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Urheber/Fotograf: Dream Wife © Marvin Contessi

Aktuelles zu: Reeperbahn Festival 2026

21. Reeperbahn Festival beendet – Anchor Award 2026 für GANNA (UA)

In der heutigen Samstagnacht ging die 21. Ausgabe des Reeperbahn Festivals zu Ende. Insgesamt rund 45.000 Besucher*innen erlebten über die vier Tage hinweg ein internationales Programmangebot mit ca. 540 Konzerten (davon 260 kuratiert) von etwa 425 Acts (davon kuratiert 231) aus 44 Ländern in mehr als 40 Spielstätten. Ergänzt wurde das Musikprogramm durch das Arts & Word-Programm mit rund 30 Veranstaltungen, darunter Lesungen, Live-Podcasts, Kunstausstellungen und geführte Touren.

Das diesjährige Konferenzprogramm hielt rund 120 Programmpunkte mit etwa 420 internationalen Speakers aus 31 Nationen für die rund 5500 Fachbesucher*innen aus 52 Nationen bereit.

Das frei zugängliche Festival Village auf dem Heiligengeistfeld verzeichnete rund 45.000 Besucher*innen aus Festivalpublikum und spontan Interessierten und bot mit Überraschungs-Konzerten von den Newcomer*innen Yung Pepp (DE) und Kayla Shyx (DE) am Mittwoch, Tanzperformances der Contemporary Dance School Hamburg sowie dem gefeierten Auftritt von Hamburgs Chefstyler Jan Delay gemeinsam mit den Delaydies am Donnerstag auch in diesem Jahr mitreißende Live-Performances. Außerdem beheimatete das Festival Village erneut die Graphic-Poster-Ausstellung Flatstock, die in diesem Jahr 20. Reeperbahn Festival-Jubiläum feierte.

Auch auf dem Spielbudenplatz lockte das kostenfreie Programm tausende Besucher*innen an. Beim N-JOY Reeperbus, dem hvv Bus und der Spielbude XL begeisterten unter anderem Udo West (DE), OKASHII (KR) und She Her Her Hers (JP) mit ihren Auftritten.

Die Keychange-Quote betrug in diesem Jahr 53% Male und 47% FLINTA-Musiker*innen im kuratierten Programm.

Programmkooperationen umfassten in diesem Jahr die Partnerkonferenzen MUSIC FRONTIERS x Reeperbahn Festival, als Schnittstelle zwischen technischer Innovation und Musikwirtschaft, Sustain! für Nachhaltigkeitsthemen sowie die Afro Futuristic Convention x Reeperbahn Festival. Letztere setzt sich u. a. für verbesserte Lebensbedingungen und sicheren Zugang zu Trinkwasser auf dem afrikanischen Kontinent ein, wie z. B. durch das Projekt YUNOMI der Aktivistin und Musikerin Onejiru Arfmann.

Der inhaltliche Fokus von Festival und Konferenz lag in diesem Jahr auf der stärkeren Einbeziehung jüngerer Generationen, die mit ihren Ausgeh-, Hör- und Kaufentscheidungen die Musik- und Kreativwirtschaft von morgen bereits heute prägen. Daran knüpfte auch das Leitthema „Forever Legit?“ an, das in zahlreichen Programmpunkten beleuchtete, wie die Legitimität der Strukturen der Musikindustrie angesichts gesellschaftlicher, demografischer und technologischer Umbrüche immer wieder neu verhandelt werden muss, um zukunftsfähige und nachhaltig tragfähige Geschäftsmodelle zu ermöglichen.

Wie in jedem Jahr stand im Zentrum jedoch das Entdecken vielversprechender Nachwuchsmusiker*innen und das verbindende Element des gemeinschaftlichen Live-Erlebnisses. Besonders deutlich wurde dies beim internationalen Musikpreis Anchor: Die international besetzte Jury um Songwriterin Jerry Heil (UA), Produzentin und Songwriterin Oklou (FR), Sängerin Domiziana (DE) sowie dem Produzenten Sega Bodega (CL) besuchte am Mittwoch und Donnerstag die Konzerte der sechs Nominees Dov’è Liana (FR/IT), Just For Fun (GB), BIG WETT (AU), Sonic Interventions (DE), Nectar Woode (GB) und GANNA (UA).

Am Freitagabend wurde im St. Pauli Theater schließlich eine Künstlerin zur Gewinnerin gekürt, die die gesamte Jury sowie ihr Publikum mit ihrer Performance nachhaltig berührt hat: GANNA (UA) überzeugte mit ihrer außergewöhnlichen Bühnenpräsenz und vor allem ihrer Musik, die aus traditionellen Folk-Einflüssen ihrer Heimat und modernen Beats etwas völlig Neues entstehen lässt.

Mit dieser Auszeichnung erhielt die Ukraine als erstes Guest Country of Honour des Reeperbahn Festivals einen überraschenden weiteren Höhepunkt. In den Tagen davor präsentierte die Ukraine die Musikwirtschaft sowie zahlreiche Talente ihrer Heimat, die auch unter widrigsten Umständen enorme kreative Resilienz zeigen und als Vorbild und Inspiration für das Musikökosystem in Europa und der Welt zu betrachten ist.

Die diesjährige Ausgabe unterstrich erneut die Bedeutung des Reeperbahn Festivals als internationale Plattform, deutsche und europäische Künstler*innen, Unternehmen und Institutionen mit Partner*innen aus aller Welt zu vernetzen, relevante Diskussionen in Gang zu setzen und auf diese Weise aktiv an der Gestaltung der Musikwirtschaft von morgen mitzuwirken.

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