Da hat Konstantin Wecker eine illustre Truppe für sein Label „Sturm & Klang“ aufgetan. Das junge Ensemble Farbenfeuer besteht aus elf Mitgliedern und legt mit „Träume und Sehnsüchte“ ein Debüt vor, dessen Albumtitel perfekt passt. Nachdem der inzwischen 19jährige Tim Proy im Sommer 2019 zur Backstagefeier bei einem Wecker-Konzert eingeladen wurde, entstand ein wohlwollendes und interessantes Gespräch zwischen den beiden. „Das gefällt mir, mein Lieber. Musikalisch und thematisch“, antwortete Wecker Anfang 2021 auf die Anfrage des jungen Künstlers bezüglich eines Labelvertrags.
Jetzt ist das Debüt erschienen. Nur fünf Songs, aber knapp 30 Minuten Länge. Das zeigt schon mal, dass sich die Truppe musikalisch gut auszuleben vermag. Und es ist ein Blumenstrauß stilistischer Vielfalt, den die Niederösterreicher zu bieten haben.
Schon die Eröffnung „Auf zu neuen Ufern“ kommt sehr rockig aus den Boxen. Kein Song nach Schema F, sondern ein fast schon progressives Feuerwerk, das sich ausgiebig den Problemen der Gegenwart annimmt – von Umweltzerstörung über Kriegstreiberei bis hin zum globalen Kapitalismus. Das sind Texte in klassischer Liedermacher-Manier. Man kann Konstantin nur zur Entdeckung dieser jungen Leute beglückwünschen.
„Alles fließt“ wirft einen halbwegs optimistischen Blick in die Zukunft. Der Songaufbau ist sehr orchestral und mit Chören unterlegt. „Über mir kein König“ widmet sich als vejazzter Protestsong den Ideen der Anarchie und „Sehnsucht“ besingt die Suche nach dem persönlichen Glück teilweise im Gospelformat. „Song mit Papa“ schließlich erinnert als wortgewaltige Pianoballade an Cat Stevens‘ „Father and Son“ – voll Dankbarkeit und Melancholie.
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Dreh- und Angelpunkt der Band sind Max Weninger und Tim Proy. Während Proys verspielter Klavierstil seinen gefühlsgeladenen Gesang unterstreicht, fügen sich Weningers charismatische Gitarrensoli auf wunderbare Weise in die pompösen Chor-, Bläser- und Streicherarrangements ein. Alle Texte stammen von Tim. Stärkste Inspiration für die Lyrics ist sein eigenes Leben. In einer selbstverständlich wirkenden Aufrichtigkeit singt er von der Achterbahn, die durch sein tiefstes Innerstes fährt – mit allen Höhen und Tiefen, Ecken und Kanten.
Dieses Album kommt stark und gewaltig! Die bunte Mischung macht definitiv Lust auf Mehr.
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Mitte 2019 entstand das Lied „Corpus Delicti“ als Reaktion auf verschiedenartigste systemische Repressionen, die Körper in unserer Gesellschaft tragen und ertragen müssen: Rassismus, jede Art von Sexismus und patriarchaler Machtausübung auf FLINT/LGBTIQA gelesene Körper, Körper, die systematisch in kapitalistischer Manier zugunsten einer winzigen Minderheit an Profiteur*innen ausgebeutet und klein / in (oft geerbter) Ohnmacht gehalten werden. Körper, deren von der öffentlichen Meinung suggerrierter „Wert“ an ihrem äußeren Erscheinungsbild festgemacht wird, etc..
„Corpus Delicti“ ist der Versuch, nicht als Einzelperson, sondern als „Mensch mit Körper“ zu sprechen. Zwar ist der Autor ein weißer, heterosexueller cis-Mann und maßt sich keinesfalls an, das Ausmaß und die Konsequenzen jener Repressionen auch nur im Ansatz nachvollziehen zu können. Doch auch er hat einen Körper. Dieser Körper ist als Profiteur des Systems unweigerlich Teil des Problems. Das zieht eine starke Verantwortung nach sich. „Corpus Delicti“ fordert eine Welt, die empathisch und gerecht ist, gegenüber allen Körpern, allen Menschen.
Fotocredit: Paul Maerki
In diesen Wochen und Monaten wird von Seiten der Impfgeg-ner* innen versucht, das Recht auf Freiheit und körperliche Selbstbestimmung ad absurdum zu führen. Der Glaube, es sei eine „Freiheit“ sich selbst und andere Menschen in Lebensgefahr zu bringen, ist eine zynische Haltung, die wütend macht und der sich entgegengestellt werden muss. Auch hier sind hassverklebte, starre Fronten kontraproduktiv. Auch hier sind Empathie und lösungsorientierte Kommunikation essenziell.
Nach dem Liedermacheralbum „Wahnwitz und Gelegenheit“ (2018), nach unzähligen Solo-Konzerten, allein oder immer wieder auch als Support von Bands wie „Black Sea Dahu“ oder Sarah Lesch, hat Milian Otto die bleierne Starre der Pandemie genutzt, um neue Musik zu schreiben. „Corpus Delicti“ ist der Titeltrack des neuen Albums von Milian Otto. Das Album erscheint am 04. Februar 2022! Der Genremix auf dieser Platte umfasst 70s Psychedelicrock, Indiepop, eine arabische Oud, ein Fauré-durchtränktes Cello, 90s Alternative Gitarrenriffs, Afrobeat Anleihen, politisches Lied, Singer-Songwriter Pop mit 80s Choruseffekten, Buckley-eske Gitarrenräume, Udo-Lindenberg-Gedenk-Bläsersätze… einfach alles, was Spaß macht…
Es schreit gegen Faschos, gegen tödliche Gier, gegen selbstherrlichen Optimierungswahn, gegen Mikro- und Makrozynismus, für die Freiheit des Körpers, für die Unbedingtheit aller menschlichen Träume. Es sucht nach Auswegen aus der Einsamkeit und der chronischen Verlorenheit zwischen all unseren Widersprüchen. Dieses Baby ist radikal ehrlich und radikal empathisch – das war und bleibt der Anspruch…
Das Album erscheint am 4. Februar 2022 (Sturm & Klang).
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Konstantin Wecker ist nicht nur mit Leib und Seele Liedermacher, Komponist, Musiker, Poet und Politaktivist – er hält auch gerne seine schützende Hand über befreundete Musiker*innen, die er unter seinem Laben Sturm & Klang versammelt hat und denen es während der Pandemiezeit nicht so gut geht. Da kommt doch ein Live-Mitschnitt bzw. Sampler gerade recht, der die musikalische Vielfalt der Labelfamilie perfekt zusammenfasst.
Das Doppelalbum wurde zum Großteil bei einem in der „weckerswelt“ auf YouTube gesendeten Livestream während des zweiten Lockdowns im Oktober 2020 aufgenommen. Konstantin stellt selbst die unterschiedlichsten Künstlerinnen und Künstler des Labels vor. Sie singen aber nicht nur eigene Lieder, sie beleuchten auch Weckers Lieder, teilweise mit ihm zusammen, neu. Diese Mischung ergibt ein buntes, stilistisch wie textlich vielfältiges „Sturm & Klang“-Kaleidoskop.
