„Du fehlst in meinem Life“ – die erste Single von „Abriss“, dem neuen Album von AB Syndrom markiert emotionalen Einstieg und zentrales Motiv: das Zerreißen des “Wir” in Einzelteile. Und dem Klarkommen darauf was danach noch übrig ist. Anders als bei früheren elektronischen Produktionen der Band, bilden hier organische Sounds das Fundament. Klavier, Bass und akustische Drums übernehmen synthesizer-artige Rollen und dekonstruieren klassische Pop Strukturen.
„Hey bist du Ok? Es ist schwer / Die richtigen Worte fehlen mir wieder.“
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Der Albumauftakt ist damit nicht nur eine Trennungserzählung, sondern ein erster Schritt hin zur praktischen Auseinandersetzung mit Beziehungsmustern, Selbstbild und emotionaler Ehrlichkeit. Das Album ABRISS erscheint im Herbst, begleitet von einer deutschlandweiten Tour im Oktober.
13.10.26 Leipzig – Naumanns
14.10.26 Hannover – LUX
15.10.26 Frankfurt – Elfer
16.10.26 Köln – Jaki
17.10.26 Münster – Gleis 22
18.10.26 Hamburg – Bahnhof Pauli
20.10.26 Berlin – Berghain Kantine
2017 setzte „Flaggschiff“ den Startschuss für erstes Airplay von AB Syndrom sowie inzwischen mehr als 2,5 Millionen Streams. Das faszinierende: Von Artworks bis Musikvideos oder Produktion ist bei AB Syndrom alles konsequent in Eigenregie gemacht. Diese Konsequenz ist hör- und spürbar.
Fotocredit: Anne Ludwig
Ungewohnte elektronische Sounds und vertrackte Beats bilden die Grundlage für die darin verwobene Poesie. Bennets extrem persönliche und autobiografische Texte bieten tiefen Einblick ins Seelenleben. Durch auffällige Stimmverfremdung und lyrische Abstraktion erhalten die Songs trotz aller Subjektivität Freiraum für eigene Bezüge. Der Fokus auf das Persönliche prägt auch die Live Shows von AB Syndrom. Auf der Bühne steht nur Antons, mit Pads versehenes Drumset und ein Keyboard, mit denen das Duo den elektronischen Sound ihrer Musik für die Bühne adaptiert. Dabei wird alles im Moment erzeugt: Keine Backing-Tracks, keine leblose Show zum vorgefertigten Tape.
Seit „Flaggschiff“ liegt eine intensive Zeit hinter der Band: 2019 mit Mine auf Tour durch Deutschland, die Schweiz und Österreich, kurz danach Konzerte in Vietnam, Hongkong und Manila. 2020 Frontalcrash Album Release im Corona-Lockdown und anschließend Streaming-Konzerte unter anderem bei DLF Nova und c/o pop aus einem riesigen ehemaligen Heizkraftwerk. 2022 dann post-Corona Restart: mit dem Album Tut mir gut Tut mir Leid erzeugten sie deutschlandweit Radio Airplay und gingen im Winter 2022-23 auf erste Headliner-Tour durch 7 Städte—inklusive Live-Konzert bei radioeins. 2024/25 erreichten AB Syndrom mit dem Album Implosion und Features mit Trille, Roger Reckless, Futurebae und Mine deutschlandweite Rotationen und spielten auf dem Fusion Festival vor 2500 Menschen, beim RadioEins Parkfest und auf ihrer anschließenden Deutschlandtour durch 9 Städte.
Kultsänger spricht in Monheim über den ESC, fehlende Eigenständigkeit und seine Ideen für den Wettbewerb
Der Eurovision Song Contest polarisiert seit Jahrzehnten – und kaum ein deutscher Künstler steht so sehr für die schillernde, unberechenbare Seite des Wettbewerbs wie Guildo Horn. Mit „Guildo hat euch lieb!“ landete der Musiker 1998 nicht nur auf Platz sieben beim ESC in Birmingham, sondern wurde endgültig zur Kultfigur einer Veranstaltung, die zwischen Musik, Pathos und Popkultur bis heute Millionen Menschen fasziniert.
Quelle: Merkur Spielbanken
Bei der Gameshow-Talkreihe „Hab‘ ich nicht gesagt!?“ in der Merkur Spielbank Monheim (NRW) sprach Horn als Star-Gast jetzt ausführlich über seine Sicht auf den heutigen Eurovision Song Contest und fand dabei klare Worte zum aktuellen deutschen Beitrag.
Sängerin Sarah Engels bezeichnete Horn zwar als „wahnsinnig gute Interpretin“, kritisierte jedoch Song und Inszenierung des diesjährigen deutschen ESC-Auftritts deutlich. Ihm fehle vor allem die Eigenständigkeit. „Das sieht aus wie Shakira und ist einfach irgendeine Kopie“, erklärte der Musiker auf der Bühne. Gerade beim Eurovision Song Contest brauche es Künstlerinnen und Künstler mit Wiedererkennungswert und Haltung statt austauschbarer Inszenierungen.
Quelle: Merkur Spielbanken
Damit sprach Horn einen Punkt an, der die ESC-Debatte seit Jahren begleitet. Zwischen internationalen Popstandards, perfekt kalkulierten Choreografien und immer aufwendigeren Bühnenshows stellt sich zunehmend die Frage, wie viel Individualität im Wettbewerb überhaupt noch Platz hat. Der Sänger machte deutlich, dass ihn weniger die geplante Perfektion interessiert als die
Geschichte hinter einem Act.
Guildo Horns Traum vom ESC
Besonders emotional wurde es, als Horn über Inklusion in der Musik sprach. Würde er heute selbst einen deutschen ESC-Beitrag auswählen dürfen, wäre seine Entscheidung eindeutig: „Wenn ich verantwortlich wäre und dürfte für unser Land einen ESC-Act hinschicken – dann wäre es definitiv eine inklusive Band mit Behinderten. So ein ganz bunter Haufen. Wo jeder denken würde: ‚Wow, so etwas gab es noch nicht. Das hier fegt alles weg‘“, sagte Horn im Merkur-Talk.
Quelle: Merkur Spielbanken
Für den Musiker wäre ein solcher Auftritt weit mehr als nur Unterhaltung. Im Gegenteil: „Alles, was beim ESC stattfindet, muss ein Thema in sich tragen“, erklärte Horn. „Wenn eine junge Dame, die gut aussieht, im Lederrock durch die Gegend springt, dann ist das kein Thema.“
Eine inklusive Band dagegen würde Diskussionen auslösen und Menschen emotional erreichen. „Dann hast du ein Thema: Was ist Inklusion? Was sind das für Menschen? Das beschäftigt einen. Darüber wird geredet“, sagte Horn unter dem Applaus des Publikums in der Merkur Spielbank Monheim. „Und jeder unterhält sich, und jeder fiebert mit. Das ist doch eine ganz andere emotionale Bindung zu so einem Act.“
Quelle: Merkur Spielbanken
Ganz neu ist diese Idee für Horn nicht. Bereits vor einigen Jahren engagierte er sich als Pate einer inklusiven Band aus Hamburg, die sich für den deutschen ESC-Vorentscheid bewerben wollte. Laut Horn stieß das Projekt damals allerdings auf wenig Interesse bei den damaligen Verantwortlichen beim NDR.
Die beliebten Kinderlieder-Alben der „Giraffenaffen“ gibt es bereits seit 15 Jahren und das Konzept hat sich mehrfach leicht verändert. Es gab traditionelle Kinderlieder in aufgepeppter Version, Hip-Hop-Beats, eine Schlagerparty, Jahreszeiten-Themen, daneben Hörspiele, Kinderbücher, Stofftiere – aber das Grundkonzept blieb immer bestehen: Stars der deutschen Musikszene präsentieren beliebte Songs in neuem Sound.
Auch für die zehnte Ausgabe bleibt man sich treu. Bekannte Künstler*innen interpretieren ihre eigenen Songs kindgerecht, kreativ und im unverwechselbaren Giraffenaffen-Sound. Das Ergebnis ist ein abwechslungsreiches Album, das Kindern moderne Popmusik mit Spaß zugänglich macht und gleichzeitig Eltern anspricht, die Wert auf Kindermusik mit Qualität und sinnvollen Inhalten legen.
Diesmal sind unter anderem Die Atzen, Mousse T., Soffie, Johannes Oerding, Wilhelmine, Florian Künstler, Pohlmann und MIA. dabei, und damit viele Deutschpop-Stars, die in den letzten Jahren die Hitparaden stürmte. Sie haben ihre wichtigsten Songs auf die Giraffenaffen zugeschnitten und mit zum Teil neuen Textzeilen versehen.
Zunächst aber kommt die Giraffenaffen-Gang selbst zu Wort und singt zum Jubiläumsauftakt ein mitreißendes „Wir sind 10“:
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Die Auswahl der Titel ist mit starken Botschaften versehen. Soffie hat ihren erfolgreichen Song “Für immer Frühling” neu gedacht und rückt diesmal die Liebe zur Tierwelt in den Mittelpunkt. Entstanden ist ein moderner Popsong mit Herz, der Kinder auf Augenhöhe anspricht und mit einer eingängigen Melodie und einer wichtigen Botschaft ein Lied für die ganze Familie ist. So gibt es Impulse für Gespräche über Freundschaft, Fantasie und den achtsamen Umgang mit Tieren.
