 2022 moderierte er gar mit zwei Kolleg*innen den ESC in Turin. Beim Thema Medienpräsenz also ganz weit vorne.
Sein sechstes Studioalbum „Que ta tête fleurisse toujours“ erschien in französischer Sprache – auch ein Statement! Ein wunderschönes Werk voll gefühlvoller Melodien. Drei Jahre später wendet sich Michael Holbrook Penniman aka Mika wieder den englischen Lyrics zu. Mit „Hyperlove“ kehrt er zum Klavier als kreativem Kompass zurück und begibt sich auf eine gewagte Neuerfindung – ein Album, das die Wärme analoger Unvollkommenheiten mit dem makellosen Puls elektronischen Pops verbindet.
Komplett am Klavier geschrieben und ausschließlich mit analogem und vintage Outboard-Equipment produziert, ist das Werk eine lebendige, atmende Landschaft voller Verletzlichkeit, Rauheit, Sehnsucht und Euphorie. So ist der Start mit dem atmosphärischen Titeltrack ein Ausrufezeichen zu Beginn. Hymnisch, eingängig, großartig! Es folgt „Modern Times“ im krachenden Discosound, und schon sind wir zurückversetzt ins letzte Jahrtausend.
Vielleicht manchmal etwas zu viel Elektronik, doch Stücke wie „Science Fiction Lover“, das melancholische „Take Your Problems With You“, der Groove von „Nicotine“ und das mitreißende „Bells“ sind einfach grandios. So gelingt die Symbiose zweier Welten, denn das Album erforscht die Spannung zwischen der digitalen Welt und der Zerbrechlichkeit menschlicher Gefühle.
Mikas Markenzeichen, der unglaubliche Stimmumfang von Bariton bis zu hohem Falsett und sein großartiges Klavierspiel, prägen natürlich auch das aktuelle Album. Wie auf den Vorgängern gelingt es ihm wieder, seine Hörer mit fröhlich-buntem Pop zu verzaubern, der an die 70er und 80er Jahre erinnert, aber gleichzeitig erfrischend neu und kreativ ist.
Die aktuelle gemeinsame Tour von Tina Dico und Helgi Jonsson ist etwas ganz besonderes. Seit vielen Jahren sind die beiden Musiker*innen bereits musikalisch vereint und haben sich bei diversen Projekten unterstützt. Seit einiger Zeit sind sie aber auch in der Liebe ein Paar und erzählen auf ihren aktuellen Konzerten unter dem Titel „The Road“ von ihrer gemeinsamen Reise.
Tina Dico wurde als Tina Dickow im dänischen Aarhus geboren und hat sich weltweit einen Namen als Folksängerin und Songwriterin gemacht. Helgi Jonsson stammt aus dem isländischen Reykjavik und ist Produzent, Sänger, Songwriter sowie Multiistrumentalist. Die Wege der beiden kreuzten sich erstmals im Jahr 2008, später wurden sie ein Paar, haben geheiratet und leben inzwischen gemeinsam in Island.
Wie es dazu kam, erzählt das Konzept „The Road“ ausführlich und sehr einfühlsam, garniert mit eigenen Songs und wenigen Covern. Zum Beginn sind die Storyteller mit ihren akustischen Gitarren am Start und erzählen viel zwischen den Songs. Helgi spricht sehr gut Deutsch, Tina belässt es bei der englischen Sprache.
„Nobody’s Man“ ist der erste Titel und Tina lässt die Geschichte erzählerisch in Dänemark beginnen, wo sie Helgi im Jahr 2007 erstmals bei einem Festival erlebt hat. Sie fand ihn exzentrisch und abgehoben, was er auch gleich bestätigt, indem er zur Posaune greift und im Wechsel instrumental und a cappella loslegt. Nach „Digging Up A Tree“ folgt die Erzählung von einer gemeinsamen Tour Helgis mit Teitur (passend gibt es dessen Song „Josephine“) und dem nächsten Treffen der beiden in Kanada. Man merkt schon – es wird weltumspannend.
Helgi war verlobt, Tina – wie sie selbst sagt – „mit ihrer Musik verheiratet“. Es sollte als nicht mehr als eine musikalische Partnerschaft sein, beispielsweise für das Duett „Walls“ auf Tinas neuer Platte und einer gemeinsamen Tour. Helgi trug neue Arrangements bei, wie für „Sacre Coeur“, das er nun mit seiner Posaune umspielte.