Was Konstantin Weckers Lieder betrifft, spannt sich der Bogen vom titelgebenden Lied aus den frühen 70ern über seinen nach wie vor größten (bayrischen) Radiohit „So a saudummer Tag“ und Klassiker wie „Die Weiße Rose“ oder „Inwendig warm“ bis zu einem weiteren brandaktuellen Talking Blues am Grab seines Liedfreundes „Willy“. Weckers Lieder erhalten durch die vielfach spannend eigenständigen Interpretationen eine neue Frische und bestätigen damit ihre zeitlose Gültigkeit.
Hellwach und differenziert steuern alle ihre eigenen privaten, sozialkritischen und politischen Lieder bei: ob Tamara Banez den „Mayday“ ausruft, Vivek urbayrisch dazu auffordert, das Herz zu öffnen, Arjon Capel den „Zusammenhalt“ genauso wie Erwin R. das Menschsein beschwört, Miriam Hanika und Sarah Straub mit ihren „Schwalben“-Liedern völlig unterschiedliche Themen – den Blutmai 1929 und Demenz – jeweils auf ihre Art eindringlich vergegenwärtigen.
Josef Hien ist mit seinem Adler auf Selbstfindung, Prinzessin & Rebell finden sich in der nur äußerlich und immer kälter boomenden Stadt. Es gibt Roger Stein, der „aber“ sagt, Lucy van Kuhls originellen „Hochzeitstag“, Pablo Miró in seinem Einsatz für den „Refugee“ und nicht zuletzt – ein klavierstarker Schwerpunkt des Labels – die geballte „Girl*Power“. Alle Künstler haben nicht nur ein einziges Lied und stellen sich auf diesem Doppelalbum in ihrer ganzen Liedermacher-Singer-Songwriter-Vielfalt vor.
Wir haben auf MusicHeadQuarter schon eine ganze Reihe von Alben reviewt, die auf Weckers Label erschienen sind. Vor allem Sarah Straub, Miriam Hanika und Tamara Banez fuhren dabei Höchstwertungen ein. Das YouTube-Ereignis habe ich damals mit viel Freude live verfolgt. Umso schöner, dass es nun eine entsprechende CD-Veröffentlichung gibt. Die Zusammenstellung der Songs macht Lust auf Mehr. Man entdeckt neue Künstler und fasst vielleicht den Entschluss, sich ganze Alben der Beteiligten zuzulegen. So hilft Konstantin Wecker seinem Label und den Künstler*innen in schwierigen Zeiten. Win-win für alle Beteiligten.
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Unter anderem Max ist das Singer-Songwriter-Projekt von Max Kühlem, der aktuell im Ruhrgebiet seine Kreise zieht. Aber es ist in den seltensten Fällen NUR Max Kühlem, der die Songs und ihre Ausgestaltung besorgt. Manchmal ist das eine ganze Band mit E-Gitarre, Bass, Schlagzeug und Keyboard, manchmal arbeitet er im Duo mit anderen Gitarristen, Streichern oder Menschen, die eine zweite Gesangsstimme beisteuern, die an musikalischen Arrangements feilen. Und dann die Songs – wie sollen sie nur von Max sein? Sie können nur Unter anderem Max sein, denn die von Künstler*innen aller Art oft herbeizitierte Tatsache von der Kunst, die man nicht macht, sondern die zu einem kommt, trifft ja auch auf ihn zu.
Die neue Single „Für die Lohnarbeit“, die zweite, die Unter anderem Max bei Konstantin Weckers Label Sturm & Klang herausbringen, ist unter dem Eindruck des Arbeitens während der Corona-Krise entstanden: Im Homeoffice mit Laptop auf dem Schoß saß ihm eine Freundin gegenüber. Von dieser klar benannten Situation aus startet eine assoziative Reise, die der Sehnsucht folgt, die plötzlich aufpoppen kann wie ein Werbefenster im Webbrowser, die daran erinnert wie wenig frei wir und in abhängigen Arbeitsverhältnissen bewegen können, selbst wenn wir dabei Zuhause bleiben dürfen. In „Für die Lohnarbeit“ versteckt sich ein bekanntes japanisches Haiku und ein selbst erdachtes, es bezieht sich auf Jack Keruac und irgendwo durch den Dreiertakt geistert auch die wunderbare Julie Delpy, die im Film „Before Sunset“ überraschend einen Walzer für Ethan Hawke singt.
Musikalisch sind Unter anderem Max schwer einzuordnen. Max spricht manchmal von Singer-Songwriter-Folk-Pop, hat aber selbst noch andere Einflüsse im Hintergrund: Jazz und Rock und Country und Klassik und Bossa Nova und den politischen deutschen Pop der Hamburger Schule zum Beispiel. An seinem ersten Album „Unter anderem Max“ wirkte unter anderem Songwriter-Legende Tom Liwa mit. „Für die Lohnarbeit“ verzichtet ganz auf treibendes Schlagzeug und wird dafür von zwei Streichern der Bochumer Symphoniker getragen, deren erster Cellist Wolfgang Sellner auch das Streicher-Arrangement geschrieben hat. Die Violine spielt Stefanie Himstedt. Bassist und Multi-Instrumentalist Robin Heimann sorgt für die Grundierung und hilft gleichzeitig, der Sehnsucht Flügel zu verpassen. So ist „Für die Lohnarbeit“ eigentlich ein Song gegen die Lohnarbeit.
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Miriam Hanika, Sarah Straub und Tamara Banez sind eigentlich drei stilistisch recht unterschiedliche Liedermacherinnen. Was sie vereint: Sie sind allesamt bei Konstantin Weckers Label „Sturm & Klang“ unter Vertrag. Die Pandemie brachte es mit sich, dass Wecker eine Reihe von Konzerten streamte und sich immer wieder Verstärkung mit ins Boot holte. So ist eine enge Verbundenheit unter den Labelkolleg*innen entstanden, die letztlich zu diesem gemeinsamen Projekt führte.
Welch ein Glück, dass dieses Trio zusammengefunden hat! Die Songs basieren auf der Pianomusik der Liedermacherinnen, doch es sind unglaublich schöne Momente, wenn die jeweilige Solistin Verstärkung von den Kolleginnen bekommt und der Refrain oder einzelne Songpassagen im Satzgesang erklingen. Da lacht mein Herz eines Chorsängers und ich kann das harmonische Zusammenspiel nur bewundern. Zudem ist es absolut einzigartig, wenn Miriam Hanika ihre Oboe filigran einsetzt. Was für eine Bereicherung!
Die drei Pole bilden eine perfekte Einheit: Miriam als preisgekrönte Liedermacherin und Musikerin, die aus der Klassik kommt. Sarah Straub tourte früher mit Lionel Richie und Spandau Ballet, bevor sie ihre eigene musikalische Stimme in deutscher Musik fand. Und dazu kommt die Aktivistin Tamara Banez, deren politische Lieder mehr sind als nur Protest. Zusammen vereinen sie Feminismus und „Girl Power“, wie schon der schlagkräftige Opener sagt.