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Die Atzen lassen den „Disco Pogo“ kindgerecht wieder aufleben, Johannes schmettert mit dem Giraffenaffen-Chor „An guten Tagen“, Wilhelmine steuert zur Motivation das wundervolle „Solang du dich bewegst“ bei, Florian Künstler erklärt mit „So viele mehr“, wie man sich Unterstützung bei guten Freunden sucht, Pohlmann träumt vom Sommer und MIA. zelebriert den „Tanz der Moleküle“. Eine sehr gute Mischung bewegender Songs.
Damit reiht sich das neue Album perfekt in die beliebte Giraffenaffen-Reihe ein, die schon seit vielen Jahren für kreative Neuinterpretationen, starke Botschaften und ein besonderes Hörerlebnis für die ganze Familie steht und moderne Popmusik in einem neuen Kontext erlebbar macht. Gleichzeitig übernimmt auch das neue Album wieder soziale Verantwortung: Ein Teil der Einnahmen kommt dem Kinder- und Jugendwerk “Die Arche” zugute!
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„Giraffenaffen 10“ steht nicht nur für gute Musik, sondern auch für Verantwortung und Zusammenhalt. Mit Fantasie, Kreativität und Herz gelingt es dem Album erneut, Kinder ernst zu nehmen, ihnen Freude zu schenken – und dabei gleichzeitig etwas Gutes zu tun. Ein mehr als
würdiges zehntes Album, das zeigt, dass die Giraffenaffen-Idee lebendiger ist denn je!
Tracklist
01 Wir sind 10 – Giraffenaffen Gang
02 Zebrastreifenpferd (Giraffenaffen Version) – Oimara
03 Disco Pogo (GiraffenAtzen Edit) – Die Atzen
04 Ich klecker – Mousse T. feat. Evelyn Weigert
05 Blumenwiese – Giraffenaffen Gang
06 Für immer Tiere – SOFFIE
07 An guten Tagen – Johannes Oerding
08 Solange du dich bewegst – Wilhelmine
09 So viele mehr – Florian Künstler feat. Honigkuchenpferde
10 Wenn jetzt Sommer wär – Pohlmann.
11 Tanz der Moleküle (Giraffenaffen Version) – MiA.
12 Ein Nilpferd muss aufs WC (Dschungelrave Mix) – Giraffenaffen Gang
Seit dem Album „Rausch“ im Jahr 2021 ist es ruhiger geworden um die sonst so umtriebige Helene Fischer. Kaum neue Musik, keine groß angelegte Tournee – stattdessen Fernsehauftritte und einzelne Songs. Und sie hat sich vermehr dem Metier Kinderlieder zugewandt. Logisch, daher weht der Wind. Denn in der Zwischenzeit wurde sie Mutter zweier Töchter und hatte erst einmal andere Dinge im Kopf, als über die Bühne zu springen und über Stadien zu fliegen.
Kein Wunder also, dass es einige erfolgreiche Alben mit Kinderliedern gab, die sie eingesungen hat. Und ganz neu ist jetzt ein Vorlesebuch im Carlsen-Verlag hinzu gekommen. Helenes Name und Foto sind groß aus dem Cover, doch es gab auch andere Mitwirkende: Co-Autorin Svea Bronke hat unter verschiedenen Namen schon viele Kinderbücher geschrieben. Und als Illustrator*innen sind Heike Vogel, Anna Karina Birkenstock und Mathias Weber mit an Bord.
Das wunderschön gestaltete Familienbuch enthält 31 neue Geschichten, die von der Sängerin und zweifachen Mutter liebevoll für Kinder, ihre Eltern und Großeltern zusammengestellt wurden. Auf spielerische Weise werden die Kinder dabei gestärkt sowie ihre Fantasie und Kreativität angeregt. Die Länge der Texte ist gut geeignet zum Vorlesen vor dem Schlafengehen.
Zusätzlich gibt es Noten zu beliebten Kinderliedern wie „Hallo, hallo, schön, dass du da bist“, „Fünf kleine Fische“, „Wenn du fröhlich bist“ und „Ich bin ein dicker Tanzbär“ – allesamt perfekt zum Mitsingen und Mitmachen geeignet. Dazwischen finden sich außerdem Anleitungen und Tipps von Helene sowie einige Bastelideen und Rezepte. Selbst Yoga- und Dehnübungen finden ihren Platz, um die sortliche Betätigung zu fördern. Also ein Rundumschlag über allerlei kindgerecht aufbereitete Themen.
Das 160seitige Hardcover-Buch ist insgesamt wunderschön illustriert und lieferte ansprechende Bilder, die Groß und Klein gefallen. Besonderer Clou ist eine Handyfunktion über „NFC Tag“. Mit einem integrierten Chip lässt sich tolles Bonusmaterial ganz leicht aufs Handy holen und man kann dort verschiedene Materialen zum Buch finden und nutzen.
Nach „Lucidity“ und „The Ocean“ veröffentlichten Annie Taylor im April ihre letze Vorab-Single des neuen Albums „Out Of Scale“, welches am 22. Mai via Clouds Hill erscheint.
„Something Ain’t Right“ setzt bei einem Gefühl an, das sich nicht einfach abschütteln lässt. Zwischen Jetlag, flüchtigen Begegnungen und unausgesprochenen Erwartungen gerät etwas aus dem Gleichgewicht. Der Song drängt nach vorn und lässt Zweifel und Überforderung stehen, statt sie aufzulösen. Zwischen dem Wunsch nach Rückzug und dem Anspruch, weiterzumachen, entsteht eine Spannung, die bestehen bleibt. Ein Song über das Eingeständnis von Schwäche, ohne darin stehen zu bleiben.
Passend zur neuen Single und dem dazugehörigen Album kündigt die Band außerdem eine umfangreiche Tour an:
22.05.26 – CH – Zürich, Plaza
24.05.26 – DE – Mainz, Open Ohr
28.05.26 – CH – Luzern, Schüür
29.05.26 – CH – Solothurn, Kofmehl
30.05.26 – CH – Martigny, Sunset Bar
18.06.26 – CH – Bern, Rössli
11.07.26 – DE – Hamm, Open Air Hamm
08.08.26 – DE – Kröning, Labertal Festival
27.08.26 – DE – Dortmund, Subrosa
28.08.26 – DE – Hamburg, Molotow
29.08.26 – DE – Lehrte, Zytanien Festival
01.09.26 – DE – Dresden, Ostpol
02.09.26 – DE – München, Milla
03.09.26 – AT – Graz, Music House
04.09.26 – AT – Wien, Kramladen
08.09.26 – DE – Köln, Bumann & Sohn
11.09.26 – DE – Berlin, Cassiopeia
12.09.26 – DE – Marburg, KFZ
13.09.26 – BE – Antwerpen, Djingel Djangel
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Das dritte Album der Züricher Band, die schon in den USA auf dem SXSW und bei der Radiostation KEXP spielte, handelt von intensiven Gefühlen und chaotischen Beziehungen. «Out of Scale» erinnert an Courtney Barnett und Wet Leg. Die Songs auf dem Album berühren, weil sie sehr roh und intim sind. Weil sie auch schwierigen Zeiten den Platz einräumen, den sie verdienen. Und weil sie Neuanfänge zulassen.
Die Songs mussten einfach raus. Zwischen der US-Tour der Indie-Rockband und Konzerten in Europa nahmen Annie Taylor ihr drittes Album auf. Es heißt «Out of Scale» und ist geprägt von intensiven Gefühlen, chaotischen Beziehungen und großen Träumen.
Mal leidet Sängerin Gini Jungi, ist verletzt und kämpft, mal schwebt ihre Stimme sehnsüchtig über den Gitarrenläufen von Tobias Arn. Und wenn der Bass von Michael Mutter und das Schlagzeug von Daniel Bachmann einsetzen, ist klar, dass jeder dieser neuen Songs das Publikum zum Tanzen bringen kann.
Für ihre Live-Shows ist die Band bekannt, die sich in einer Bar in den Schweizer Bergen nach dem Snowboarden kennenlernte und bereits auf dem SXSW, bei der ikonischen Radiostation KEXP in Seattle, auf dem Levitation Festival in Austin, dem Great Escape und dem Reeperbahn Festival spielte.
Auf «Out of Scale» haben Annie Taylor ihren Sound nochmals weiterentwickelt. Das erste Album «Sweet Mortality» machte die Band scheinbar aus dem Nichts international bekannt. Das zweite, «Inner Smile», nahmen sie in England auf; es war rauer, ehrlicher. Und jetzt haben sie ihren Stil nochmals geschärft. Jeder Song klingt anders und muss doch zwangsläufig auf den nächsten folgen. Auf verzerrte Gitarre und selbstermächtigenden Wut-Grunge folgt repetitive Psychedelia – und dann ein nachdenklicher Song, ruhig schon fast: irgendwo zwischen Courtney Barnett und Wet Leg.
Fotocredit: Danny Kötter
Ein großer Teil der neuen Musik ist im Sommer entstanden, als Zürich fast leer war, weil alle in die Ferien verreisten. Sängerin Gini Jungi erinnert sich an den Geschmack von Sonnencréme und Salz auf ihrer Haut. An Sommerkleider. Und an unendlich viel Zeit zum Nachdenken. Manchmal fühlte sich das gut an, dann, wenn sich eine Nacht ohne Plan entwickelte, im Limbo, und sie trotzdem eine krasse Klarheit spürte. Manchmal saß sie aber auch auf ihrem Teppich in der Wohnung, fühlte sich allein, spielte Gitarre, spürte Verlust, aber auch Dankbarkeit.
