Justin Bieber – Fotos aus Köln 2016
Hier findet ihr unsere Fotos vom Justin Bieber Konzert der Purpose World Tour am 18. September 2016 in der Lanxess Arena in Köln.
Hier findet ihr unsere Fotos vom Justin Bieber Konzert der Purpose World Tour am 18. September 2016 in der Lanxess Arena in Köln.
a-ha! Das „war“ die Gruppe aus Norwegen! Genauso wird es bald heißen. „War“! Denn heute findet das letzte Konzert dieser Formation in Deutschland, hier in der Lanxess-Arena, statt. 1982 wurde die Gruppe von Pal Waaktaar-Savoy und Magne Furuholmen gegründet. Kurze Zeit später kam dann noch Sänger Morten Harket dazu.
Im Dezember 2010 sollte schon mal das absolute Ende der Band sein. Aber im März 2015 wurde der nächste Versuch gestartet. Es scheint aber wohl so zu sein, dass es nur ein kurzes Aufbäumen ist. Oder gibt es ein „alle guten Dinge sind 3“? Wer weiß!
Nun heute sind auf jeden Fall ca. 8.000 Fans da, um a-ha auf der Bühne zu erleben. Vorher bekommen wir bereits einen Vorgeschmack auf das Konzert der Stars. Denn die deutsche Gruppe Stanfour von der Insel Föhr sind soundmäßig auf der gleichen Linie. Machen ihr Ding auch richtig gut. Mit viel Schwung und Elan. Bereits in 2009 waren sie mit a-ha unterwegs.
Kurz nach 21.00 Uhr betreten dann die drei Stars in Begleitung von Sängerin Annneli Drecker und drei Hintergrundmusikern die Bühne. Starker Applaus setzt ein und ca. 40 % der Fans stehen sofort auf, denn „I’ve Been Losing You“ (1986: Album „Scoundrel Days“) ist bekannt.
Die Songs aus neun verschiedenen Alben – 1985 „Hunting High and Low“ bis 2015 „Cast in Steel“ – werden gut sortiert dargeboten. Die meisten davon singt Morten, der das immer noch mit Bravour leistet. Seine Stimme mit den hohen klaren Tönen hat sich in den über 30 Jahren Bühnenpräsenz nicht verändert. Auch die Videoshow im Background ist mit den verschiedenen Darbietungen sehr stimmig.
Zwischendurch beweist er, dass er auch deutsch kann, indem er erzählt was ihm von Köln bekannt ist. Nämlich Kölsch und Kölnisch Wasser. Verschmitzt verweist er darauf, dass er nur manchmal nicht weiß, was er denn mal getrunken hat. Natürlich erntet er dadurch viele Lacher.
Begeistert bin ich von der Darbietung von „Crying in the Rain“. Ein Ohrenschmaus! Lob an die fantastische Anneli für das Duett mit Morten. Aber auch Pal zeigt, dass er singen kann. In Begleitung mit Anneli bietet er „Velvet“ dar. Direkt danach stellt Mag die Fragen bei „Lifelines“.
Für mich sind die Darbietungen etwas mit Höhen und Tiefen verbunden. Die ruhigen Lieder sind sehr gut vorgetragen. Die etwas rockigeren könnten mit etwas mehr Temperament verbunden sein. Wahrscheinlich liegt es an der Mentalität der Gruppe. Denn wenn ich an so andere Gruppen denke, die ich vorher gesehen habe, dann kann es beim besten Willen nicht am Alter liegen. Im Großen und Ganzen war es ein angenehmer Abend.
Und ob es nun das letzte Mal heißt: a-ha kommt auf ihrer Tour auch in die Lanxess-Arena. Wer weiß? Denn man weiß nie! Schönen Gruß aus dem kalten Köln!
Hier findet ihr unsere Fotos von a-ha am 26. April 2016 in der Lanxess Arena, Köln.
Hier findet ihr unsere Fotos vom a-ha Support Stanfour am 26. April 2016 in der Lanxess Arena, Köln.
Köln-Deutz. 06.03.2016. Man steigt aus der S-Bahn, marschiert Richtung Lanxess Arena und traut beim Verlassen der U-Bahn Station seinen Augen nicht: Hier beginnt die Warteschlange für den Einlass zum Konzert der englischen Überflieger von Muse. Überflieger trifft es recht passend, denn die “Drones World Tour“ stellt die bisherigen Auftritte von Muse die man bisher gesehen hat um Längen in den Schatten. Aber auf Anfang.
Die Vorband verpasst man leider aufgrund der geschätzt 300 Meter langen Schlange, der Suche nach einer Garderobe und dem Beschaffen von Bier. Nachdem diese Dinge erledigt sind bewegt man sich zunächst ganz nach oben, auf die Oberränge. um sich ein Bild zu machen wo man hier heute eigentlich genau gelandet ist. Und mit Überschreiten der Sichtbarrieren fällt man fast um. Die Halle ist restlos ausverkauft, die Bühne in der Mitte kreisförmig, zur linken und rechten Seite hinaus führen Stege die leicht nach oben ziehen und in jeweils einer weiteren Bühne enden: Die Bühne steht mitten im Saal, zentral, alles in weiß. Mehr als beeindruckend. Man muss sich schon zwingen zum Innenraum zu gehen, denn das dargebotene Bild gleicht der Aussicht von einem Aussichtspunkt im Urlaubsort. Auf der Treppe zum Innenraum sieht man die Crew eine Ausstellung von Matthew Bellamys‘ Bühnenoutfits zusammenpacken. Die Eindrücke sind jetzt schon kaum zu verarbeiten, doch das soll nicht mal der Anfang gewesen sein.
