Auf “normal” verbindet LUNA stärkende, ermutigende und empowerende Worte mit der harten Realität. Hier wird nichts beschönigt oder heruntergespielt, sondern auf die realen (Lebens-)Gefahren hingewiesen, denen queere Menschen tagtäglich ausgesetzt sind.
Der Song ist für alle Menschen, die nachvollziehen können, wie es ist, wenn man nicht einfach in den Urlaub fahren kann, sondern vorher googlen muss, ob der Ort für queere Personen sicher ist. Und für all diejenigen, die Profis darin geworden sind, unangenehme Blicke zu ignorieren. “normal” ist für die Personen, für die es normal ist, als nicht normal angesehen zu werden.
Bereits in der Vergangenheit hat sich LUNA für LGBTQIA+-Themen immer wieder stark gemacht, sei es durch immer wieder offenes Sprechen in der Öffentlichkeit über das Leben als queere Person sowie durch Songs wie “Blau” oder der Pride-Hymne “Neonlights” feat. Katja Krasavice.
“normal” ist eine gefühlvolle, sanfte Gitarrenballade, die später durch Untermalung von warmen Synth Sounds in LUNAs Safe Space einlädt, der sich geborgen und sicher anfühlt. Die perfekte Soundwelt also, um sich verletzlich zu zeigen und alle einzuladen, die sich angesprochen fühlen oder empathisch nachempfinden wollen – egal, ob sie selbst betroffen sind oder nicht.
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Diese Woche gab Luna bekannt das ihre EP „verlierer“ am 26.08.2022 erscheinen wird. Doch um uns das Warten erträglicher zu machen, veröffentlicht sie ihre Single „müde“!
Die Herausforderung sich selbst nicht zu vergessen, selbst wenn man immer 100% geben möchte, ist nicht leicht zu meistern. Eine absolut ehrliche, wenn auch unerwartete emotionale Bestandsaufnahme dieses Gefühls liefert Luna mit ihrer neuen Single „müde“:
„es war einfach krass viel los im letzten jahr / also wenn du fragst / ich bin nicht traurig / mir geht’s eigentlich ok / ich bin nur müde / nur ’n bisschen müde“, singt Luna zu treibendem Staccato. Sie zeigt damit einmal mehr ihre Fähigkeit nicht nur ihre eigenen, sondern auch die komplexen Gefühlswelten aller anderen Rastlosen auf den Punkt zu bringen.
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Auch auf ihrem vierten Album spielt LEA ihre größte Stärke voll aus. Sie singt wundervolle melancholische Balladen zu sanften, zerbrechlichen Pianomelodien. So liefert sie ein insgesamt sehr ruhiges Album. Man könnte die Idee haben, das würde auf Dauer langweilig, doch keineswegs: LEA ist eine wundervolle Geschichtenerzählerin. Sie fasst Momente, Gedanken und Stimmungen in Worte, schafft dabei kleine Aphorismen und philosophische Nachdenklichkeiten, wie das kaum einer anderen Deutschpop-Künstlerin gelingt.
Nehmen wir die Bilder aus dem Titelsong mit seinem „Fluss aus Tränen“, die so anschaulich und nachvollziehbar sind. Das Gleichnis vom Sprung, nackt in den „Swimmingpool“, mit dem LEA offen ihre Zurückhaltung besingt. „Sommer“ zeichnet das Bild einer ersten Liebe, die man nach einem kurzen Strohfeuer aus den Augen verliert und manchmal immer noch vermisst. „4-Zimmer-Wohnung“ als Verweis auf die Eifersucht gegenüber einem langjährigen Freund, der jetzt mit einer Anderen zusammenzieht.
Natürlich sind es vor allem Herz-Schmerz-Songs, doch es ist der offene Umgang mit den stillen Gefühlen, der das Album so authentisch macht. Eindringlich (wie in „Sag nicht sorry“), verliebt (wie in „Tausendmal“) oder wehmütig (wie in „Fast“). Die Melancholie kumuliert in der wundervollen Eröffnungszeile von „Schwarz“: „Ich trag Schwarz bis es was Dunkleres gibt“.
Drei Songs enthalten prominente Features. „Küsse wie Gift“ singt LEA mit der jungen Kollegin LUNA, die musikalisch perfekt mit ihr auf einer Wellenlänge liegt und die schon als Support auf der Sommertour mit dabei war. Für „Schwarz“ ist Rapper Casper mit im Boot. Und „L & A“ zelebriert die besondere Verbindung zu Antje Schomaker als Hymne der beiden Künstlerinnen auf ihre Freundschaft: „Für immer L & A“.