Auf Festivals, auf langen Busfahrten und bei späten Shows war sich die Bandmitglieder sehr nahe. Fast nahtlos konnten sie sich so in die Texte von Sängerin Gini Jungi einfühlen und diese gemeinsam vertonen.
Viele Lieder auf «Out of Scale» handeln von Freundschaften und Liebesbeziehungen. Sich sicher fühlen, euphorisch sein, weil eine Person einem die Schönheit der Welt zeigt. Erinnerungen an eine Zeit, in der alles gut war. Dann kommen die Zweifel. Etwas stimmt nicht mehr. «I am not your answer». Ich bin nicht deine Antwort. «And I am not your cure». Und ich bin nicht deine Heilung.
Songs wie «The Ocean» oder «Something ain’t right» finden Melodien für diese Stimmung, diesem Mix aus Verlangen, Sehnsucht und Trost. Mal ist Gini Jungis Stimme im Hintergrund und reduziert, dann, plötzlich, bricht der Nebel auf, und sie ist ganz nah.
Mit der Veröffentlichung des neuen Albums wechselt die Band zum Label Clouds Hill. Neu wird auch Bassist Josip Tijan Annie Taylor verstärken und frischen Schwung reinbringen. Das visuelle Konzept haben Kevin Högger, Studio Végété und Quentin Lacombe gestaltet. Der Mix aus zeitgenössischem Grafikdesign, experimenteller Kunst und Popästhetik spiegelt die Reibung und die Offenheit wider, die das Album auszeichnet.
Sein Ding machen, auch wenn es vielleicht nicht der direkte Weg ist, «Out of Scale», außerhalb der konformen Maßstäbe eben – das ist die Botschaft, die das Album trägt und die schon im Bandnamen steckt. Annie Edson Taylor war eine Lehrerin aus den USA, die ein unruhiges Leben führte und aneckte. 1901 stürzte sie sich als erster Mensch in einem Fass die Niagarafälle hinunter. Verletzt war sie nur am Hinterkopf.
Die neuen Songs von Annie Taylor berühren, weil sie sehr roh und intim sind. Weil sie auch schwierigen Zeiten den Platz einräumen, den sie verdienen. Und weil sie Neuanfänge zulassen. Schon der Opener «Alligator» macht sofort wach, klingt, als ginge es im Bandraum um alles und zeigt, dass nach dem Hadern oft die Erkenntnis kommt: Ich muss mich nicht klein machen, mich auflösen, mich bücken. Ich kann selbst etwas an der Situation ändern.
«Out of Scale» motiviert dazu, nie mit dem Träumen aufzuhören. Sich immer wieder neu zu erfinden. Und dem Stillstand entgegenzuhalten.
Disneys Lustiges Taschenbuch (LTB) ist eine der erfolgreichsten Comicreihen im deutschsprachigen Raum und blickt auf eine lange Geschichte zurück. Die Reihe wurde erstmals 1967 vom Egmont Ehapa Media Verlag veröffentlicht und brachte vor allem Geschichten aus dem Disney-Universum rund um Figuren wie Donald Duck, Micky Maus und Dagobert Duck in Buchform heraus. Viele Generationen sind mit den Comicbüchern aufgewachsen und ließen sich zum Lesen motivieren. Und alle vier Wochen erscheint ein neues Buch – inzwischen über 600 Ausgaben (HIER zu finden).
Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich die Reihe stetig weiter: Neben den regulären Ausgaben erschienen zahlreiche Sonderreihen, thematische Bände und Jubiläumsausgaben. Inhaltlich wurden die Geschichten moderner, behielten aber ihren humorvollen und abenteuerlichen Stil bei. Trotz Veränderungen im Comicmarkt ist das Lustige Taschenbuch bis heute ein fester Bestandteil der deutschen Comic-Kultur geblieben und erreicht weiterhin eine große Leserschaft.
Die Fülle der Sonderreihen mag etwas unübersichtlich wirken. Es gibt da doch einiges wie beispielsweise „LTB Spezial“, „LTB Extra“, „LTB Abenteuer“ und „LTB Sonderedition“, wo meist ältere Geschichten neu zusammengestellt werden. So erschien gerade auch der „LTB Sonderband“ mit der Nummer 1, der sich dem Thema „Musical“ widmet.
Anlass ist das 25jährige Jubiläum von „König der Löwen“ in Hamburg. Die erste Story des Comicbandes lässt sich von der Faszination der Show inspirieren und erzählt daraus eine eigene, einzigartige Geschichte in der Welt von Entenhausen. Hier heißt das Musical dann „Tanz der Löwen“, spielt aber dennoch mit viel Lokalkolorit im Theater in der Nähe der Elbphilharmonie. Tollpatsch Donald landet unfreiwillig im Kostüm eines Zebras auf der Musicalbühne und richtet das übliche Chaos an. Eine schöne, gänzlich neu verfasste Geschichte.
Die übrigen Seiten des knapp 200 Seiten starken Buches sind gefüllt mit älteren LTB-Geschichten, die allesamt von Metiers wie Musical, Schauspiel oder Konzert inspiriert sind. Nichts wirklich Neues, aber in der thematischen Zusammenstellung einzigartig. Zudem erfährt die Leserschaft viel Wissenswertes zum Musical mit Fun Facts, einem Blick hinter die Kulissen, den Hits und den Kostümen.
So trifft die Welt des Musicals auf die Fantasie des Comics – und schafft ein besonderes Erlebnis für langjährige Fans ebenso wie für neue Generationen. Das Lustige Taschenbuch ist seit dem 21. April im Handel erhältlich.
Bereits im Jahr 2021 gab es ein „Pop Classics“ Sonderheft (Ausgabe #4) zum „King of Pop“ Michael Jackson. Die Reihe erscheint unregelmäßig im SLAM Media Verlag und die Nummerierung ist etwas unübersichtlich, da sich Ausgabe #6 nun ebenfalls Michael Jackson widmet, während Nummer #5 im Jahr 2025 ein FALCO-Sonderheft war. Verwirrend? Ja. Und vermutlich gibt es viele Dopplungen in den Heften 4 und 6. Aber am besten achtet man gar nicht auf die Nummer sondern lieber auf den Inhalt. Und da ist das Heft doch herausragend.
Michael ist momentan wieder in aller Munde, beispielsweise durch den gleichnamigen Kinofilm, der seine Karriere von den Anfängen mit den Jackson Five bis zum Album „Bad“ beschreibt. Oder durch das Musical „MJ“, das sehr erfolgreich unter anderem in London und Hamburg läuft. Alles sehr nostalgisch und emotional.
Das Heft erzählt Jacksons Geschichte chronologisch, wobei die Anfänge der Jackson Five in einem Artikel abgehandelt werden und man erst mit Michaels Soloalben so richtig einsteigt. Ein ausführlicher Abriss der Solokarriere findet sich dann von Album zu Album, beginnend mit dem fünften Werk „Off The Wall“. Ausführlich geht man ausgehend von der jeweiligen Musik auch auf Tourneen und das persönliche Umfeld des Künstlers ein. Behandelt werden alle weiteren Soloalben – auch die posthumen Veröffentlichungen.
Damit ist das Heft schon gut gefüllt und sehr informativ. Als Ergänzung werden viele Künstler*innen zitiert, die Jacksons Einfluss auf ihre eigene Musik beschreiben, und es gibt ein älteres, ausführliches Interview mit Tito Jackson, dem zweitältesten Bruder von Michael, der 2024 verstorben ist. Zudem finden sich Artikel zur „Michael Jackson Tribute Live Experience“ und zum Musical „MJ“, außerdem eine Zusammenstellung von Büchern, Filmen und anderen Memorabilia. Insgesamt 116 gut gefüllte Seiten und zwei Poster. Der King of Pop lebt in vielen Herzen weiter.
Die Kult-Blechbläsertruppe MNOZIL BRASS aus Österreich kann man kaum in eine Schublade stecken. Es gibt volkstümliche Blasmusik und Jazz, Rock und Pop, Comedy und A-cappella-Gesang. Der musikalische Mix ist wie eine Reise durch viele Stilrichtungen und Epochen. Und das funktioniert jetzt schon seit 30 Jahren! „Jubelei“ heißt das aktuelle Programm, mit dem die sieben Musiker am Mittwoch in der Gebläsehalle Neunkirchen zu Gast waren. Die Location war nahezu ausverkauft. Klar – denn der Name der Band bürgt für Qualität und einen kurzweiligen Abend.
Ein typischer Abend mit Mnozil Brass fühlt sich weniger wie ein steifes Konzert und mehr wie eine unterhaltsame Bühnenshow an. Die Musiker kommen nicht einfach auf die Bühne, spielen ihr Programm herunter und gehen wieder, sondern interagieren ständig miteinander und mit dem Publikum. Es gibt kleine Geschichten, Running Gags („Määääh“) und oft auch überraschende Wendungen, bei denen Musikstücke ineinander übergehen oder plötzlich eine ganz andere Richtung einschlagen.
Ganz sanft saßen fünf der Musiker beispielsweise am Bühnenrand und sangen zu einem Glockenspiel und unterschiedlichen Geräuschen das Beatles-Cover „Blackbird“. So wundervoll – und ohne Verstärkung durch die ganze Halle zu hören, da das Publikum sehr andächtig an ihren Lippen hing. Dann wieder jazzige Unterhaltung im Schnelltempo, bevor man für eine emotionale instrumentale Version von „Tears in Heaven“ wieder runterfuhr.