Um 21.15 ist es dann endlich soweit. Die Musik verstummt und es wird episch. Das Licht geht aus, „Killed By Drones“ läuft vom Band und riesige Bälle, die Drohen darstellen sollen, schweben über die Köpfe der rund 19.000 Zuschauer. Am Ende formatieren sie sich in einer Reihe über der Bühne und Muse eröffnen das Konzert mit „Psycho“. Der Innenraum beginnt zu springen, die Lichteffekte sind jetzt schon atemberaubender als auf gesamten anderen Konzerten. Was für ein Anfang. Bellamy dreht an einem Regler seiner Gitarre, lässt ein Sirenenartiges Geräusch ertönen. Viele wissen was jetzt kommt, wollen es aber noch nicht ganz wahr haben. Als dann letztendlich doch „Plug In Baby“ durch die Lautsprecher der Lanxess Arena tönt rastet die Halle komplett aus. Singt Bellamy den ersten Refrain noch selbst, ist es beim zweiten Mal die gewaltige Stimme von 19.000 Fans die es tun. Gänsehaut. Auch „Dead Inside“ und das aus 2006 stammende „Map Of The Problematique“ verlangen der Menge einiges ab. „The Handler“ wird von einer unglaublichen Bühnenshow begleitet: Heruntergefahrene Bildschirme zeigen Hände die Fäden aus den Fingerkuppen werfen, welche wiederum an die Rücken der Bandmitglieder von Muse projiziert werden, womit diese gesteuert zu sein scheinen. Unglaublich was hier aufgefahren wird.
„Supermassive Black Hole“, „Starlight“, „Apocalypse Please“ und Uprising sind nur einige Songs die Muse noch aus dem Hut zaubern. Hatte man sich noch die Setlist aus Paris angeguckt ist man nun doch sehr froh Kölner zu sein: Es werden so viele alte Songs gespielt dass man sich beinahe schon ins Jahr 2009 zurück versetzt bekommt, zur „Resistance Tour“. Laser, Crepesbandkanonen, projizierte Bilder: Die Bühnenshow bietet alles was man sich nur vorstellen kann, und noch mehr. Bellamy und Bassist Chris Wolstenholme laufen die Stege auf und ab und lassen sich zu Recht feiern. Bellamy merkt man hierbei an, dass er der geborene Entertainer ist und auf solchen Bühnen absolut richtig am Platz. Nach „The Globalist“ verlassen Muse die Bühne. Um mit drei weiteren Stücken die letzte Kraft aus den Zuschauern zu saugen. Mit „Take A Bow“ und „Mercy“ wird auf das finale Stück, dem Guitar Hero Klassiker „Knights Of Cydonia“ vorbereitet. Letzterer lässt sogar einen kleinen Pit mit 2 Meter Durchmesser entstehen in dem sich einige Fans gekonnt durch die Gegend schubsen. Dann ist Schluss. Und eine ganze Halle fragt sich wo sie nun hin soll nachdem Muse sie knappe zwei Stunden in eine völlig andere Welt entführt haben.
Hier findet ihr unsere Fotos von dem Macklemore and Ryan Lewis Konzert am 12. März 2016 in der Lanxess Arena, Köln.
Hier findet ihr unsere Fotos vom Muse Konzert am 06. März 2016 in der Lanxess Arena, Köln.
Manchmal ist wirklich alles, was man braucht, ein bisschen Krawall und Remmidemmi. Deswegen trinkt man ab und an zu viel oder zieht bis zum Sonnenaufgang durch zwielichtige Clubs. Oder man feiert Karneval, naja, jeder wie er’s mag. Und weil jeder, jeder, jeder dieses Gefühl kennt, reichen schon die ersten paar Töne von „Krawall und Remmidemmi“ und das Deichkind-Publikum singt und springt und gibt noch einmal alles.
Als Presse kann man sich die Karten für so ein Konzert nicht aussuchen – ich sitze auf dem Oberrang. Es ist so hoch hier, dass ich mich gar nicht bis ganz nach vorne ans Geländer traue. Wie gut ihr alle ausseht von hier oben! Allerdings enttäuscht ihr mich auch gleich ein wenig. Es ist bei Weitem nicht bunt genug! Wo sind die LEDs? Wo ist das Neon? Was ist denn los, Köln?!
Die erste Hälfte des Konzerts ist gemessen an meinen Erwartungen schwach. Ich will mehr Laser. Ich will Explosionen und nackte Menschen. Eigentlich will ich nach unten in die Menge. Vom Oberrang wirkt das alles mehr wie ein avantgardistisches Theaterstück als eine Gelegenheit alles kaputt zu feiern. „Voodoo“ sieht toll aus – das sind tanzender Derwische und ein japanischer Waldgeist. Vom Text verstehe ich dank der miesen Lanxess-Akustik eh gar nichts, und von der Musik hört man hauptsächlich verzerrten Bass. Dafür ist das Bühnenbild und das Licht ganz wunderbar.
Bei „Hauptsache nichts mit Menschen“ gibt es das erste Mal ein Bad in der Menge und ein wenig Interaktion mit dem Publikum. Später geht es mit dem Schlauchboot schon einmal durch den ganzen Innenraum. Unten tanzen die Menschen zu dem neuen Deichkind-Rave, auf den Rängen feiern sie den alten Krawall. Auf der Bühne kann ich nicht erkennen, wer wer ist, aber das ist bei Deichkind ja eh egal.
