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Urheber/Fotograf: Silver Lining Music

EUROPE "Come This Madness"

Unsere Wertung: 7 von 9 Punkten.

Nach neun Jahren Ruhepause ein starkes Album von EUROPE

Seit 1979 existieren die schwedischen Hardrocker von EUROPE schon als Band und sollten eigentlich auf einer Stufe mit Kollegen wie Whitesnake, Rainbow und Deep Purple stehen – wäre da nicht ihr riesiger Erfolg mit „The Final Countdown“, der ihnen oft das Geschmäckle eines One-Hit-Wonders mitgibt. Ein solcher Hit, den die meisten schon nach zwei Akkorden erkennen und den die meisten auf Anhieb fehlerfrei mitsingen können, ist Segen wie Fluch. Bands wie Münchner Freiheit und Fools Garden sagen unumwunden, dass der große Hit ihnen auch nach Jahrzehnten noch das regelmäßige Einkommen sichert. Zugleich ist es aber auch unsäglich, immer nur über einen einzigen Song definiert zu werden. Bei EUROPE kamen übrigens noch „Carrie“ und „Rock the Night“ als veritable Gassenhauer, doch von denen hört man im Mainstream schon lange nichts mehr in Radio und Playlists.

EUROPE haben sich 1992 zunächst aufgelöst und elf Jahre später wieder zusammengefunden. Die aktuelle Besetzung entspricht immerhin noch der wichtigen 80er-Besetzung, die sich ab 1984 etabliert hatte. Also man bekommt wirklich die echten EUROPE und keine halbherzige Coverband gleichen Namens.

Fünf Alben sind bis 1992 erschienen und ganze sieben nach der Reunion. Dabei waren ihnen Charterfolge in Europa sicher, vor allem natürlich in Schweden, aber auch in UK, Österreich und Deutschland, wo sich das aktuelle Werk „Come This Madness“ auf Anhieb in den Top 10 etabliert hat.

„Mit dem neuen Album Come This Madness wollten wir Songs im Geiste der alten Tage schreiben und produzieren“, sagt Joey Tempest, Gründungsmitglied und Frontmann. „Es gibt jede Menge mitreißende Melodien und große Refrains, und wir haben hart an der Produktion gearbeitet. Wir hatten viel Spaß bei der Arbeit an dem Album im Studio. Das gesamte Album weist starke Bezüge zu unserer Vergangenheit auf, und ich glaube, viele Europe-Fans werden es lieben!“ Mit dem neuen Album wird ein weiteres Kapitel in der beständigen Erfolgsgeschichte von Europe aufgeschlagen. „Für dieses Album haben wir uns angesehen, was in der Welt vor sich geht, und versucht, einen Teil davon in unseren Songs zu beschreiben. Aber letztendlich geht es um Unterhaltung, um Musik – und vor allem darum, Spaß zu haben!“, resümiert Joey Tempest.

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Musikalisch zeigen sich EUROPE auf „Come This Madness“ deutlich härter und kantiger als zu ihren großen 80er-Jahre-Zeiten. Die Band verbindet klassischen Hardrock mit progressiven Momenten, großen Melodien, atmosphärischen Keyboards und immer wieder ausladenden Gitarrenpassagen. John Norums Spiel reicht dabei von bluesigen Läufen über klassische Hardrock-Riffs bis hin zu fast schon virtuosen Soli. Gleichzeitig sorgt Joey Tempests melodischer Gesang dafür, dass die Songs trotz aller Härte unverkennbar nach EUROPE klingen. Besonders spannend ist das Zusammenspiel von Norums Gitarren und Mic Michaelis Keyboards, das dem Album stellenweise eine fast epische, theatralische Breite gibt.

„Come This Madness“ wurde im RMV-Studio aufgenommen, dem Stockholmer Tonstudio, das von Benny und Ludvig Andersson gegründet wurde. Das Album enthält Gastauftritte von Tobias Forge (Ghost) und Michael Åkerfeldt (Opeth) und wurde von dem gefeierten Produzenten Tom Dalgety (Ghost, Rammstein, Pixies, The Cult, Opeth) produziert, der sich während des gesamten Prozesses als treibende kreative Kraft erwies, tief in den Songwriting- und Aufnahmeprozess der Band eingebunden war und den Sound des Albums prägte. Joey Tempest resümiert: „Es war mir ein wahres Vergnügen, mit Tom zusammenzuarbeiten“. 

Inhaltlich ist „Come This Madness“ deutlich nachdenklicher als viele frühere EUROPE-Alben. Tempest verarbeitet darin seine Beobachtungen einer zunehmend unübersichtlichen und gesellschaftlich angespannten Welt. „The Cult of Ignorance“, der vielsagende Titelsong und besonders „In the Absence of Grace“ beschäftigen sich mit Ignoranz, Wahrheit, Demokratie und einem verlorengegangenen moralischen Kompass. Daneben gibt es mit „This Time of Year“ auch eine melancholische, persönliche Seite, die von Sehnsucht und dem Vergehen der Zeit erzählt.

Neben der aktuellen Veröffentlichung geht die Band auf eine große Tour zum 40-jährigen Jubiläum von „The Final Countdown“. Die „40th Anniversary Tour“ startete am 30. September in Glasgow und verspricht, das Erbe, das sie geprägt hat, mit der neuen Energie zu verbinden, die sie heute antreibt. Der Wahnsinn geht weiter!

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