Aus der Feder von Konstantin Wecker interpretieren sie das launige „Ich liebe diese Hure“ und den starken antifaschistischen Song „Die weiße Rose“, der von Meister Wecker mit einer Spoken-word-Passage eingeleitet wird. Des Weiteren kommt jede der Sängerinnen prägnant zu Wort. Miriam Hanika ganz sanft mit „Wurzeln und Flügel“ und dem Titelsong „Louise“ ihres letzten Albums, das sie ihrer Urgroßtante gewidmet hat.
Von Sarah Straub gibt es das sarkastische „Lass es raus“ an alle Machos dieser Welt und die melancholische Hymne „Diese große Liebe“. Tamara Banez liefert mit „Mayday“ einen warnenden Song der „Fridays for future“ Generation, kann aber mit „Emanuel et moi“ auch in frivolen Erinnerungen schwelgen.
Ich mag jede der drei Sängerinnen für sich, doch im Dreierpack sind sie einfach unschlagbar! Das Album ist authentisch, weiblich und einzigartig. Ohne Schnickschnack oder Effekthascherei präsentieren die jungen Musikerinnen ihr besonderes Projekt. Es sind drei Frauen, die etwas zu sagen haben, und drei Stimmen, die uns vor allem an eine Botschaft erinnern: Gemeinsam sind wir stärker.
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Die Liedermacherin Sarah Straub veröffentlicht mit Duettpartner Konstantin Wecker die Single „Schwalben“. Das Lied ist allen Angehörigen von Demenz-Erkrankten gewidmet.
Sarah ist erfolgreiche Liedermacherin, regelmäßige musikalische Partnerin von Konstantin Wecker – und Demenzexpertin. Mit ihrer aktuellen Single „Schwalben“ verbindet sie nun ihre beiden Lebenswelten miteinander und schenkt in diesem Song allen pflegenden Angehörigen von an Demenz erkrankten Menschen eine Stimme. Allein in Deutschland sind etwa 1,6 Millionen von der Krankheit betroffen. Und jeden Tag kommen rund 900 dazu.
Als Sarah Straubs Großmutter dement wurde, veränderte das auch das Leben der damals 20-jährigen Enkelin. Als pflegende Angehörige erfuhr sie am eigenen Leib, mit welchen Herausforderungen Betroffene und ihre Familien jeden Tag leben müssen. Sarah Straub wollte diese Erfahrungen nutzen und beschloss, anderen Menschen zu helfen, die in einer ähnlichen Situation sind wie sie. Neben ihrer bereits gestarteten Musikkarriere studierte sie Psychologie, promovierte über das Thema Demenz und arbeitet nun bereits seit zehn Jahren mit Demenzpatienten und deren Familien.
Vor kurzem veröffentlichte sie ihr erstes Buch „Wie meine Großmutter ihr Ich verlor“, in dem sie beschreibt, was es bedeutet, wenn aus Vergesslichkeit Demenz wird. Auch für „Schwalben“ holte sich Sarah Straub den deutschen Liedermacher als Duettpartner ins Studio, der von diesem Lied so berührt war, dass er es in der BR-Fernsehsendung „Z‘am rocken“ selbst gesungen hatte.
„Schwalben“ erschien am 22. Oktober im Münchner Label „Sturm & Klang“, das im Sommer auch Sarah Straubs aktuelles Mini-Album „Tacheles“ veröffentlichte. Mit ihm schaffte die Musikerin auf Anhieb den Sprung in die deutschen und österreichischen Charts.
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Unter dem Motto „mal ganz anders“ greift der holländische Liedermacher Arjon Capel ein geschichtliches, aber doch so brandaktuelles Thema auf: Am Samstag, den 29.08.2020, stürmen Demonstranten mit schwarz-weiß-roten Reichsflaggen, auf die Treppe des Reichstags. Dieses ungeheuerliche Ereignis löste bei dem Niederländer Arjon tiefe Besorgnis aus.
Das Reichstagsgebäude in Berlin, seit 1999 Sitz des Deutschen Bundestages, steht für eine junge und wechselvolle Geschichte und ist doch in erster Linie Symbol für die deutsche Demokratie. Politiker fast aller Parteien haben das Vordringen von Demonstranten auf die Treppe des Reichstagsgebäudes in Berlin scharf verurteilt.
Der Holländer, der seit 1985 in Deutschland lebt, fand es an der Zeit als Liedermacher ein Zeichen zu setzen. Das Thema, das Arjon Capel in seiner neuen Single „Geschichtsvergessenheit“ aufgreift, soll nicht verurteilen oder Angst machen. Der Track soll uns Hoffnung geben, er soll Mut machen & an die HörerInnen appellieren, dass man auch Widerspruch wagen darf. Der Künstler möchte uns mit seiner Musik Zuversicht schenken und doch mahnt er: „Die Bundestags Wahl am 26. September steht an, bitte seid wachsam für aalglatte Sprüche und lasst uns die Jahresfeierlichkeiten „1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland“ in diesem Jahr friedlich miteinander feiern.“
Die Single „Geschichtsvergessenheit“ erschien digital am 17. September 2021 bei dem Label Sturm & Klang.
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Tamara Banez ist Singer-Songwriterin aus München und Entdeckung Konstantin Weckers. Mit ihrer Single „Mayday“ veröffentlicht die Synthesizer-affine Liedermacherin einen deutschsprachigen Electropop Track als Vorboten zu ihrem Mini-Album, das im Februar 2022 auf Weckers Label Sturm und Klang erscheinen wird.
In Zusammenarbeit mit Techno-DJ und Produzent Tobias Petz entstand eine ebenso facettenreiche wie ungewöhnliche Melange: Da trifft elektronische Coolness auf energetischen Gesang, da mischen sich technoide Klänge mit Protestlyrik.
Überhaupt kann sich der eigens für Fridays for Future komponierte Track auch textlich sehen lassen: Thematisiert wird ein misslungener Dialog zwischen Erde und Menschheit, der eine erst ungläubige, dann zornige und schließlich völlig erschöpfte Erde zurücklässt.
Alles zusammen genommen ist „Mayday“ von Tamara Banez ein aufrüttelnder Titel, der mitreißt und doch tief nachdenklich stimmt.
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Hanika Straub Banez, das sind drei Frauen*, die unterschiedlicher kaum sein könnten – und ihre Liebe zur Musik. Gemeinsam unter Konstantin Weckers Label Sturm & Klang als Einzelkünstlerinnen unter Vertrag, ahnte Deutschlands bedeutendster Liedermacher wohl nicht, was er ins Rollen brachte, als er die Musikerinnen bei einem Konzert spontan zusammenbrachte.
Dass Unterschiede kein Hindernis, sondern eine Bereicherung sein können, beweisen Hanika Straub Banez mit Leichtigkeit. Denn hier treffen Persönlichkeiten und Welten aufeinander…
Miriam Hanika, studierte Oboistin und Englischhornistin, gefeiert und preisgekrönt als Liedermacherin und klassische Musikerin. Sarah Straub, mit Neuinterpretationen Weckers‘ in Deutschland und Österreich erfolgreich, tourte früher mit Lionel Richie und Spandau Ballet, bevor sie ihre eigene musikalische Stimme in deutscher Musik fand. Tamara Banez, Aktivistin* mit einem Faible für Synthesizer, deren politische Lieder mehr sind als nur Protest: Sie ist die Stimme einer ganzen Generation, die sich in Bewegungen wie „Fridays for Future“ für eine bessere Welt einsetzt.