Die zweite Hälfte des Konzerts erfüllt dann endlich das, was ich erwartet habe. Immer, wenn mir etwas fehlt, ziehen Deichkind nach:
Ich vermisse den Punk und sie spielen „Illegale Fans“. Das ist das letzte Stück der ersten Hälfte und das Publikum dreht durch.
Ich vermisse den Rave und Deichkind lasern mit „Oma gibt Handtasche“ und „Arbeit nervt“ den Fußboden unter uns weg.
Ich vermisse Trash und Ferris chillt auf einer Sonnenbank auf der Bühne.
Ich vermisse Interaktion mit dem Publikum, und das Fass wird reingerollt.
Zu wenig saufen? „Hört ihr die Signale“. Zu wenig Liebe? „The Power of Love“.
Alles zusammen gipfelt dann in dem unausweichlichen Finale. Stell dir vor, du hast noch nie von Deichkind gehört, und dann stolperst du auf Instagram über eine Aufnahme von „Krawall und Remmidemmi“. Die Menge unten ist ein großer See aus Köpfen und Armen. Becher, Konfetti, Federn und Kleidungsstücke fliegen darin herum. Selbst als die Band sich schon verabschiedet hat, gucken wir gemeinsam noch ein bisschen „Selber machen lassen“. GUTE NACHT, KINDER steht da am Ende auf der Leinwand hinter all dem Kram, der auf der Bühne übriggeblieben ist: Eine Pyramide, eine zusammengefallene Hüpfburg, ein großes Planschbecken voller Federn, silberne Heliumballons, ein großes Bierfass, das aussieht wie eine Diskokugel.
Hier findet ihr unsere Fotos vom Deichkind Konzert am 12. Februar 2016 in der Lanxess Arena in Köln.
Wo bin ich hier nur rein geraten… Während die Hälfte der Kölner Richtung Jahnwiesen zieht oder ihre Fenster weit öffnet, um AC/DC live zu hören, mache ich mich auf zur Lanxess Arena. Auf dem Weg treffe ich Teenies und ihre eifrigen Eltern, die genauso aufgeregt die selbst gebastelten, LED-verzierten Pappschilder ihrer Sprösslinge tragen.
Angefangen hat Taylor Swift als US-amerikanisches Country-Sternchen – mittlerweile ist sie siebenfache Grammy-Gewinnerin. 30 Millionen Albumverkäufe, 80 Millionen Song-Downloads, alles was geht auf Platz 1. Ach ja, und die jüngste Frau, die vom Billboard Magazin als Woman of the Year ausgezeichnet wurde. Mittlerweile ist passiert, was bei Kinderstars immer passiert: Die Frau ist erwachsen geworden. Ihre Emanzipation heißt Pop – ihr aktuelles Album „1989“ ist genau das. Im Gegensatz zu ihrer Kollegin Miley bleibt die Zunge aber drin und die Bluse zu. Bei Taylor Swift geht es nicht um Sex, sondern um Romantik und Freundschaft und „Wir schaffen alles zusammen“. Dementsprechend jung ist ihre Zielgruppe.
Bevor es mit der Show richtig losgeht, zeigt uns die Dame, was Entertainment ist – davon können sich einige Live-Acts in Deutschland noch eine Scheibe abschneiden:
1. Großartiger Support: James Bay spielt das Kontrastprogramm zum heutigen Abend. Mit kleiner, schrammeliger Band auf der großen Bühne. Ganz, ganz toll.
2. Während des Umbaus gibt es Videos auf der Leinwand: Outtakes von den Dreharbeiten, Interviews mit Taylor, tanzende Fans, ein bisschen Werbung für dies und das.
3. Ganz amerikanisch zeigt die Arena-Kamera auch noch live ausgewählte Fans aus der Halle, die ihre Schilder und Verkleidungen vorzeigen. Die kommen z.B. aus Ungarn und den USA, haben sich aufwendig vorbereitet oder begrüßen ihre Taylor in Köln, Deutschland und ihrem Herzen. Mit LED-Blinkelichtern.
4. Kurz bevor die Show losgeht, kommt Taylor Swift an der Seite sogar noch mal kurz raus und begrüßt ein paar Fans. Das kriegen gar nicht alle mit.
5. Armbänder! Die bekommen alle Fans am Eingang. Und die leuchten später im Takt der Musik in verschiedenen Farben und sorgen für die richtige Atmosphäre.
Die ganze Show ist darauf ausgelegt, dass das hier für alle ein toller Abend wird. Mit „Welcome to New York“ springt Taylor auf die Bühne, bei „Blank Space“ gibt es schon den ersten kleinen Kostümwechsel. Das ist natürlich alles durchchoreographiert, aber nicht perfekter Plastikpop. Auch Taylor Swift ist nicht perfekt: Es gibt Sängerinnen mit kräftigerer Stimme und sicher auch ausdrucksstärkere Tänzerinnen. Auch „sexy“ wirkt sie immer ein bisschen unbeholfen. Aber das alles macht sie sympathisch.
Noch besser wird die Show, wenn Taylor sich selbst die Gitarre umschnallt oder sich vor das seltsam alienartige Klavir setzt, bei „I Know Places“, „Love Story“ oder „Style“ zum Beispiel. Bei „Bad Blood“ sehen die Tänzer toll aus! Danach gibt es noch eine E-Gitarren-Rockversion von „Wildest Dreams“ – komplett mit „Seven Nation Army“-Video im Hintergrund.