Songs wie „Dimma“, „Paper Thin“ und „Salt“ umschreiben die wirren Gefühle. Helgi hatte sich von seiner Verlobten getrennt und wollte Liebe, keine Affäre, doch er stieß nicht auf Gehör. Harte Gitarrenklänge beschreiben seine damalige Stimmung. Er ist nur auf der Bühne glücklich und fällt im Hotel in Trauer. Das führt er in seinem bewegenden Stück „Salt“ aus und entlässt das Publikum nach einer Stunde in die Pause.
Im zweiten Teil geht das Drama mit umgekehrten Vorzeichen weiter. Es kam zur Krise zwischen den beiden, Helgi ist inzwischen mit einer Schauspielerin zusammen, aber er arbeitet weiter im Studio in Island. Tina ist jetzt unglücklich in Helgi verliebt. Sie singt von ihrer Heimat („Copenhagen“) und interpretiert allein und mit schmerzhafter Klangfülle das Lied „Watching Him Go“.
Gleichzeitig kommt auch bei Helgi die Liebe zum Norden wieder durch und er singt voll vokaler Stärke „Þú mátt alltaf gist a hér“ in seiner Muttersprache. Er kehrte damals zu Tina zurück, obwohl alle ihn gewarnt haben. Die endlich wechselseitig erfüllte Liebe der beiden zueinander verschmilzt nun in der Liebe zu Island, wo sie jetzt als Familie zusammen leben und ihre Ruhe gefunden haben. „Aurora“, „True North“ und „Someone You Love“ beenden die wundervolle Geschichte der beiden, die sie mit ihrem Publikum geteilt haben.
Als Zugabe gibt es „No Time To Sleep“ von beiden in unendlicher Harmonie ganz ohne Mikro und Verstärkung ins Publikum getragen. Und schließlich den Song „The Road“, der zum Titelstück der Tour und des Konzepts geworden ist: Es geht um die gemeinsame Reise – und man konnte sich freuen, durch dieses Konzert ein Teil davon geworden zu sein. Sehr berührend!
Jan Beck ist ein Pseudonym des österreichischen Autors Johann Fischler, der seit mehr als zehn Jahren sehr erfolgreich eine Vielzahl von Romanen im Krimi-Genre veröffentlicht hat. Zuvor hatte er Rechtswissenschaften studiert und arbeitete mehrere Jahre als Jurist im Bankwesen, bevor er 2007 den Schritt in die Selbständigkeit als Blogger und Autor wagte.
Die neue DORN-Serie startete 2024 mit dem ersten Band „Dorn: Zimmer 103. Hotel der Angst“ und wird nun mit „Zimmer 203. Ruf der Toten“ fortgesetzt. Im Mittelpunkt steht der Kriminalpsychologe Simon Dorn, der sich nach persönlichen Rückschlägen aus dem Polizeidienst zurückgezogen hat und im verlassenen Hotel Dornwald in Bad Gastein lebt, wo er ungelöste Fälle sammelt und analysiert. Allein dieses Setting ist schon ziemlich cool, weil die verwaisten Zimmer dieses Hotels, die jeweils Infos zu einem ungelösten Fall enthalten, eine ganze Menge Stoff für die Fortführung der Reihe bieten.
Am Ende muss ich aber ganz ehrlich sagen, dass ich mir mehr von diesem Teil des Konzepts erwartet habe. Der Ermittler Dorn kommt irgendwie kaum auf die in Zimmer 203 gesammelten Unterlagen zurück, was ich doch sehr befremdlich finde. Gelungen ist zumindest die erneute Zusammenarbeit mit der unkonventionellen Ermittlerin Lea Wagner, da beide ein gutes Gespann abgeben.
Zur Story: Simon Dorn, nach dem Tod seiner bisherigen »Sponsorin« Karla Hofbauer finanziell am Abgrund, wird über das Internet von einer mysteriösen Klientin kontaktiert. Was als Hilferuf beginnt, entpuppt sich als Teil eines perfiden Spiels. Als sie den Kontakt abbricht, bittet Dorn Lea Wagner, bei der Klientin nach dem Rechten zu sehen. Doch die Frau ist tot – verdurstet, und dass schon mehrere Wochen zuvor. Neben der Leiche steht ein Computer, auf dem eine KI läuft, die im Namen der Toten mit Dorn kommuniziert hat. Gibt es eine Verbindung zu einem bisher ungelösten Fall?
