In der heutigen Samstagnacht ging das 19. Reeperbahn Festival zu Ende. Rund 45.000 Besucher*innen erlebten über vier Tage ein internationales und vielfältiges Angebot aus 800 Programmpunkten, davon 480 Konzerte von 450 Acts aus 35 Nationen sowie 40 Lesungen, Live-Podcasts und Ausstellungen.
Für die rund 5.000 Fachbesucher*innen der Branchenplattform hielt das Programm 240 Veranstaltungen bereit, u.a. Networking-Events, Showcases, Award-Shows und Sessions, in denen 400 Sprecher*innen aus 52 Nationen diskutierten. Weitere 130 Punkte umfassten die Programme der Partner-Konferenzen TINCON und re:publica. Die Genderquote des diesjährigen Programms lag bei 50/50.
Unter dem diesjährigen Motto „Let The Music Grow” lag der Fokus der Konferenz mit Künstlicher Intelligenz, der Rettung der Grassroots Kultur, Diversität und Nachhaltigkeit auf den drängendsten aktuellen Problemen der Musikwirtschaft. Hervorzuheben ist die erneut gestiegene Internationalität der Delegierten, die sich in einer verstärkten Präsenz aus Großbritannien, den USA oder auch Vertreter*innen internationaler Märkte wie Taiwan, Indien, Brasilien, Lateinamerika, Südafrika bemerkbar machte.
Ein Höhepunkt war die Nacht des Universal-Labels Vertigo, bei der ein starkes Line-Up aus skuth, Ronja, Aaron, Fil Bo Riva und Milano am Donnerstagabend für ein begeistertes und durchgängig volles Docks sorgte und bei der der Überraschungs-Headliner Ski Aggu für seinen Hit „Friesenjung” sogar seinen Duett-Partner Otto Waalkes mit auf die Bühne brachte.
Insgesamt bildete das Musikprogramm ein nochmals erweitertes Genrespektrum ab. So war in diesem Jahr erstmals die Heavy Metal-Branche mit fünf Receptions & Sessions sowie drei Showcases vertreten. Das neue Techno- und Rave-Format Track ID machte im Uebel & Gefährlich und Turmzimmer zwei Nächte deutlich länger.
Am Samstagabend wurde im St. Pauli Theater von der diesjährigen Jury um Tayla Parx (USA), Emily Kokal (USA), Julia Stone (AUT) und Tim Bendzko (DEU) der Anchor Award an strongboi (DEU) verliehen. Die neue Formation, zu der u.a. Songwriterin Alice Phoebe Lou zählt, gelang es im Laufe ihrer Show, sich gemeinsam mit ihrem Publikum in einen wahrhaft euphorischen Zustand zu spielen, dem sich auch die Jury nicht entziehen konnte. Die Begründung der Jury:
„We were truly blown away by the incredible talent displayed by all the nominees. Every artist showed up with such passion, delivering beautiful sets. Watching them made it clear how much hard work, how much connection these people were bringing to their art. Regardless of who we chose, we want to note that we thank each nominee for being involved and we all hope to see each of the artists continue on their path in the world of creating music both in the studio and live. So, in the end, after much deliberation, we chose to award an artist who brought a magic blend of great songs, strong musicality, and a sense of community to the stage. Despite facing some technical challenges early in the set, by the end of their show, the crowd was dancing, swaying, lost in the dreamy, ethereal soundscape they created. Our hope is that this award allows them to continue evolving and sharing their sound with the world.”
Im diesjährigen Wettbewerb spielten am Donnerstag und Freitag im Gruenspan Moonchild Sanelly (ZAF), Enji (DEU), Milan Ring (AUS), KÄSSY (AUT), Beth McCarthy (GBR) und strongboi (DEU) um die begehrte Trophäe. Die Konzerte der diesjährigen Anchor-Nominees waren im Livestream bei Arte zu sehen und sind in der Mediathek via arte.tv und YouTube abrufbar.
Im Rahmen des Reeperbahn Festivals wurden die Gewinner*innen des HELGA! Festival Awards und VIA – VUT Indie Awards gekürt. Das 20. Reeperbahn Festival findet vom 17.09. – 20.09.2025 statt. Der Vorverkauf hat begonnen. Die Preise für die Festivaltickets bleiben für das kommende Jahr unverändert, die Early Bird Tickets für Fachbesucher*innen sind in limitiertem Umfang günstiger als im Vorjahr verfügbar.
