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Urheber/Fotograf: Universal Music

Montez "So ist das mit dem Glück"

Unsere Wertung: 8 von 9 Punkten.

Das Glück als flüchtiger Zustand

Seit einigen Jahren ist Montez, der Rapper aus Bielefeld mit spanischen Wurzeln, auch im poppigen Mainstream ein Begriff. Nachdem er mit seinem vorletzten Album „Liebe in Gefahr“ aus dem Stand auf Platz 1 und mit seinem Nachfolgealbum „pass auf mein herz auf“ 2024 auf Platz 2 der Charts landete, veröffentlicht der erfolgreiche Sänger und Songwriter mit „So ist das mit dem Glück“ den langersehnten Nachfolger – ein autobiografisches Popalbum, das den Zuhörer auf eine Reise durch Liebe, Verlust, Freundschaft und den staubigen Weg zum eigenen Glück mitnimmt.

Schon der Albumtitel macht klar, das es sehr emotional wird und die melancholischen Elemente eine große Rolle spielen. Montez singt mit smarter Stimme und lässt Einflüsse aus Rap, Afrobeat, urbanem Pop und einer Prise Punk in die Songs einfließen. Dabei kann es wie in dem kurzen Einspieler „Bisschen kaputt“ auch mal optimistisch und ironisch nach vorn gehen.

Die Texte spiegeln intime Alltagsmomente: Kindheitserinnerungen, Freundschaften, familiäre Routen, aber auch die Erkenntnis, dass Wachstum oft mit Wagnis verbunden ist. Musikalisch bleibt Montez seinem prägnanten Pop-Songwriting treu, kombiniert mit eingängigen Hooks, warmen Gitarren-Elementen und reduzierteren Passagen, die den emotionalen Fokus klar ins Zentrum rücken. In „Wenn du mich fragst“ blickt Montez zurück auf seine unbeschwerte und kurze Kindheit. Ein Gedanke, der beim älter werden zwangsweise aufkommt, ob früher alles besser war, in einer Zeit, in der sich gerade alles so schnell verändert.

Und dann natürlich der Signature-Song des Albums: „Glück“. Hier hat Montez den Altmeister Sido mit ins Boot genommen. Gemeinsam reflektieren die beiden über das Glück als flüchtigen Zustand. Trotz Schmerz und Gegenwind bleibt die Frage offen, wie man Glück wirklich festhalten kann. „Für mich eine Frage, die ich mir in den letzten Jahren oft gestellt habe“, sagt Montez. Und die maßgebliche Idee für seinen neuen Album Titel.

Fotocredit: kesterday

Montez hat auf diesem Album seine größte Stärke gefunden: Er macht aus sehr privaten Gefühlen universelle Popsongs. So verarbeitet er gemeinsam mit Chapo102 in „Die falschen geküsst“ auf charmante und witzige Art vergangene Liebesfehler, aber immer mit der Erkenntnis, dass jede Erfahrung zum richtigen Ziel führen kann, so lange man bereit ist zu lernen und offen bleibt. Und dann ist da noch der Track „Panzer“. Ein ergreifender Song über den Verlust eines engen geliebten Menschen und Seelenverwandten, der für immer eine bleibende Spur im Leben hinterlässt.

Unterm Strich zeigt „So ist das mit dem Glück“, warum Montez derzeit zu den spannendsten Vertretern der neuen deutschen Pop-Rap-Generation gehört. Er schafft es, große Gefühle zu vermitteln, ohne dabei ins Kitschige abzurutschen. Das Album ist kurz, direkt und emotional – und gerade deshalb bleibt von ihm mehr hängen als nur ein paar gute Hooks. Montez macht Musik für die Momente, in denen man sich selbst in einem Song wiedererkennt.

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