Die Videos während der Kostümwechsel sind dann aber schon ein bisschen peinlich – oder ich aus der Beste-Freundin-Phase raus. Darin erzählen berühmte Freundinnen, wie toll Taylor ist, wie super Mädchenfreundschaften sind und wie gerne Taylor Katzen mag. Die ganze Halle kreischt bei Selena Gomez und Cara Delevingne, dafür kennt leider keiner Lena Dunham oder die Haim-Mädels.
Am Ende hatte ich einen super Abend – auch wenn meine Twitter-Timeline danach von AC/DC-Lobgesängen überläuft. Alles egal. Haters gonna hate, hate, hate, hate, hate.
15.000 Menschen, ein Tourstop in Deutschland und wild gemixtes Publikum auf der Kölner Schäl Sick: niemand geringeres als die armenische Alternative Metal Formation System Of A Down bitten zur „Wake Up The Souls“-Tour in die ausverkaufte Lanxess Arena.
Am Oberrang angekommen wird einem das Ausmaß dieses Konzertes erst richtig bewusst: es sieht aus, als hätte man die gesamten Ameisen dieser Welt auf einen Haufen geworfen und davor eine Bühne gestellt. Ein unglaubliches Bild. Diese Tour ist allerdings etwas Besonderes. System Of A Down wollen an den Völkermord in Armenien, der sich 2015 zum hundertsten Mal jährt, erinnern. Das Konzert ist kurz gesagt eine Wucht. Ein Sänger, der wieder Wut in der Stimme hat. Ein Gitarrist, der sich beim spielen wie ein Kreisel dreht. Ein Schlagzeuger, der absolut sauber und perfekt spielt. Und ein Bassist, der an Coolness nur schwer zu schlagen sein dürfte. Selbstverständlich liegen auch wieder Teppiche auf der Bühne, damit sich auch jeder in der Band wie im eigenen Wohnzimmer fühlt.
Das Set ist in drei Passagen unterteilt. Part 1, Part 2 und Part 3. Zu jedem Part folgt ein Einspieler, in welchem einem die Grausamkeit des Völkermprdes näher gebracht wird. Zu Part 3 kommen einige, sehr harte Bilder dazu, die einen schockieren und gleichermaßen zum nachdenken anregen. Gewünschter Effekt absolut erreicht. Die Menge feiert das Quartett nach jedem Song ausgiebig, und das mit Recht. Die Band wechselt die Genres wie andere ihre Unterhosen, Tempowechsel sind ebenso vorhanden wie unfassbare Lichteffekte. Geredet wird von der Band nicht viel. Man merkt, dass sie dieses Konzert aus einem bestimmten Grund spielen. Sänger Serji Tankian meldet sich sogar erst nach Beendigung des Sets zu Wort um sich bescheiden zu bedanken. Daron hingegen wird gerade bei „Toxicity“ zum Entertainer und initiiert einen Circle Pit, an dem der gesamte Innenraum beteiligt ist.
Und was die Songauswahl angeht: da blieb den Fans in den etwas mehr als zwei Stunden kein Wunsch unerfüllt. Der Opener „Holy Mountains“ kommt ebenso so gut an wie die Ballade „Lonley Day“, „Deer Dance“, „Science“ oder „Kill Rock And Roll“. Der Tourname ist Programm und ist höchstwahrscheinlich bei jedem angekommen, der an diesem Abend mit System Of A Down den Opfern dieses unvorstellbaren Vergehens gedenkt.
Pünktlich um 20.30 beginnt der Wahnsinn, pünktlich um 23 Uhr wird er wieder beendet. 2 ½ Stunden System Of A Down, ist defintiv nochmal eine ganz andere Nummer als der Auftritt 2011 bei Rock Am Ring. Ein unvergesslicher Abend für die 15.000 Fans, die aus weit über 20 Nationen anreist waren. Auch wenn sich Gitarrist Daron laut Fanaussage neun Mal verspielt hat. Da sieht man locker drüber hinweg.
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Hier gibt es unsere System of a Down Konzertfotos der Wake up the Souls Tour 2015 aus der Lanxess Arena in Köln am 13.04.2015
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Die Fans, die zur Lanxess Arena in Köln strömen, scheinen ihrem Idol heute Abend nicht bloß in räumlicher Sicht verbunden zu sein, denn was deren auffälliges, extravagantes Auftreten betrifft, stehen sie Katy Perry in nichts nach. In der Menge sieht man unzählige Konzertgäste mit Perücken, die aus den Musikvideos von ihr bekannt sind. Selbst der Innenraum der Arena sieht schon besonders aus, an die gewohnte Bühne sind zwei Laufstege angebracht, die am Ende zu einer Spitze zusammenlaufen und den Performern erlauben, sich weit inmitten der Zuschauer zu bewegen.
Doch bevor Katy Perry selbst die Bühne betritt, eröffnet Charlie XCX den heutigen Abend. In Deutschland feierte sie 2012 erste Erfolge durch die Zusammenarbeit mit Icona Pop zum Song „I love it“. Ihr Album „Sucker“ erreichte Platz 54 in den deutschen Charts und beinhaltet bekannte Songs wie „Break The Rules“ und „London Queen“.