Und wieder wird die Reeperbahn zum Nabel der Musikwelt. Es ist schon enorm, wie viele Labels und Promoter mich im Vorfeld des Festivals anschreiben, um ihre Acts zu bewerben. Aber absolut sinnvoll. Über 800 Programmpunkte für 45.000 Fans in unendlich vielen Clubs und Locations, dazu die öffentlichen Open Air Events auf Heiligengeistfeld und Spielbudenplatz, für die man kein Ticket braucht – wer soll da den Überblick bewahren? Man kann sich treiben lassen, hört hier und dort interessante Klänge, besucht die Clubs, wenn gerade keine große Schlange davor steht, oder man sucht gezielt nach bestimmten Genres, hält sich an die Topacts, whatever…
Foto: Robin Schmiedebach Photography / Reeperbahn Festival
Am Mittwoch ließ mich zunächst mal die Deutsche Bahn im Stich und der ICE hatte ganze zwei Stunden Verspätung. Also „Opening Show“ ade. Stattdessen kam ich kurz nach 19 Uhr im Festival Village an und hatte mit jolle gleich eine quirlige Deutschpop-Künstlerin im Ohr. Sie hat ihre Karriere 2020 in einer Hamburger Karaokebar gestartet. Also ein Heimspiel hier, das sie hervorragend nutzte und die Fritz Kola Bühne rockte. Laut und mit viel Pep setzte sie eine erste Duftmarke beim Festival. Die Rap-Parts waren frisch und beeindruckend.
Weiter ging es mit Amy Warning. Wieder auf deutsch, wieder mit Rap. Sie hat 2014 ihr erstes Album veröffentlicht und bewegt sich zwischen Soul, Pop und Reggae. Mit ihrem aktuellen Album „Auszeit“ glänzte sie auf der Village Acoustics Bühne. Einziges Manko: Es ist schwer, sich auf einer kleinen Bühne akustisch durchzusetzen, wenn im Hintergrund stampfende Dancebeats und die verstärkte Musik einer anderen Bühne ertönen. Daran könnten die Veranstalter noch arbeiten, um allen Acts eine reelle Chance zu geben. Amy ließ sich aber nicht entmutigen und das Publikum skandierte mit Ihr „Ich war dabei“.
Foto: Robin Schmiedebach Photography / Reeperbahn Festival
Im Bahnhof Pauli, einer Untergrund Location, die einem echten U-Bahnhof nachempfunden ist, spielte Paula Dalla Corte ein einstündiges Set mit großer Bandbesetzung. Die Indie-Künstlerin ist durch „The Voice of Germany“ bekannt geworden und hat sich mit dem Song „Good Girl Killer“ eine ordentliche Fanbase erarbeitet. Auch in St. Pauli wurde sie abgefeiert. Die Stimme etwas rauchig, womit sie auch beeindruckend tiefe Töne perfekt trifft. Auftreten und Style melodramatisch mit weitgreifenden Gesten und starker Bühnenpräsenz. Es war definitiv ein Genuss, sie auf der Bühne zu erleben, und für mich das Highlight des ersten Tages.
Foto: Robin Schmiedebach Photography / Reeperbahn Festival
Auf der Bühne am Spielbudenplatz hatten sich inzwischen Judi & Cocho als „Bavarian Export“ eingefunden. Es gibt häufiger solche Mottobühnen und hier wurde das Line-up von Bands aus Bayern gestellt, was man am Mundart-Akzent des Sängers leicht feststellen konnte. Die Musik ging in Richtung Jeremias und AnnenMayKantereit. Verlebt raue Vocals und Partystimmung. Damit hatte man das Publikum auf seiner Seite. Eigentlich sind Julian Deller und Johannes Winkler vor allem ein Indie-Duo, doch hier wurde man von einer formidablen Band begleitet. Ein perfekter Spätsommerabend mit einer Temperatur von noch 15 Grad nachts um 23 Uhr sorgte zudem für entspannte Stimmung und Feierlaune.
Zum Abschluss gab es im Krimi-Theater Imperial eine besondere Überraschung. Ana Lua Caiano ist fest in Jazz, Fado und portugiesischer Folklore verwurzelt. Doch wie sie das darbot, war überwältigend. Allein auf der Bühne mit unzähligen Instrumenten und Loop-Station. Live nahm sie ihre Tonspuren auf und stellte das Ergebnis zu Songs zusammen. Dabei war sie immer in Bewegung und lieferte mit elektronischen Mitteln, viel Pathos, enormem Stimm- und Körpereinsatz sowie mitreißender Energie eine überwältigende Performance ab. Auch komplett a cappella, nur von einem Tambourin begleitet, riss sie das Publikum quasi von den Sitzen. Ein grandioses Konzert, das mal wieder zeigte, wie vielseitig das Reeperbahn Festival sein kann.
