Hannes Wittmer, 11.9.2020 im Schlachthof Wiesbaden – Konzertfotos
Seht hier unsere Fotos von Hannes Wittmer im Schlachthof Wiesbaden, 11.9.2020
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Seht hier unsere Fotogalerie von der Vorpremiere des Rockmusicals Serpentina in Hermeskeil.
Die Jagd nach dem Glück ist eine vertrackte Sache – was genau ist das überhaupt? Und warum gieren wir alle so danach? Manuel Möglich hat sich erneut auf die Suche nach Suchenden gemacht und sie in seinem Buch gefunden. Auf 250 Seiten sieht sich der Journalist das Leben von elf Alternativen an und man bekommt währenddessen das Gefühl, als säße man daneben, als begleite man Möglich auf seinen Recherchen und bei den Begegnungen mit Menschen, die aus der Norm fallen mit ihren Lebensentwürfen. Nicht bei allen hat man den Eindruck, dass das große Glück am Ende wartet. Aber bei den meisten spricht die größtmögliche Entschlossenheit aus ihnen heraus, die oftmals beneidenswert scheint angesichts der Tatsache, wie sehr diese Menschen in ihrem Dasein ein Ziel gefunden haben, das sie vehement verfolgen.
Wer Manuel Möglich nicht kennt, dem sei die ZDFneo Doku-Reihe „Wild Germany“ ans Herz gelegt. Auch beim Y-Kollektiv auf YouTube mischt Möglich mit. Das Netzwerk junger Journalisten ist weltweit unterwegs und beleuchtet in etwa zwanzigminütigen Videos in Form von Web-Dokus und Reportagen Aspekte der Welt und Deutschlands, zumeist liegen die Themen abseits des Mainstreams. Ab dem 30. April 2018 startet zudem die sechsteilige Reportage-Reihe „rabiat“ im Ersten. All diesen Formaten ist gemein, dass die Journalisten und Journalistinnen sehr subjektiv berichten, insbesondere Manuel Möglich wird dem Gonzo-Journalismus zugeordnet.
Nun also ist Möglich auch schriftlich „auf den Spuren gelebter Träume“. Dabei trifft er auf die unterschiedlichsten Menschen, die ihr Leben mehr oder minder rabiat verändert haben. Die an traditionellen Vorstellungen festhalten oder ganz neue Wege gehen, Visionen folgen, Utopien jagen oder Träume, von denen nicht klar ist, ob sie jemals wahr werden. Die jeweiligen Reisen sind unterschiedlich intensiv, doch immer kritisch betrachtet und so geschrieben, dass man sich erstaunlich gut ein Bild machen kann von dem, was da vorgeht. Dabei trifft er nicht nur auf Personen, die sich schon dazu entschlossen haben, ihrem Lebenstraum nachzugehen. Er begegnet oft auch Menschen, die noch auf der Suche sind und sich anschauen, was für Alternativen es gibt.
Dass er die jeweiligen Lebensentwürfe nicht kritiklos aufnimmt, ist für ihn selbstverständlich. Doch es ist spannend, sich anzusehen, was alles machbar ist in dieser verrückten Welt. Das Buch von Manuel Möglich lädt hierbei auch zur Selbstreflexion ein, auch wenn nur ein winziger Bruchteil an Möglichkeiten gezeigt wird, wie man sein eigenes Leben verändern könnte. Vor allem aber zeigt es, dass man neugierig bleiben sollte, dass Bewegung notwendig ist und manchmal auch ein radikaler Schritt, um vielleicht am Ende des Lebens sagen zu können: Ich habe mein Glück gefunden und das Bestmögliche rausgeholt aus diesem wunderbaren Irrsinn meines Daseins.
Am vergangenen Donnerstag, den 07. Dezember 2017, brachte Gogol Bordello aus New York jede Menge Wärme in die nasskalte Winterluft. Genauer gesagt brachte die vielköpfige Combo gemeinsam mit der Vorband Lucky Chops die Live Music Hall in Köln zum Kochen!
Bereits von Beginn an war die Halle sehr gut gefüllt. Vor dem Einlass hatte sich gar eine Schlange gebildet, was bei dem regnerischen Wetter nicht unbedingt angenehm war, mit dem Betreten des Saales dann aber vergessen war. Lucky Chops waren zu diesem Zeitpunkt bereits zu Gange und wärmten die durchfrorenen Besucher schon mal auf. Die Bläsertruppe mit Schlagzeug sind vor allem durch ihre Interpretationen bekannter Pop-Songs in den U-Bahnstationen New Yorks bekannt geworden. Auch alleine füllt die 2006 gegründete Band mittlerweile Hallen und eignete sich hervorragend, um für Gogol Bordello den Abend zu eröffnen. So viel sei bereits verraten, im Laufe des Abends sollte man die Jungs noch öfter sehen, der Abschied nach ihrem Set sollte kein endgültiger sein.
Während der Umbaupause füllte sich der Saal weiter, bis schließlich die Band des Abends die Bühne betrat: Mit voller Wucht eroberte das multikulturelle Ensemble die Halle und ließ von Beginn an kaum jemanden still stehen. Die weitgereiste Gruppe ist live – wohl auch dank langjähriger Bühnenerfahrung – ein großer Spaß. Der Mix setzt sich aus etlichen Genres zusammen und lässt seit 1999 das Publikum im Takt hüpfen und tanzen.
Dabei steht auch die Band selbst nie still. Allen voran natürlich Frontmann, Bandgründer, Sänger und Zwischendurch-mal-Gitarrist Eugene Hütz. Der drahtige Mann mit dem Schnauzer und mittellangem, wildem Haar scheint unermüdlich zu sein und hat während all dem Hin und Her, dem Auf und Ab noch die Puste aus voller Kehle zu singen. Pause gibt es hier nicht, von allen wird alles gefordert und das über zwei Stunden lang.
Gypsy-Punk stößt auf lateinamerikanische Klänge, Folk, Rock, Dub, Ska und vieles mehr. Zur klassischen Bandbesetzung kommen hier noch Akkordeon und Geige hinzu und weil das nicht reicht, dürfen in Köln auch die Bläser von Lucky Chops für mehrere Songs mit auf die Bühne. Damit werden die Lieder noch ein bisschen runder, Ashley Tobias übernimmt Gesangparts und hilft an den Percussions aus – zwischendurch tummeln sich bis zu 13 Musiker*innen vor dem ausgelassen feiernden Publikum.
Neben einigen Songs vom aktuellen Album Seekers and Finders wie Break Into Your Higher Self oder Saboteur Blues wurden auch die alten Hits ausgegraben: Wonderlust King kam genauso wie My Companjera ziemlich zu Beginn, mit Start Wearing Purple neigte sich das Set dem Ende zu.
Doch die Spiellust war an diesem Abend sichtbar groß, und so spielte die Combo um den charismatischen Frontmann nicht nur eine, sondern direkt zwei Zugaben.
Für die Anwesenden war es ein Fest – schweißtreibend und anstrengend, aber dafür konnte man für zwei Stunden den Kopf abschalten, tanzen und passend zur Show die verrückte Seite auch mal ein wenig rauslassen, die viel zu viele Leute zu oft tief im Inneren begraben.