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Urheber/Fotograf: dtv

Samantha Hayes "Eine zu viel"

Eine Familie muss sich ihrer Vergangenheit stellen

Schon als Kind träumte Samantha Hayes davon, Bücher zu schreiben. Inzwischen ist die in England lebende Autorin international mit ihren vielschichtigen Thrillern erfolgreich. „Eine zu viel“ ist bereits der zweite Roman von ihr, der nun im dtv-Verlag in deutscher Übersetzung erscheint.

Im Ferienhaus der Hunters in den schottischen Highlands kommt einige Monate nach der Beerdigung von Ray Hunter die Familie nochmal für 10 Tage zusammen. Rays Witwe Connie hat ihre drei Töchter samt Partnern und Kindern eingeladen – aber sie will nicht nur ein paar schöne Tage mit ihnen verbringen, sondern muss ihnen auch Rays letzten Willen offenbaren, der ein lang gehütetes Familiengeheimnis ans Licht bringen wird. Allerdings ahnt sie nicht, dass dieses Geheimnis sich längst selbstständig gemacht hat und bereits für Unruhe in der Familie sorgt. Und auch sonst gibt es einige Turbulenzen: Die jüngste Tochter Bea ist ungeplant schwanger, irgendetwas seltsames läuft zwischen der mittleren Tochter Darby und ihrem Schwager Adrian und dann taucht auch noch der ehemalige Nachbar Fraser auf. Langsam braut sich sowohl buchstäblich als auch im übertragenen Sinne ein Unwetter über der Familie zusammen – nur wann und wie wird es sich entladen?

Samantha Hayes erzählt die Geschichte aus wechselnden Perspektiven und baut so zunehmend Spannung auf. Sowohl Connie als auch ihre drei Töchter Kate, Darby und Bea haben jeweils ihre eigene Sichtweise auf die Geschehnisse und auch unterschiedliche Erinnerungen an die gemeinsame Vergangenheit. Und so setzt sich ganz allmählich für den Leser ein umfassendes Bild der Familiengeschichte und der aktuellen Situation zusammen. Dazu kommt noch die Perspektive von Darbys jugendlichem Stiefsohn Theo, der zwar gewissermaßen ein Außenstehender ist, jedoch ebenfalls mit den Familiengeheimnissen konfrontiert wird. Im Mittelteil des Buches lässt uns die Autorin außerdem an den Ereignissen vor 40 Jahren teilhaben, wobei natürlich noch nicht alles enthüllt wird.

Mit „Eine zu viel“ ist Samantha Hayes ein beeindruckendes Familiendrama gelungen, das uns als Leser einige Überraschungen beschert und bis zum Ende mitfiebern lässt. Wer gute Psychothriler mag, wird dieses Buch sicherlich lieben! Und auch wenn der deutsche Titel inhaltlich nicht dem englischen Originaltitel „The Inheritance“ entspricht, so erweist er sich schlussendlich als äußerst zutreffend…

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