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Urheber/Fotograf: Mercury Records / Universal Music

YES "From a Page"

Unsere Wertung: 7 von 9 Punkten.

Eine musikalische Zeitkapsel aus der YES-Geschichte

Während mit „Aurora“ das nach offizieller Zählung 24. Studioalbum von YES bei InsideOut / Sony Music in den Startlöchern steht, gibt es aus dem Hause Mercury / Universal einen wertigen Release, um die Wartezeit bis Juni zu überbrücken.

Das Album „From a Page“ der britischen Progressive Rocker ist vor allem ein interessantes Stück Bandgeschichte. Es handelt sich weniger um ein klassisches Studioalbum als vielmehr um eine Art musikalische Zeitkapsel mit recht seltenen Aufnahmen. Ursprünglich erschien es 2019 als Mini-Album mit vier Songs, die schon um 2010 aufgenommen worden waren aber damals keinen Platz auf dem regulären Studioalbum „Fly from Here“ (2011) fanden.

Was das Werk so besonders und wertvoll für Fans macht, ist der Kontext seiner Entstehung: Die Aufnahmen stammen von einer spezifischen Besetzung der Band mit Chris Squire, Steve Howe, Alan White, Kurzzeit-Sänger Benoît David und Keyboarder Oliver Wakeman. Gerade Wakeman spielte eine zentrale Rolle bei dem Release. Er war nicht nur maßgeblich am Songwriting beteiligt, sondern stellte die lange unveröffentlichten Aufnahmen acht Jahre später zu einer EP zusammen und veröffentlichte sie 2019 als eine Form späte Würdigung für den 2015 verstorbenen Squire.

Musikalisch bewegt sich „From a Page“ klar im Progressive Rock, wirkt dabei aber oft kompakter und zugänglicher als die epischen Klassiker der 70er. Die vier ursprünglichen Stücke – „To the Moment“, „Words on a Page“, „From the Turn of a Card“ und „The Gift of Love“ – zeigen melodische Strukturen, vielschichtige Arrangements und typische YES-Elemente wie filigrane Gitarrenarbeit und dichte Keyboardflächen. Wakemans großer Einfluss ist unverkennbar. Gleichzeitig merkt man, dass das Material aus einer Übergangsphase stammt: Es verbindet den klassischen Sound mit moderneren, teilweise fast poppigen Ansätzen.

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Spannend ist auch die Veröffentlichungsgeschichte: Aus dem kleinen Mini-Album wird jetzt 2026 eine deutlich erweiterte Version, die zusätzliche Tracks, alternative Fassungen und Demos aus denselben Sessions enthält. Dadurch bekommt man einen tieferen Einblick in den kreativen Prozess rund um „Fly from Here“ und hört, wie sich Ideen innerhalb der Band entwickelten – teilweise in Versionen, die sich deutlich von den später veröffentlichten Songs unterscheiden.

„From A Page“ wird als 2-CD-Box-Set und als 2-LP-Version angeboten. Die 2CD-Edition mit Artwork von Roger Dean bietet ein Booklet mit ausführlichen Liner Notes von Oliver Wakeman, ein ausklappbares Poster und 5 Kunstkarten, verpackt in einer Clamshell-Box. Die Doppel-LP präsentiert die Musik gepresst auf zwei 180-Gramm-Vinylplatten, die im Half-Speed-Verfahren gemastert wurden. Die beiden LPs sind in einem Gatefold-Cover verpackt, das das künstlerische Artwork zeigt, das Roger Dean für dieses Album entworfen hat.

Unterm Strich ist „From a Page“ kein typisches Hauptwerk der Band, sondern eher ein Blick hinter die Kulissen – aber genau das macht seinen Reiz aus. Für Fans ist es ein wertvolles Dokument einer wenig beleuchteten Phase von YES, in der sich zeigt, wie viel ungenutztes Material und kreative Energie selbst in den Zwischenzeiten dieser legendären Band steckt.

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