Diese drei Liedermacherinnen haben sich nun zusammengetan und veröffentlichen unter dem Namen Hanika Straub Banez ihren ersten gemeinsamen Song: „Wurzeln und Flügel“, ein Lied über die Suche nach Heimat in einer für Künstler*innen heimatlosen Zeit, hat das Potential, dem Liedermacher-Genre eine ganz neue Färbung zu geben.
Ihr erstes gemeinsames Album „Sie, du und ich“ (VÖ 05.11.2021) steht für Hanika Straub Banez in ihrer Urform: Authentisch, weiblich*, einzigartig. Ohne Schnickschnack oder Effekthascherei präsentieren die jungen Musikerinnen ihr besonderes Projekt: Drei Frauen* die etwas zu sagen haben, drei Stimmen, die uns vor allem an eine Botschaft erinnern: Gemeinsam sind wir stärker.
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Nach seiner letzten Tour „Vivek solo“ wurde es musikalisch ruhig um ihn. Corona und Lockdown waren die Hauptthemen und Viveks Sohn kam auf die Welt. Er war glücklich, voll und ganz für ihn da sein zu können und die Ruhe und Natur mit ihm zu genießen. Während dieser Zeit kam eine Einladung von Konstantin, der die Idee hatte, mit allen Künstlern seines Labels einen Livestream zu machen. Jeder Künstler konnte zwei Songs spielen, einen Song von Konstantin und einen eigenen.
Vivek übte „Was keiner wagt“, sang und spielte es immer wieder, und sein kleiner Sohn mit seinen 6 Monaten lag in der Wippe und hörte ihm zu. Irgendwann kam ihm „So a saudummer Tag“ in den Sinn und er spielte einfach drauflos. Auf einmal lachte der kleine Mann ihn an, seine Augen strahlten und er schien unglaublich glücklich zu sein. So wurde dieser „saudumme Tag“ ein echtes Hilfsmittel für Vivek, um seinen Sohn zu beruhigen wenn er weinte oder im Auto schrie. Er fing einfach an den Song zu singen und sein Sohn beruhigte sich. Dadurch entstand eine ganz eigene Version.
Als dann der Livestream war, spielte er „So a saudummer Tag“, und der Song kam super an. Die Resonanz war so positiv, dass wir alle entschieden, diese Version als Single rauszubringen.
Neben „So a saudummer Tag“ packt Vivek als zweiten Titel die akustische Version von „Mein Gebet“ mit oben drauf. Mit „Mein Gebet“ vertont Vivek seine eigene ganz natürliche Art zu beten, um sich mit Gott, einem höheren Selbst oder dem Leben zu unterhalten.
Er singt in seinem Gebet für ein Leben in Freiheit und Frieden, das Erwachen, die Selbsterkenntnis und dass das Paradies auf Erden jetzt entstehen kann. Ein wundervoll tiefer und doch so natürlicher Song, der die Energie beim Zuhören spürbar anhebt. Vivek singt „Mein Gebet“ direkt aus seinem Herzen.
Etwas, das es in dieser Einfachheit und Natürlichkeit so noch nicht gibt. Eine neue Art zu beten. Menschlich und undogmatisch. Eine liebevolle Unterhaltung, die uns zu uns selbst führt, in die erlebbare Einheit mit dem, was wir Gott nennen.
Die physische Single ist streng limitiert auf 300 Stück und ausschließlich im Sturm & Klang-Labelshop sowie auf der Web-Page von Vivek erhältlich. Die MP3- und Streamingversion ist ab Veröffentlichungstag überall erhältlich, wo es Musik gibt.
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Ursprünglich hat Sarah Straub ihre Songs in englischer Sprache gesungen. Mit starker, wandelbarer Stimme und sehr atmosphärisch. Der Umschwung ins Deutsche kam dann mit Konstantin Wecker und der CD „Alles das und mehr“, auf der die Künstlerin aus dem schwäbischen Dillingen Lieder ihres großen Vorbilds und Mentors neu interpretierte. Der Grundstock war gelegt und sie erkannte: Wenn man „Tacheles“ reden will, müssen die Menschen die Worte auf Anhieb verstehen. So ist der Albumtitel des Minialbums perfekt gewählt – und die sieben Tracks sowieso.
„Lange Zeit hatte ich mich hinter der englischen Sprache versteckt, doch mit meinen neuen deutschen Songs ist das nun nicht mehr möglich. Es tut richtig gut, endlich Tacheles zu reden“, sagt die bayerische Musikerin.
Hier lässt sie für Demenzkranke die „Schwalben“ fliegen und nimmt mit „Vergiss nicht zu lächeln“ all diejenigen in den Arm, denen der kalte Wind in der Gesellschaft so rücksichtslos entgegen weht. Mit viel Emotion und gesanglicher Leichtigkeit singt Sarah sich durch die Alltagsthemen, durch schöne Gefühle, aber auch durch Sorgen und Nöte. Als Psychologin weiß sie, wovon sie spricht und wie sie die Menschen erreicht.
Neben Sarahs bezaubernder Stimme gibt es vor allem sanfte Gitarren- oder Pianomelodien. Mit einem Song wie „Lass es raus“ zeigt sie auch ihre energische Seite. Und „Da bist nur du“ zeigt mit seinen vertrackten Rhythmen, dass sie auch rockige Lovesongs schreiben kann.
Zu hören ist auch das von Konstantin Wecker geschriebene Stück „Die Tage grau“. Die sieben Tracks sollen die Vorfreude auf das neue Album von Sarah Straub verkürzen, das im Sommer 2022 erscheinen wird. Ich freue mich auf Mehr!
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Nach zwei erfolgreichen englischen Pop-Alben geht Sarah Straub neue Wege und präsentiert sich mit ihrem ersten deutschen Minialbum „Tacheles“ (VÖ 16.07.2021) so offen und ehrlich wie nie zuvor.
„Lange Zeit hatte ich mich hinter der englischen Sprache versteckt, doch mit meinen neuen deutschen Songs ist das nun nicht mehr möglich. Es tut richtig gut, endlich Tacheles zu reden“, so die bayerische Musikerin.
Mit den sieben Stücken knüpft sie nahtlos an ihre vor zwei Jahren präsentierte CD „Alles das und mehr“ an, auf der sie Lieder von Konstantin Wecker auf ihre ganz eigene Weise interpretierte. Mit dem Münchner Liedermacher verbindet die Psychologin mit Doktortitel seit einigen Jahren eine freundschaftliche Zusammenarbeit mit vielen gemeinsamen Konzerten. Dadurch beflügelt verbrachte Sarah Straub, die bei großen Festivals mit ihrer Band unter anderem mit The Hooters, Lionel Richie, Joe Cocker, Spandau Ballet und Anastacia auf der Bühne stand, viele Stunden an ihrem über alles geliebten Klavier – und schrieb sich die innigsten Augenblicke von der Seele. Entstanden sind daraus sieben eigene Kompositionen in ihrer Muttersprache.
