Betreutes Hassen mit Ingo Appelt in der TUFA Trier
Bereits seit über 30 Jahren ist der Essener Ingo Appelt hauptberuflich als Comedian unterwegs und gehört damit zu den Urgesteinen der deutschen Szene. Früher war er regelmäßig in „RTL Samstag Nacht“ und dem „Quatsch Comedy Club“ zu sehen, heute sind es Formate wie „Mario Barth deckt auf“. Doch die Königsdisziplin ist natürlich das Standup-Programm, das ihn am 15. März auch auf die Bühne der ausverkauften TUFA in Trier führte.
Das aktuelle Programm trägt den Titel „Männer Nerven Stark“ und die drei Worte sind bewusst groß geschrieben, um zwei Deutungen zuzulassen. Männer können stark nerven, aber sie brauchen manchmal auch starke Nerven. Appelt zumindest scheint mit den Nerven am Ende zu sein, wenn er auf die Bühne kommt und zwei Stunden lang (unterbrochen von einer kurzen Pause) ohne Punkt und Komma redet.
Ingo hängt den Maulkorb an den Haken und packt den verbalen Vorschlaghammer aus. So könnte man die Show in Trier beschreiben. Es geht um alles, was die Menschen nervt und bewegt: Gendern, Wokeness, Gemüse-Nazis und viel politisches Allerlei. „Betreutes Hassen“ nannte der Comedian seine Tirade und er sprach vielen aus der Seele: Ich hasse die Linken nicht, auch nicht die Grünen, die Rechten oder die Vegetarier – ich hasse Menschen!
Er mag mit seinen Ansichten etwas aus der Zeit gefallen sein, doch er erntete viel Applaus während der Show. Und er war zumindest authentisch, denn man nahm dem Ex-Gewerkschafter und (immer noch) SPD-Mitglied seine Wut auf alles ab, was in der heutigen Zeit passiert. Da bekam auch „Muschi-Grabscher“ Trump sein Fett weg.
„Lacht kaputt, was euch kaputtmacht“ lautete das Motto und der Humor war ebenso provokant. Appelt zerlegte unser Miteinander so wunderbar und gleichzeitig pointiert wie kein anderer. Nichts war vor ihm sicher – von der Kommunikation zwischen den Geschlechtern bis hin zu kleinen Macken und Mackern, die uns das Leben schwer machen. Ob wirklich die Männer an der ganzen Misere schuld sind, blieb aber bis zum Ende offen.
(Credit für alle Fotos: Dietmar Schmitt)
