Pete Wolf Band: „2084“ – ein Konzeptalbum (!) von Wolfgang Petry

Auf seinem ersten englischsprachigen Album zeigte sich Wolfgang Petry als „Happy Man“. Coole Idee. Während andere deutsche Künstler von englischsprachiger Musik ins Deutsche wechseln, und damit riesige Erfolge feiern, geht der ehemalige Schlagerkönig den umgekehrten Weg, um sich musikalisch komplett zu verändern und damit in den Medien halbwegs unterm Radar zu bleiben.

Mit der Pete Wolf Band macht der Altmeister Erwachsenenrock mit Oldie-Attitüde: moderne Pop-/Rock/Blues-Musik mit einem leichten Country-Touch, die sofort ins Ohr geht. Auf dem ersten Album waren es noch Coverversionen bekannter Rocktitel. Doch nun geht Wolle einen großen Schritt weiter.

Diesmal wurden alle Stücke von Pete Wolf höchstpersönlich komponiert und mit Hilfe der amerikanischen Dichterin und Songschreiberin Mary Susan Applegate getextet, die auch als Co-Autorin für Jennifer Rushs Welthit „The Power Of Love“ verantwortlich zeichnet. Auf seinem von George Orwells dystopischen Roman „1984“ inspirierten Album meldet sich Pete Wolf aus einer gar nicht allzu fernen Zukunft, in der die Zivilisation am Rande der endgültigen Auslöschung steht.

Eine Thematik, die sich insbesondere in dem Titelsong von „2084“ widerspiegelt: Einem aufrüttelnden Midtempo-Ohrwurm, auf dem Pete Wolf zu rockigen Gitarren einen düsteren Ausblick auf unseren Planeten am Abgrund wirft. Einen menschengemachten Todesstern zwischen Sturmfluten und unbewohnbaren Wüstenlandschaften, auf dem kein Leben mehr möglich scheint. Doch noch ist es nicht zu spät. Noch hat die Erde eine kleine Überlebenschance, wenn wir jetzt die Augen öffnen und beginnen zu handeln.

Ich kann Wolfgang Petry nur bewundern für seinen musikalischen Richtungswechsel und den Mut, hier eine CD vorzulegen, die zwischen AOR, Rock und Blues wandelt, sich an Bands wie Foreigner und Fischer-Z orientiert und den Blick in eine musikalisch megastarke Zukunft richtet. Das Album hat rein gar nichts mit der alten Wolle-Musik zu tun. Das muss man sich bewusst machen. Aber wer sich darauf einlässt, bekommt ein wundervolles Bluesrock-Konzeptalbum. Wir sollten noch mehr Musiker nach Malle schicken, damit sie auf ihrer Finca entspannt einen Mojito trinken und uns mit solchen Alben beglücken können.

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