Die Trilogie wird zu einem Ende geführt
Seit der erfolgreichen Netflix-Serie „Das Mädchen im Schnee“ ist der spanische Schriftsteller Javier Castillo in aller Munde. Von ihm stammen nämlich die Krimis um die Journalistin Miren Triggs, die sich Fällen vermisster Kinder und Jugendlicher widmet. Jetzt erschien endlich der heiß ersehnte dritte Band, der die Geschichte, die im Jahr 2011 spielt, zu Ende führt.
Schon bei den ersten Bänden hatte ich festgestellt, dass die Story hervorragend aufgebaut und atmosphärisch dicht geschrieben ist. Die Serie kann das nur bedingt auf die Fernseh-Leinwand bringen, daher empfehle ich dringend, zunächst die Bücher zu lesen. Zur neuen Story:
New York 2011. Vor dreißig Jahren ist der siebenjährige Daniel Miller spurlos verschwunden. Sein Vater, FBI-Agent Ben Miller, hat die Suche nie aufgegeben. Nach seiner Pensionierung rollt er den Fall neu auf und bittet die Journalistin Miren Triggs um Hilfe. Dabei stoßen die beiden auf die halb verweste Leiche von Daniels damaligem Musiklehrer. Fieberhaft suchen sie nach einer Verbindung zwischen dem Verschwinden des Jungen und dem Mord an seinem Lehrer. Was ist mit Daniel passiert? Was hat es mit den rätselhaften Spieluhren auf sich, auf die sie bei ihren Ermittlungen immer wieder stoßen? Und können sie das jahrzehntelange Schweigen brechen?
Schnell ist man wieder mit den handelnden Personen wie Mirren Triggs und Jim Schmoer vertraut, doch auch Ben Miller als verzweifelter Vater gewinnt schnell an Profil. Die Geschichten um Kiera Templeton und Gina Pebbles aus den ersten Bänden schwingen in der Handlung mit, doch es wird noch komplexer und düsterer. Fast alle Protagonist*innen kämpfen mit ihrer Vergangenheit und die verschiedenen Perspektiven in den Kapiteln sorgen bisweilen für böse Cliffhanger. Man will möglichst schnell weiterlesen.
Insgesamt wird die Story noch um einiges größer, als man nach den ersten Bänden erwartet hätte. Theoretisch gäbe das Raum für viele weitere Bände, doch Castillo hat sich entschieden, es bei einer Trilogie zu belassen. Das mag schade sein, passt aber zu den Abgründen, die sich in der Geschichte auftun. So gönnt der Leser Mirren am Ende ihren Schlussstrich unter das Geschehen.
Ob es auch zu diesem Roman eine nächste Netflix-Staffel geben wird, konnte ich noch nicht herausfinden. Doch wem die bisherigen Staffeln gefallen haben, kann hier problemlos auf die Buchreihe umsteigen, auch wenn das Setting der Bücher für die Filme verändert wurde. Ein grandioser Abschluss für die Trilogie!