Auf „Tacheles“ macht sie sich auf bis ans Ende der Welt, möchte vor lauter Lebenslust am liebsten zerspringen in tausend Farben. Und sie lässt für Demenzkranke die Schwalben fliegen und nimmt mit „Vergiss nicht zu lächeln“ all diejenigen in den Arm, denen der kalte Wind in der Gesellschaft so rücksichtslos entgegenweht.
Nun vereint die ehemalige Gewinnerin des deutschen Rock- und Pop-Preises, die es mit ihrer Single „Mein Glück“ auf Anhieb in die deutschen und österreichischen Charts schaffte, diese musikalischen Momentaufnahmen auf ihrer ersten CD mit eigenen deutschen Songs. Zu hören ist darauf auch das von Konstantin Wecker geschriebene Stück „Die Tage grau“. Sie alle sollen die Vorfreude auf das neue Album von Sarah Straub etwas verkürzen, das im Sommer 2022 erscheinen wird.
Mit ihrer aktuell neuen Single „Vergiss nicht zu lächeln“ macht die bayerische Liedermacherin nun all den Träumern, den Verletzlichen und einsamen Fremden Mut. Sie erhebt ihre Stimme für die unter uns, die allein gegen den Rest der Welt gestemmt eben nicht im Gleichschritt marschieren – und trotz allem Unglück stets zu sich selbst stehen.
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Es kommt, wie es kommen muss: Wenn Konstantin Wecker jemanden zum Reden braucht, richten sich seine Worte an den alten Freund „Willy“. Dabei steht dieser mutige junge Mann, der dem Liedermacher zum Karrierebeginn einen ersten großen Erfolg bescherte, als Synonym für die Zuhörer, die auch immer seine Ansprechpartner sind. Wenn Konstantin die Welt nicht mehr versteht, muss er seine Gedanken rauslassen und dem imaginären Freund erzählen. Das war 1977 so, als dieser Freund von Nazis brutal zusammengeschlagen wurde (im Song „Willy“ wurde er getötet), 1990, als sich Neonazis in Eberswalde zu einer rassistischen Hetzjagd versammelten und Amadeu Antonio zu Tode trampelten, 2015 wegen Pegida, 2018 wegen der AFD („den neuen Nazis“) im Parlament – und jetzt ist es wieder soweit, da sich der Tag jährt, an dem ein Faschist in Hanau neun Menschen ermordet hat. Für mich ist „Willy 2021“ (mal wieder) das Herzstück des Albums. Die Verzweiflung, der Unmut, die Emotionen, die Anklage, Konstantins Worte rühren zu Tränen, die Tränen der Trauer und der Wut sind. Der Song ist 44 Jahre nach seinem Erscheinen so aktuell wie über die ganzen Jahrzehnte.
Doch eigentlich soll das neue Album optimistisch klingen. Utopisch und schwärmerisch. Seine Orchester-Tour trug den Titel „Weltenbrand“. Wecker wollte auf die Zeit zwischen dem 1. und 2. Weltkrieg hinweisen. „Ich habe mich mein Leben lang intensiv mit der Räterepublik beschäftigt. […] Was war das für eine blühende Zeit in der Weimarer Republik mit großartigen demokratischen Ideen wie dem Frauenwahlrecht und wie schnell ist das kaputt gegangen“, erinnerte er in unserem Interview 2019 und verwies damit auf die Gefahr, in der Demokratie stets schwebt, vor allem wenn rechtes Gedankengut in die Parlamente Einzug hält. Diesem düsteren Bild sollte „Utopia“ als Gegenentwurf folgen:
„Das nächste Programm heißt Utopia. Da werde ich die Grundidee dieses Weltenbrands weiterführen und sagen, wir dürfen nie die Utopie der herrschaftsfreien und liebevollen Gesellschaft aufgeben. Wenn wir nicht einmal die Utopie in uns tragen, dann sind wir rettungslos verloren. Dann haben die Angepassten, die uns immer als naiv, verrückt und als Spinner bezeichnen, gewonnen. Dann überrollen uns das Kapital und die Wettbewerbsgesellschaft. Das darf nicht sein. Aber ich bin guter Dinge. Die nächste weltweite Revolution muss eine weibliche sein, da bin ich mir ganz sicher. Es ist gar nicht anders möglich.“ (Lest HIER das komplette Interview.)
So ist „Utopia“ eines der vielseitigsten Werke von Konstantin Wecker. Weil es starke Songs enthält, gleichzeitig aber auch rührende Lese-Texte, die Weckers poetische Ader zeigen. Weil es im neuen Liederzyklus tatsächlich um eine Utopie geht. Um ein menschenwürdiges Leben ohne Herrschaft und Gehorsam, einen schwärmerischen Blick auf eine liebevolle Gesellschaft. „Mit Hilfe der Musik möchte ich Mut machen, alte Denkmuster zu durchbrechen.“ So richtet sich „An die Musen“ mit Freude und Energie in Richtung des poetischen Gedankenguts als glücksbesoffener Gegenpol zum Herrschaftsdenken. „Bin ich endlich angekommen?“ spricht von Altersweisheit und dem Verstehen, doch der folgende Text „Was mich wütend macht“ räumt auf mit ideologischen Mythen.
In „Wir werden weiter träumen“ und dem Titelsong „Utopia“ zeichnet Konstantin ein fast schon himmliches Bild. So schön könnte die Welt sein. Doch „Schäm dich Europa“ zeigt auch die Schattenseiten: die Flüchtlingskrise, Rassisten und Faschisten in den Parlamenten. Wecker kann immer noch den Finger in die Wunde legen. Und wenn man am Ende den „Willy 2021“ gehört hat, weiß man, das noch einiges zu tun bleibt.
Auch mit seinem neuen Werk ist er sich selbst treu geblieben, unverfälscht, eben echt. Wie in all den Jahren zuvor. Doch noch immer überraschen ihn seine Lieder und Texte mitunter selbst am meisten. Alle Titel bekamen nach dem Schreiben, bei den Aufnahmen mit seinen Musikern neue, bislang unerhörte Klangfarben. Ob als reine Klavierbegleitung, in Harmonie mit Cello und Gitarre oder auch unter der einfühlsamen Mitwirkung von Musikerinnen und Musikern der Münchner Staatsoper – immer folgt die Musik den sehr lyrischen und ganz und gar ehrlichen Gedichten. So gibt sich Konstantin Wecker auf „Utopia“ seinen Tönen hin und lauscht doch einer still verborgenen Pracht, die in geheimnisvoller Nacht aus dem Unerhörten fließt, gibt den Gedanken dankend dem Wind und lässt sie geduldig verwehen. „Das nämlich, was wir in Wirklichkeit sind, werden wir nie verstehen“, so der bayerische Liedermacher.
Zu hören sind auf der CD natürlich seine treuen Wegbegleiter Fany Kammerlander am Cello und Jo Barnikel am Flügel sowie der Münchner Schlagzeuger Thomas Simmerl und der österreichische Gitarrist Severin Trogbacher, der coronabedingt seine Parts aus dem eigenen Studio beisteuerte. Mit den Liedern seiner neuen CD möchte Konstantin Wecker den Menschen Mut machen, alte Denkmuster über Bord zu werfen. Gemeinsam mit seinem Publikum, das sich zu seiner großen Freude von ihm immer wieder überraschen lässt, bricht er zu einer aufregenden Reise nach Utopia auf. Wer sich darauf einlässt, dem eröffnet sich eine ganz und gar freie Welt voller Sehnsüchte und Träume und ja, auch mit Kriegern, die vor Liedern fliehen.
