Wenn die Sirenen aufheulen und die ersten Riffs durch die Halle jagen, gibt es keinen Zweifel mehr – der Geist von AC/DC ist lebendig. Mit ihrer gewaltigen Tribute-Show verwandelte die Band BAROCK am 03.10.2026 die Neunkircher Gebläsehalle in einen bebenden Rock-Olymp. Auf Einladung der Neunkircher Kulturgesellschaft bewiesen die fünf Musiker eindrucksvoll, warum sie weit mehr als eine bloße Coverband sind und völlig zu Recht als Europas größte und authentischste AC/DC-Tribute-Show gefeiert werden. Was das Publikum an diesem Abend erlebte, war ein schweißtreibendes, zweistündiges Hardrock-Feuerwerk der Extraklasse.
Für mich als Fotograf war es ein absolutes Fest, das gesamte Konzert mit der Kamera begleiten zu dürfen. Eine grandiose Beleuchtung und spektakuläre Effekte zeugten vom enorm hohen technischen Niveau der Show. Zudem boten die Bandmitglieder – allen voran Lead-Gitarrist Eugen Torscher mit seiner unermüdlichen Energie sowie Sänger Marv von Schmerle – mit einem wahren Feuerwerk an Posen alles, was das Fotografenherz begehrt. Credit: Emanuel / Atelier3Bären
Das gezeichnete Cover passt so gar nicht zu den düsteren Fantasy-Welten, die SAXON normalerweise auf ihren Alben zeigen. Stattdessen gibt es eine ganz corona-unkonforme Versammlung genialer Musikgrößen wie den Beatles, den Rolling Stones, Motörhead, Black Sabbath, Deep Purple, Led Zeppelin und Toto. Alles Bands, die das musikalische Wirken von SAXON nachhaltig beeinflusst haben und die deshalb auf dem Coveralbum „Inspirations“ in zum Teil recht ungewöhnlichen neuen Versionen bekannter Songs verewigt werden.
„Inspirations“ wurde aufgenommen in Brockfield Hall, nahe York in England. Für Biff Byford waren die Aufnahmen in dieser geschichtsträchtigen Umgebung eine wichtige Zutat des Projektes. “Die Wärme und das Gefühl von Inspirations hat viel mit diesem atemberaubenden Ort zu tun an dem wir alle zusammen waren und auch, dass wir die Aufnahmen im old-school-Stil gemacht haben”, beschreibt er seinen Eindruck. “Genauso haben viele Bands ihre Aufnahmen gemacht, auch einige von denen, die wir auf dem Album gecovert haben – und die Alben waren großartig. Es hat sich einfach klasse angefühlt, die Aufnahmen in einer Umgebung wie Brockfield Hall zu machen.”
Angefangen mit dem melodischen „Paperback Writer“ von den Beatles – inklusive spannender polyphoner Gesangspassagen – bis hin zu Jimi Hendrix’ „Stone Free“ zeigen Saxon ihre Liebe und Anerkennung mit ihren Tributen, die teils rau sind aber immer loyal zum ursprünglichen Song. „Paint It Black“ beispielsweise enthält die dringend nötigen Gitarrenpassagen, wird aber verfeinert durch ungewöhnliche Shouter-Einlagen, mit denen Byford dem Song seinen Stempel aufdrückt.
“Wir wollten ein Album aufnehmen, dass unsere Einflüsse zeigt, die Songs und Bands, die uns inspiriert haben, genau die Saxon Songs zu schreiben, die wir geschrieben haben und immer noch schreiben. Es war interessant zu erfahren, was meine Stimme noch hergibt, da ich einige dieser Songs noch niemals zuvor gesungen habe”, sagt Biff dazu. So hat er einige neue stimmliche Herausforderungen angenommen. Zum Beispiel wie er Thin Lizzys „The Rocker“ ordnungsgemäß raushaut. Ein anderes Schwergewicht ist „Immigrant Song“ von Led Zeppelin und dann gleich noch AC/DCs „Problem Child“ hinterher.
Das Ergebnis ist zwiespältig aber ehrlich. SAXON geben uns einen Einblick in ihre musikalischen Wurzeln. Nicht jeder Song gewinnt durch die Metal-Verarbeitung. „Bomber“ und „Speed King“ können an die Originale bei weitem nicht heranreichen. Aber dann gibt es geniale Überraschungen wie die rifflastige Hardrock-Version von Totos „Hold The Line“. Dafür lohnt sich das Album dann doch.
Der Lockdown macht Alben möglich, mit denen man nicht unbedingt gerechnet hätte. Doch es werden wieder bessere Zeiten kommen – und dann dürfen SAXON zurück zu alter Stärke gelangen.
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