Foto: Robin Schmiedebach Photography / Reeperbahn Festival
In den Donnerstag bin ich schon um 13 Uhr mit einem Besuch im East Hotel gestartet. Dort fand ein Panel der Reeperbahn Konferenz statt. Das Festival ist ja auch ein Treffen von ca. 4.500 Delegates aus der Musikbranche, die an einem informativen Programm teilnehmen können. In diesem Fall waren dort zwei großartige Sängerinnen am Start, um zum Thema „Stairway to Heaven or Highway to Hell – Künstler*innen auf der unternehmerischen Reise in die Zukunft“ zu sprechen. Zum einen Inéz, die vor allem durch die Kollaboration „Zukunft Pink“ mit Peter Fox bekannt geworden ist, und Deutschpop-Künstlerin Wilhelmine. Die beiden gaben gute Einblicke in ihre Arbeit, Irrungen und Wirrungen der Karriere, Marketing und Social Media, Abhängigkeiten und Freiheiten, einschneidende Erlebnisse und vieles mehr.
Im Bahnhof Pauli stand mit Gregor Hägele wieder ein Künstler auf der Bühne, dem „The Voice of Germany“ die erste große Bühne bot. Die Casting-Flügel hat er definitiv abgelegt und lieferte hier eine rasante Rockshow mit Songs seines neuen Albums. Viel Deutschrock, aber auch einige Balladen. Zwischen zeitlich begab er sich nur mit Gitarre in die Menge und schuf bewegende Momente inmitten des Publikums. Zum Song „Paracetamol“ schnappte er sich den anwesenden Florian Künstler, um den Mitsing-Refrain zu üben. Mit Songs wie „Sophie“ und „Ich liebe mich“ übertrug er seinen Vibe mühelos auf die Anwesenden.
Foto: Christian Hedel / Reeperbahn Festival
Singer/Songwriterin Soffie hatte die Fritz Kola Bühne im Sturm erobert. Sie war allein auf der Bühne und begleitete sich elektronisch. Spätestens mit der Hymne „Für immer Frühling“ wussten die Anwesenden, wer da vor ihnen stand. Seit sie dieses Stück Anfang des Jahres bei TikTok hochgeladen hat, ist es zum ultimativen Protestsong gegen Rechts geworden. Toleranz und Mitmenschlichkeit sind der Sängerin ein großes Anliegen.
Zurück im Bahnhof Pauli bot Kati K Deutschrock mit leichten Techno-Vibes. Als Sängerin und Influencerin macht sie seit 2015 mit Gesangsvideos über Beziehungstipps auf sich aufmerksam. Doch keine Sorge, es wurde nicht zu esoterisch oder kopflastig. Die Münchnerin bot ein solides Rockkonzert mit emotionalen Ausflügen (Pianoballade „Weißes Kleid“) und einem von den Prinzen entliehenen Song, im Original „Alles nur geklaut“, den sie mit einem Text übers Fremdgehen füllte.
Auf der Village Acoustics Bühne dann Jule Gelhar, ein frisches Hamburger Talent mit ihrem erst fünften offiziellen Auftritt. Das merkte man der Künstlerin aber nicht an, die ihre EP „Im Regio weinen“ in einer Mischung aus Indie und Punk präsentierte. Allein mit Klampfe sang sie auf deutsch – akustisch, laut, rotzig, schnell und mit tollen Texten. Vor allem ihr Stück zum Thema Sexuelle Gewalt war beeindruckend und hinterließ Spuren.
Foto: Robin Schmiedebach Photography / Reeperbahn Festival
Anna B Savage stand barfuß auf der MOPO-Bühne und sang mit ihrer hervorragenden, klassisch anmutenden Stimme und viel Pathos zur akustischen Gitarre. Die in Irland lebende Engländerin ist ein wirkliches Ausnahmetalent der Independent-Szene. Sie war ständig in Bewegung, aber auch manchmal ganz in sich versunken. Ihre Stimme ging durch Mark und Bein, musste sich aber leider gegen dumpfe Techno-Beats aus dem Hintergrund durchsetzen. Wieder schade, dass man diese Überschneidungen in der Lautstärke nicht in den Griff bekam. Bewundernswert, dass Anna sich davon nicht aus der Ruhe bringen ließ.