Auch mit 74 Jahren ist Konstantin Wecker noch ein unermüdlicher Kämpfer. Gegen Ungerechtigkeiten und Hass. Für eine utopische Welt voller Poesie und Zärtlichkeit. Für die Liebe. Und auch für Kunst und Kultur! Er ermöglicht vielen Menschen, ihre Kunst zu leben. Auf seinem Label Sturm und Klang, mit Unterstützung durch Duette und in Streaming-Konzerten.
Parallel zum neuen Album erscheint ein neues Buch: „Poesie und Widerstand in stürmischen Zeiten. Ein Plädoyer für Kunst und Kultur“. Dieser Mann darf noch lange nicht schweigen!
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Ihr erstes Album hatte Miriam Hanika noch unter dem Künstlernamen Miriam Green veröffentlicht, doch bereits mit Nummer 2 geht sie auf eine so persönliche Ebene, dass auch der reale Namen mit dazu gehört. „Louise“ heißt das Album und ist Miriams Urgroßtante gewidmet, die sie als ihren ganz persönlichen Schutzengel ansieht. „Und gemeinsam hauchen wir ein neues Leben in die Scherben / Und wir holen einen Besen und eine Tube Leim.“ Das sind Schlüsselzeilen, die Mut machen in seltsamen Zeiten.
„Louise“ war eine für ihre Zeit sehr fortschrittliche Frau, durchlebte den zweiten Weltkrieg, legte sich mit Soldaten an, stritt mit Politikern, wurde von einem Pferdewagen überrollt und blieb lange ledig, weil „der Richtige“ sie nicht heiraten durfte. Jedes einzelne einschneidende Ereignis hinterließ blaue Flecken und Narben, aber Louise war zäh und stark. Sie inspirierte eine ganze nachfolgende Generation in ihrer Familie dazu, den Mund aufzumachen und sich zusammen zu tun. Ihre Geschichte wird im Booklet ausgiebig gewürdigt und es gibt ein ausdrucksstarkes Foto.
Miriam Hanika spielt Oboe, Englischhorn und Klavier. Sie kann Kammermusik und Singer/Songwriter-Melodien. Ihrer Vielfalt sind keine Grenzen gesetzt. Konstantin Wecker hat sie unter seine Fittiche und auf sein Label Sturm & Klang genommen. Auf dem Album gibt es ein berührendes Duett der beiden zum Song „Schwalben“, der sich den Mai-Unruhen in Berlin 1929 widmet und von Konstantin mit bewegendem Sprechgesang erklärt wird.
Im Gesamten herrschen tiefe Melancholie und Zartheit. Acht deutschsprachige Lieder und zwei Instrumentalstücke, abwechslungsreich und kunstvoll arrangiert, nehmen den Zuhörer mit auf eine faszinierend einzigartige Reise. Miriam singt mit eindringlichen und doch sehr sanften Vocals, begleitet von klassischen Instrumente wie Oboe und Streichern, aber auch im folkigen Gitarrenstil. Vor allem, wenn Miriam die Oboe spielt, erkennt man ihre Virtuosität und das emotionale Vorgehen. Die Stücke „Ruhe im Sturm“ und „September“ klingen auch ohne Vocals unheimlich stark. Miriam nimmt sich gerne Zeit für den Songaufbau und setzt beispielsweise „Gemeinsam einsam“ ein langes instrumentales Vorspiel voran.
Wenn man schon bei ihrer ersten Veröffentlichung als Miriam Green vermutet hatte, dass an Miriam Hanika eigentlich eine wahre Poetin verloren gegangen ist, dann bestätigt „Louise““ diese Annahme: Die Musikerin findet wieder einmal tiefe Worte für jede Situation und befördert sich mit Liedern wie „Etiketten“ oder dem Titelsong fraglos an die Spitze deutscher Liedtexterinnen. Ihre verträumte Stimme hat mich von Beginn an gefangen genommen. Man lehnt sich zurück und genießt diese wirklich wundervolle Musik einer beeindruckenden Künstlerin. Danke, Konstantin Wecker, für diese Entdeckung.
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Das Video zur Single „Louise“ wurde in der ehemaligen Arzberger Porzellan-Fabrik gedreht. Es gibt wohl kaum einen Ort, der Schönheit, Ästhetik, Langlebigkeit und Zerbrechlichkeit so gut vereinen könnte, wie diese alte Fabrik. Licht durchflutet die Mauern, die sich die Natur langsam zurückholt. Efeu rankt sich zwischen filigranen Porzellantässchen und Maschinenhallen, wo die Tänzerin Anna Martens und Miriam Hanika gemeinsam ein Stück alltägliche Frauengeschichte schreiben.
Katrin Rosenzopf ist Ärztin und lebt in der Weststeiermark. Schon in jungen Jahren sammelte sie Bühnenerfahrung mit der Band Mozaik. Inzwischen ist sie als Solokünstlerin im Metier Chanson und Kabarett unterwegs. Ihr neues Album „unErhoerte Lieder“ erscheint bei Konstantin Weckers Label Sturm und Klang. Die Kompositionen stammen zum überwiegenden Teil aus der Feder ihres Vaters und Klavierlehrers Wolfgang Rosenzopf.
Sie gibt in ihren Songs zeitlos wichtige Anregungen, wohin der Zug des Lebens fährt, zu allem was einengt, zum Augenblick und zur Zeit, zu verschiedenen Lebens- und Beziehungssituationen und überhaupt zu allerlei Eigenheiten der Menschen. Sie vertont dabei am Klavier (vielfach sensibel unterstützt von Saxophon und Klarinette) auch Erich Kästner und Konstantin Wecker, deren Texte hier eine neue, spannende Chansonsprache erhalten.
Von Konstantin ist es das lyrische „Jeder Augenblick ist ewig“, dem Katrin hier zur Klarinettenmelodie von Reinhard Grube eine neue Dimension verleiht. Bei den vertonten Texten von Kästner wurde eine feine Auswahl getroffen: Ob in dem Lied „Das Eisenbahngleichnis“, welches die Ungleichheit und doch Gleichheit der gesellschaftlichen Klassen widerspiegelt, oder in der Vertonung „Zur Fotografie eines Konfirmanden“ die von der Zwiespältigkeit zwischen der Feier des Eintritts der Adoleszenz und der Traurigkeit über den Tod der Kindheit erzählt. In „Plädoyer einer Frau“ wird die spät gefundene Liebe und die durch das Leben aber verwehrte Freude darüber besungen und so gut wie jede Facette des Lebens wird betrachtet.
