Die ultimative Hommage an Fleetwood Mac – am 19.2.2026 in Neunkirchen
Wenn erfolgreiche Bands sich (mehr oder weniger) zur Ruhe setzen, schießen die Coverbands oft wie Pilze aus dem Boden. Man denke nur an Pink Floyd oder Queen. Und manchmal ist es dann so, dass die jeweilige Hommage international einen Stellenwert bekommt, der fast an die Originalband heranreicht. Die Australian Pink Floyd Show füllt ebenso riesige Hallen wie Frank Martel mit seiner Tribute Show „One Vision of Queen“. Bereits seit 1999 existieren Rumours of Fleetwood Mac, obwohl sich hier das Original erst im Jahr 2022 nach dem Tod von Keyboarderin und Sängerin Christine McVie endgültig aufgelöst hat.
Offiziell wurde die Band 1967 gegründet und schon 1969 verkauften Fleetwood Mac mehr Schallplatten als die Beatles und die Rolling Stones. Es gab prägende Besetzungswechsel. Der geniale Peter Green blieb nur bis 1970 und mit dem Einstieg von Christine und fünf Jahre später von Stevie Nicks wurde aus der Männerband ein grandioses gemischtes Ensemble, das mit zwei Frontfrauen Furore machte. Einzige Konstante über mehr als fünf Jahrzehnte war Schlagzeuger Mick Fleetwood. In einem Video-Einspieler leitet er auch das Konzert von Rumours of Fleetwood Mac ein und betont den Stellenwert der Coverband.

Die Produktion in Neunkirchen war groß: 7 Bandmitglieder, grandiose Instrumentalist*innen und Sänger*innen, ein hervorragender Sound, LCD-Wände auf denen Videos und Fotos zu sehen waren – alles in allem eine ausgefeilte Show, die durch die komplette Bandgeschichte führte. Klar, „Rumours“ steht für das Erfolgsalbum aus dem Jahr 1977, das mit 40 Millionen verkauften Exemplaren zu den weltweit erfolgreichsten steht. Doch es gab nicht nur diese Klassiker, sondern einen Rundumschlag über alle Bandphasen.
Den Anfang machte „Gypsy“ und Vivienne Chi an den Lead Vocals betörte im fliegenden Kleid, mit dem sie tänzerisch über die Bühne wirbelte. Das Publikum war vom ersten Song an gefangen, auch wenn das Mikro zu Keyboarderin Sara Leanne oder Gitarrist James Harrison wechselte. Oft gab es mehrstimmige Passagen, die glanzvoll klangen. Zum Song „Sara“ lieferte die Leinwand ein märchenhaftes Schattenspiel und bei „Songbird“ wurde es mit Leanne am Piano wundervoll balladesk.

Die letzten Songs der ersten Halbzeit zeigten Fleetwood Macs rockige Seite mit „I’m So Afraid“, „Say You Love Me“, „Gold Dust Woman“ und dem grandios dargebotenen „Rhiannon“, das zu ersten stehenden Ovationen im Publikum führte. Dann war nach 55 Minuten zunächst einmal Verschnaufen angesagt.
Der 70minütige zweite Teil begann mit einer Zeitreise in die 60er Jahre zu den Songs, die Peter Green ursprünglich am Mikro sahen, was von Alex Dee stimmgewaltig dargeboten wurde. Selbst das Instrumental „Albatross“ erhielt einen Riesenapplaus. Die Show nahm nochmal an Fahrt auf und Stücke wie „Monday Morning“, „Silver Springs“ und „Hold Me“ begeisterten die Zuschauer*innen aus vielen Generationen.

Eine ungewöhnliche Akustikversion von „Big Love“ feierte das Album „Tango in the Night“ und Lindsey Buckinghams großen Einfluss auf die Musik der 80er Jahre und eine eher poppige Ausrichtung der Band. „Landslide“ und „Little Lies“ führten den Hitreigen fort, bevor es dann mit „Everywhere“, „Go Your Own Way“ und „Don’t Stop“ an die Klassiker ging. Man muss gar nicht erwähnen, dass es niemanden mehr auf den Sitzen hielt. Der ganze Saal feierte bis zum abschließenden „Tusk“, das den großen Moment für Schlagzeuger Allan Cosgrove bildete.
Rumours of Fleetwood Mac lieferten eine Show der Extraklasse, die durchgehend stimmig und authentisch war. Man konnte die Tracks aus fünf Jahrzehnten Musikgeschichte leibhaftig und in großartiger Umsetzung erfahren. Wer die Konzerte dieser Band besucht, kann den Geist von Fleetwood Mac für zweieinhalb Stunden ganz nah spüren!

(Credit für alle Fotos: Atelier3Bären)
