Der Mannheimer Laith Al-Deen gehört schon seit Jahrzehnten zu meinen Favoriten im Bereich deutschsprachiger Popmusik. Vor allem sein Album „Die Liebe zum Detail“ ist ein All-time-favourite in meiner Playlist. Mit seiner markanten, warmen Stimme, emotionalen Texten und einer Mischung aus Pop, Rock und Soul hat er sich einen festen Platz in der deutschen Musiklandschaft ersungen. Sein Weg ist dabei nicht einfach die Geschichte eines schnellen Chart-Erfolgs, sondern auch die eines Künstlers, der sich über Jahrzehnte hinweg immer wieder musikalisch neu orientiert hat und trotzdem dabei seinem eigenen Stil treu geblieben ist.
Laith Al-Deen wurde 1972 in Karlsruhe geboren. Er hat irakische Wurzeln und wuchs teilweise in den USA auf, bevor er nach Deutschland zurückkehrte und seinen Platz in der Mannheimer Musikszene fand. Die unterschiedlichen kulturellen Einflüsse gehören zu seiner persönlichen Geschichte, auch wenn seine Musik vor allem im deutschsprachigen Pop verwurzelt ist. Seinen Durchbruch schaffte er Anfang der 2000er-Jahre mit Songs, die persönliche Gefühle, Sehnsucht, Zweifel und die Suche nach Orientierung in eingängige Melodien übersetzen. Anders als viele Künstler, die vor allem über ein bestimmtes Image funktionieren, stand bei Laith Al-Deen von Beginn an seine Stimme im Mittelpunkt: kraftvoll, rau an den richtigen Stellen und zugleich ausgesprochen gefühlvoll. Songs wie „Dein Lied“ und „Bilder von dir“ dürften jedem Freund deutschsprachiger Musik direkt im Ohr sein.
Eigentlich dauert seine Popkarriere schon einen Tick länger als 25 Jahre, aber man will nicht kleinlich sein. Auch 26 Jahre nach seinem Debüt „Ich will nur wissen“ kann ich mich an diesem Jubiläumsalbum mit dem Titel „25 – Best of“ erfreuen. Ganze 15 wegweisende Songs wurden neu aufgenommen und arrangiert, gemeinsam mit seiner langjährigen Band sowie Streichern, Bläsern und musikalischen Weggefährten. Es geht also nicht nur darum, alte Hits noch einmal aufzulegen, sondern sie aus heutiger Perspektive neu zu interpretieren. Man höre nur die neue Version von „Bilder von dir“, die einen ganz neuen rhythmischen Drive bekommen hat.
Entstanden ist ein Album, das Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbindet. Eine musikalische Zeitreise, die zeigt, wie sehr Songs mit ihrem Künstler wachsen können. Von Klassikern wie „Dein Lied“ und „Ich will nur wissen“ bis hin zu späteren Publikumslieblingen wie „Paket Hoffnung“, „Kennst Du Das Auch“ oder „Dein Begleiter“: Jeder Titel wurde neu gedacht und mit hörbarer Spielfreude weiterentwickelt. Mal größer und orchestraler, mal intimer und reduzierter. Immer mit Respekt vor den Originalen und gleichzeitig mit dem Mut, neue Perspektiven zuzulassen. Auch mein Lieblingsalbum ist mit dem Titelsong „Die Liebe zum Detail“ und dem emotionalen Smashhit „Keine wie du“ vertreten, was mich besonders freut.
Laith Al-Deen gehört zu jener Generation von Musikern, die den deutschsprachigen Pop Anfang der 2000er-Jahre entscheidend mitgeprägt haben. Sein Weg führte vom überraschenden Durchbruch über große Charterfolge bis hin zu einer langjährigen Karriere, in der nicht jedes Album dieselbe Aufmerksamkeit erhielt, die musikalische Arbeit aber stetig weiterging. Laith ist kein Künstler, dessen Geschichte sich allein über Verkaufszahlen erzählen lässt. Er hat sich verändert, mit unterschiedlichen musikalischen Ansätzen experimentiert und sich über 25 Jahre hinweg eine eigene Identität bewahrt.
Die Reihenfolge der Neuaufnahmen ist nicht chronologisch, sondern erzeugt ein neues Stimmungsbild voller Melancholie. Ein umfangreiches Booklet liefert alle Songtexte und die Aufstellung aller Mitstreiter für dieses tolle Projekt. Das Jubiläumsalbum bietet viel mehr als eine Sammlung alter Hits. Es ist auch die Gelegenheit, einen Sänger wiederzuentdecken, dessen Karriere deutlich umfangreicher ist als sein bekanntester Song.












