Ein Kämpfer an der Gitarre

Simon McBride ist unter anderem deshalb in der Rockwelt momentan in aller Munde, weil er bei der anstehenden Tour von Deep Purple Gitarrero Steve Morse ersetzen wird, da dieser eine kleine Auszeit braucht. Zudem hat Simon just sein neues Album “The Fighter” auf den Markt gebracht. Die Zeichen stehen also auf Sturm.

Kämpferisch geht es bei seinem fünften Soloalbum direkt ans Eingemachte. Starke Gitarren und eine Stimme, die ihn auch am Mikro zum Bluesrocker qualifiziert. Obwohl die Gitarrenarbeit jederzeit im Mittelpunkt steht, sind die Tracks doch sehr songorientiert ausgefallen. Melodische Passagen wechseln sich mit hervorragender solistischer Frickelarbeit ab. Das macht von Beginn an Laune.

Keine Frage: McBride ist ein virtuoser Gitarrist. Einer, in dessen DNA die Finesse und Klasse von Blues-Rock-Legende Gary Moore gleichermaßen stecken wie die virtuosen, aber stets melodischen, versatilen Hochgeschwindigkeitslicks von Joe Satriani, Steve Lukather oder Eddie Van Halen. Einer, der die Lehre von Deep Purple genau so liebt und aufgesogen hat wie die Musik von Jimi Hendrix und Yes.

Fotocredit: Franz Schepers

“The Fighter” ist ein in vielen Teilen beseeltes Rockalbum. “Show me how to love” kommt keineswegs als Ballade, sondern liefert die Herz-Schmerz-Klänge mit beherzten Riffs. Ein Song wie “Kingdoms” rockt straight nach vorne, während der Titeltrack den ersten Ohrwurm liefert.

Simon ist ein guter Geschichtenerzähler und hat das Album sehr autobiografisch angelegt. Der Kämpfer ist er selbst – in einem Leben on the road, voller Träume, Chancen und Kämpfe. Mit “Let Me Go” darf dann auch eine echte Ballade an den Start und den vollendeten Blues auf uns loslassen.

Ein Song wie “Trouble” erinnert in seiner Verspieltheit ganz an Jimi Hendrix, doch Simon McBride hat fast alle Songs selbst geschrieben. Nur der letzte Track “The Stealer” ist ein Cover von Paul Rodgers, das Simon aber auch sehr gut steht.

Simon kommt aus Belfast in Nordirland, einem Ort, an dem in bester Musiktradition Künstler, wie Gary Moore, Rory Gallagher sowie Bands wie Thin Lizzy, Stiff Little Fingers und natürlich U2 zu Hause sind. Ian Gillan von Deep Purple ist der Meinung, dass er einer der besten Gitarristen der Welt ist – kein Wunder also, dass er schnell als Ersatz für Steve an der Stelle war.

“The Fighter”” ist ein fantastisches, beeindruckendes und vielschichtiges Album. Es ist der Blues- und Rocktradition verpflichtet, aber nie anachronistisch, immer modern, aber nie um Trends bemüht.

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