Im Schmidtchen gab es jetzt eine Lesung, an der ich unbedingt teilnehmen wollte. Die Journalist*innen Daniel Drepper und Lena Kampf haben zum Thema „Gewalt und Missbrauch in der Musikindustrie“ recherchiert und das Buch „Row Zero“ verfasst, wobei die Vorwürfe gegen Rammstein-Sänger Till Lindemann Auslöser ihrer Arbeit waren. Was sie zu berichten hatten, war gleichwohl erschütternd wie ernüchternd. Die juristische Handhabe gegen geschilderte Taten von Nötigung und Gewalt ist schwierig, solange Aussage gegen Aussage steht und die Beweisführung zu allem, was backstage und in Hinterzimmern geschieht, kaum möglich ist. Begriffe wie Druck und Machtgefälle stehen hier gegen die Unschuldsvermutung. Es entwickelte sich eine spannende Diskussion mit den Anwesenden und die Zeit war viel zu schnell vorbei.
Foto: Robin Schmiedebach Photography / Reeperbahn Festival
Die Village Acoustics Bühne war jetzt mit Revelle besetzt. Die Wahlberlinerin aus der Nähe von Wien ist mittlerweile fester Bestandteil der Deutschpop-Playlisten. Sehr quirlig, sympathisch und frisch nahm sie die Anwesenden mit auf eine 45minütige Reise durch luftige, meist fröhliche Popsongs, die sie sehr reduziert interpretierte. Revelle singt glasklar und hat emotionale Lyrics zu bieten. Damit traf sie den Nerv des Publikums und man spürte „Nur Liebe“. Man sah ihr die Freude über den Auftritt merklich an und die halbe Stunde verging wie im Flug. Sie versäumte es nicht, auf die Flutkatastrophe in Niederösterreich hinzuweisen und eine Spendenaktion für eine befreundete Familie zu starten. So gab es im Anschluss die Gelegenheit, mit ihr zu sprechen und Unterstützung zu leisten.
In der Großen Freiheit 36 ein weiteres Konzert, auf das ich mich sehr freute: Das Comeback von JULI, meinen Helden aus Anfang der 2000er. Der Club war brechend voll, aber gut organisiert kam man ohne Warteschlange vor die Bühne. Es war ein absolut magischer Moment, als die ganze Freiheit zum Eröffnungsstück „November“ minutenlang „Und es ist Juli“ sang. Eine sichtlich bewegte Eva Briegel und eine jubelnde Menge waren das Ergebnis dieses Liebesbeweises. Der Gig wurde zum perfekten Happening für Nostalgiker und neue Fans. Eine mitreißende Setlist bot „Elekrisches Gefühl“, aber auch ganz neue Stücke und natürlich Klassiker wie „Geile Zeit“ und „Perfekte Welle“. Gerade bei letzteren Songs bat Eva die Social-Media-Generation, ihre Handys wegzulegen und den Moment zu genießen. Das gelang dann auch tatsächlich und man sah nur ganz wenige erleuchtete Bildschirme. Stattdessen eine riesige Party, die 80 Minuten andauerte und mit einer Zugabe endete. JULI hatten alles gegeben und bewiesen, dass das 20jährige Jubiläum des Debütalbums nicht zu seliger Ruhe, sondern zu Rastlosigkeit und neuer Energie führt.
Foto: Robin Schmiedebach Photography / Reeperbahn Festival
Im Imperial-Theater sollten die Mighty Oaks den krönenden Abschluss für meinen zweiten Festivaltag bilden. Hier hatte sich eine riesige Menschenmenge in geordneter Schlange eingefunden, um an diesem ganz besonderen Event teilzunehmen. Der Amerikaner Ian Hooper, der Engländer Craig Saunders und der Italiener Claudio Donzelli haben sich vor über zehn Jahren in Hamburg gefunden und seitdem ganz dem Folk verschrieben. Sie wollten unbedingt wieder im Imperial spielen, weil dort beim RBF ihr großer Durchbruch begann. „Seid ihr sicher?“, fragten die Veranstalter. „Ja.“ Allerdings, wie Ian jetzt zugab, hatte man das Theater größer in Erinnerung. Für die Anwesenden war es ein Fest. Ian mit launigen Ansagen auf deutsch. Der harmonische Satzgesang im Trio. Alte und neue Hits, perfekt vorgetragen. Das neue Album „High Times“ ist gerade erschienen und führt definitiv in neue musikalische Höhen. Ein begeistertes Publikum trieb das Trio von Song zu Song und die 75 Minuten waren viel zu schnell vorbei. Entspannte, harmonische Songs, ein reduziertes Album – akustisch und (wie Ian sagte) „a little bit durcheinander“ waren die Mighty Oaks brillant auf der Bühne. Zur Zugabe stellte man sich zu dritt vors Mikro und brachte die Einheit als Band perfekt zum Ausdruck. Ein wundervoller Abschluss für Tag zwei.