Die Songs sind in der Begleitung durch Klavier, Saxofon oder Klarinette sehr reduziert gehalten. Katrin Rosenzopf singt mit eindringlicher Stimme und legt viel Energie in ihre Worte. Auch ihre eigenen Stücke über das „Beugen“ und das Treiben mit den Genen in der „Ur-Natur“ sind sehr ausdrucksstark. Es ist Musik, die nicht auf den Mainstream schielt. Man muss nachdenken und die intelligenten Texte auf sich wirken lassen. Ich kann mir vorstellen, dass dies bei einem Livekonzert besser gelingt als im CD-Format. Das wertige Booklet mit allen Texten und starken Illustrationen ist es aber schon wert, das Album sein eigen zu nennen.
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Dieses Album hält, was der komplexe Titel verspricht: Es ist nicht leicht zu konsumieren. Christian Bogensbergers Herangehensweise ist schon ungewöhnlich. Man höre sich nur den ersten Track „Im Land der tausend Obstbäume“ mit seinen ansatzweise asiatischen Klängen an: „Volldicht unterm Pflaumenbaum, spür ich meinen Daumen kaum“. Solche Textzeilen voller Albernheit ziehen sich durch das ganze Album.
Christian Bogensberger erzählt gerne Geschichten und lässt seine Gedanken singen und tanzen. Dies tut er mittels selbst geschriebener Songs, dargebracht im österreichischen Hochdeutsch, unterlegt mit akustischer Gitarre. Er entführt uns liedpoetisch und alltagsphilosophisch in die Genüsse und Wirrnisse des Daseins und der Zeit. Dabei nimmt er sich kein Blatt vor dem Mund und kennt weder sprachliche noch gedankliche Tabus.
1996 gewann der studierte Philosoph und langjährige Politaktivist den „Forum Stadtpark Literatur Slam“, einen der ersten Poetry Slams Österreichs. Bereits seit 1994 war er als „Der sensationelle Herr Bogensberger“ mit Programmen wie „Herr Bogensberger musiziert munteren Mutes manchmal mirakulöse Melodeien murmelnd mitnichten mehrstimmig“ auf diversen Bühnen in Österreich, Deutschland und der Schweiz zu sehen, wo er seine ureigene Mischung aus Musik, Literatur, Kabarett und Theater zum Besten gab.
Mit dieser CD bekommt man einen Einblick in seine wirre Gedankenwelt. Das politische „Rücktritt statt Rückschritt“ kommt mit gejaultem Intro. Die „Aramäische Melodie“ und andere konfuse Texte werden gelesen und dabei lautmalerisch unterlegt. Bogenbergers stimmlichen Verrenkungen sind nicht immer leicht zu ertragen. Man muss halt wissen, worauf man sich einlässt. Mein Fall ist es jedenfalls nicht.
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Lucy van Kuhl ist eine deutsche Liedermacherin und Musikkabarettistin. Sie studierte Klavier und Literaturwissenschaft, begleitete renommierte Schauspieler bei Lesungen, machte Kammermusik und hat sich seit 2015 ganz dem Songwriting verschrieben. Im neuen Album „Alles auf Liebe“ besingt sie dieses uns alle bewegende Thema – schwärmend, bitterböse, melancholisch: die Liebe hat eben viele Facetten.
Im Mittelpunkt stehen Lucys lakonisch-cooler Gesang und das mitreißende Piano. So kann man sie sich energisch und laut auf jeder Kleinkunstbühne vorstellen, wenn das denn endlich wieder erlaubt ist. Vorerst muss man sich auf die heimische Couch beschränken, aber dafür gibt es zwei Songs, die extra aus dem „Corona-Homeoffice“ zu uns fliegen: Zunächst das ironische „Abstand“, dann quasi als thematisches Gegenstück das melancholische „Liebe Omama“. So gelingt es Lucy in zwei Songs, die unterschiedlichen Facetten dieser ungewöhnlichen Zet aufzuzeigen.
Alleine macht Liebe ja keinen Spaß, daher wird sie begleitet von der „Es-Chord-Band“ (Lorenzo Riessler, Schlagzeug; Nenad Uskokovic, Violoncello). Zusätzlich hat sie in einem Lied einen prominenten Duett-Partner: Konstantin Wecker. Der Song „Hochzeitstag“ wird von den Klängen des berühmt-berüchtigten Hochzeitmarschs eingeläutet und liefert dann ein spannendes Duell zweier vergrämter Protagonisten. Grandios!
Ihre Lovesongs erzeugen Kopfkino und sprechen uns aus der Seele. Da geht es um die unüberwindbaren Gegensätze von Romantik und Realität, um die Jagd nach Schönheitsidealen („Detox“), um Selbstanklagen, überambitionierte Nachbarinnen und reflexhafte Schuldgefühle.
Lucy van Kuhl legt hier ein packendes Album vor. Und das ist nicht selbstverständlich. Kabarett funktioniert ja bekanntlich live viel besser. Bei Lucy behält die Musik aber auch im Studioformat ihre Kraft und Energie. Konstantin Wecker sagt dazu: „Lucy van Kuhls Art zu musizieren und zu singen begeistert mich, ihre Worte sind poetisch und ironisch. Sie schafft ausdrucksstarke Bilder und setzt sie musikalisch ganz zauberhaft um.” Dem ist dann auch nichts mehr hinzu zu fügen.
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Arjon Capel lässt sich Zeit für seine Songs. Allein das macht ihn schon sehr sympathisch. Der Liedermacher aus Holland legt mit „Neue Wege“ sein zweites Album vor, das bei Konstantin Weckers Label „Sturm und Drang“ erscheint. Da Wecker seine Künstler stets sehr sorgfältig auswählt, kann allein das schon als Qualitätsmerkmal gelten. Und dann sind da Arjons Fähigkeiten als Sänger und Songwriter. Sehr authentisch, bisweilen sehr heimelig. Wenn ein Holländer mit leichtem Akzent in deutscher Sprache singt, wird man zwangsläufig an Herman van Veen erinnert. Das ist auch hier der Fall.
Der zündende Funke kam bei Arjon, der in München lebt, recht spät: Es war der Tod seiner Mutter vor sieben Jahren, der ihn zur künstlerischen Laufbahn führte. Sie hatte ihm eine Anzahl selbst geschriebener Gedichte hinterlassen, die Capel im Debüt „InneHalten“ vertonte. Damit war der Bann gebrochen und die Berufung gefunden. Das zweite Werk umfasst acht neue, selbst verfasste Stücke in 44 Minuten Albumlänge.
Inhaltlich ist es ein wahres Panoptikum von scharfsinnigen Beobachtungen des Alltags („Trau Dich aufzustehen“, „Was ist Zeit?“, „Tattoo“) und ein facettenreiches Kaleidoskop eines harmonischen Familienlebens („Genießen“, „Deine Liebe die ich spüre“). Die Texte sind nachdenklich und zeitgemäß. Vor allem der letzte Song „Zusammenhalt“ nimmt uns mit auf den Weg ins neue Jahr: „Die Straßen sind leer / Alle getroffen, wie von einem Speer / Nichts ist wie früher, die Stimmung gedrückt / Niemand mehr berühren, wir gehen gebückt […] Abstand halten, so heißt das Gebot / Weil sonst vielleicht mehr Ansteckung droht.“ Auch wenn manche Zeilen etwas platt klingen, so sind sie doch sehr berührend – und nicht etwa ein Aufruf zur Resignation, sondern zur Gelassenheit.