„Das Album ist in den letzten anderthalb Jahren entstanden, in denen ja kein Stillstand geherrscht hat, auch wenn es sich erst so angefühlt hat – es geht immer weiter“, sagt LEA zur Entstehung. „Auf dem neuen Album sind Themen, die es vorher bei mir nicht gab, weil die Atmosphäre anders war. Das Songwriting hat viel zu Hause stattgefunden; sehr fokussiert, mit dem Rechner auf dem Flügel, in Skype-Sessions mit dem Team, mit dem ich auch schon fast alles für ‚Treppenhaus‘ gemacht habe. Diese Menschen sind mir so wichtig geworden. Wir sind alle so tief im LEA-Kosmos, dass wir unsere ganze gesammelte Liebe in FLUSS stecken konnten – auch deshalb ist nicht mehr jeder Song nur aus meinem Leben. Es geht auch um Erfahrungen von anderen, um einen Rückblick auf unsere Zwanziger; um Gefühlswelten, Perspektiven, Lebensabschnitte, Veränderung, neues Terrain und Erinnerungen.“
Ein besonderer Song ist LEAs Eltern gewidmet. In „Dicke Socken“ singt sie vom Nach-Hause-kommen und vermittelt heimelige Bilder voll Nostalgie. „Der Song ist eine Liebeserklärung an meine Eltern, die immer hinter mirstehen. Berlin ist heute mein Zuhause, aber mein Elternhaus ist Heimat. Ein Rückzugsort, an dem ich auftanke und mal nicht unterwegs sein muss.“
Übrigens sind nicht alle Stücke pianolastig arrangiert. Unter den 14 Tracks finden sich auch einige durchproduzierte Stücke, die mit elektronischen Klangspielereien versehen sind. Doch für Puristen der reinen LEA-Lehre gibt es als Anhang fünf dieser Songs als „Piano Sessions“. Man kann sich also ohne Weiteres sein persönliches Pianoalbum zusammenstellen.
LEA ist stilistisch absolut besonders. Die Vocals schwanken zwischen zerbrechlich und stark. Ihre sanfte Stimme, das filigrane Pianospiel und die intelligenten Texte beherrschen auch das vierte Studioalbum dieser Ausnahmekünstlerin.
Hier seht ihr den Mitschnitt zum „Live in 360 Grad“ Release-Konzert:
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Ihre Single „Leiser“ wurde zur Radio-Hymne und bescherte ihr die erste goldene Schallplatte. Dank dieser neuen Leichtigkeit und dem Öffnen des Lea-Universums hat sie mit „Zwischen meinen Zeilen“ im Jahr 2018 ihre ganz eigene Soundwelt gefunden.
Dieser Welt bleibt sie auch mit ihrem dritten Album „Treppenhaus“ treu – ohne sich zu wiederholen. Die Songs erzählen neue Geschichten aus Leas Leben, zeigen neue Facetten und lassen sie als Künstlerin wachsen. Dabei ist ihre eigene Art, wahre Geschichten auf musikalische Weise zu erzählen, unverkennbar.
Das Album erschien ursprünglich im Mai und wurde jetzt zum Weihnachtsgeschäft als Deluxe Edition mit viel Bonusmaterial neu aufgelegt. Darunter die neue Erfolgssingle mit Majan („Beifahrersitz“), drei weitere unveröffentlichte Songs, acht Pianoversionen und die beliebtesten Stücke aus der Fernsehsendung „Sing meinen Song“.
Lückenfüller gab es schon auf dem ursprünglichen Album nicht. Lea erzählt von ihrer Kindheit, von Liebe, Familie und Freundschaft, natürlich auch von schmerzhaften Trennungen. Das darf schon mal ein wenig energisch klingen wie in „Kaputt“ oder ganz melancholisch-dezent in „Elefant“ und „Staub“.
Leas Vocals schwanken zwischen zerbrechlich und stark. Damit kann sie vor allem bei den neuen Piano Sessions glänzen, die ich ungeheuer eindrucksvoll finde. „Sie“, „Treppenhaus“, „Sylt 98“ – da kommen die Emotionen über die schwarzen und weißen Tasten noch deutlicher und authentischer durch.
Die Coverversionen von Max Giesinger, Nico Santos, MoTrip und Jan Plewka entsprechen den Aufnahmen, die für die Tauschkonzert-CD Volume 7 mitgeschnitten wurden. Also nichts wirklich Neues, aber man bekommt einen schönen Rundumschlag zu Leas Fähigkeiten, sich die Songs befreundeter Künstler ohne Umschweife zu eigen zu machen.
2020 war Leas Jahr, auch wenn sie live kaum in Erscheinung treten konnte. „Treppenhaus“ ist ein wundervolles drittes Album, das diese Deluxe Version absolut verdient hat. Zudem bringen die neuen Titel und Versionen einen Mehrwehrt, der auch den Zweitkauf des Albums sinnvoll machen kann.