Nach Vermeldung der Acts, die in diesem Jahr in der Elbphilharmonie auftreten, kommt hier die erste Ankündigungswelle mit 47 Bands und Künstler*innen, die im Live-Programm des Reeperbahn Festivals 2024 zu sehen sind.
Die Karriere von Juli (DEU) ging 2004 mit ihrem Hit „Perfekte Welle“ durch die Decke. Seitdem hat die Band um Frontfrau Eva Briegel die deutsche Popgeschichte über zwei Dekaden mitgeprägt und regelmäßig neue Alben veröffentlicht, die belegen, dass ihnen das Händchen für Ohrwürmer nie abhandengekommen ist. Sie freuen sich, gemeinsam mit ihren Fans das 20. Jubiläum ihres Durchbruchs auf dem Reeperbahn Festival zu feiern!
Der Komponist und Pianist Joep Beving (NLD) durchforstet in seiner Musik innere Welten, um ihre Bilder auf Leinwandgröße nach außen zu projizieren und sein Publikum daran teilhaben zu lassen. „Zugängliche Musik für komplexe Emotionen“ nennt er das in aller Bescheidenheit – und wie Recht er damit hat, zeigt sein aktuelles Album „Hermetism“, ein kleines Meisterwerk impressionistischen Songwritings.
John Ryan Kaiser alias Yot Club (USA) landete mit seiner Single „YKWIM?“ einen viralen Hit auf TikTok und gilt mit seiner Mischung aus Bedroom Pop, Indierock, Surf und Punk inzwischen als einer der gefragtesten Songwriter seiner Heimat Mississippi – all diese Einflüsse und Stimmungen zwischen melancholisch und euphorisch verwandelt er in packende, catchy Songs, die besonders live absolut mitreißend sind.Eine Tatsache, die auch auf das siebenköpfige Kollektiv Ibibo Sound Machine (GBR) mehr als zutrifft, deren Anspruch es ist, die Distanz zur Tradition so fulminant wie nur irgend möglich aufzulösen: Ob die nigerianische Pop-Variante Highlife, die auf den Konventionen brechenden R’n‘B der 80er Jahre oder den hochenergetischen Drum and Bass der 90er und den französischen House-Hype der 2000er trifft, ob auf ihren inzwischen fünf Alben, darunter ihr aktuelles „Pull The Rope“ – warum diese Band zu den heißesten der Gegenwart gezählt wird, erklärt sich, sobald sie auf der Bühne stehen!
Dass gelebtes Understatement und Excitement sich keinesfalls ausschließen müssen, beweisen Songwriterin Alice Phoebe Lou und Ziv Yamin mit ihrem Duo strongboi (DEU), dessen reduzierte Bedroom Pop Perlen ihres gleichnamigen Album Debuts von 2023 zunehmend mehr Fans finden – im September dürften noch ein paar mehr dazukommen!
AUSSERDEM BESTÄTIGT
Zimmer90 (DEU), The Kiffness (USA), wavvyboi (DEU), NESS (DEU), Benjamin Amaru (CHE), Ellice (DEU), Master Peace (GBR), JAS (DEU), Suuns (CAN), Zartmann (DEU), Holly Macve (IRL), Des Rocs (USA), Mothica (USA), Bess Atwell (GBR), Kite (SWE), Somebody’s Child (GBR), SERPENTIN (DEU), RAR (DEU), Pale Blue Eyes (GBR), SALOMEA (DEU), Endless Wellness (AUT), Siggi (DEU), Maria Chiara Argirò (ITA), Porches (USA), Ão (BEL), error (DEU), Molly Payton (NZL), LEILA (CHE), RVG (AUS), Porcelain Id (BEL), swim school (GBR), Hohnen Ford (GBR), Meagre Martin (DEU), Leocardo DiNaprio (DEU), Andrew Cushin (GBR), Marathon (NLD), Humane The Moon (GBR), Elimako (DEU), Eaves Wilder (GBR), Güner Künier (DEU), Enpal (DEU), Voodoo Beach (DEU).