Die Kult-Blechbläsertruppe MNOZIL BRASS aus Österreich kann man kaum in eine Schublade stecken. Es gibt volkstümliche Blasmusik und Jazz, Rock und Pop, Comedy und A-cappella-Gesang. Der musikalische Mix ist wie eine Reise durch viele Stilrichtungen und Epochen. Und das funktioniert jetzt schon seit 30 Jahren! „Jubelei“ heißt das aktuelle Programm, mit dem die sieben Musiker am Mittwoch in der Gebläsehalle Neunkirchen zu Gast waren. Die Location war nahezu ausverkauft. Klar – denn der Name der Band bürgt für Qualität und einen kurzweiligen Abend.
Ein typischer Abend mit Mnozil Brass fühlt sich weniger wie ein steifes Konzert und mehr wie eine unterhaltsame Bühnenshow an. Die Musiker kommen nicht einfach auf die Bühne, spielen ihr Programm herunter und gehen wieder, sondern interagieren ständig miteinander und mit dem Publikum. Es gibt kleine Geschichten, Running Gags („Määääh“) und oft auch überraschende Wendungen, bei denen Musikstücke ineinander übergehen oder plötzlich eine ganz andere Richtung einschlagen.

Ganz sanft saßen fünf der Musiker beispielsweise am Bühnenrand und sangen zu einem Glockenspiel und unterschiedlichen Geräuschen das Beatles-Cover „Blackbird“. So wundervoll – und ohne Verstärkung durch die ganze Halle zu hören, da das Publikum sehr andächtig an ihren Lippen hing. Dann wieder jazzige Unterhaltung im Schnelltempo, bevor man für eine emotionale instrumentale Version von „Tears in Heaven“ wieder runterfuhr.
Was besonders auffiel, war die Dynamik, denn ruhige, sehr präzise gespielte Passagen wechselten sich mit energiegeladenen, fast schon chaotisch wirkenden Momenten ab. So gab es filigrane Klänge mit viel Behutsamkeit, auf die „Final Countdown“ hymnisch und mit übertriebener Choreo folgte. „99 Luftballons“, „Englishman in New York“, ein Auszug aus dem Musical „Grease“ und „One Moment in Time“ folgten in einem Medley. Genregrenzen wurden jederzeit gesprengt. Die Musiker bewegten sich ständig auf der Bühne, nutzten Mimik und Gestik und bauten so eine starke Verbindung zum Publikum auf.

Nach 50 Minuten gab es eine Pause, dann ging es hardrockend mit „Hells Bells“, „Thunder“ und „Highway to Hell“ weiter. Alles wie geschaffen für eine blasmusikalische Umsetzung. „Somewhere Over the Rainbow“ wurde nur zu zweit dargeboten, dann erklang die Posaune zu einem mehrstimmigen Chor. Und auch „Music“ von John Miles – das Paradestück aus allen Hitparaden – erklang in fantastischen Tönen.
Musikvereine lieben Mnozil Brass, das spürte man unter den Fans, die den Standard „Rosamunde“ stimmgewaltig mitsangen. Zum Schluss nochmal etwas Comedy, wenn ein Musiker die Posaune mit den Füßen spielte – und nach gut zwei Stunden reiner Konzertlänge ging der Abend mit einem Edelweiß-Lied zu Ende. Es war eine kreative und offene Show. Mnozil Brass sind auch nach über dreißig Jahren und einigen Besetzungswechseln immer noch großartig!
(Credit für alle Fotos: Atelier3Bären)


























