Was besonders auffiel, war die Dynamik, denn ruhige, sehr präzise gespielte Passagen wechselten sich mit energiegeladenen, fast schon chaotisch wirkenden Momenten ab. So gab es filigrane Klänge mit viel Behutsamkeit, auf die „Final Countdown“ hymnisch und mit übertriebener Choreo folgte. „99 Luftballons“, „Englishman in New York“, ein Auszug aus dem Musical „Grease“ und „One Moment in Time“ folgten in einem Medley. Genregrenzen wurden jederzeit gesprengt. Die Musiker bewegten sich ständig auf der Bühne, nutzten Mimik und Gestik und bauten so eine starke Verbindung zum Publikum auf.
Nach 50 Minuten gab es eine Pause, dann ging es hardrockend mit „Hells Bells“, „Thunder“ und „Highway to Hell“ weiter. Alles wie geschaffen für eine blasmusikalische Umsetzung. „Somewhere Over the Rainbow“ wurde nur zu zweit dargeboten, dann erklang die Posaune zu einem mehrstimmigen Chor. Und auch „Music“ von John Miles – das Paradestück aus allen Hitparaden – erklang in fantastischen Tönen.
Musikvereine lieben Mnozil Brass, das spürte man unter den Fans, die den Standard „Rosamunde“ stimmgewaltig mitsangen. Zum Schluss nochmal etwas Comedy, wenn ein Musiker die Posaune mit den Füßen spielte – und nach gut zwei Stunden reiner Konzertlänge ging der Abend mit einem Edelweiß-Lied zu Ende. Es war eine kreative und offene Show. Mnozil Brass sind auch nach über dreißig Jahren und einigen Besetzungswechseln immer noch großartig!
Der Autor Joe Hill heißt eigentlich Joseph Hillström King und stammt aus dem US-Bundesstaat Maine. Aha, kennen wir doch. Von dort stammt auch der Horrormeister Stephen King. Und tatsächlich ist Joe einer der beiden Söhne des Bestsellerautors. Die ganze Familie schreibt: Tabitha King und auch Owen King sind schriftstellerisch aktiv. Doch es ist schon bezeichnend, dass Joe Hill ganz darauf verzichtet, mit dem Namen des berühmten Vaters Promotion zu machen. Warum? Weil er es nicht nötig hat! Hill hat sich längst freigeschwommen und mit Stories wie „Christmasland“ und der Comic-Reihe „Locke & Key“ (beides erfolgreich verfilmt) für Furore gesorgt.
„King Sorrow“ ist eigentlich ein dicker Wälzer, der nun auf Deutsch in zwei Teilen erscheint. Band 1 umfasst bei Heyne immerhin schon 592 Seiten. Teil 2 wird im Juli erscheinen.
Kurz zur Story: Das renommierte Rackham College in Maine. Als Vorzeigestudent Arthur Oakes und seine Freunde in einem alten okkulten Text aus der Universitätsbibliothek ein Ritual entdecken, mit dem man angeblich einen Drachen beschwören kann, beschließen sie in einer rauschhaften Silvesternacht, die Probe aufs Exempel zu machen. Was als Spiel beginnt, wird schon bald zum Albtraum. Eine uralte und mächtige Wesenheit erwacht. Und sie ist hungrig…
Als Leser war ich sehr schnell in der spannenden Story drin. Zunächst geht es darum, Arthur und seinen illustren Freundeskreis kennen zu lernen. Das passiert in umfangreichen Anekdoten, die zu Beginn aufgrund der vielen Namen noch etwas verwirrend erscheinen, doch bald lichtet sich das Feld und man hat die Protagonist*innen und Antagonist*innen intus.
Vieles erinnert mich an das Setting von Kings „Es“ und an die bekannte Serie „Stranger Things“. Nicht nur – aber auch – weil die Erzählung in den 80er Jahren startet. Es ist eine typische Comig-of-Age-Story, die das Heranwachsen einer Gruppe junger Leute beschreibt. Ihre Beziehungen, ihre Träume, ihre Fehler. Sehr anschaulich beschrieben und schön nachvollziehbar.
Dann kommt die Story in Gang, als mystische Elemente auftauchen: Der monströse Drache King Sorrow wird herauf beschworen, um die Erpresserin Jayne Nightswander zu stoppen, die sich zu Arthurs Nemesis entwickelt hat. Doch man muss einen Preis zahlen, wenn man eine solche Kreatur um Hilfe bittet – und man wird sie nicht mehr los.
„King Sorrow“ ist eine Geschichte um Traumata und verdrängte Erinnerungen. Die Taten der Vergangenheit haben Auswirkungen auf ein ganzes Leben. So entwickelt sich eine abenteuerliche Abfolge von Geschichten, die „King Sorrow I“ mit einem Höhepunkt enden lässt, der das Warten auf den zweiten Teil zur Qual machen kann.
Der Vergleich mag müssig sein, aber Joe Hill steht Stephen King kaum nach. Er schreibt ebenso lebendig und spannungsgeladen. Dabei zieht er die Leserschaft in eine ganz eigene Welt, in der man sich ein Stück weit zuhause fühlen kann. Ein wundervoller Roman für Horror-Fans, die zudem die Nostalgie der 80er Jahre verinnerlicht haben.
Während mit „Aurora“ das nach offizieller Zählung 24. Studioalbum von YES bei InsideOut / Sony Music in den Startlöchern steht, gibt es aus dem Hause Mercury / Universal einen wertigen Release, um die Wartezeit bis Juni zu überbrücken.
Das Album „From a Page“ der britischen Progressive Rocker ist vor allem ein interessantes Stück Bandgeschichte. Es handelt sich weniger um ein klassisches Studioalbum als vielmehr um eine Art musikalische Zeitkapsel mit recht seltenen Aufnahmen. Ursprünglich erschien es 2019 als Mini-Album mit vier Songs, die schon um 2010 aufgenommen worden waren aber damals keinen Platz auf dem regulären Studioalbum „Fly from Here“ (2011) fanden.
Was das Werk so besonders und wertvoll für Fans macht, ist der Kontext seiner Entstehung: Die Aufnahmen stammen von einer spezifischen Besetzung der Band mit Chris Squire, Steve Howe, Alan White, Kurzzeit-Sänger Benoît David und Keyboarder Oliver Wakeman. Gerade Wakeman spielte eine zentrale Rolle bei dem Release. Er war nicht nur maßgeblich am Songwriting beteiligt, sondern stellte die lange unveröffentlichten Aufnahmen acht Jahre später zu einer EP zusammen und veröffentlichte sie 2019 als eine Form späte Würdigung für den 2015 verstorbenen Squire.
Musikalisch bewegt sich „From a Page“ klar im Progressive Rock, wirkt dabei aber oft kompakter und zugänglicher als die epischen Klassiker der 70er. Die vier ursprünglichen Stücke – „To the Moment“, „Words on a Page“, „From the Turn of a Card“ und „The Gift of Love“ – zeigen melodische Strukturen, vielschichtige Arrangements und typische YES-Elemente wie filigrane Gitarrenarbeit und dichte Keyboardflächen. Wakemans großer Einfluss ist unverkennbar. Gleichzeitig merkt man, dass das Material aus einer Übergangsphase stammt: Es verbindet den klassischen Sound mit moderneren, teilweise fast poppigen Ansätzen.
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Spannend ist auch die Veröffentlichungsgeschichte: Aus dem kleinen Mini-Album wird jetzt 2026 eine deutlich erweiterte Version, die zusätzliche Tracks, alternative Fassungen und Demos aus denselben Sessions enthält. Dadurch bekommt man einen tieferen Einblick in den kreativen Prozess rund um „Fly from Here“ und hört, wie sich Ideen innerhalb der Band entwickelten – teilweise in Versionen, die sich deutlich von den später veröffentlichten Songs unterscheiden.
„From A Page“ wird als 2-CD-Box-Set und als 2-LP-Version angeboten. Die 2CD-Edition mit Artwork von Roger Dean bietet ein Booklet mit ausführlichen Liner Notes von Oliver Wakeman, ein ausklappbares Poster und 5 Kunstkarten, verpackt in einer Clamshell-Box. Die Doppel-LP präsentiert die Musik gepresst auf zwei 180-Gramm-Vinylplatten, die im Half-Speed-Verfahren gemastert wurden. Die beiden LPs sind in einem Gatefold-Cover verpackt, das das künstlerische Artwork zeigt, das Roger Dean für dieses Album entworfen hat.
Unterm Strich ist „From a Page“ kein typisches Hauptwerk der Band, sondern eher ein Blick hinter die Kulissen – aber genau das macht seinen Reiz aus. Für Fans ist es ein wertvolles Dokument einer wenig beleuchteten Phase von YES, in der sich zeigt, wie viel ungenutztes Material und kreative Energie selbst in den Zwischenzeiten dieser legendären Band steckt.
Die deutsche Chansonsängerin und Schauspielerin Ute Lemper zählt seit Jahrzehnten zu den prägenden Stimmen des internationalen Musiktheaters. Geboren 1963 in Münster, wurde sie zunächst durch ihre Rollen in Musicals wie „Cabaret“ und „Chicago“ bekannt und machte sich später vor allem als Interpretin der Werke von Kurt Weill und Bertolt Brecht einen Namen. Ihre Karriere war dabei von Beginn an ungewöhnlich vielseitig: Lemper ist nicht nur Interpretin, sondern auch Tänzerin und Autorin mit engem Bezug zur europäischen Kabarett-Tradition. Dabei zeigt sie stets einen starken Hang zu politischen und historischen Themen.