Das Thema KI wird schon im Klappentext erwähnt, ich hoffe also, niemanden damit zu spoilern. Die Umsetzung dieses aktuellen Themas ist im Setting des Romans sehr gewagt und vielleicht etwas übertrieben dargestellt, aber man kann sich schon Gedanken darum machen, wozu selbständig denkende Computer fähig sind, wenn sie entsprechende Handlanger in ihrer Nähe haben.
Die Geschichte ist spannend und geradlinig aufgebaut. Im Prinzip geht es um zwei Fälle, da parallel zur Hauptstory Leas Bruder vor einem korrupten Polizisten fliehen muss und sich in Dorns Hotel versteckt. Zwar haben beide Handlungslinien nichts miteinander zu tun, aber sie werden jeweils gut abgeschlossen. Ein guter Thriller, dem gern noch einige spannende Fälle folgen dürfen.
Robbie Williams hat entschieden sein neues Album „BRITPOP“ spontan schon letzten Freitag zu veröffentlichen! Eigentlich war die Veröffentlichung für den 06.02.26 vorgesehen. Er überraschte seine Fans via social media smit der Ankündigung. Vorab sind die Singles „Rocket“. „Spies“ und „Human“ erschienen.
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„BRITPOP“ wird in verschiedenen Formaten erhältlich sein, darunter CD, Deluxe-CD, Vinyl und digital. Die Deluxe Version wird wie geplant erst am 06.02.26 erhältlich sein. Signierte Bundles sind im offiziellen Robbie Williams Store verfügbar.
Tracklist:
1. Rocket
2. Spies
3. Pretty Face
4. Bite Your Tongue
5. Cocky
6. All My Life
7. Human
8. Morrissey
9. You
10. It’s OK Until The Drugs Stop Working
11. Pocket Rocket
„Ich wollte das Album schreiben und veröffentlichen, das ich nach meinem Ausstieg bei Take That im Jahr 1995 machen wollte. Es war die Hochphase des Britpop und ein goldenes Zeitalter für britische Musik. Das neue Album ist rau, es gibt mehr Gitarren und es ist noch fröhlicher und hymnischer als sonst. Ich bin unglaublich stolz auf dieses Werk und freue mich darauf, dass die Fans es hören.“
Das Albumcover von „BRITPOP“ zeigt eine Hommage an Robbies ikonisches rotes Trainingsanzug-Outfit, das er 1995 beim Glastonbury Festival trug – eine Referenz an die Britpop-Ära.
Robbie wird im Juni für 2 Konzerte nach Deutschland kommen:
Der mehrfach mit Platin ausgezeichnete, BRIT-Award-prämierte und für den GRAMMY® nominierte globale Pop-Visionär MIKA veröffentlichte kürzlich seine neue Single „Immortal Love“ – zusammen mit dem offiziellen Start der Album-Vorbestellung für „Hyperlove“, MIKAs erstem englischsprachigen Studioalbum seit 2019, das am 23. Januar erscheint.
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„Immortal Love“ ist ein schimmernder, zutiefst gefühlvoller Blick auf Verbundenheit und die unsichtbaren Energien, die uns durch unser Leben begleiten. Inspiriert wurde der Song unter anderem von einem ständigen Gefährten in MIKAs kreativem Leben – seinem geliebten 15-jährigen Golden Retriever.
Der Track strahlt Wärme, Nostalgie und jenes zutiefst menschliche Staunen aus, das MIKAs ikonischste Werke geprägt hat. Getragen von einem Refrain, der sich sofort zeitlos anfühlt – „It’s just immortal love / There’s just immortal love / We are immortal love“ – zeigt die Single MIKAs unvergleichliche Fähigkeit, Pop zu erschaffen, der sowohl meisterhaft komponiert als auch emotional furchtlos ist.
