Die neue Welt nach der Pandemie

Kürzlich kursierte eine Meldung durch die Medien, wonach zumindest Tourneen der Vergangenheit angehören aufgrund von akuten Rückenproblemen von Alan Parsons, der dieses wie fünf vorangegangene Werke solo und nicht mehr als Alan Parsons Project veröffentlicht.

Zugegeben, ich musste das Album zweimal hören, damit es mir positiv in Erinnerung bleibt. Im ersten Hördurchgang fand ich wenig Gemeinsamkeiten mit früheren Werken. Erst beim zweiten Hören wurden mir typische Parsons-Sounds gewahr, am ehesten noch vergleichbar mit seinem Frühwerk „I Robot“. Die eingängigen Melodien oder Sounds, die sich mir sofort in die Gehörgänge festsetzen, fehlen dennoch. Und das trotz oder wegen prominenter Unterstützung. Gitarrenvirtuose Joe Bonamassa ist gleich bei zwei Songs, „Giveemmylove“ und „I won’tbeledastray“ zugegen, der ehemalige Styx-Sänger Tommy Shaw zeichnet sich bei „Uroboros“ aus, weitere Gastmusiker sind James Durbin (American Idol) und David Pack (Ambrosia).

Ob es Parsons Rückenleiden geschuldet ist, dass „Fromthenew World“ intimer und nachdenklicher wirkt? Mit seinen Vorwerken gemein hat das Album eine thematische Basis. Der Titel ist eine Anspielung auf Anton Dvořaks Symphonie Nr. 9, auch bekannt als Symphonie der Neuen Welt. Sie dient hier als Verweis auf die neue Welt, die im Zuge der Pandemie entstanden ist. Das Stück „Goin‘ home“ fußt auf dem 100 Jahre alten Text des Dvořak-Schülers William Arms Fisher, eine Quelle für den Largo-Satz der Symphonie Nr. 9. Es handelt sich um eine zutiefst emotionale Elegie an der Schwelle zum Tod. Auch hierbei fällt mir wieder oben genannte Meldung ein.

Aber nicht alle Songs sind düster, sondern leicht verdaulicher. Weniger Bombast zwar und dafür sanft und zurückhaltend. „Farethee will“ beginnt mit klingenden Gitarrenmustern. Bei m folkigenDon’t fade now“ teilt sich Parsons den Leadgesang mit P. J. Olsson. Gar fröhlich klingt „Youarethe Light“ und bei „The Secret“ bringt Parsons sein Faible für die Magie zum Ausdruck und erinnert mich an den gleichnamigen Titel eines seiner Soloalben. Parsons vermeidet geheimnis– und fantasievolle Storys, die dem Parsons Project zueigen waren.

Das Album gehört keinesfalls zu meinen Lieblingsalben von Alan Parsons (mit und ohne Project), werde es aber dennoch von Zeit zu Zeit anhören. Die elf Titel haben eine Spielzeit von 45 Minuten, der Schlusssong „Bemy Baby“ ist mit 2:42 der kürzeste, der vorletzte „Goin‘ home“ mit 4:45 der längste Titel.

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