Mit letzterem eröffnet die junge Britin ihren Teil des Abends. Ihre Bandmitgliederinnen betreten in silbernen Engelskostümen die Bühne. Charlotte Aitchison, so ihr bürgerlicher Name, folgt ihnen in einem glitzernden Zebra-Kleid, passend ausgefallen zum heutigen Main-Act. Die Lanxess Arena ist bereits gut gefüllt und klatscht mit der Sängerin zu „I Love it“. Stimmsicher performt sie „Famous“ und „Superlove“, kaum zu glauben, dass sie erst 22 Jahre alt ist. Zu „Break The Rules“ betritt die gesamte Band den an die Bühne anreichenden Catwalk, während sie das Publikum zum Klatschen animiert. Charli XCX tanzt wild mit und behält dabei die Kontrolle über ihre Stimme. Es folgen „Breaking Up“, „Die Tonight“ und „Doing It“, letzterer Titel entsprang einer Zusammenarbeit mit Rita Ora. Vor dem letzten Song „Boom Clap“ bedankt sich Charli bei Katy Perry für die Chance, auf dieser Tour dabei zu sein. Mit dem letzten Dankeschön an das zahlreiche Publikum verabschiedet sie sich und macht die Bühne frei für die Frau des Abends: Katy Perry.
Bekannt ist die Kalifornierin vor allem für ihre schrillen Outfits und außergewöhnlichen Auftritte. Klar ist, dass dem Kölner Publikum ein besonderer Abend bevorsteht, welcher gleich zu Beginn mit donnerndem Applaus eröffnet wird.
Blaues Licht und weiße Strahler erhellen die Bühne, während Tänzer in fluoreszierenden Indianer-Kostümen auf die Bühne stürmen. Mittig der Bühne steht eine dreieckige Leinwand, auf der die riesige Projektion eines Brüllenden Löwens einen für Kenner offensichtlichen Hinweis auf den ersten Song der Performance liefert. Wie auch ihr 2013 erschienenes Album „Prism“ eröffnet der Song „Roar“ den heutigen Abend. Part eins ihrer Show wird dominiert von auffälligen Choreografien und neonbunten Springseilen. Die auf dem Laufstegen integrierte Laufbänder kommen zum ersten Mal bei „Part Of Me“ zum Einsatz, bei dem sowohl die Tänzer als auch Katy selbst diese in ihre Choreografie einbinden. Das Publikum ist jetzt schon sichtlich begeistert von der Show, die ihm geboten wird und singt zu einer elektronischeren Version von „Wide Awake“ lauthals mit. Während Refrain Nummer eins erhebt sich ein Dreieck in der Mitte der Bühne das Katy über die Köpfe der Menge hebt. Bunte, verrückte Videoclips belustigen die Crowd während der Wartezeit von Katys Kostümwechsel und aufwändiger Bühnenarbeiten. Als sie zurückkehrt, spricht Katy zum ersten Mal direkt zu den Besuchern ihrer 120. Show der Prismatic World Tour. Währenddessen nehmen die Musiker hinter ihr ihre Plätze ein und stimmen erst zu „This Moment“ und danach zu „Love Me“ an.
Wieder überbrückt die Leinwand die Umbau Zeit mit einer Fahrt durch eine Sternenwelt. Erwarten könnte man jetzt „E.T.“ doch am Ende der Reise kommt das Publikum in Ägypten und beim Lied „Dark Horse“ an. Passend dazu ererbt sich ein Goldenes Pferd auf der Bühne und eine als Cleopatra verkleidete Katy reitet auf ihm über die Bühne. Zu Lied Nummer sieben des heutigen Abends „E.T.“ senkt sich ein Gerüst in Diamanten Form von der Decke der Arena. Tänzer Umrahmen Katy während sie an der Spitze des Diamanten hochgezogen wird.
Nach diesem ersten Highlight des Abends senkt sich das Licht und die Bühne wird von Nebel überflutet. Zu „Legendary Lovers“ und „I Kissed a Girl“ betreten sehr weiblich gewickelte mumifizierte Tänzerinnen die Bühne. Wer die Show jetzt schon für besonders hält, der wird überrascht als zu „Hot N Cold“ und „International Smile“ Tänzer in Katzen Kostümen die Bühne stürmen. Sie selbst betritt die Bühne indem sie auf einem riesen Fell Ball auf die Bühne gefahren wird farblich passend in einem Pinken Katzen Anzug.
Die Stimmung im Saal ändert sich, das Licht wird gesenkt als Katy in einem Glitzer Umhang und mit Regenbogen Farbenen Haaren zwei ihrer Fans einen Traum erfüllt. Erst spricht sie den zwölf jährigen Ben an, der ihr ein Banner mit den Worten „Katy – you can do it“ schenkt an und holt danach Max auf die Bühne, um mit ihm ein Selfie zu machen. Zu „By The Grace Of God“ und „The One That Got Away“ nimmt sie die Akustik Gitarre zur Hand und beweist dass sie mehr als nur singen kann. Es scheint wie ein zweiter Teil der Show, bei dem man eine Menschen nahe und sensible Katy Perry erlebt, so performt sie „Unconditionally“.
Als würde ein neuer Akt eingeleitet erscheint ein DJ Pult in der Mitte der Bühne. Katy, mittlerweile im Smiley BH und mit grünen Haaren gibt ihre Songs „Walking On Air“, ein Medley aus „This Is How We Do“ und „Last Friday Night(T.G.I.F.)“ und „Teenage Dreams“ zum Besten. Bei letzterem fällt dem Zuhörer zum ersten Mal auf das Katy Stimmlich wohl von ihrer Tour geschwächt ist, die hohen Töne scheinen nicht ganz getroffen zu sein doch vor lauter Choreografien und Unterhaltung scheint es keinen zu stören. Mit „California Gurls“ kommt die Show zu ihrem angeblichen Ende. Riesige Leuchtende Buchstaben werden auf die Bühne geschoben doch das es das Ende der Show sei soll glaubt ihr das Publikum nicht. Nach den ganzen Höhepunkten der Show fehlt für das Ende einfach der Knall.
