Seit inzwischen 30 Jahren gehören Queens of the Stone Age um Frontmann Josh Homme zu den prägendsten Vertretern des Alternative- und Stoner-Rock. Ihr Sound ist unverwechselbar: schwere, hypnotische Gitarrenriffs, staubige Wüstenatmosphäre, trockene Rhythmen und eine eigenwillige Mischung aus Härte, Groove und Melodie.
Dem folgt auch das aktuelle Album „Pefecth“, das allein schon durch seinen Titel auffällt. Josh hat das Wort als bewusste Abwandlung von „Perfect“ erfunden. Seine Erklärung dahinter: Nichts auf dieser Welt ist perfekt, aber alles scheint irgendwie „Perfecth“ zu sein. Es geht also nicht um die perfekte Welt, sondern um Unvollkommenheit, Brüche, und die Frage, wie man mit den Fehlern des Lebens umgeht.
Das Album ist nach Angabe der Band eng mit der japanischen Kunst des „Kintsugi“ verbunden, bei der zerbrochene Keramik mit Gold repariert wird. Dabei werden Bruchstellen nicht verborgen, sondern hervorgehoben und zu einem Teil ihrer Schönheit gemacht. Genau dieser Gedanke zieht sich durch „Perfecth“: Erfahrungen, Narben und Veränderungen als wertvolle Bestandteile des Lebens zu begreifen.

Die Songs entstanden über einen langen Zeitraum an verschiedenen Orten und entwickelten sich erst durch die Erfahrungen ihrer Schöpfer zu ihrer endgültigen Form. Musikalisch verbindet das Album kraftvolle, raue Rockmomente mit atmosphärischen und verletzlichen Passagen. Titel wie „Insignificant Other“, „Sunday“ oder „Mono“ zeigen die Band dabei ebenso nachdenklich wie experimentierfreudig.
Das neue Album mag der Nachhall eines Konzerts sein, das die Band vor zwei Jahren in den Pariser Katakomben spielte. Zwischen Millionen menschlicher Gebeine präsentierte sich die Band in einer weitgehend akustischen, reduzierten Form. Die neue Herangehensweise gab Raum für Atmosphäre, Melancholie und leisere Momente – und das spürt man in den neuen Songs. Statt sich ausschließlich auf die gewohnte Wucht der Gitarren zu verlassen, bekommen Melodien, Stimmungen und emotionale Zwischentöne mehr Raum.
Zunächst war die Single „Easy Street“ erschienen, die bereits während der „Catacombs“-Tour live vorgestellt wurde. Es war die erste neue Musik der Band seit „In Times New Roman…“ (2023). Das ausufernde „Insignificant Other“ beschäftigt sich mit dem Verschwinden eines Menschen, der einem viel bedeutet hat. „Uns allen war klar, dass man ein ganzes Album um etwas wie das hier herum aufbauen könnte“, erinnert sich Homme. Die Stimmung ist nachdenklich, das Gefühl unverkennbar wie tief in der Nacht. „Es ist ein Lied über Distanz“, so Joshua Homme. „Darüber, wie jemand deine ganze Welt sein kann, nur um dann einfach zu verschwinde n. Und über das seltsame Schwindelgefühl, wenn man das zum ersten Mal am eigenen Leib erfährt.“
„Sunday“ hingegen klingt wie ein experimenteller David Bowie-Song und stammt ursprünglich von Joshs 2016er Album mit Iggy Pop.Auf „Run Away From the Mob“ steht Hommes markanter Falsett im Vordergrund. Der Song wurde ursprünglich schon 2013 mit Dave Grohl am Schlagzeug aufgenommen, fand aber erst in diesem Jahr zu seiner endgültigen Form. „Es ist ein Brief“, so Homme, „ein letzter Brief, adressiert an einen ältesten Sohn: Wenn du das hier liest, ist alles schiefgelaufen, und das ist, was du tun musst. Das Ende ist der Klang des Vaters, der hinter seinem Sohn steht.“
„Perfecth“ ist weniger eine radikale Kehrtwende als vielmehr eine spannende Weiterentwicklung, bei der Homme offenbar bewusst auch die Bruchstellen und Unvollkommenheiten seiner Musik zulässt. Diese musikalische Bestandsaufnahme der Band kommt gerade zum richtigen Zeitpunkt und macht Bock auf die nächsten Jahre,