Nach 33 Jahren als Projektleiter in der Elektrotechnik hat Arjon Capel (bürgerlich: Johannes Diederik) seine Berufung gefunden und konzentriert sich ganz auf die Musik. Es ist nicht alles melancholisch, was er schreibt. „Montgolfière“ klingt wundervoll beschwingt und „Mit der richtigen Sicht“ kommt mit sehr rockigen Riffs daher. Im selbstironischen „Tattoo“ sind selbst groovige Reggae-Rhythmen zu finden.
Ein schönes Album mit Herz und Verstand!
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Konstantin Wecker ist 73 Jahre alt aber voll von jugendlichem Elan. Egal in welchem Format er unterwegs ist, lässt er seine 50jährige Bühnenkarriere eindrucksvoll an sich und den Zuschauern vorbei ziehen. Dabei ist es egal, ob er ein großes Orchester mit sich bringt, wie Ende 2019, oder allein am Klavier sitzt und „nur“ zwei Schauspieler dabei hat, die seine Gedichte lesen.
Der vorliegende Konzertmitschnitt stammt vom 4. September 2020 aus dem Wiener Theater im Park. Eines dieser Ereignisse also, die trotz der Hygienemaßnahmen des vergangenen Sommers mit Publikum stattfinden konnten. In weit über zwei Stunden Konzertlänge glänzt Konstantin Wecker gewohnt lässig als Sänger, Pianist und Moderator. Seine Anekdoten und Erzählungen zwischen den Musikstücken sind legendär.
Doch diesmal wird mehr geredet und gelesen. Seine lyrischen Texte werden von Dörte Lyssewski (Wiener Burgtheater) und Michael Dangl (Theater in der Josefstadt) vorgetragen. Zu den Gedichten improvisiert Konstantin Wecker teilweise am Klavier. So gibt es kurze Texte aus allen Epochen seines literarischen Schaffens, beginnend mit den Sadopoetischen Gesängen, die der Meister des gesungenen und gesprochenen Wortes gewohnt selbstironisch ansagt.
„Die Huren werden müde“, „Deutscher Herbst“, „Keine Zeit zum Denken“, „Schon immer hab‘ ich auf das Schreckliche gewartet“ – man kann aus den Titeln schließen, was einen erwartet. Weckers besondere Form von Romantik, seine an Rilke erinnernde Poesie, aber auch Satirisches und Politisches. Zudem erzählt er von seinen Eltern – in sehr bewegenden Reden und Liedern. Ja, genau: Gesungen wird natürlich auch! Im zweiten Teil mehr als im ersten, und mit „Schlaflied“, „An meine Kinder“, „Wut und Zärtlichkeit“, „Ich habe einen Traum“ und „Den Parolen keine Chance“ sind wundervolle Perlen dabei. Politisch und eindringlich wie eh und je.
Das neue Livealbum reißt nicht so sehr mit wie die letzten Livekonzerte, die es auf CD und DVD gab – sei es orchestral, mit Band oder allein am Klavier. Konstantin Wecker teilt seine Konzertmomente gern mit den Fans. Und im Corona-Jahr war es halt etwas beschaulicher. Ich habe die CD mit Genuss gehört, doch eine Zusammenstellung von Gedichten wird man sich nicht so oft am Stück anhören. Man braucht eigentlich das geschriebene Wort, denn die Lesung lässt kaum Zeit zum Nachdenken über einzelne Passagen.
Mit dieser literarischen und musikalischen Gesamtschau fächert sich die künstlerische Persönlichkeit Konstantin Weckers in all ihren Facetten zwischen „Genug ist nicht genug“ und „Stirb ma ned weg“ auf – und dabei offenbart sich einmal mehr: „Jeder Augenblick ist ewig!“
Prinzessin & Rebell – unter diesem Namen haben sich zwei Freigeister zusammengefunden, die jeder für sich schon einiges an Lebens- und Musikerfahrung gesammelt haben: Anna Katharina Kränzlein, Mitbegründerin und langjährige Geigerin der Gruppe Schandmaul, die sich in den letzten Jahren in den bayrischen Wald zurückgezogen hatte, und Florian Kirner, lange als Kabarettist Prinz Chaos II. erfolgreich, der zuletzt sein eigenes Schloss renoviert und in einen besonderen Lebensraum verwandelt hat. Nun machen diese beiden – deren Familien sich übrigens schon lange kennen – also gemeinsam Musik und präsentieren auf ihrem Debütalbum „Boomende Stadt“ handgemachten und authentischen deutschen Folk mit poetischen aber auch rebellischen Texten.
Ein Aufbegehren gegen festgefahrene und unterdrückende Strukturen, verbunden mit der Zuversicht, gemeinsam Dinge ändern zu können, zieht sich durch das ganze Album. Das beginnt mit dem Opener „Der Pfahl“, einem ursprünglich aus Spanien stammenden und in der deutschen Übertragung schon altbekannten Solidaritätslied, und es findet seinen Höhepunkt in „Zusammen!“ Florians aktueller Version vom alten „Bürgerlied“, das bereits in der Arbeiterbewegung oder von Liedermachern wie Hannes Wader gesungen wurde.
Die beiden nehmen sich noch weitere bekannte Titel vor und machen ihr eigenes Ding daraus. So wird der Folksong „If I Where a Carpenter“ zum launigen Duett „Wenn ich ein Metzger wär“ und die Pop-Hymne „Live Like Horses“ von Elton John und Luciano Pavarotti entfaltet in der reduzierten Version mit Geige und Gitarre einen ganz besonderen Zauber. Natürlich gibt es auch einige Eigenkompositionen, wie etwa der humorvolle Kampf gegen „Das Mücklein“ oder das romantische „Dass man sich wärmt in der Nacht“, das sich allerdings noch ein bisschen bei Matthias Claudius „Abendlied“ bedient. Und nicht zuletzt ist da der tolle Titelsong „Boomende Stadt“, in dem sich Anna Katharina und Florian herrlich ironisch über die vermeintlichen Vorteile des Lebens in einer Großstadt lustig machen. Zum Schluss des Albums wird es dann wieder etwas ruhiger mit dem Gutenachtlied „Prinzessin“ und dem nachdenklichen „Versunkene Sterne“.
Prinzessin & Rebell – das funktioniert nicht nur in manchen Märchen, sondern auch in diesem Fall musikalisch wunderbar. Denn die begabte Geigerin Anna Katharina mit ihrer klaren Sopranstimme und Florian an der Gitarre und mit seinem eher rauen Gesang ergänzen sich hervorragend und sind vor allem auch inhaltlich auf einer Wellenlänge. Man darf hoffen, dass die beiden trotz Corona mit ihrer wunderbaren Musik demnächst auch möglichst oft live auftreten können.
Als Bonustrack gibt es auf „Boomende Stadt“ übrigens „Zusammen!“ nochmal in einer gemeinsamen Version mit Konstantin Wecker und dessen genialem Pianisten Jo Barnikel. Und so wird am Ende die zentrale Botschaft erneut ganz deutlich: Lasst uns auf die Liebe bauen, nur zusammen wird es geh’n.