Mit ihrer aktuellen Tour war sie am Dienstag in der Neuen Gebläsehalle Neunkirchen zu Gast und konnte im voll besetzten Haus glänzen. Im Programm „Die Zeitreisende“ knüpft sie genau an oben benannte Vielschichtigkeit an und treibt sie sogar noch weiter. Das Konzert ist weniger ein klassischer Liederabend als vielmehr ein kunstvoll komponierter Abend zwischen Konzert, Lesung und autobiografischem Theater. Ute Lemper greift dabei auf ihre 2023 erschienene Autobiografie zurück und verwebt persönliche Erinnerungen mit musikalischen Stationen ihres Lebens.
Die Sängerin betrat die Bühne nicht als bloße Interpretin, sondern als Erzählerin ihres eigenen Lebens. Zur musikalischen Begleitung hatte sie Vana Gierig am Piano und Giuseppe Bassi am Kontrabass dabei. Sie startete mit dem jiddischen „Donna Donna“. Weiter ging es mit eigenen Stücken („Time Traveler“) und Musical-Highlights wie „All That Jazz“. Zwischen den Songs sprach sie über ihre Kindheit, ihre künstlerischen Anfänge in Europa und ihren späteren Weg nach New York. Diese narrative Struktur zog sich durch das gesamte Programm und verlieh dem Konzert eine filmische Dramaturgie, die durch kurze Einspieler auf der Bühnenrückwand noch ergänzt wurde. Es entstand der Eindruck einer gedanklichen und persönlichen Reise durch Zeiten, Orte und Emotionen.
Jazzig verspielt zelebrierte Lemper aoft ein lautmalerisches Singen. In der Art ihres Erzählens wirkt sie oft verträumt und weinerlich. Musikalisch bewegte sich die Sängerin aber souverän zwischen Genres und Epochen. Italienische Stücke wie „Madrigal escrito en invierno“ standen neben Chansons von Édith Piaf und Liedern aus ihrem eigenen Repertoire. Hinzu kamen die emotionalen Stücke von Kurt Weill, der Brecht und Kästner vertont hatte. Die Songs flossen zum Teil ineinander, wurden von erzählerischen Passagen getragen und bildeten so ein zusammenhängendes Ganzes. So entstand eine intime Atmosphäre, die ganz auf Stimme und Ausdruck konzentriert war.
Thematisch scheute Lemper auch vor schweren Stoffen nicht zurück. Erinnerungen an das geteilte Berlin, Reflexionen über Geschichte und persönliche Konflikte – all das fand seinen Platz im Programm. Gleichzeitig blitzen immer wieder humorvolle Momente auf, etwa wenn sie Anekdoten aus ihrer Karriere erzählte oder berühmte Weggefährten, vor allem Marlene Dietrich, porträtiert. Man konnte Ute fast mit Marlene gleichsetzen, wenn sie deren von Deutschland und dem Bühnenleben frustrierte Art nachmachte und viele gemeinsame Anekdoten erzählte.
Das Publikum honorierte den sehr persönlichen und oft berührenden Abend mit starken Applaus. Lemper zeigt auf der aktuellen Tour einmal mehr ihre Fähigkeit, Biografie, Geschichte und Kunst zu einem stimmigen Gesamterlebnis zu verschmelzen. Dabei gab es überraschend keine Pause, sondern 110 emotionale Minuten am Stück. Und der Abschluss mit „Blowin‘ In The Wind“ und „Imagine“ war absolut berührend.
Vier Nummer-1-Alben, dazu gigantische Tourneen mit Hunderttausenden ekstatischen Fans – und dann: zwei Jahre Funkstille. Jetzt ist es endlich wieder soweit! Im Sommer 2026 kehren die BROILERS mit voller Wucht auf die Bühne zurück.
Nachdem das Heimspiel im Düsseldorfer Stadion – das Mega-Konzert „Ultrabowl“ – ein Jahr im Voraus mit 45.000 Tickets ausverkauft meldet, ist spätestens klar:
Die BROILERS müssen wieder raus. Raus auf die großen Bühnen, in die Stadien und auf die Plätze. Dorthin, wo sie hingehören. Dorthin, wo ihre Songs und ihre Energie am stärksten wirken – mitten rein ins Herz ihrer eingeschworenen Fangemeinde.
Ein BROILERS-Konzert ist wie ein Kinofilm, in den man unbedingt rein will und der einem dann nicht mehr aus Kopf geht – voll von allen Emotionen – Gänsehaut, Leidenschaft und pure Freude.
Über zwei Stunden pure Energie, mitreißende Refrains, echte Haltung, packende Stories – und diese unbändige Spielfreude, die jede Halle, jedes Stadion zum Beben bringt und selbst in einem großen Kessel mit 44.999 anderen ein Gefühl erzeugt, als sei man zusammen in einem kleinen Underground Club in den Kellern Deiner Stadt.
Kein Wunder, dass die BROILERS längst zu den größten Live-Acts im deutschsprachigen Raum zählen. Trotz aller Erfolge sind sie sich treu geblieben:
Mit ihren Wurzeln tief verankert in der Punkbewegung, mit klarer Kante und einer Authentizität, die man in der heutigen Musiklandschaft selten findet. Genau das schweißt sie mit ihren Fans auf eine Weise zusammen, die jedes Konzert zu etwas ganz Besonderem macht.
Die BROILERS können auf ihre Anhängerschaft zählen. Eine eingeschworene Familie, die entscheidend zu der ganz besonderen Magie ihrer Shows beiträgt.
Broilers geht nur zusammen!
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Seit ihrer Debüt-EP „Billstedt“ aus dem Jahr 2020 schrauben Christian Klindworth, Antoine Laval und Lars Brunkhorst an ihrem ganz und gar eigenen Sound zwischen Postpunk und melodienverliebtem Indierock. fluppe haben mit „blüte“ (2021) und „boutique“ (2023) zwei Alben veröffentlicht. Sie sind beim Reeperbahn Festival aufgetreten, haben für Turbostaat eröffnet, doch vor allem sind sie unermüdlich durch die Clubs getourt und haben ihre eigenen Shows gespielt.
Aber klar, auch an fluppe schrappt die Polykrisen-Gegenwart nicht einfach vorbei, zumal es vermutlich unumgänglich ist, dass hier und da mal Cure-Gitarren durchschimmern, wenn man ein Album mit Produzent Tobias Siebert (Klez.e, And The Golden Choir) aufnimmt. Und es war auch Siebert, der fluppe den entscheidenden Schubser gegeben hat, als die Band zu Beginn des gemeinsamen Arbeitsprozesses nicht so recht wusste, wer auf den neuen Stücken denn nun eigentlich singen soll: „Ihr habt in Hamburg doch diese Musikerkneipe namens Mutter, da kommt ja eigentlich jeder Zweite dafür in Frage.“ fluppe haben also mal wieder einen Abend in der Mutter verbracht – aber dass den Job jetzt einfach mal Barkeeper Oscar Pursch übernimmt, dürfte dann wohl auch Siebert überrascht haben.
Gleich dieser Opener macht klar, dass fluppe die Beschissenheit der Dinge zwar keinesfalls leugnen, musikalisch aber mächtig dagegenhalten. War schon in der Vergangenheit davon die Rede, dass bei den Hamburgern bestenfalls noch internationale Referenzen funktionieren, so sind auch die bei Album Nummer drei nur noch schwer auszumachen. Vielleicht passt der popgewordene Indierock der Fontaines D.C. – nur lassen fluppe da dann Schnickschnack und Style-Berater weg.
„Beest“ ist das Album einer Band, die ihren Sound ein bisschen weiter ausdefiniert. Würden wir es nicht besser wissen, würden wir „Beest“ als das Debüt von fluppe feiern. Diese Woche startet die dazugehörige Tour in Fürth!
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Es war 1994 beim „Eurovision Song Contest“ in Dublin. Dort wurde als Pausenfüller eine Show aufgeführt, die der irische Tänzer Michael Flatley gemeinsam mit dem Komponisten Bill Whelan ins Leben gerufen hatte. Ihr Name war „Riverdance“ und just an diesem Tag begann ihr Siegeszug um die Welt. Noch heute wird die Mischung aus Stepptanz und keltischer Musik weltweit sehr erfolgreich und in unterschiedlichen Ausprägungen aufgeführt. Ganz vorne in der Hitliste steht dabei die Original-Show „Riverdance“, dicht gefolgt von Flatleys erfolgreichem Nachfolger „Lord Of The Dance“, bei welcher er als tanzender Protagonist noch stärker im Vordergrund stand. Das tänzerische Drama um Gut und Böse wird schon seit 1996 in den großen Arenen gespielt und feiert im Moment die Jubiläumstour zum 30jährigen Bestehen – so auch am 19. April in der SWT Arena Trier. Flatley steht schon seit 2016 nicht mehr als Tänzer auf der Bühne, doch der Geist seiner Idee steckt in jedem neuen Ensemble.
