Die Belgierin Selah Sue, die angeblich bereits Millionen Alben verkauft hat, war mir bislang völlig unbekannt. In Erwartung eines Folk-Albums im Stile einer Heather Nova habe ich aber rasch festgestellt, dass ich auf dem Holzweg war. Der Einstiegssong „Kingdom“ beginnt noch verheißungsvoll (er ist mit 2:47 der kürzeste auf dem Album), aber dann driftet er rasch in R&B ab, der sich durch das ganze Album zieht.
Fotocredit: Mathieu Zazzo
„Hurry“, ein Duett mit einem gewissen TOBi, artet zu einem Rap aus. In den anderen Songs mäandern im Hintergrund Technobeats. Das Album erscheint mir zu steril, handgemachte Musik ist hier Mangelware.
Sorry, keiner der 12 Songs mit einer Laufzeit von 43 Minuten, spricht mich an. Habe das Album nur bis zum Ende gehört, um eine Bewertung abzugeben und vielleicht doch noch eine Perle zu entdecken.
Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube. Mehr erfahren
Der große Durchbruch gelang Selah Sue 2011 mit dem selbstbetitelten Debütalbum, das mit Platin ausgezeichnet ist. Jetzt bereitet Selah Sue die Veröffentlichung ihres dritten Albums für den 25. März vor und veröffentlicht heute eine zweite Single mit dem Titel „Pills“, eine eingängige Disco-Pop-Hymne, die von der belgischen Sängerin selbst geschrieben wurde.
„Persona“ ist ein Album über Wesenszüge und Rollen, über die vielen verschiedenen Seiten, die zusammen Selah Sue ausmachen. Die belgische Singer-Songwriterin zeigt auf ihrem neuen Studioalbum sämtliche Aspekte ihrer komplexen Persönlichkeit: Sie ist Perfektionistin – will es aber doch irgendwie allen recht machen. Sie ist Mutter und Melancholikerin. Sie ist sich selbst die größte Kritikerin – und andererseits auch eine Künstlerin, die es liebt, auf der Bühne zu stehen, ganz viel Aufmerksamkeit zu bekommen. Diese und weitere Aspekte ihrer Persönlichkeit ringen auf dem neuen Album um Aufmerksamkeit, sind je nach Song mal tonangebend, mal nur unterschwellig oder allenfalls in Nebenrollen zu spüren…
Fotocredit: Zazzo
„Persona“ ist ihr drittes Studioalbum – im 13. Jahr dieser einzigartigen Karriere. Die Belgierin hat in dieser Zeit über eine Million Alben verkauft, hat mit so unterschiedlichen Größen wie Childish Gambino, Diplo, CeeLo Green und J. Cole gearbeitet. Auch Marcus Miller, der zuvor mit Miles Davis arbeitete, steht auf dieser langen Liste, und dass selbst Prince zu ihren erklärten Fans zählte, darf als ultimatives Gütesiegel gelten. Nun also schlägt die vielfach prämierte Musikerin das nächste Kapitel auf – und nimmt dafür ihr komplexes Wesen unter die Lupe.
„Pills“ sendet eine starke Botschaft der Selbstakzeptanz getragen durch Selah Sues intensive Stimme Stimme, auf der Suche nach innerem Frieden. Paradoxerweise zeigt „Pills“ dank der schillernden Melodie und der musikalischen Arrangements das Leben, die Hoffnung und die Emotionen von seiner besten Seite.
Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube. Mehr erfahren