Nach lautem Beifall und nicht endendem Klatschen geht das Licht wieder an und Katy holt sich ein Geburtstagskind aus der Menge auf die Bühne. Die junge Kölnerin wird auf einen Thron gesetzt und Katy beginnt ihren Song „Birthday“ für sie zu singen. Bereits während der ersten Töne erhebt sich der Boden zu einer Tortenform. Auf der Spitze der Thron mit Katy und dem Geburtstagskind.
Nach diesem Highlight kommt der Abend mit „Firework“ zu seinem echten Ende und passend zum Lied mit einer aufwendigen Pyroshow. Passend zu ihrem Gesang gehen Feuerwerkskörper hoch und unterstreichen den Beat. Beim diesem Finale kann man verstehen warum beim dem Konzert in Zürich der Feueralarm ausgelöst wurde. Damit geht eine bis ins kleinste choreografierte Show zu Ende die keinen mit dem Gefühl zurück lassen kann nicht unterhalten worden zu sein. Stimmlich merkte man ihr zwar die bereits 120 gespielten Konzerte an, doch wurde das durch den hohen Unterhaltungsfaktor mehr als ausgeglichen.
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Hier gibt es unsere Katy Perry Konzertfotos der Prismatic World Tour 2015 aus der Lanxess Arena in Köln am 05.03.2015
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Auf dem Vorhang, der die Bühne verdeckt ist ein Logo, welches jeder Rockfan schon einmal gesehen hat. Weit über 200 Millionen verkaufte Tonträger ziert das Logo und 15.500 Fans in der Lanxess Arena schauen hinauf. Die Bühne selbst, mit einem langen gewundenen Steg und runder Projektionsfläche, stellt ein riesiges „Q“ dar.
Nach 15 Minuten Verspätung tauchte zu den ersten Riffs von Brian May die Silhouette von Adam Lambert auf. Das vorher sehr verhalten wirkende Publikum war sofort hell wach die Energie, welche von der Bühne kam, wurde direkt zurückgegeben.
Mit bombastischem Sound wurde zwei Stunden lang die Arena mit allen Hits der Band versorgt. Dabei fällt auf, dass kaum Songs der neueren Alben auf der Setliste stehen. Von der Qualität der Lieder abgesehen, muss man aber wohl ausgehen, dass das Publikum natürlich auf die alten Songs hofft.
Mit Adam Lambert haben sich Brian May (Gitarre) und Roger Taylor (Schlagzeug), die einzigen der Urbesetzung von Queen, wohl einen Glücksgriff geleistet. Der „American Idol“-Gewinner konnte von Anfang an überzeugen. Auch wenn hier und da die Rockröhre fehlt, so bringt er eine solide Show dar. Die Outfitwechsel und Posen verstärken den Link zu Freddy Mercury deutlich. Aber einst ist deutlich: Queen wird Freddy niemals vergessen.
Als Brian May, nur mit Akustikgitarre, auf dem Kopf des Steg sitzt und „Love of my Life“ singt, wird er nicht nur tatkräftig vom Publikum unterstützt. Zum Ende des Songs werden originale Live-Aufnahmen von Freddy Mercury auf der Leinwand gezeigt. Gänsehaut!
Bei „It´s a kind of Magic“ singt Taylor selbst. Als begnadeter Sänger singt er oft Harmonieren, darf hier aber zeigen, was in ihm steckt.
Auch instrumental darf jeder mal zeigen, was er kann. Neben diversen Solospots von May darf natürlich sein „Brighton Rock“ Solo nicht fehlen. Auch Roger Taylor gibt ein Schlagzeugsolo, aufgepeppt durch ein kleines Battle mit einem zweiten Schlagzeuger auf der Bühne. Und wer wäre nicht prädestinierter als sein Sohn, Rufus Tiger Taylor, seinem Vater die Stirn zu bieten. Selbst Tour-Bassist Neil Fairclough hat sein eigenes Basssolo.
Adam Lambert hat am Konzerttag kann sich sogar ein wenig mehr über das Konzert freuen, denn er wird an dem Tag 33 Jahre alt und über 15.000 Menschen singen ihm noch ein Ständchen.
Brian May sichert nochmal ab und fragt, wie der neue Sänger denn gefällt. Eindeutige Antwort: Lauter Applaus und Jubel. Mit „We will rock you“ und „We are the Champions“ wird der Abend beendet. Und der Artikel endet mit einem unübersetztem Zitat von Brian May des Abends: „Köln Alaaf“
Hier unsere Queen + Adam Lambert Fotos 2015 aus Köln
Hier gibt es unsere Queen + Adam Lambert Fotogalerie der Tour 2015 aus der Lanxess Arena in Köln am 29.1.2015
Eigentlich ist heute der 10. Dezember 2014. Nein, wir befinden uns nicht im Fluxkompensator von Doc Brown, sondern beim Nachholtermin für das Konzert der Fantastischen Vier in der Kölner Lanxess Arena. Aufgrund von Smudo und Michi Beck’s Verpflichtungen als „The Voice Of Germany“-Coaches musste das ursprünglich für Dezember letzten Jahres geplante Gastspiel der Hip-Hopper in der Domstadt auf Januar verschoben werden. Es ist Teil der „Rekord“-Tour zum 25-jährigen Bandjubiläum. Wo andere Leute Silberhochzeit feiern, beweisen Thomas D, Smudo, Michi Beck und And.Ypsilon eindrucksvoll, dass sie noch lange nicht zum alten Eisen gehören. Bemerkenswerte Randnotiz: Jeder der heute abend auf der Gästeliste steht, darf 5 Euro für einen guten Zweck spenden. In diesem Fall für „Laut gegen Nazis“. In Zeiten von Pegida, Hogesa und Co. eine mehr als lohnenswerte Investition.
