YES mit Orchester 2001 in der Heineken Music Hall in Amsterdam
Als im Jahr 2003 die erste Version von „Symphonic Live“ erschien, war der Aufschrei bei den Fans groß, hatte man sich doch auf nur eine CD beschränkt und so großartige Tracks wie „The Gates Of Delirium“, „Ritual“, „In The Presence Of“ und „Magnification“ einfach unterschlagen. Dieser Fehler wurde erst 2009 mit einem 2-CD-Release behoben und jetzt findet sich zum 25jährigen Jubiläum des Gigs auf einer neuen Box auch die vollständige Version inklusive BluRay.
„Symphonic Live“ dokumentiert ein Konzert von YES am 22. November 2001 in der Heineken Music Hall in Amsterdam. Die Band spielt in ungewöhnlicher Besetzung mit dem European Festival Orchestra unter Leitung von Wilhelm Keitel, was den ohnehin komplexen Prog-Rock-Sound von Yes um reichhaltige Orchesterfarben erweitert. Die Show entstand im Rahmen der „YES Symphonic-Tour“, die das Studioalbum „Magnification“ (2001) begleitete – ein ungewöhnliches Werk, da es ebenfalls mit Orchester arrangiert und ohne den für YES so typischen klassischen Keyboarder aufgenommen wurde.
Rick Wakeman ist leider nicht im Line-Up dabei, obwohl er zur Tour eingeladen wurde. Das merkt man an vielen Stellen. Er wurde von Tom Brislin ersetzt, da Wakeman aufgrund eigener Tour-Aktivitäten nicht verfügbar war. Die Setlist mit Klassikern wie „Close to the Edge“, „Starship trooper“, „The gates of Delirium“ sowie „And you and I“ ist einfach großartig. Zum Abfeiern gibt es dann am Ende auch noch „Owner of a Lonely Heart“ und „Roundabout“, womit alle Fan-Schichten bedient sein dürften. Vor allem die Longtracks sind für die orchestrale Umsetzung wie geschaffen – und man nutzt dies in einer Klangfülle, die dennoch die originalen Arrangements nicht übertönt.
Die aktuelle Box enthält alle drei Silberlinge (2CD und BluRay) in einzelnen Papphülle, viele Artwork-Karten, ein Poster zum Ausfalten und ein umfangreiches Booklet, dessen Informationsgehalt aber leider zu wünschen übrig lässt. Sei’s drum. Die BluRay ist visuell anspruchsvoll und hat einen hervorragenden Klang. Zu den Extras auf der Blu-ray zählen das Video zu „Don’t Go“ und eine 30-minütige Dokumentation mit dem Titel „Dreamtime“. Die neue 4LP-Version wurde auf 180-Gramm-Vinyl gepresst und mit halber Geschwindigkeit gemastert. Das fast halbstündige Epos „Ritual (Nous Sommes du Soleil)“ ist zum ersten Mal auf Vinyl erhältlich. Fazit: Der Fan bekommt hier alles, was er sich für diesen Release wünschen kann.