Das Bühnenbild in der aktuellen Produktion ist recht schlicht gehalten. LCD-Leinwände im Hintergrund und aufgebaute Treppen, damit sich das Geschehen auf verschiedenen Ebenen abspielen kann. Wechselnde Stimmungsbilder werden durch die häufig gewechselten Kostüme und die Lightshow aufgebaut. Während „Riverdance“ noch vom Siegeszug der keltischen Musik durch die Welt berichtete und den Einfluss dieser Musik auf viele modernere Spielarten zum Inhalt hatte, erzählt „Lord Of The Dance“ eine ziemlich banale Gut-gegen-Böse-Story, die auf einer irischen Legende beruht. Den roten Faden findet man in den klischeebeladenen Figuren, die entweder in strahlenden Kleidern oder als dunkle Gestalten mit Totenkopf-Masken und in Militär-Kleidung auftreten. So gibt es zwei Protagonisten, die sich als Anführer der Gruppierungen bekämpften, gut aussehende Mädels, die sich mal für die eine, mal für die andere Seite entscheiden, und eine bunte Sagengestalt mit Flöte, die bisweilen auf Seiten der Guten eingreift.
Ein nahezu ausverkaufte SWT Arena genoss die Show um den „Lord Of The Dance“ in Trier. Die fade Story war definitiv nur schmückendes Beiwerk. Es kam auf die tänzerischen Fähigkeiten an, die pure Artistik bedeuteten. Die Synchronität der Tänzer war stets aufs Neue faszinierend. Das betraf vor allem die wild und wirbelnd schnell über die Bühne stampfenden Männer, aber auch die Frauengruppe, die meist eher in Ballettfiguren schwebte, bisweilen aber ebenfalls in den Stepprhythmus verfiel. Gebremst wurde das Geschehen durch erzählende Elemente und die Gesangseinlagen einer irischen Sängerin.
Zu Beginn wurde als Video-Einspieler die Historie der Show und Flatleys Karriere nacherzählt. Im Zugabenblock gab es dann einen dreifachen Michael Flatley auf der großen Leinwand, der mit sich selbst um die Wette steppte. Sehr beeindruckend!
Zweimal 45 Minuten dauerte das Spektakel. Es gab einige wundervolle Momente, wie das erste Auftauchen der Flöte ganz zu Beginn, das mich umgehend in die musikalische Story entführte. Das hymnische Hauptmotiv war mitreißend und regte bei jedem Auftauchen zum Mitwippen und Mitklatschen an. Die Fähigkeiten der Tänzer lagen auf höchstem Niveau. Besonders beeindruckend fand ich stets den synchronen Reihentanz und die rhythmischen Stepp-Elemente. Die Frauen traten sehr anmutig auf, wenn auch die Passage in schwarzer Unterwäsche (nach dem Motto „Sex sells“) durchaus verzichtbar gewesen wäre. Eine bunte Disco-Aufmachung hingegen wirkte als willkommene Abwechslung im keltischen Einheitsbrei. Und in Sachen Gendergerechtigkeit wurden auch die Herren der Schöpfung mehrfach mit freiem, muskelbepacktem Oberkörper gezeigt, was den Fans hörbar gefiel.
Was etwas nervte war die nicht vorhandene Abwechslung im musikalischen Teil. Keltisch und immer wieder keltisch. Selbst die getragenen Gesangsstücke hörten sich alle gleich an. Bei der Originalshow „Riverdance“ hingegen darf man sich auf eine Abwechslung in Richtung Flamenco oder HipHop freuen. So etwas fehlt bei „Lord Of The Dance“ völlig. Einzig ein kurzer gitarrenrockender Moment zu Beginn der Zugabe war auszumachen. Am Ende gab es donnernden Applaus und stehende Ovationen der gut 2500 Zuschauer. Der Funke der Begeisterung war eindeutig übergesprungen!
Wer heute an Filmmusik denkt, kommt an dem Frankfurter Hans Zimmer kaum vorbei. Nicht erst seit er den Oscar für „König der Löwen“, den Golden Globe für „Gladiator“ und den Grammy für „The Dark Knight“ gewonnen hat – kaum ein Hollywood Blockbuster (vor allem aus dem Hause Walt Disney), bei dem er nicht für die Musik verantwortlich war. Die Liste ist lang und reicht von „Crimson Tide“ über „Rain Man“ und „Black Hawk Down“ bis hin zum „Simpsons Movie“, „Inception“ und „Interstellar“. Der inzwischen 68jährige hat ein glückliches Händchen dafür, Emotionen zu transportieren und die Handlung mit musikalischen Themen zu illustrieren. Das funktioniert auch umgekehrt, wenn man den Soundtrack zuhause hört und das Kino im Kopf zu neuem Leben erweckt wird.
Ich würde ja gerne mal eine Reise 100 Jahre in die Zukunft machen um zu erfahren, wie man dann über Hans Zimmer denkt. Wird er den gleichen Stellenwert haben wie die klassischen Komponisten des 18. und 19. Jahrhunderts? Wie Mozart, Beethoven und Schubert? Okay – seine Sinfonien sind „nur“ Filmmusik. Doch sie werden schon heute von renommierten Orchestern gespielt und es kommt vermehrt zu groß angelegten Aufführungen, bei denen die Musik live gespielt wird, während der Film oder Ausschnitte davon auf großer Leinwand dazu laufen Bei diesen Events hat die orchestrale Musik der Filmhandlung längst den Rang abgelaufen.
In Trier war am Freitag „The World of Hans Zimmer“ mit dem Odesa Orchestra zu Gast. Mit „The Immersive Symphony“ erhält die international gefeierte Konzertreihe im Jahr 2026 ihren jüngsten Neuzugang. Für die Produktion zeichnet Hans Zimmer persönlich als musikalischer Leiter und Kurator verantwortlich – auch wenn er selbst nicht auf der Bühne steht. In einem Videoeinspieler leitet er die Show ein und tritt auch am Ende wieder in Erscheinung.
Die SWT Arena in Trier war fast ausverkauft und man durfte sich auf eine grandiose Produktion freuen. Auf der Bühne fanden sich das Orchester und eine grandiose Liveband, dazu eine Reihe fantastischer Solist*innen. Für die visuellen Effekte griff man auf den Trick zurück, einen Vorhang vor dem Orchester als zweite Leinwand zu nutzen, wie man dies aus vielen Theaterproduktionen kennst. Das verlieh den Visuals und Filmausschnitten eine Räumlichkeit, die sehr wirkungsvoll war.
Die herausragenden instrumentalen Solist*innen waren Josh Plotner an der Querflöte, Timothée Berte-Renou am Cello und Maya Levy an der Violine. Schon der Opener „Man of Steel“ zeigte filigrane Passagen gepaart mit einer bombastischen Klangfülle des Orchesters. Und als sich dann Superman zu hymnischen Klängen in die Luft erhob, war das Publikum zum ersten begeisterten Applaus bereit.
Weiter ging es mit „The Rock“ und „King Arthur“. Zum historisch wichtigen „Pearl Harbour“ stand die Pianistin Nicole Johnson im Mittelpunkt, die zudem Musical Director der Show war. Es gab fließende Lichtprojektionen, ein Tanzpaar und Sängerin Carla Chamoun mit lautmalerischen Klängen ohne Text. Zu Beginn verwendete man nicht unbedingt Zimmers bekannteste Melodien, aber in Verbindung mit den Filmausschnitten (beispielsweise „Rush“ mit der Geschichte um die Formel-1-Rennfahrer James Hunt und Niki Lauda) machte die Show große Lust, sich diese Filme mal anzuschauen.
James Bond in „No Time To Die“ wurde mit einer genialen Cello-Melodie gewürdigt und brachte großartige Bilder von Eis und Feuer. „Wonder Woman“ zeigte Maya an der Geige im Glitzerkleid und mit virtuosem Können. Das „Dune“-Thema gab es von Joshs Flöte, eingebettet in fantastische Wüstenbilder. Dann „Interstellar“ mit Sternenlicht auf doppelter Leinwand. Die Visuels und der glasklare Sound verschmolzen zu einem immersiven Konzerterlebnis, das das Publikum in seinen Bann zog und es zu einem integralen Bestandteil dieser magischen Atmosphäre werden ließ.
Nach 60 Minuten erfolgte eine Pause, danach ging es mit Fahrgeräuschen und Sirenen aus Gotham City weiter. „The Dark Knight“ kam mir persönlich zu kurz, aber es sollten ja noch viele Filme gewürdigt werden. „Kung Fu Panda“ sorgte mit fernöstlicher Flöte und Mandoline für Erheiterung, als die Zeichentrick-Filmschnippsel zu sehen waren. „Sherlock Holmes“ brachte Stadtgeräusche im Surround Sound – man war buchstäblich mittendrin – zudem ein Akkordeon und Maya als Teufelsgeigerin. Carla am Gesang erklang erstmals mit Text und die Soli waren hier so hervorragend, dass es schon vor den Zugaben vereinzelt Standing Ovations gab.
Zur „Lion King Suite“ glänzte der schwarze Sänger Futurelove Sibanda am Gesang und performte am Ende spektakulär mitten aus dem Publikum heraus. Einfach wundervoll. Die Show war schon gut 150 Minuten zu Gange, als der Zugabenblock begann. Wir durften Hans Zimmer riesengroß auf Leinwand am Piano mit „Time“ aus „Interstellar“ erleben und er richtete aus der Ferne sympathische Dankesworte an die komplette Produktion. Zum Abschluss gab es dann wieder hymnische Klänge von „Pirates Of The Caribbean“ und Dirigentin Nicole am Akkordeon. Ein wunderbarer Abschluss für ein fantastisches Konzerterlebnis, bei dem das Publikum immer mitten im Geschehen war.