Die Lanxess Arena ist mit 15.000 Fans ausverkauft. Das Publikum ist bunt gemischt. Ich schätze mal, dass von 16 bis 60 alles vertreten ist. Erstere rannten also noch mit der Windel um den Weihnachtsbaum, als Fanta 4 ihr fünftes Studioalbum „4:99“ veröffentlichten. Gemeinsam müssen sie erstmal den Support „Lary“ über sich ergehen lassen. Die Sängerin aus Berlin – immerhin von Smudo persönlich angesagt – quält die Menge mit inspirationslosem Electro Pop, inklusive einem verunglückten Cover des Rammstein-Songs „Engel“. Dass ihr Logo frappierend an die Raute von Borussia Mönchengladbach erinnert, macht die Sache für sie nicht unbedingt einfacher. Abgesehen von ihrer zweifellos schönen Stimme, scheint sie selbst mehr auf die Wirkung ihres Äußeren zu bauen, als auf die ihrer Musik. Als Lary, die bürgerlich Larissa Sirah Herden heißt, nach einer halben Stunde von der Bühne schreitet, macht sich in der Lanxess Arena deutliche Erleichterung breit.
Wiederum eine halbe Stunde später eröffnet And.Ypsilon, begleitet von einer fünfköpfigen Band, mit „Die Vierte Dimension“ die musikalische Zeitreise durch ein Vierteljahrhundert Fanta 4. Am anderen Ende der Halle bahnen sich Thomas D, Smudo und Michi Beck ihren Weg durch die überraschten Fans zu einem kleinen Podest, auf dem sie mit „25“ den Startschuss für die nun folgende zweistündige Party geben. Als zusätzlicher Knalleffekt regnet es Konfetti von der Decke. Von dort aus steuern sie weiter in Richtung Bühne und lassen sich unterwegs bereitwillig für das ein oder andere Selfie aufhalten. Hier geht das Feuerwerk aus alten und neuen Hits weiter. Die Kölner hüpfen und springen zu den Takten von „Heute“, „Lass sehen“ oder „Sie ist weg“, und das bis zum letzten Platz unter der Klimaanlage auf dem Oberrang. Dafür dass die Sicht von dort aus nicht mikroskopisch klein ist, sorgen zwei grosse Leinwände und ein überdimensionaler Videowürfel. Überhaupt ist das Bühnenbild geschmackvoll bombastisch und wechselt zwischen roten Flammen, goldenem Einpackpapier und blauen Kreisen. Smudo, Thomas D und Michi Beck sind ständig in Bewegung und holen nur während einiger kurzen Ansagen mal eben Luft. Die erste richtige Verschnaufpause gönnen sie sich und ihren Fans erst bei „Tag am Meer“, zu dem die gesamte Arena in einem 3D-Lichtermeer aus Handy Displays und vereinzelten Feuerzeugen versinkt. Vielleicht ist es Einbildung, aber gleichzeitig liegt ein Hauch von Gras in der Luft (nein, nicht das auf der Wiese).
Thomas D setzt das Gefühlskino anschließend mit „Gott ist mein Zeuge“ alleine fort, bevor es über „Du Mich Auch“, „Was geht“ und „Ernten was wir säen“ langsam aber sicher auf das Ende des Mainsets zugeht. Die Zugaben „MfG“, „Populär“ und „Troy“ beschliessen das Konzert schließlich so, wie es begonnen hat. Mit einem Knalleffekt und einem Regen aus weißen Luftschlangen. Wenn man bedenkt, dass die vier Fantas inzwischen selbst stramm auf die Fünfzig zugehen, dann bekommt der alte Klugscheißerspruch „Alter ist relativ“ eine ganz neue Bedeutung. Jedenfalls wirken sie auch nach 25 Jahren noch wie vier verspielte und ein bißchen durchgeknallte Jungs, die sichtlich Spass an dem haben, was sie da veranstalten. Und Spass hatten heute mit Sicherheit alle. Ganz konkret!
Die Fantastischen Vier Fotos 2015 Köln, Lanxess Arena
Clueso ist ein Fan der Foo Fighters! Das verrät er irgendwann im Verlaufe seines Konzertes in der Lanxess Arena und hat damit gleich mal einen dicken Stein bei mir im Brett. Sein letztes Album „Stadtrandlichter“ hat der 34-jährige Erfurter komplett in Eigenregie geschrieben, produziert und erstmals auf seinem eigenen Label „Text und Ton“ veröffentlicht. Für ihn war es nach einer Phase der kreativen Neuorientierung eine Art persönlicher Befreiungsschlag. Der Erfolg von „Stadtrandlichter“ scheint ihm Recht zu geben. Offensichtlich hat der ihn aber auch ein bißchen verwegen gemacht. Denn mit der Kölner Riesenarena hat Clueso gleich mal die grösste Konzerthalle Deutschlands gebucht. Am Ende sind es immerhin 10.000 Fans, die den Weg nach Köln-Deutz gefunden haben, davon gefühlte zwei Drittel weiblich.