Die neue Single folgt auf „Modern Times“, eine mutige und erhebende Hymne, die den Beginn dieser neuen Ära markierte. Von MIKA beschrieben als „ein kathedralenartiger Aufschrei nach Glaube und Geist, im Widerstand gegen das Mahlen und Gewicht des Lebens und das Verstreichen der Zeit“, erschien der Track zusammen mit einem eindrucksvollen offiziellen Musikvideo, das das visuelle und emotionale Universum rund um „Hyperlove“ erweiterte.
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Mit „Hyperlove“ kehrt MIKA zum Klavier als kreativem Kompass zurück und begibt sich auf eine gewagte Neuerfindung – ein Album, das die Wärme analoger Unvollkommenheiten mit dem makellosen Puls elektronischen Pops verbindet. Komplett am Klavier geschrieben und ausschließlich mit analogem und vintage Outboard-Equipment produziert, ist das Werk eine lebendige, atmende Landschaft voller Verletzlichkeit, Rauheit, Sehnsucht und Euphorie.
Das Album erforscht die Spannung zwischen der digitalen Welt und der Zerbrechlichkeit menschlicher Gefühle – das, was MIKA als „die Elektrizität, die zwischen dem Plus und Minus einer Ladung überspringt“ beschreibt. „Hyper-Love und Hyper-Living bedeuten, jene Euphorie zu umarmen, die dir hilft, die Welt um dich herum zu verstehen“.
Um diese neue Ära zu feiern, bringt MIKA seine schillernde, kaleidoskopische Liveshow im kommenden Frühjahr wieder nach Nordamerika. Die Spinning Out Tour North America startet am 29. April 2026 in Boston und führt anschließend durch große Städte wie New York, Chicago, Los Angeles, San Francisco, Dallas, Austin und viele mehr.
Es gibt Songs, die verbreiten so richtig gute Laune und lassen einen mit einem Lächeln nur zu gerne die Repeat-Taste drücken. Genau einen solchen haben Carl Carlton & Melanie Wiegmann auf ihr kommendes Album „Miles of Time“ (VÖ 23.01.2026) gepackt und daraus einen wirbelnden und stimmungshellen Latino-Track kreiert. Kompakt groovende Akustik Gitarren von Carl, a la Bill Withers, an seiner Seite Martin Huch, der meisterlich den Lap/Steel Part übernahm, und Yoyo Röhm bearbeitete den Kontrabass in traditioneller New Orleans Manier.
Dazu Brian Mitchell virtuos an der Hammond Organ, Wayne P. Sheehy’s Schlagzeug und die Bläserarrangements von Steven Bernstein und Erik Lawrence. Abgerundet mit der ausdrucksstarken Stimme von Melanie und den Background Vocals von Cindy Wasserman und Jenna Nicholls entstand hier eine durchweg aphrodisierende Mischung!
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Dass alle Beteiligten bei dieser Interpretation jede Menge Spaß hatten, ist unüberhörbar. Doch auch die Geschichte des Songs ist viel zu schön, um nicht breit zu grinsen. Ein Mann sucht Hilfe bei Madame Ruth, da er bei den Mädels einfach ein Flop ist. Nach einem Blick in seine Hand und einem magischen Zeichen stellt sie fest, dass er den „Liebestrank Nummer 9“ benötigt. Dieser riecht nach Terpentin und sieht aus wie Tusche, bewirkt jedoch, dass er sich in alles verliebte was er sieht, und alles küsst, was ihm in die Quere kommt. Als er an einer Straßenecke einen Polizisten küsst, zerschlägt dieser daraufhin die Flasche mit dem Liebestrank.
Was dem US Songwriter-Duo Jerry Leiber und Mike Stoller da 1959 aus der Schreibfeder geflossen ist, begeistert bis heute. Und nicht nur dort, selbst in Deutschland war man ganz vernarrt in die Geschichte und so hat Mama Betty’s Band 1965 eine deutsche Version unter dem Titel „Die Liebesmedizin“ veröffentlicht. Auch Hollywood wurde von „Love Potion No. 9“ angesteckt und drehte mit Sandra Bullock und Tate Donovan den gleichnamigen Film, der 1992 in die Kinos kam.
Was wohl mit Liebestrank Nummer 10 passiert wäre? Das muss wohl erst noch geschrieben werden aber die Version von Carl & Melanie ist schon jetzt ein Fall für den HNO-Arzt, denn diesen Ohrwurm wird man so schnell nicht los.