Bald ist es wieder soweit – und wie in jedem Jahr werden sich die Geister an dem TV-Großereignis scheiden: Vom 12. bis 16. Mai findet der „Eurovision Song Contest“ in der Stadthalle Wien statt. Am 12. und 14.5. werden die beiden Halbfinale ausgetragen, am 16.5. das Finale für über 150 Millionen Fernsehzuschauer weltweit. Wer sich in seinem Bekanntenkreis umhört, wird vermutlich feststellen, dass es nur zwei Einstellungen gegenüber dem ESC gibt: entweder man hasst ihn oder man liebt ihn.
Trotz aller Höhen und Tiefen ist der ESC seit 70 Jahren ein einzigartiges Ereignis, das Musik, Show und gesellschaftliche Entwicklungen miteinander verbindet. Er dient nicht nur als Wettbewerb, sondern auch als Spiegel kultureller Trends und politischer Stimmungen in Europa und darüber hinaus. Seine Mischung aus Glamour, Wettbewerb und gelegentlichem Chaos ist genau das, was den Reiz des Eurovision Song Contest seit Jahrzehnten ausmacht – ein jährliches Spektakel, das Menschen über Ländergrenzen hinweg zusammenbringt und immer wieder für Gesprächsstoff sorgt.
Zum Jubiläum erscheint beim PRESTEL-Verlag ein umfangreicher Wälzer als Hardcover, der sich den 70 Jahren „Glitzer, Spaß und magische Momente“ widmet. Seit seiner ersten Ausgabe im Jahr 1956, initiiert von der European Broadcasting Union, hat sich der Wettbewerb von einer kleinen, eher nüchternen Fernsehsendung zu einem globalen Popkultur-Phänomen entwickelt, das jährlich hunderte Millionen Zuschauer erreicht. Ursprünglich als Projekt zur Förderung der europäischen Verständigung nach dem Zweiten Weltkrieg gedacht, entwickelte sich der ESC schnell zu einer Bühne für musikalische Vielfalt, nationale Identität und nicht zuletzt spektakuläre Inszenierungen.
Zu den größten Highlights der ESC-Geschichte zählen legendäre Auftritte wie der Sieg von ABBA im Jahr 1974 mit „Waterloo“, der den internationalen Durchbruch der Band markierte, oder der Erfolg von Céline Dion, die 1988 für die Schweiz gewann und später zu einem der größten Popstars der Welt wurde – und natürlich die beiden deutschen Siege mit Nicole und Lena. Auch der Triumph von Loreen, die 2012 und erneut 2023 gewann, unterstreicht, wie sehr der Wettbewerb Karrieren prägen kann. Der ESC ist zudem bekannt für ikonische und oft gewagte Performances, etwa von Conchita Wurst, deren Sieg 2014 ein starkes Zeichen für Diversität und Toleranz setzte.
In chronologischer Reihenfolge geht es durch die Jahrzehnte und wir werden in ausführlichen Texten und mit vielen Bildern an die Highlights erinnert. Dabei geht es (natürlich) um die jeweiligen Sieger*innen, aber auch um Kuriositäten wie die Teilnahme von Guildo Horn. Daneben war der Wettbewerb nie frei von Kontroversen und Skandalen. Politische Spannungen spiegelten sich immer wieder in Abstimmungsverhalten und Teilnehmerentscheidungen wider, etwa bei Boykotten oder umstrittenen Austragungsorten. Diskussionen über „Nachbarschaftsvoting“ und vermeintliche Blockabstimmungen gehören seit Jahrzehnten zum festen Bestandteil der ESC-Debatte. Auch einzelne Auftritte sorgten für Aufsehen, sei es durch provozierende Inhalte, Regelverstöße oder technische Pannen.
Das Buch hat viele Infos zu bieten und ergänzt für Statistiker ein Listing aller Siegerinnen und Sieger aus 70 Jahren. Was leider fehlt, ist eine Legende mit Künstler*innen, Komponist*innen, Ländern und Titeln im Lexikon-Format, die das Buch zum Nachschlagewerk für ESC-Freunde machen könnte. Ich finde es schade, dass diese Chance vertan wurde. Darüber hinaus aber ist das Werk wirklich sehr gelungen – gleichermaßen für Nostalgiker und ESC-Freunde der Gegenwart.
Morgen ist auch noch ein Tag. Aber wer will schon an morgen denken, wenn heute Sonntag ist und die Versuchung um den Hals hängt – glänzend, verführerisch. Es klappert im Unterbewusstsein, die Hand zuckt. Kobrakasino sind zweieinhalb Jahre nach ihrem Debütalbum zurück und kündigen den Nachfolger „Alarm für Kobrakasino“ für den Juni 2026 an.
„Die Schlange“ ist ein Liebeslied an gute Tage und schlechte Entscheidungen. Die bewusste Hingabe zum Unbewussten. Aber hey – fühlt sich gar nicht so falsch an. Hier das Serum, viel Spaß beim Vergiften.
Musikalisch schlängelt sich das Wiener Trio zwischen NDW-Nostalgie und modernem Indie- und Art-Pop-Sound hindurch – verführerisch, präzise. Synths, die sich festbeißen, Hooks, die nicht mehr loslassen. Und wenn der Song noch nicht fesselnd genug ist, hypnotisiert das dazugehörige Musikvideo (VÖ: 27. März) mit absurder Leichtigkeit. Die Hand zuckt wieder, der Kelch wird hingehalten. Was kommt als nächstes von Kobrakasino? Abwarten – die Versuchung spüren. Und bis dahin nicht vergessen: Morgen ist auch noch ein Tag.
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Kobrakasino ist eine 2018 gegründete Popband mit deutschen Texten aus Graz (wohnhaft in Wien), die sich rasch in der österreichischen Musikszene etablierte. Mit der Single „Nur Einen Tanz“ begann die Zusammenarbeit mit Produzent Maximilian Walch, der auch das Album „Sonne, Mond & Dynamit“ abmischte; die Singles „11 Uhr Früh“ und „Nie Rebell“ liefen unter anderem auf FM4, BR Puls und EgoFM.
Das 2023 bei Problembär Records erschienene Debütalbum wurde von ausverkauften Release-Shows und einer Deutschlandtour als Support von Resi Reiner begleitet. 2024 folgten weitere Veröffentlichungen, darunter die Kollaboration „Geh nach Haus“ mit HUND sowie die Mini-EP „Armageddon“, während das zweite Studioalbum „Alarm für Kobrakasino“ für Juni 2026 angekündigt ist.
Nach den Singles „Du willst es“ und „Sad Disco“ erschien am Freitag mit „Weh“ ein weiterer Vorgeschmack zur neuen EP „Nicht mehr weh“ von Fullax. Der Soundtrack für das absolute Nichts-mehr-Fühlen inmitten der maximalen Reizüberflutung: „Weh“ ist ein zynischer, hochgradig tanzbarer Abgesang auf die eigene Sensibilität.
Es gibt zwei Arten, mit dem ultimativen emotionalen Burnout umzugehen: Aufgeben. Oder den Exzess einfach stumpf über sich ergehen lassen. Fullax entscheiden sich auf ihrer neuen Single „Weh“ für Letzteres.
Fotocredit: Julian Giese
Der Song ist kein klassischer Indie-Track über Herzschmerz, sondern balanciert gefährlich nah am stilistischen Overkill: Ein roher Indie-Rock-Drive prallt hier auf hookige 70s-Streicher, die klingen, als hätte man sie direkt aus den Archiven der French-House-Ära geklaut. Dass dieser Kontrast funktioniert, liegt auch an der radikalen Fallhöhe. Wo die Produktion pumpt, regiert im Text pure Abgeschlagenheit. Ein stoisches Einreden, dass nichts mehr wehtut, weil man vor lauter Apathie schlicht nichts mehr spürt.
Fullax Live:
19.05.2026 – Kulturhaus Insel, Berlin
20.05.2026 – Nörgelbuff, Göttingen
21.05.2026 – Ponyhof, Frankfurt a. M.
22.05.2026 – Schlachthof, Kassel
Fullax haben sich spätestens mit ihrem 2024er Album „Jugend ohne Plan“ als melancholische Beobachter einen Namen gemacht (Rotationen bei DLF Nova, Fritz; Cover der „Wilde Herzen“-Playlist). Mit der kommenden EP „Nicht mehr Weh“ (VÖ: 08. Mai 2026) wagen sich Fullax nun raus aus der Komfortzone des Gitarren-Synth-Pops, ohne dabei ihre Wurzeln ganz zu kappen.
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Der Berliner Künstler Stoerenfred kündigt mit „Farbe an die Wand“ sein selbstbetiteltes Debüt-Album für den 5. Juni 2026 an. Zehn Songs, die sich zwischen inneren und tatsächlichen Orten bewegen, mitten im Großstadtdschungel, doch stets mit der Ahnung um das „Andere“.
Das, was am Ende des Weges noch warten mag. Zehn Songs, die nicht einfach das bedienen, was momentan allgemein populär ist, sondern überzeitlich funktionieren. Die sich Zeit lassen und nicht einfach nur für den schnellen Konsum produziert sind.
„Farbe an die Wand“, die erste Single aus dem Album, ist eine Liebeserklärung an eine rebellische Kulturpraxis, die immer wieder neue Wege findet, Freiräume zu eröffnen und dem menschlichen Bedürfnis nach Ausdruck und Selbstwirksamkeit ein Ventil zu geben.