Ebenso bekannt dürfte inzwischen Clueso’s Engagement für junge, talentierte Musiker sein. Im Rahmen seiner „Stadtrandlichter“-Tour unterstützt er das Crowdfunding-Projekt der Kölner Band AnnenMayKantereit. Von jedem auf deren Webseite gekauften Clueso-Ticket geht ein Anteil direkt in die Produktion ihrer neuen EP. Da wir jedoch erst relativ spät ankommen, verpassen wir leider den Auftritt des Trios. Stattdessen gönnen wir uns noch eine Zigarette im Raucherbereich der Lanxess Arena und stehen dort alleine und verlassen im eiskalten Wind. Rauchen ist unter Clueso-Fans anscheinend verpönt.
Es ist kurz nach 20 Uhr, als Clueso in Lederjacke die Kulisse betritt und mit „Pack meine Sachen“ loslegt. Der Jubel im weiten Rund ist entsprechend heftig. Auf der Leinwand im Bühnenhintergrund prangt in Grossbuchstaben „Hallo Köln“ und Clueso wird auch im weiteren Verlauf des Konzertes nicht müde die „geile“, „tolle“, „mega“ Stimmung immer wieder zu loben. Obwohl er von einer sechsköpfigen Band (inklusive DJ) begleitet wird, wirkt er auf der überdimensionalen Bühne etwas verloren. Der Sound ist für sonstige Arenaverhältnisse überraschend gut und die Lightshow wechselt zwischen warmen Blau- und Rottönen und grellen Lichtkaskaden. Auf der Leinwand werden mal Live-Bilder und mal diverse Animationen gezeigt. Der Rahmen stimmt.
Musikalisch präsentiert Clueso seinen Fans einen bunten Mix aus Hip-Hop, Rap, Folk, Blues, Elektro und sanften Gitarrenklängen. „Augen zu“ oder „Sein Song“ gehören eher zur Rockfraktion. Und natürlich fehlt auch „Chicago“, sein Über-Hit von 2006, ebenso wenig in der Setlist wie die aktuelle Single „Freidrehen“. Wie ein kleiner Junge hüpft und tanzt Clueso von einem Bühnenende zum anderen und als er, begleitet von zwei ehemaligen Rapper-Kollegen, einen 20-minütigen Freestyle hinlegt, gibt es in der Lanxess Arena kein Halten mehr. Nebenbei beeindruckt er mit einer kleinen Breakdance-Einlage. Dass sie genauso gut die leisen Töne beherrschen, stellen er und seine Band mit einem eingeschobenen Akustikblock unter Beweis, zu dem unter anderem das sehr schöne „Ey der Regen“ gehört. Dabei erweist Clueso dem Kollegen Max Herre die Ehre, indem er ein paar Töne aus dessen „Anna“ einstreut.
Der eigentliche Höhepunkt des Abends aber fehlt noch. Er hat angegrautes Haar, trägt Bart und heisst Wolfgang Niedecken. Zusammen mit dem Kölner Urgestein, mit dem ihn ja bekanntlich eine enge Freundschaft verbindet, singt Clueso den BAP-Klassiker „Verdamp lang her“ und später noch das eingekölschte „Für immer jung“ von Bob Dylan. Besonders ersteres wird in der Domstadt natürlich frenetisch abgefeiert, obwohl sich Niedecken einen kleinen Seitenhieb auf die Fans nicht verkneifen kann: „Das Stück ist von 1981. Da wart ihr ja noch gar nicht geboren“.
Danach geht es weiter mit dem immer gern genommenen Udo Lindenberg-Cover „Cello“, „Gewinner“ und zum Abschluss des Mainsets „Nebenbei“. Die Lanxess Arena feiert und fordert lautstark eine Zugabe, die nicht lange auf sich warten lässt. Vor der Bühne ist jetzt ein durchsichtiger Vorhang herabgelassen worden, der mit allerlei Laserspielereien und anderen 3D-Effekten tolle Hintergrundbilder zu „Geisterstadt“ liefert. Zwischendurch macht Clueso noch Werbung für seine Nominierung zur diesjährigen 1Live-Krone, bevor er mit „Bleib hier“ sicherlich vielen Fans aus dem Herzen spricht. Obwohl es mittlerweile stramm auf die 3-Stunden-Marke zugeht, haben die nämlich noch nicht genug. Clueso steigt in den Bühnengraben, schüttelt Hände und fordert ein „Sternenmeer aus Handys“. Mit einer Daftpunk-ähnlichen Elektro-Version seines „Weit Weg“-Klassikers „Out Of Space“ drückt er dann endgültig auf den Aus-Knopf und entlässt die Fans in den 1. Advent.
Man muss die Musik von Clueso nicht mögen. Man muss ihm auch sein Image vom WG-Bewohner, der früher mit den Kumpels in Köln um die Häuser gezogen ist, nicht abnehmen. Irgendwie wirkt das alles eine Spur zu vergnügt und auf cool getrimmt. Aber man muss anerkennen, dass er in der Lanxess Arena eine abwechslungsreiche Show mit einem Spassfaktor abgeliefert hat, der durchaus im oberen Bereich lag. Von deren Länge können sich so manch andere Kollegen eine dicke Scheibe abschneiden. Den neutralen Beobachter hat er jedenfalls überzeugt und die Fans sowieso. Und außerdem ist er ja auch noch Foo Fighters-Fan.