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Stoerenfred Live:
22.05.2026 Ogeso Festival, Formate e.V. Teterow
06.06.2026 Album Releasekonzert, Zentrum für Kunst und Urbanistik, Berlin
25.06.2026 Fusion Festival, Flugplatz Lärz
15.08.2026 Bucht der Träumer, Am Helenesee 2, 15236 Frankfurt (Oder)
Joe Bonamassa kündigt mit „The Spirit Of Rory Live From Cork“ ein kraftvollen Live-Mitschnitt an. „The Spirit Of Rory“ ist eine zutiefst persönliche Hommage an die irische Bluesgitarrenlegende Rory Gallagher. Aufgenommen im vergangenem Jahr bei drei restlos ausverkauften Konzerten in Gallaghers Heimatstadt Cork, Irland. Das Album erscheint am 19. Juni über Bonamassas Label J&R Adventures. Ab sofort kann man sich die ersten drei Live-Singles anhören: „Walk On Hot Coals (Live)“, „Bullfrog Blues (Live)“ und „Who’s That Coming (Live)“. „Walk On Hot Coals“ wird parallel als Video veröffentlicht.
Für Bonamassa war dieses Projekt nie nur eine beiläufige Hommage. Gallaghers Musik ist seit seiner Kindheit Teil seines Lebens, und die Bedeutung, sie in Cork aufzuführen – mit dem Segen von Rorys Familie und vor einem Publikum, dem sein Vermächtnis so sehr am Herzen liegt –, war ihm sofort bewusst. „Ich hatte nie die Ehre, ihn kennenzulernen, aber seine Musik und sein musikalisches Können spielen in meinem Leben eine große Rolle“, schreibt Bonamassa in einem persönlichen Vorwort, das der Veröffentlichung beiliegt. „Seit ich Irish Tour ’74 zum ersten Mal hörte, war ich fasziniert von der schieren Intensität dieses Mannes und der Wildheit, mit der er den Electric Blues interpretierte.“
Dieser Einfluss setzte schon früh ein. „Ich erinnere mich, dass diese Stimme und dieser einzigartige Gitarrensound schon in sehr jungen Jahren die Wände meines Schlafzimmers durchdrangen“, erinnert sich Bonamassa. „Mein Vater, der mich mit so vielen der großen Gitarristen seiner Zeit bekannt gemacht hatte, ermutigte mich schnell, Rory zuzuhören und mir so viel wie möglich davon anzueignen.“
Was als Einladung der Familie Gallagher begann, entwickelte sich schnell zu etwas viel Größerem. „All die Jahre später wurde ich von Rorys Familie gebeten, darüber nachzudenken, einige seiner Stücke zu spielen und ihm an einem Veranstaltungsort in Cork Tribut zu zollen“, schreibt er. „Der bloße Gedanke daran machte mir Angst. Ja, ich hatte Angst, es überhaupt zu versuchen, aber gleichzeitig fühlte ich mich so geehrt, dass seine Familie der Meinung war, ich könnte dieser Aufgabe gewachsen sein.“ Anstatt zu versuchen, das Material neu zu erfinden, konzentrierte sich Bonamassa darauf, ihm mit der richtigen Einstellung zu begegnen. „Ich hatte das Gefühl, das Beste, worauf ich hoffen konnte, war, mich seinem Werk mit Demut und Ehrfurcht zu nähern.“
Diese Bescheidenheit prägte das Projekt von Anfang an. Im Jahr 2024 reiste Bonamassa nach Cork, um das Tributkonzert mit einem kleinen Einführungsauftritt vor Rorys Familie, Freunden aus der Gegend und Vertretern der Presse anzukündigen. Die Reaktion war unmittelbar und emotional, und was als einzelnes Konzert begann, entwickelte sich bald zu einer dreitägigen Konzertreihe. „Nach der Ankündigung wurde aus einer Show drei ausverkaufte Shows“, schreibt Bonamassa. „Ich hatte das Gefühl, dass mein Ruf bei den Iren auf dem Spiel stand, aber was für eine Resonanz!“
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Als die Band 2025 zurückkehrte, hatte sich die Stimmung bei den Auftritten nur noch weiter gesteigert. „Das war Rorys Stadt und Rorys Publikum. Wir wollten sie auf keinen Fall enttäuschen“, sagt Bonamassa. „Das Publikum an diesen drei Abenden war ausgelassen, lautstark, und Cork machte seinem Lieblingssohn alle Ehre.“ Das Ergebnis ist ein Live-Dokument, das von dieser Kulisse geprägt ist – tief empfunden, spannungsgeladen und verwurzelt in der Verbindung zwischen Künstler, Publikum und Ort.
Mit 14 handverlesenen Songs durchläuft „The Spirit Of Rory Live From Cork“ die vielfältigen Facetten von Gallaghers Werk – vom rasanten Auftakt von „Walk On Hot Coals“ und „Bullfrog Blues“ bis hin zur emotionalen Wucht von „A Million Miles Away“, das bei der Veröffentlichung als Titelsong des Albums dienen wird. Weitere Höhepunkte sind „Tattoo’d Lady“, „Bad Penny“, „I Fall Apart“, „Calling Card“ und „Cradle Rock“, die alle mit Feuer und Überzeugung dargeboten werden und dabei die Form und Seele der Originale bewahren.
Die Veröffentlichung hält zudem mehrere Momente fest, die während der Tournee durch Cork eine besondere Bedeutung hatten, darunter Bonamassas Darbietung von „As The Crow Flies“ auf Gallaghers eigener National Triolian Resonatorgitarre aus dem Jahr 1930, die vom Cork Public Museum zur Verfügung gestellt wurde. Es war eine greifbare Verbindung zu dem Künstler, dessen Präsenz noch immer einen so großen Einfluss auf die Stadt und auf Generationen von Gitarristen hat, die in seine Fußstapfen getreten sind.
Zusätzliches Filmmaterial, das in den DVD- und Blu-ray- Ausgaben enthalten ist, ergänzt die Geschichte um Bonusmaterial wie „The Inspiration of Rory“ mit Gesprächen mit Brian May und Slash sowie „Rory’s Acoustic Guitar“ und „Ballycotton – A Million Miles Away“. Zusammen vermitteln die audiovisuellen Komponenten ein umfassenderes Bild davon, was diese Auftritte für Bonamassa, für Gallaghers Familie und für die Fans bedeuteten, die den Saal Nacht für Nacht füllten.
Letztendlich sieht Bonamassa das Album als eine Art Opfergabe – den besten Versuch seiner Band, einen Musiker zu ehren, dessen Werk sein eigenes mit geprägt hat. „Was ihr auf diesen Aufnahmen hört, ist unser bester Versuch, Rory Gallagher Tribut zu zollen, einem Mann, den ich nie getroffen habe, den ich aber zutiefst bewundere“, schreibt er. „Seine Musik ist ein Teil von mir, und ich bin dankbar, dass wir einen kleinen Beitrag zu seinem fortdauernden Vermächtnis leisten konnten.“
Für die deutschen Fans ist diese Veröffentlichung ebenfalls etwas besonderes. Galt Gallagher hier zu Lande als einer der prägensten Künslter der WDR Rockpalast-Geschichte. 1977 eröffnete er mit einem legendären Konzert die 1. WDR Rocknacht in der Essener Grugahalle. 1979, 1982 und dann nochmal 1990 war er Gast beim Rockpalast.
CD Track Listing
Cradle Rock (Live)
Walk On Hot Coals (Live)
Tattoo’d Lady (Live)
I Wonder Who (Live)
Calling Card (Live)
Who’s That Coming? (Live)
Messin‘ With The Kid (Live)
Bullfrog Blues (Live)
Treat Her Right (Live)
Bad Penny (Live)
I Fall Apart (Live)
A Million Miles Away (Live)
As The Crow Flies (Live)
Back On My Stompin‘ Ground (Live)
DVD / Blu-Ray
1. The Spirit Of Rory (Opening Scene)
2. Cradle Rock
3. Walk On Hot Coals
4. Tattoo’d Lady
5. I Wonder Who
6. Calling Card
7. Who’s That Coming?
8. Messin’ With The Kid
9. Band Introductions
10. Bullfrog Blues
11. Treat Her Right
12. Bad Penny
13. I Fall Apart
14. A Million Miles Away
15. As The Crow Flies
16. Back On My Stompin’ Ground
17. Ballycotton (End Credits)
DVD / Blu-Ray Bonus Features:
Ballycotton – A Million Miles Away
Rory’s Acoustic Guitar
The Inspiration of Rory (A Conversation with Brian May & Slash)
Vinyl (180 gram Red Marble Double LP)
Side A
1. Cradle Rock (Live)
2. Walk On Hot Coals (Live)
3. Tattoo’d Lady (Live)
4. I Wonder Who (Live)
Side B
5. Calling Card (Live)
6. Who’s That Coming? (Live)
7. Messin’ With The Kid (Live)
8. Bullfrog Blues (Live)
Side C
9. Treat Her Right (Live)
10. Bad Penny (Live)
11. I Fall Apart (Live)
Side D
12. A Million Miles Away (Live)
13. As The Crow Flies (Live)
14. Back On My Stompin’ Ground (Live)
LIVE TERMINE 2026
22. April Hamburg, Barclays Arena
29. April Mannheim, SAP Arena
1. Mai Chemnitz, Stadthalle Chemnitz
2. Mai Nürnberg, Psd Bank Nürnberg Arena
3. Mai CH-Zürich, Hallenstadion
29. Oktober Rostock, StadtHalle Rostock
30. Oktober Berlin, Uber Arena
31. Oktober Dortmund, Westfalenhalle
3. November CH-Basel, Baloise Session